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Neues Handy von LG: Smartphone extrascharf

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LG G3: Fast doppelt so viele Pixel wie ein guter Fernseher Fotos
AP/dpa

Darf's ein bisschen schärfer sein? LG Electronics bestückt das neue Smartphone G3 mit einem Bildschirm, der fast doppelt so viele Pixel hat wie die Konkurrenz-Modelle, und packt es in ein metallisch-glänzendes Plastikgehäuse.

Der koreanische Elektronikkonzern LG Electronics strebt Nähe zu Apple an, zumindest wenn es um neue Smartphone-Modelle geht. Im September 2013 brachte der Konzern sein kurz vorher präsentiertes Modell G2 an dem Tag auf den Markt, als Apple das iPhone 5S vorstellte - und landete damit einen Erfolg. Das schlanke und elegante Mobiltelefon war so gut, dass man es als Maßstab für das neue iPhone sehen konnte. In diesem Jahr ähneln sich die Verhältnisse: Knapp eine Woche vor Beginn der Apple-Entwicklerkonferenz WWDC, auf der das iPhone 6 erwartet wird, präsentierte LG Electronics am Dienstagabend den Nachfolger des G2, das LG G3.

Das Highlight des neuen Modells ist der Bildschirm. Auf 5,5 Zoll haben LGs Ingenieure 2560 x 1440 Pixel gequetscht. Weil das viermal mehr ist als auf einem HD-Bildschirm (1280 x 720), wird diese Auflösung als Quad HD bezeichnet. Vergleicht man sie mit Full HD, fällt der Unterschied geringer, aber immer noch signifikant aus, sie ist dann 1,8-mal höher. Auf einer Strecke von einem Zoll (2,54 Zentimeter) drängen sich 538 Pixel. Ob das einen wirklich sicht- und spürbaren Vorteil bringt, können erst eingehende Tests zeigen. Schon bei den derzeitigen hochauflösenden Bildschirmen einiger Smartphones gehen die Meinungen auseinander.

Das zweite Highlight ist der Laser-Autofokus der 13-Megapixel-Kamera im Rücken des Handys. Er soll dafür sorgen, dass die Kamera extrem schnell, in weniger als 300 Millisekunden, auf ein Motiv scharfstellt. Bisher gibt es vergleichbare Technik höchstens in hochwertigen Spiegelreflexkameras. Zusätzlich wurde der optische Bildstabilisator verbessert, der dafür sorgen soll, dass Handbewegungen beim Knipsen ausgeglichen, beziehungsweise längere Belichtungszeiten möglich werden. Ein Dual-LED-Blitz, wie man ihn auch im iPhone 5S findet, soll bessere Nahaufnahmen bei Dunkelheit ermöglichen.

Videos soll die Kamera in Ultra-HD-Auflösung aufzeichnen. Davon hat man freilich nur etwas, wenn man die Filmchen auf dem Handy selbst betrachtet. Oder wenn man einen der teuren neuen Ultra-HD-Fernseher zu Hause stehen hat. Eine neue Anordnung von Mikrofonen soll in Kombination mit spezieller Software bessere Tonaufnahmen ermöglichen, indem diese Umgebungsgeräusche messen und ausblenden.

Metallisches Plastik

Abgesehen von diesen Neuerungen ist das G3 eine logische Weiterentwicklung des G2. Das Design basiert auf der Vorderseite auf einer sehr schmalen Einfassung des Bildschirms, hinten auf einem dezent abgerundeten Rückendeckel. Der sieht zwar aus wie aus Metall, ist aber tatsächlich aus Kunststoff. Die Täuschung scheint gelungen. LG begründet den Verzicht auf echtes Metall mit dem geringeren Gewicht und der besseren Durchlässigkeit für Funkwellen. Anders als beim G2 ist der Deckel des G3 abnehmbar, sodass man Zugang zum Akku bekommt, der damit vom Anwender austauschbar ist.

Eine weitere Verbesserung gegenüber dem G2 ist der Steckplatz für Speicherkarten. Ab Werk wird das Gerät mit 16 GB Speicher geliefert, was vielen Anwendern ausreichen wird. Wer mehr braucht, kann theoretisch bis zu 2 Terabyte Speicher per microSD-Karte nachrüsten. Tatsächlich aber sind solche Speicherkarten derzeit mit maximal 128 Gigabyte Kapazität zu bekommen.

