Kindle Oasis Amazon stellt superflachen E-Reader vor

Fast neun Jahre nach dem Ur-Kindle stellt Amazon ein neues Highend-Lesegerät vor, den Oasis. Der E-Reader ist extrem dünn, sehr leicht und ziemlich teuer. Der erste Eindruck.

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Aus dem richtigen Blickwinkel betrachtet ist der Kindle Oasis fast unglaublich dünn. Nur 3,4 Millimeter sei der neue E-Book-Reader dick, heißt es in den technischen Daten. Damit ist er zum Beispiel nur fast halb so dick wie Samsungs-Galaxy-S7-Smartphone.

Doch das sind nur zwei Drittel der Wahrheit, denn ein Drittel des Oasis ist mehr als doppelt so dick wie seine dünnste Stelle. Dort wo der Akku und die Elektronik untergebracht sind, ist das Gerät so dick wie seine Vorgänger.

Aber beim ersten kurzen Ausprobieren scheint das vollkommen in Ordnung so. Der etwas dickere Knubbel sorgt dafür, dass man den Kindle gut zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger halten kann. Dank eines Gewichts von nur 131 Gramm sollte das auch über längere Zeiträume hinweg problemlos gehen.

Ob man das Gerät links- oder rechtshändig benutzt, ist dabei gleichgültig. Ein Sensor erkennt, wie man den Reader hält und sorgt dafür, dass der Bildschirminhalt entsprechend gedreht und die Funktion der Umblättertasten angepasst wird.

Die asymmetrische Bauweise hat allerdings auch Nachteile. In das kleine Elektronikfach passt nur ein sehr kleiner Akku (siehe Fotostrecke). Lächerliche 250 Milliamperestunden kann der speichern. Zum Vergleich: Aktuelle Smartphone-Akkus bieten eine locker zehnmal so große Kapazität - meist sogar mehr.

Der Trend geht zum Zweitakku

Umso erstaunlicher ist, dass Amazon für den Oasis trotzdem eine Akkulaufzeit von zwei Wochen angibt. Und es sind sogar noch mehr, wenn man die mitgelieferte Schutzhülle benutzt. Steckt man den Reader in die mit verschiedenen Ledern bezogenen Cover, wird sein Akku von einem in die Hülle integrierten Zweitakku wieder aufgeladen.

In dieser Kombination soll man bis zu acht Wochen lang Bücher auf dem Gerät lesen können. Den verfügbaren Speicherplatz geben Amazons Manager nur mit "ausreichend für Tausende Bücher" an. In den technischen Daten wird das in 4 Gigabyte übersetzt.

Mehr Licht

Apropos Bücher: Dargestellt wird der Lesestoff auf einem Display, das dem des Kindle Voyage entspricht, 6 Zoll Diagonale hat und 300 Pixel pro Zoll anzeigt. Erfahrungsgemäß ermöglicht das ein angenehmes Lesen.

Genau wie beim Kindle Paperwhite und dem Voyage sorgen auch beim Oasis seitlich angebrachte LEDs für die Beleuchtung des Bildschirms, sodass man nicht auf externe Lichtquellen angewiesen ist und auch in vollkommener Dunkelheit darauf lesen kann. Die Ausleuchtung soll hier aber heller und gleichmäßiger sein, weil die LEDs nicht unten am Display, sondern seitlich angebracht werden. So passen zehn statt sechs LEDs ins Gehäuse.

Wie immer gibt es auch den Oasis in zwei Varianten. Für 290 Euro wird eine Version angeboten, die sich per WLAN mit dem Internet verbindet. Das Modell mit zusätzlicher 3G-Mobilfunkanbindung kostet 350 Euro. Wie bei den Top-Modellen der Kindle-Familie üblich, arbeiten beide werbefrei. Bestellungen nimmt Amazon ab sofort an, die Auslieferung soll "in den kommenden Wochen" beginnen.



insgesamt 38 Beiträge
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Seite 1
Martl 13.04.2016
1. Kann
das Teil denn nun auch epub? Oder ist man damit immer noch nur an Amazon-Produkte gebunden?
disi123 13.04.2016
2. Buttons
Sagt keiner etwas zu den Knoepfen? Ich hasse den Paperwhite, weil er keine hat und ich auf dem Touchscreen mit Fingern manchmal 1-3 Seiten vorblaettere oder dann wieder 1-3 zurueck. Heisst das man kann jetzt wieder normal umblattern und ich muss dafuer keinen extra Stift mitfuehren?
yaba 13.04.2016
3. @Martl (1)
Dank Calibre kann der Kindle schon längst epub anzeigen.
tingltangl-bob 13.04.2016
4. Jaein
Habe den aktuellen Paperwhite. Es ist nicht vorgesehen dass das Gerät ebup lesen kann, aber mit der Software Calibre ist es in einigen Sek. auf dem Kindle !
Thoregon 13.04.2016
5. Kein epub
Warum auch? Es gibt alle EBooks auch im Amazon-Format. Und bei den Nicht-Amazon-EBooks ist man an die Adobe-ID gebunden. Sollte man DRM-freie EBooks im epub-Format haben, kann man diese leicht mit der kostenlosen Software Calibre in das Amazon-Format umwandeln.
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