DVD-Filmbeileger: Kalte Krieger und ein wirrer Hausmeister

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Singende Hollywood-Stars, ein Präsident in diplomatischen Nöten und eine junge Angelina Jolie: Aktuellen Zeitschriften-Ausgaben liegen viele gute Filme bei - die besten DVD-Beileger im Überblick.

Computer Bild

"The Code - Vertraue keinem Dieb", USA 2009. Regie: Mimi Leder. Format: 2,35:1 (16:9). Länge: 100 Min. FSK: 12 Jahre. Heftpreis: 3,90.

Morgan Freeman ("Sieben") und Antonio Banderas ("Desperado") laufen in diesem Film als ungleiches Einbrecherduo zu Bestform auf. Der ältere mimt den Gentleman, der jüngere den Halbstarken, dazu gibt es eine Menge Hightech, aufmerksame Wachen, hartnäckige Polizisten und eine aufregende junge Dame (Radha Mitchell) zu bewundern: fertig ist der Gaunerfilm. Das Rezept ist oft erprobt, funktioniert hier dank netter Story und solider Produktion ganz prächtig. Trotzdem fand der 25 Millionen Dollar teure Film nur wenig Zuschauer im Kino - er hat ein größeres Publikum verdient.

Bis 20. April im Handel

Screen DVD Magazin

"Jericho Mansions" , CDN/GB/USA 2003. Regie: Alberto Sciamma. Länge: 93 Min. Format: 1,78:1 (16:9). FSK: 16 Jahre. Heftpreis: 3,99 Euro.

Seit Jahren kümmert Hausmeister Leonard Grey (James Caan) sich um das Miethaus "Jericho Mansions" und seine Bewohner. Doch der unter Angststörungen, Amnesie und Visionen leidende Mann ist vielen von ihnen lästig, besonders der Eigentümerin Lily (Geneviéve Bujold). Als man eines Tages die Leiche eines Mieters im Müll findet, verdächtigen viele Bewohner den Hausmeister. Doch damit nicht genug - bald zweifelt Grey selbst an seiner Unschuld, denn er entdeckt immer neue Ungereimtheiten in seinem wirren Leben.

Mit James Caan ("Der Pate") und Geneviéve Bujold ("Coma") gibt es in diesem Independent-Film ein Wiedersehen mit zwei altehrwürdigen Stars, die ihre großen Erfolge in den siebziger Jahren feierten. Ihre Leistung und die kreative Kameraarbeit sind das Beste bei diesem recht eigenwilligen Psychothriller. Die Handlung verzettelt sich in mysteriösen Hinweisen und verwirrenden Flashbacks, ohne Spannung aufzubauen. Ein Werk für die Filmhochschule, weniger fürs Wohnzimmerkino. Dafür eignen sich eher die beiden Episoden der TV-Serien "Luther" und "Jim Profit" sowie diverse Trailer und Features zu aktuellen Kinofilmen, die ebenfalls auf der DVD zu finden sind.

Bis 23. Mai im Handel

TV Direkt

"Nine", USA 2009. Regie: Rob Marshall. Format: 2,40:1 (16:9). Länge: 113 Min. FSK: 6 Jahre. Heftpreis: 2,20 Euro.

Im Italien der sechziger Jahre steht der umschwärmte Regiestar Guido Contini (Daniel Day-Lewis) nach zwei Pleiten unter dem Druck der Öffentlichkeit und seines Studios. Als ihm für sein neues Projekt nichts einfallen will, flieht er in ein Luxushotel am Meer. Doch als seine Frau Luisa (Marion Cotillard) ihn dort mit Carla (Penélope Cruz), seiner Geliebten, erwischt, droht Guido endgültig die Kontrolle zu entgleiten.

