Spektakulärer Werbegag: Drohnen formen Star-Trek-Logo am Nachthimmel

Earth Hour: Künstler formen Star-Trek-Logo aus leuchtenden Drohnen Fotos
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Ein Schwarm aus 30 Quadrocoptern hat ein riesiges Star-Trek-Logo an den Nachthimmel von London gemalt. Noch ist das Werbung für einen Science-Fiction-Film, doch bald könnten Drohnen über großen Städten zum Alltag gehören, zumindest in den USA.

Kurz bevor am Freitag in London zur "Earth Hour" die Lichter ausgingen, nutzte das Filmstudio hinter dem neuen Star-Trek-Film die Gelegenheit, den Abendhimmel noch schnell mit ein bisschen Werbung zu erhellen. Ein fast 100 Meter hohes Star-Trek-Logo leuchtete am Himmel der britischen Hauptstadt - zielgruppengerecht mit Hilfe von Drohnen erzeugt.

30 Quadrocopter, also ferngesteuerte Hubschrauber mit vier Rotoren, wurden in einer bestimmten Formation gesteuert - jeder von ihnen von LEDs beleuchtet. Ein Werbevideo zeigt Bilder dieses spektakulären Werbegags, zunächst von den Vorbereitungen und schließlich vom fast 100 Meter großen Kunstwerk aus Leuchtpunkten, das in etwa 35 Metern Höhe zu schweben scheint. Kurz darauf wird es dunkel in London.

Verantwortlich für die Drohnenkunst war das österreichische Ars Electronica Futurelab, das für seine spektakulären Lichtkunstwerke am Nachthimmel bekannt ist. In einem ausführlichen Werkstattbericht erklären die Macher, wie viel Arbeit hinter der kurzlebigen Drohnen-Kunst steckt.

Zwischen Faszination und Grusel

Doch so beeindruckend die Bilder sind - in die Faszination dürfte sich beim ein oder anderen Zuschauer leichter Grusel mischen. Denn es sieht ein wenig unheimlich aus, wenn das Heer von Drohnen abhebt, wie ein Schwarm Glühwürmchen - und der Betrachter noch nicht weiß, dass es sich um eine Kunstperformance handelt (siehe Fotostrecke). Was, wenn die aus anderen Gründen starten würden?

So wie Drohnen möglicherweise bald zu Aufklärungsflügen über New York aufsteigen werden. Fast zeitgleich mit der Werbeveranstaltung in London nämlich, erklärte der Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, dass man sich an die Flieger in den Städten besser schon einmal gewöhnen sollte - und zwar nicht zu künstlerischen Zwecken. In einem Radiointerview wurde er nach seiner Haltung zu Drohnen im New Yorker Luftraum gefragt, eingesetzt etwa von der Polizei zur Überwachung.

Man könnte solche Entwicklungen nicht aufhalten, antwortet Bloomberg, "wir werden mehr Sichtbarkeit und weniger Privatsphäre haben". Da sei es gar keine Frage, ob er selbst das gut oder schlecht finde. "Es ist beängstigend", so der Bürgermeister, aber er sehe letztlich kaum einen Unterschied zwischen einer Drohne in der Luft und einer Kamera auf einem Gebäude. "Jeder will seine Privatsphäre, aber ich weiß nicht, wie man sie aufrecht erhalten soll. Darüber muss sich die Gesellschaft wirklich Gedanken machen" - das seien langfristige, ernste Probleme.

