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Kostenpflichtige Handy-Dienste: Neues System soll vor Abzocke schützen

Gemeinsam gegen Abzocker: Die deutschen Mobilfunkanbieter wollen ein System einführen, mit dem man unerwarteten Abbuchungen von der Mobilfunkrechnung vorbauen kann. Anbieter sollen zur Nutzung verpflichtet, Kunden vor Abo-Fallen geschützt werden.

Berlin - Wer Handy-Spiele, Klingeltöne oder andere Angebote fürs Mobiltelefon bestellt, soll künftig besser vor Abzocke und Betrug geschützt werden: Die Mobilfunkanbieter wollen die Anbieter solcher Dienste in einer gemeinsamen Aktion dazu verpflichten, in einem verbindlichen Info-Fenster alle wichtigen Daten zu dem jeweiligen Angebot anzuzeigen. So sollen der anfallende Preis, eventuelle Abo-Laufzeiten und geltende Kündigungsfristen für Abos auf einen Blick für die Kunden erfassbar sein. Vodafone stellte das Kontrollsystem am Donnerstag vor. Die Einführung soll in den kommenden Wochen erfolgen.

Verbraucher sehen dann auf der Web-Seite, auf der sie einen Dienst fürs Handy bestellen wollen, dieses eindeutige Info-Fenster. Nur innerhalb dieses Bereichs soll künftig ein kostenpflichtiger Dienst fürs Handy bestellt werden können, wie das Unternehmen Vodafone am Donnerstag erklärte. Um die Bestellung durchführen zu können, muss man die eigene Handy-Nummer eingeben und bekommt dann eine SMS mit einer einmaligen TAN (Transaktionsnummer) zugeschickt. Erst mit der Eingabe dieser TAN und dem Abschluss des Bestellvorgangs kommt ein gültiger Vertrag zustande. Auf diese Weise wird auch Missbrauch vorgebeugt.

Die geplante Regelung, die in den nächsten Wochen und Monaten verwirklicht werden soll, betrifft alle Angebote, bei denen der Preis für einen Dienst automatisch mit der Handy-Rechnung vom Bankkonto abgebucht wird. Künftig müssen solche Anbieter erst auf einer zentralen Web-Seite alle erforderlichen Angaben machen und diese dann in dem Info-Fenster auf der eigenen Web-Seite darstellen.

"Eine andere Möglichkeit für Web-basierte Mehrwertdienste über die Handy-Rechnung wird es nicht geben", sagte der Vodafone-Manager Marc-André Fengler zu der mit anderen Mobilfunkanbietern vereinbarten Regelung. "Alle müssen erst diesen Mechanismus durchlaufen. Ausnahmen wird es nicht geben." Telekom-Sprecher Philipp Blank sagte, das System sei eine "entscheidende Maßnahme für mehr Transparenz für die Verbraucher" und fügte hinzu: "Damit können die Fälle von Abzocke, Betrug und Intransparenz eingedämmt werden."

mak/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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1. Überflüssig
ja-sowieso 27.01.2011
Wie viele Jahre gibts diese Händys jetzt schon? 20? Und diese SMSsen? Auch 20? Und wie lange kann man schon übers Handy ins Internet? 10 Jahre? Und Klingeltöne runterladen? Mehr als 10 Jahre? Und jetzt schon kommt so eine Regelung? Hätten wir nicht mehr gebraucht. Inzwischen hat sich jeder schon daran gewöhnt. Und die Nachwachsenden, die gewöhnen sich schnell daran. Also völlig überflüssig. Was fürs Pienzchen.
2. PR Gag
mastermatter 27.01.2011
Wie im Text erwähnt, geht es hierbei lediglich um "Web-basierte Mehrwertdienste" (Auszug aus dem Artikel). Bei Web-basierten Diensten gibt es aber eh kaum Beschwerden und wenn, ist über die IP Adresse nachzuvollziehen, wer das Abo wann abgeschlossen hat. Ausserdem muss der Anwender bei WAP auch jetzt schon einen 2. sog. Opt-In abgeben, bevor ein kostenpflichtiger Dienst gestartet werden kann. Abzocke läuft üblicherweise über SMS Versand und hier ist das dargestellte Szenario gar nicht machbar. Also: heisse Luft mit wahrscheinlich keinerlei Auswirkungen auf 1. Abgezockte Verbraucher und 2. die Umsätze der Abzocker.
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