Entsperren per Anklopfen

Weitere Neuerungen und Verbesserungen des G3 sind:

  • eine neue Bildschirmtastatur, die schnelleres Tippen ermöglichen soll,
  • ein überarbeitetes Design der Benutzeroberfläche,

  • ein verbessertes personalisiertes Benachrichtigungssystem, etwa bei eingehenden Nachrichten und anstehenden Terminen,

  • eine Content Lock genannte Verschlüsselungsfunktion, die Daten sowohl im Handy als auch auf einer eingelegten Speicherkarte vor fremden Zugriff sichern soll,

  • eine drahtlose Ladefunktion für den Akku, für die man ein optionales Spezialladegerät benötigt. Beim G2 gibt es diese Möglichkeit nur bei einer Variante, die ausschließlich über den US-Netzbetreiber Verizon angeboten wird.

Mehr oder weniger unverändert wurden etliche Details des G2 übernommen. So die ungewöhnlich auf der Rückseite platzierten Tasten zum Ein-und Ausschalten sowie die ebenfalls dort angebrachte Lautstärkewippe. Ebenso kann man das G3 mit einem sogenannten Knock-Code sichern, einem Entsperrmechanismus, der das Handy erst freischaltet, wenn man eine bestimmte Kombination auf den Bildschirm geklopft hat.

Zahlenmäßiger Vorsprung

Mit dem G3 hat LG das Smartphone nicht neu erfunden. Aber der Konzern hat es geschafft, die Messlatte eine Raste höher zu legen. Ein Quad-HD-Bildschirm, wie er im G3 steckt, wurde in Gerüchten schon vor Monaten beispielsweise Samsungs Galaxy S5 angedichtet, geworden ist daraus nichts. Vorerst also kann sich der koreanische Konzern in dem Wissen zurücklehnen, der einzige zu sein, der eine derart hohe Auflösung anbieten kann. Im Kampf um Kunden zählen Zahlenwerte wie die der Bildschirmauflösung ja oft sehr viel. Ob der super-hochauflösende Bildschirm wirklich sinnvoll ist, muss sich erst erweisen.

Am 28. Mai soll der Verkauf in Südkorea beginnen. Der Rest der Welt wird später beliefert, mit G3s in den Metallic-Farben Schwarz, Gold und Weiß. In Deutschland soll es Ende Juni ab 549 Euro zu bekommen sein.

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insgesamt 46 Beiträge
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    Seite 1    
1. was soll diese hohe auflösung,
alles klar! 27.05.2014
wenn das zu Empfangende übliche Auflösungen vorweist.?
2.
Mr Bounz 27.05.2014
Vielleicht muss das Display von Apple kommen und z.B. Ultra Retina heißen dann wäre es für Herrn Kremp eine tolle Innovation!
3. Tja...
BettyB. 27.05.2014
Lucky, wer ein Lucky hat und nicht in inzwischen säuerliche Äpfel beißen muss...
4.
aljot 27.05.2014
wenn das Urteil ähnlich profund ist wie die Zeichensetzung ...
5. Viel schöner als das Display ...
kuchengespenst 27.05.2014
... wären etwas gepflegtere Finger.
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Technische Daten
Hersteller LG
Modell G3
Maße (mm) 146 x 75 x 9
Gewicht (g) 151
Sprechzeit bis zu 21 Std.
Standby bis zu 600 Std.
Bildschirmgröße 5,5 Zoll
Bildschirmauflösung 2560 x 1440
Prozessor 2,5 GHz Quadcore
Arbeitsspeicher 2 GB / 3 GB
Massenspeicher 16/32 GB
Speichererweiterung microSD (bis zu 2 TB)
Kamera (hinten/vorne) 13 Mpx/2,1 Mpx
Mobilfunktechnik LTE/HSPA+/UMTS
W-Lan 802.11 a/b/g/n/ac
Bluetooth 4.0
Betriebssystem Android 4.4.2
Besonderheiten Laser-Fokus, Dual-LED-Blitz, Drahtlose Ladefunktion
Preis 549 Euro (16 GB) / 599 Euro (32 GB)
Alle Daten sind Herstellerangaben

Fotostrecke
Top-Smartphone im Test: Das ist das LG G2


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