3Doodler Dieser Stift malt dreidimensional

Eine kleine amerikanische Firma hat einen Stift ausgetüftelt, mit dem man 3-D-Objekte von Hand zeichnen kann - mit erhitztem Plastik. Die Macher stellten ihr Projekt bei der Crowdfunding-Plattform Kickstarter ein. Mit überwältigendem Erfolg.

Demo-Video für den 3Doodler (Screenshot): Gemalt wird mit Plastik statt mit Tinte
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Demo-Video für den 3Doodler (Screenshot): Gemalt wird mit Plastik statt mit Tinte


3-D-Drucker sind derzeit heiß diskutierte und begehrte Objekte. Immer wieder ist im Gespräch, was man damit alles herstellen könnte und was noch lange nicht - und wie sie in Zukunft die Produktionabläufe revolutionieren könnten. Allerdings betrifft das derzeit nur wenige persönlich, denn die Geräte sind noch sehr teuer.

Für all diejenigen, die es sich nicht leisten können, Plastikformen zu Hause auszudrucken, soll es jetzt ein bezahlbares Gadget zum Üben geben: Das amerikanische Start-up-Unternehmen Wobble Works hat einen Stift namens 3Doodler entwickelt, der Zeichnungen zu dreidimensionalen Objekten macht. Denn es wird nicht etwa mit Tinte oder Kreide gemalt, sondern mit Plastik, das erst erhitzt wird und dann extrem schnell wieder abkühlt und härtet. Es ist dasselbe Material, mit dem auch viele 3-D-Drucker arbeiten. So soll man räumliche Objekte einfach frei Hand zeichnen können. Dazu braucht man weder Computer noch Software, sondern nur Strom aus der Steckdose.

Wobble Works hat die innovative Zeichenmaschine am Dienstag über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter der Öffentlichkeit vorgestellt, um Geld für die Herstellung einzusammeln - 30.000 Dollar wollten sie auf diese Weise aufbringen. Wenn die bis zum 25. März zusammenkämen, könne man das Gerät weiterentwickeln und es bald auf den Markt bringen, für 75 Dollar plus Versand, versprachen die Gründer. Das Ziel wurde blitzschnell übertroffen: Schon innerhalb weniger Stunden war das Geld zusammen, am Mittwoch steuerte die Summe bereits auf 600.000 Dollar zu.

Das könnte an dem Demo-Video liegen, das die Macher des Drucker-Stifts ins Netz gestellt haben. Es zeigt einen Prototyp und was man damit machen kann: etwas auf Papier zeichnen und das Gemalte einfach abziehen und hochheben, Skizzen zu Gegenständen werden lassen oder gleich mit dem Stift vom Papier abheben und in der Luft weitermalen. Damit könnte man nach Angaben der Erfinder zum Beispiel kleine 3-D-Modelle herstellen, Schmuck, dekorative Anhänger oder Kühlschrankmagneten. Oder man könnte mit Plastikschrift seine Gadgets personalisieren - sei es nun das Handy, der Laptop oder womöglich der eigene richtige 3-D-Drucker.

juh

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insgesamt 37 Beiträge
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Seite 1
dannyinabox 20.02.2013
1. Okay..
Aber letztlich ist es doch einfach eine Miniatur-Heissleim-Pistole.. Ich kann so ein Ding zwar nicht brauchen da ich 3D Dinge mit anderen Materialien baue, wünsche den Leuten aber trotzdem den nötigen Erfolg.
druli 20.02.2013
2. Einfach genial!
Ich freue mich, wenn ich so etwas sehe, und ärgere mich, dass ich nicht selbst auf solch eine einfache und geniale Idee gekommen bin.
hinschauen 20.02.2013
3. 3-D-Stift?
Naja. Könnte man theoretisch auch mit Knete machen. Zugegeben: das Abrollgerät ist offenbar sehr praktisch. Und das Material offenbar vielseitiger verwendbarer als viele andere. Aber das Grundprinzip ist dennoch so als ob ich einen Eiffelturm aus Knetmasse baue. Gezeichnet könnte ich diesen Turm nämlich einfach auf den Kopf stellen - ich kann mir kaum vorstellen, dass das bei dem "3-D-Stift" möglich ist. Also: gutes Ding, aber die Vergleiche hier - auch der mit dem 3-D-Drucker, hinken gewaltig
paul987 20.02.2013
4. letiT
Zitat von dannyinaboxAber letztlich ist es doch einfach eine Miniatur-Heissleim-Pistole.. Ich kann so ein Ding zwar nicht brauchen da ich 3D Dinge mit anderen Materialien baue, wünsche den Leuten aber trotzdem den nötigen Erfolg.
Letztlich ist ein 3D-Druckker auch nur ein Laser/Heißklebepistole mit CNC-Basis. Letzlich ist das Spaaceshuttle einfach nur ne Rakete mit Kabine und Flügeln. Letztlich ist ein Hochhaus auch nur eine etwas komplexere Höhle. Wenn es nur Menschen mit ihrer Einstellung gäbe würden wir immernoch in ebendiesen leben und wären noch weit entfernt von Höhlenmalereien. Diese wären letztlich ja doch einfach nur Dreck an einer Wand. traurig...
ergo_789 20.02.2013
5. Die Zukunft: 3D-Drucken und Malen
Das ist die nächste technische Generation, an deren revolutionärem Anfang wir nun stehen. Das dreidimensionale Drucken, das dem dreidimensionalen Malen zu ähneln scheint, kann bereits dafür eingesetzt werden, um Organe aus menschlichem Gewebe herzustellen, die möglicherweise schon bald als Spenderorgane dienen könnten. Der Nutzen liegt also neben dem Spass-Faktor auf der Hand. Ich bin mir sicher, dass diese Technik ein riesiger Erfolg werden wird.
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