juh

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insgesamt 18 Beiträge
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1. Ein Sakrileg
Roland Müller 25.03.2013
für jeden echten Trekkie. Gene Roddenberry hätte sicher in seiner Kapsel rotiert.
2. Sakrileg?
aha47 25.03.2013
Zitat von Roland MüllerEin Sakrileg für jeden echten Trekkie
Begründung?
3.
mulhollanddriver 25.03.2013
Nachdem der letzte Film eine absolute Enttäuschung für mich war, werde ich dem Kino diesmal fernbleiben...
4. Luftverschmutzung
Talan068 25.03.2013
Weiß nicht was ich davon halten soll? Ist ja irgendwie ganz witzig, aber der Himmel gehört allen. Reicht schon das da ständig Flugzeuge ... rumfliegen. Jetzt noch solche Drohnen zur Überwachung oder Werbezwecken. Sehe ich eher als eine Art Luftverschmutzung.
5.
christian simons 25.03.2013
Zitat von Roland Müllerfür jeden echten Trekkie. Gene Roddenberry hätte sicher in seiner Kapsel rotiert.
Da ich keine Lust habe, mich mit den Bewahrern der reinen Roddenberry-Lehre (mit moralinsauren Kapitänspredigten usw.) zu streiten, hier die viel wichtigere Frage: Weiß schon jemand, wen der famose Benedict Cumberbatch im neuen Film spielt? Viele tippen trotz Dementi auf Khan, aber alle Beteiligten halten einen Monat vor der Premiere anscheinend immer noch dicht.
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Die wichtigsten Drohnentypen
"MQ-1 Predator"
Die "MQ-1 Predator" war im Jahr 1995 die erste Drohne, die bei der US-Luftwaffe zum Einsatz kam.

Hersteller: General Atomics Aeronautical Systems
Stückpreis: rund 4.5 Millionen Dollar
Bewaffnung: zwei Luft-Boden-Raketen "AGM-114 Hellfire"
Maße: 8,23 m lang, 14,84 m Flügelspannweite
Reichweite: 3704 km
Flughöhe: max. 7620 m
Steuerung: Fernsteuerung durch einen Piloten
"MQ-9 Reaper"
Die "MQ-9 Reaper"(früher "Predator B") basiert technisch gesehen auf der "MQ-1 Predator". Sie ist aber für den Angriff optimiert, da sie die zehnfache Waffenlast im Vergleich zum Ursprungsmodell befördern kann. Eingesetzt wird sie von der US-Marine und Luftwaffe.

Hersteller: General Atomics Aeronautical Systems
Stückpreis: 10,5 Millionen Dollar
Bewaffnung: bis zu 1361 kg
(z.B. Raketen der Typen "AGM-114 Hellfire" und "AIM-9 Sidewinder" oder Bomben der Typen "GBU-12 Paveway II" und "GBU-38 DAM")
Maße: 10,97 m lang, 20,12 m Flügelspannweite
Reichweite: 5926 km
Flughöhe: max. 15.400 m
Steuerung: Fernsteuerung durch einen Piloten
"RQ-7 Shadow 200"
Die "RQ-7 Shadow 200" dient bei der US Army und dem US Marine Corps zur Aufklärung. Sie ist seit 2003 im Einsatz und kann keine Ziele angreifen.

Hersteller: AAI Corporation
Stückpreis: 275.000 Dollar
Bewaffnung: keine
Maße: 3,4 m lang, 3,9 m Flügelspannweite
Reichweite: 125 km
Flughöhe: max. 4600 m
Steuerung: autonom, mit GPS
"RQ-4 Global Hawk" / "Euro Hawk"
Die "RQ-7 Global Hawk" wird als Langstrecken-Aufklärungsdrohne eingesetzt. Sie existiert in zwei Versionen. Die spätere (RQ-4B) wurde auch von der Bundeswehr als "Euro Hawk" eingeführt, ausgestattet mit Sensoren der deutschen EADS. Die Drohne ist wesentlich größer als "Predator", "Reaper" und "Shadow" und mit einem Strahltriebwerk ausgestattet.

Hersteller: Northrop Grumman
Stückpreis: 35 Millionen Dollar
Bewaffnung: keine
Maße: 13,53 m lang, 35,42 m Flügelspannweite (RQ-4A) bzw. 14,50 m lang, 39,89 m Flügelspannweite (RQ-4B)
Reichweite: 25.000 km (RQ-4A) bzw. 22.780 km (RQ-4B)
Flughöhe: max. 19.800 m
Steuerung: autonom, mit GPS


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