Nach seinem Musikfilmerfolg "Chicago" (2002) versuchte Robert Marshall sich an einer Verfilmung des von Federico Fellinis "Achteinhalb" (1963) inspirierten Musicals "Nine" aus dem Jahr 1982. Ihm gelang eine glamourreiche Inszenierung, in der diverse Hollywood-Größen tapfer ihre Gesangstalente demonstrieren, darunter auch Filmlegende Sophia Loren ("Arabesque"), hier zum ersten Mal seit 1996 wieder vor der Kamera. Das ist streckenweise interessant, wirkt in der Summe aber eher wie der bunte Videoabend eines Musiksenders. Kann man sich anschauen und -hören, muss man aber nicht.

Bis 26. April im Handel

TV Movie

"Thirteen Days", USA 2000. Regie: Roger Donaldson. Länge: 139 Min. Format: 1,85:1 (16:9). FSK: 12 Jahre.

und

"Go Fast", F 2008. Regie: Olivier Van Hoofstadt. Länge: 85 Min. Format: 2,35:1 (16:9). FSK: 16 Jahre. Heftpreis: 3,50 Euro.

Im Oktober 1962, mitten im Kalten Krieg, eskaliert die politische Lage zwischen den USA und der Sowjetunion, nachdem US-Luftaufklärer Mittelstreckenraketen auf Kuba entdecken. Nordamerika wäre damit innerhalb von fünf Minuten angreifbar. Begleitet von seinem Bruder Bobby (Steven Culp) und dem Berater Kenneth O'Donnell (Kevin Costner) sucht Präsident John F. Kennedy (Bruce Greenwood) seinen Weg durch eine Krise, die zum Dritten Weltkrieg eskalieren könnte. Das Militär rät zum Angriff, bevor die Raketen einsatzbereit sind, Diplomaten suchen nach Alternativen und alle fragen sich, ob sie mit ihrem nächsten Schritt die Katastrophe auslösen.

Wie man weiß, war der Ausgang der Kuba-Krise nach 13 Tagen glücklich, denn die beiden Weltmächte einigten sich, der Atomkrieg blieb aus. Trotzdem sind die Schritte dorthin, erzählt aus der Perspektive eines fiktiven persönlichen Assistenten des Präsidenten, spannend bis zur letzten Minute. Sie geben eine Ahnung davon, wie schwierig Kommunikation in diesen Zeiten gewesen sein mag. Als Reaktion auf die Kubakrise wurde am 30. August 1963 das erste sogenannte rote Telefon installiert, eine direkte Telefonverbindung zwischen den Regierungen der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion.

Der zweite Film auf der DVD ist der französische Thriller "Go Fast". Drogenfahnder Marek (Roschdy Zem) lässt sich nach dem Mord an seinem Partner zum Undercover-Agenten ausbilden. Als Kurierfahrer schmuggelt er sich in die Reihen eines Kartells, das seine Fracht in schnellen Autos quer durch Europa transportiert. Bald gewinnt er das Vertrauen der Bosse, doch kurz vor der entscheidenden Fahrt taucht dort jemand auf, der ihn auffliegen lassen könnte.

Solides Actionkino mit rasanten Autofahren - das Genre erfindet "Go Fast" nicht neu, aber das muss auch gar nicht sein, wenn gute Optik und ein gradliniges Drehbuch spannende Unterhaltung bieten. Mehr sollte man von dem schlichten Plot nicht erwarten, der perfekt den ernsten ersten Teil der DVD ergänzt.

Bis 26. April im Handel

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insgesamt 2 Beiträge
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1. 13 Days
Augustusrex 18.04.2012
Kenneth O'Donnell war kein fiktiver Berater sondern im Gegenteil sehr präsent.
2.
spon-facebook-10000375552 18.04.2012
Zitat von AugustusrexKenneth O'Donnell war kein fiktiver Berater sondern im Gegenteil sehr präsent.
Übrigens ist dieser Film wirklich sehenswert. Absolut gute Besetzung. Spannung von Anfang bis Ende.
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