Ausgerechnet ein Autohersteller schickt sich an, Smartphones kratzfest zu machen. Ein neues Case für das iPhone 4 und 4S soll die teuren Handys eng umhüllen und gegen Beschädigungen schützen. Nissan verspricht zudem, dass der Hochglanzlack sich außerdem selbst reparieren soll. Feine Kratzer würden binnen einer Stunde von selbst verschwinden, bei größeren könne es auch mal einige Stunden länger dauern, bis der Riss im Lack geschlossen ist, behauptet Nissan.
Als "Nissan Scratch Shield iPhone case" bezeichnet das Unternehmen die wundersame iPhone-Hülle, bei der auch ein Speziallack für Autos eingesetzt wird. Die Schutzhülle selbst besteht dabei aus ABS-Plastik. Dieser Kunststoff wird im PKW-Bau häufig verwendet, Nissan bezeichnet das Material als robuster und widerstandfähiger als andere Plastiksorten.
Die Lackbeschichtung besteht aus einem Polymer namens Polyrotaxan. Diese chemische Verbindung sei aufgrund ihrer Struktur in der Lage, Störungen wie etwa feine Kratzer selbst wieder zu verschließen und so die ursprüngliche Form wiederherzustellen - so die Beschreibung des Herstellers. Außerdem sei der Farbauftrag eher mit einem Gel als mit einem Lack vergleichbar und deshalb schon von sich aus weniger empfindlich.
Die ersten Cases kann man nicht kaufen
Die Technik der vor Kratzern schützenden Farbe hat Nissan gemeinsam mit der University of Tokio entwickelt und bietet sie bereits für einige seiner Automodelle an. Mit dem neuen iPhone-Case wird sie nun erstmals in einem Bereich außerhalb der Automobilindustrie getestet.
Die ersten Prototypen des Anti-Kratzer-Cases sind allerdings nicht für den Verkauf bestimmt. Stattdessen wurden sie an einige Journalisten und Kunden verteilt, die die neuartigen Hüllen vorab testen sollen. Nur wenn sich große Nachfrage abzeichnet, will Nissan das Case in großen Stückzahlen für den Handel produzieren. Wie hoch der Preis dann angesetzt werden soll, hat das Unternehmen noch nicht bekannt gegeben.
Ohnehin hat Nissan offensichtlich nicht vor, sich nebenbei als Hersteller von Handy-Hüllen zu verdingen. Schließlich wäre es auch viel sinnvoller, Handys gleich mit einer kratzfesten Beschichtung auszustatten, statt ihnen nachträglich eine kratzfeste Schutzhülle überzuziehen. Beim japanischen Mobilfunkanbieter NTT Docomo kann man bereits ein Handy mit dieser Kratzschutzbeschichtung kaufen - allerdings ein wenig aufregendes Klappmodell namens "Style Series N-03B".
Entwicklungsziel Lizenzgebühren
Auch das dürfte ein Probelauf sein, genau wie das iPhone-Case. "Wir glauben, dass dieses Produkt [die Antikratzerbeschichtung] Anwendungsbereiche hat, die über die Welt der Autos hinaus gehen", sagt Nissan-Manager Bob Laishley. Nissan deutet in einer Pressemitteilung an, dass man die Beschichtung durchaus Herstellern anbieten könnte: "Seit 2004 lizenziert Nissan seine einzigartigen Technologien für verschiedene Nicht-Auto-Anwendungen."
mak
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