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Kostenlos-Software Gimp: So funktioniert der Gratis-Bildbearbeiter

Von Gaby Frankemölle

Digitale Kosmetik für Porträtaufnahmen, Farbkorrektur, Logodesign - für viele Bildbearbeitungsschritte ist das kostenlose Programm Gimp so geeignet wie teure Profi-Software. Das Fachmagazin "Foto Praxis" gibt Gimp-Einsteigern Starthilfe.

Gimp: Das Bildbearbeitungsprogramm ist kostenlos für Mac, Linux und Windows erhältlich Zur Großansicht

Gimp: Das Bildbearbeitungsprogramm ist kostenlos für Mac, Linux und Windows erhältlich

Im Grunde ist Gimp (GNU Image Manipulation Program) ein Software-Dino: Schon seit 1995 wird an seiner Entwicklung gearbeitet. Gimp bietet seit langem - genau wie teure kommerzielle Programme - nachrüstbare Funktionen per Plug-in-System, flexible Werkzeuge, Zoom und Verschieben in Echtzeit, simultane Bearbeitung mehrerer Bilder, Unterstützung zahlreicher Dateiformate und 8 bis 24 bit Farbtiefe pro Bild.

Dennoch blieb Gimp lange ein Nischenprodukt für code- und tastaturkürzelsichere Linux-Anwender - zu sperrig gestaltet sich die Bedienung für bequeme Windows-User, die sich an die Photoshop-Systematik gewöhnt hatten. Doch gerade bei den jüngsten Versionen setzten die Gimp-Entwickler auf Benutzerfreundlichkeit und verbesserte Arbeitsabläufe. Seit Version 2.0 (2004) kennt Gimp eine einfache CMYK-Umsetzung für die Druckvorstufe, seit 2.2 Vorschaufunktionen und seit 2.4 ein leistungsfähiges Rückgängig-Protokoll. Auf Version 2.8 wartet die Web-Gemeinde derzeit; sie soll (endlich!?) die bildschirmfüllende Arbeitsoberfläche, Ebenengruppen und Ebenenstile bringen.

Gimp statt Photoshop?

Kann das kostenlose Gimp, das von einem Team Freiwilliger weiterentwickelt wird, eine Alternative zum mehr als 1000 Euro teuren Photoshop sein? Abgesehen davon, dass Gimp sich nicht als solche ausgibt, ist das Open-Source-Programmpaket für wirklich professionelle Anwender sicherlich weniger geeignet. CMYK-Optionen fehlen, die Bearbeitung von HDR-Bildern ist nicht möglich und die Geschwindigkeit und Verlässlichkeit beim gleichzeitigen Hantieren mit vielen megabyteschweren Fotos lässt zu wünschen übrig.

Gimp-Support gibt es ausschließlich über Foren - auch wenn Sie eine ganz schnelle Lösung brauchen, müssen Sie warten, bis ein Freiwilliger antwortet. Dagegen erstehen Sie mit dem stolzen Kaufpreis von Photoshop den Zugang zu betreuten Support-Foren und umfangreichem Material. Zudem ist die Chance groß, dass jemand aus Ihrem Kollegen- oder Bekanntenkreis weiterhelfen kann - Photoshop ist nun mal verbreiteter Bildbearbeitungs-Standard, und viele haben damit schon gearbeitet.

Gimp - für wen also?

Trotz aller Kontrapunkte spricht vieles für Gimp. Es ist genügsam bei den Systemvoraussetzungen und für viele Plattformen verfügbar. Wenn Sie also mal mit Windows, mal mit Mac oder Linux arbeiten und nicht jedes Mal auf ein anderes Grafikprogramm umsteigen wollen, installieren Sie Gimp. Die Basisfunktionen (und viele mehr) sind vorhanden, die Werkzeuge präzise, die Filter und Effekte zahlreich. Sind Sie ambitionierter Hobbyfotograf, etwas PC-erfahren und willens, sich auf die Gimp-Systematik einzulassen, bekommen Sie zum Nulltarif weit mehr als nur ein brauchbares Paket.

Die Installation von Gimp unter Windows ist schnell erledigt. Laden Sie das aktuelle Programmpaket ( Version 2.6.11) auf Ihren Rechner. Den Link zu Gimp-Versionen für andere Betriebssysteme finden Sie unter "Show other downloads." Haben Sie das Paket entpackt, starten Sie die Installation mit einem Doppelklick.

Von den Systemeinstellungen bis zu den ersten kleinen Projekten - "Foto Praxis" erklärt Schritt für Schritt, wie Einsteiger Gimp nutzen können.

