Leserfotos So wird die DSLR zur Lochkamera

Back to basics: Mit einem kleinen Trick wird aus der Hunderte Euro teuren Digitalkamera eine simple Lochkamera, die Fotos wie vor 150 Jahren macht. Einer unsere Leser hat es ausprobiert - sehen Sie hier seine Ergebnisse.

Jens Hösel

Wir haben unsere Leser nach Retro-Fotos gefragt - und mehr als 100 Zuschriften bekommen. Darunter viele Schnappschüsse, die mit Hilfe von Apps auf dem Smartphone entstanden sind, aber auch aufwendigere Experimente. Besonders beeindruckt haben uns die Fotos von Jens Hösel aus Leipzig.

Er hat für seine Aufnahmen eine Canon-Digitalkamera verwendet, aber das Objektiv dabei weggelassen. Stattdessen setzte er den Schutzdeckel des Kameragehäuses auf das Objektivgewinde, in das er vorher ein winziges Loch gebohrt hatte. So wird aus der DSLR eine Lochkamera, nach einem Prinzip, das bereits Aristoteles und Euklid im vierten Jahrhundert vor Christus bekannt war.

Licht, das durch eine kleine Öffnung fällt, erzeugt eine spiegelverkehrte Abbildung. Die Fototechnik kam allerdings erst später hinzu, laut Wikipedia wurde das erste Bild mit einer Lochkamera 1850 geschossen. Je kleiner das Loch ist, desto schärfer wird die Abbildung - und desto weniger Licht kommt durch die Öffnung, was zu sehr langen Belichtungszeiten führt.

Das Ergebnis sind Bilder, die wegen der gleichmäßig verteilten Schärfe flächiger wirken als Aufnahmen mit Objektiven zur Fokussierung des Motivs. Klicken Sie hier, um die Fotostrecke zu starten.

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insgesamt 27 Beiträge
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Seite 1
faustjucken_tk 25.04.2011
1. ...
Kategorie: Warum? Ich geh jetzt runter auf den Hof und baue aus meinem Wagen den Anlasser aus und ersetze ihn durch eine Kurbel. So wie damals, ist viel viel lustiger
Peter Sonntag 25.04.2011
2. Ist das reversibel ?
Zitat von sysopBack to basics: Mit einem kleinen Trick wird aus der Hunderte Euro teuren Digitalkamera eine simple Lochkamera, die Fotos wie vor 150 Jahren*macht. Einer unsere Leser hat es ausprobiert - sehen sie hier seine Ergebnisse. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,758612,00.html
Geht es auch umgekehrt? Ich würde gern aus einer Lochkamera eine teure Digitalkamera machen.
joschitura 25.04.2011
3. Keinen Schimmer, aber nörgeln...
Tja: Kategorie warum - warum nur geben Leute ihren Senf zu Sachen, von denen sie nix, null, nada verstehen? Manch einer sollte auf den Hof gehen - und besser sein Auto waschen... Oder wie Dieter Nuhr so schön sagte: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten! Noch nie wat von Photographie oder Kunst oder Ästhetik gehört, wa?
bundespiepmatz 25.04.2011
4. Einbildung
Zitat von joschituraTja: Kategorie warum - warum nur geben Leute ihren Senf zu Sachen, von denen sie nix, null, nada verstehen? Manch einer sollte auf den Hof gehen - und besser sein Auto waschen... Oder wie Dieter Nuhr so schön sagte: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten! Noch nie wat von Photographie oder Kunst oder Ästhetik gehört, wa?
Genau: Schweigen! Während meiner Lehrzeit zum Fotografen wurde uns Auszubildenden die Lochkamera keineswegs als Mittel zur "Kunst oder Ästhetik" nahe gebracht, sondern vor allem als Mittel zum Verstehen der Physik. Wir lernten mit Hilfe von mathematischen Formeln den Durchmesser des Lochs für eine Kamera zu berechnen und konnte damit nicht nur unsere eigene Kamera konstruieren, sondern wussten schon vor der Aufnahme, welche Schärfentiefe welche Lochgröße ergibt. Die Behauptung, je kleiner das Loch desto schärfer, ist, auf die Fotografie bezogen, totaler Quatsch. Denn: Die Lochfotografie funktioniert, weil das Licht durchs Loch gebeugt wird. Je kleiner das Loch, desto unschärfer oder besser gesagt, desto weicher an den abzubildenden Kanten des Motivs wird die Abbildung sein. Ebenso wird ein größeres Loch unschärfere Abbildung liefern(also die Klobrille dort lassen, wofür sie geschaffen wurde). Auf diese Weise erzielt man bei einem Objektiv mit der kleinsten Blende nicht die schärfsten Bilder. Ein Objektiv liefert nämlich nur bei mittleren Blenden seine beste Schärfeleistung, und Schärfe und Schärfentiefe ist nicht dasselbe. Was heutzutage viele Möchtegern-Künstler mittels Lochfotografie machen, ist keine Kunst, sondern nur angewandte Dummheit, deren Publikum einbezogen. Lochfotografie ist kein Retroaspekt der Fotografie. Retro ist nur der, der seine Einbildung als Wissen versteht. Wer für seine Digital-Spiegelreflex anstelle eine Objektivs eine Plastikkappe mit einem Loch zum Fotografieren verwendet und damit bzw. dadurch den Sensor verdrecken lässt, sollte es einmal mit dem Aufbohren des Sensors versuchen, um mehr Auflösung zu erreichen. Solch Aufbohren (von Floppydisks) hatte übrigens in den Anfängen der Computerei zu mehr Wissen geführt - zur Erkenntnis der eigenen Idiotie.
Achim 25.04.2011
5. den, die, das
»Er hat für seine Aufnahmen eine Canon-Digitalkamera verwendet, aber das Objektiv dabei weggelassen. Stattdessen setzte er den Schutzdeckel des Kameragehäuses auf das Objektivgewinde, in das er vorher ein winziges Loch gebohrt hatte. So wird aus der DSLR eine Lochkamera« »in das« ??? En Glück, dass er weder in das Kameragehäuse noch in das Objektivgewinde ein Loch gebohrt hat, sondern in den Schutzdeckel. Wobei ich spannend finde, dass diese Digitalkamera laut Artikel ein Objektivgewinde haben soll. M42?
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