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insgesamt 94 Beiträge
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    Seite 1    
1. Phantastisch !
de.nada 06.08.2011
Unter Mac und unter Windows gut, aber wie sieht das denn unter Linux aus, und unter welchem ? Nehmen wir mal an jemand hat kein bereits vorhandenes Photobearbeitungsprogramm, kein "Paint" somit kein Windows, keine Digi-Kamera, die ja praktischer Weise für die Quellcodehungrige Gemeinde der "Softwarentwickler" so gut wie immer ein ähnliches Programm mitbringt, und wenn die nicht, dann der Drucker. Also was kann Gimp allein, drei Fenster anzeigen die andere als ein einziges anbieten ? Der Rest dürfte "intuitiv" von mir geraten, mit "leider nicht verfügbar, wegen........" oder sehr ähnichem zu tun haben.
2. Farbtiefe
Europas 06.08.2011
"Gimp bietet seit langem - genau wie teure kommerzielle Programme - nachrüstbare Funktionen per Plug-in-System, flexible Werkzeuge, Zoom und Verschieben in Echtzeit, simultane Bearbeitung mehrerer Bilder, Unterstützung zahlreicher Dateiformate und 8 bis 24 bit Farbtiefe pro Bild." Gimp kann nur 8 Bit Farbtiefe pro Farbkanal (das sind die "24 bit Farbtiefe pro Bild" aus dem Zitat). Das ist selbst für ambitionierte Hobbyisten, die an ihren DSLR-Bildern schrauben wollen, ein Ausschlusskriterium. Die haben nämlich *pro Kanal* diese Tiefe. 24 Bit ist eines der Versprechen, auf deren Erfüllung man seit Jahren warten muss. Es ist leider nicht so, dass der Gimp-Entwicklungsprozess und die Einbindung der Nutzer (gibt es die überhaupt?) ein Vorzeigestück der Open-Source-Gemeinde ist.
3. Ich weiss nicht
uinen_osse 06.08.2011
aber Paint.net ist kleiner, handlicher, kostenlos und reicht auch völlig hin für Laien wie mich. Gimp ist wirklich gewöhnungsbedürftig.
4. Linux: besonders da sieht Gimp gut aus
freejack75 06.08.2011
@de.nada: das sieht auch unter Linux gut aus. Bei jeder Distri. Gimp + Raw-Tools, falls gewünscht, sind vorinstalliert oder mit zwei Handgriffen nachgeladen. Zum Rest Deines Posts kann ich nichts sagen, da sich mir der Sinn nicht erschließen mag.
5. ?
thinktwice, 06.08.2011
Zitat von de.nadaUnter Mac und unter Windows gut, aber wie sieht das denn unter Linux aus, und unter welchem ? Nehmen wir mal an jemand hat kein bereits vorhandenes Photobearbeitungsprogramm, kein "Paint" somit kein Windows, keine Digi-Kamera, die ja praktischer Weise für die Quellcodehungrige Gemeinde der "Softwarentwickler" so gut wie immer ein ähnliches Programm mitbringt, und wenn die nicht, dann der Drucker. Also was kann Gimp allein, drei Fenster anzeigen die andere als ein einziges anbieten ? Der Rest dürfte "intuitiv" von mir geraten, mit "leider nicht verfügbar, wegen........" oder sehr ähnichem zu tun haben.
wie "wie sieht es unter linux aus"? gimp ist ein linux programm, sieht gut aus, wie auf dem pc oder mac, kann die wichtigsten grundlegenden dinge die photoshop auch kann und wohl deutlich mehr als paint. weder mein drucker noch meine digitalkamera haben ein ähnliches programm mitgeliefert. wenn man nicht gerade "save for web"-batch funktionen braucht oder viele raw-files beaarbeiten will, durchaus eine günstige alternative, aber natürlich kein vollwertiger ersatz. wohl eher pro kanal.
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Tipps und Tricks zu GIMP
- Bei aktivem Bildfenster sorgt die "Tab"-Taste dafür, dass Werkzeugkasten und Ebenendock (oder eventuell weitere Fenster) verschwinden, ein erneutes "Tab" lässt sie wieder auftauchen.

- "Strg+E" sorgt dafür, dass sich das Bildfenster der Bildgröße anpasst. Hineinzoomen funktioniert mit Druck auf "+" oder mit "Strg" und Rollen des Mausrades. Herauszoomen funktioniert dementsprechend mit "-".
  • - Sie suchen vergeblich das Handwerkzeug zum Verschieben? In Gimp wird es durch ein Doppelkreuz symbolisiert. Achten Sie darauf, bei den Optionen unten "Aktive Ebene verschieben" auszuwählen. Wenn Sie die Leertaste gedrückt halten, wird übrigens jedes Werkzeug zeitweilig zum Verschieben-Werkzeug und Sie können Objekte verrücken, ohne das Verschieben Werkzeug extra anzuwählen.

    - Was Sie von Photoshop als "Strg+1" kennen - die originalgroße Ansicht eines Bildes - ist bei Gimp schlicht "1". "Strg+1" öffnet das in der Verlaufshistorie zuletzt geöffnete Bild.

    - Wenn Gimp die von Ihnen hinzugefügten Muster, Pinselspitzen und Plug-ins nicht erkennt, kontrollieren Sie, ob Sie die Module in die richtigen Verzeichnisse gespeichert haben. Die Pfade können Sie unter "Bearbeiten/Einstellungen/Ordner" ablesen. Wenn es immer noch nicht klappt, kontrollieren Sie, ob Sie einen Umlaut im Ordnernamen verwendet haben - auch das kann für Probleme sorgen.

GIMP im Web
- Die offizielle GIMP-Seite (www.gimp.org) sollten Sie für den Download von GIMP und des deutschen Benutzerhandbuches ansurfen. Auch die nachrüstbaren Funktionen, die Plug-ins, haben hier ihre Heimat: unter der Adresse http://registry.gimp.org/. Das deutsche Handbuch finden Sie unter http://docs.gimp.org/de/.

- Gimpstuff (http://gimpstuff.org/) ist die englischsprachige, leider etwas konfus wirkende Community-Webseite. Hier gibt es ein Forum für Hilfesuchende sowie Muster, Schriften, Pinsel und Skripte zum Download.

- Die GIMP-Werkstatt (www.gimp-werkstatt.de) empfiehlt sich als deutsche Anlaufstation, wenn Sie Anleitungen suchen oder im Forum nach kompetenter Hilfe fragen.

- Für Fortgeschrittene: Wie man eine Grunge-Montage aus mehreren Fotos erstellt, beschreibt Claudia Meindl.

- GIMP und der Apfel: Mac-Nutzer können hier das entsprechende Programmpaket herunterladen.

- Die 117 Effekte der FX Foundry für GIMP sind leider schlecht dokumentiert: Möchten Sie wissen, welcher Effekt genau hinter welchem Filter steckt, lesen Sie hier nach.

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