MacBook 2015 und Dell XPS 13 im Test Mit diesen Notebooks hat man es leicht

Die neuen Notebooks von Dell und Apple sind superflach und leicht. Taugen so dünne Rechner noch für den Alltag? Der Test zeigt's.

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Matthias Kremp

Was mir beim Vergleich des neuen MacBooks mit dem Dell XPS 13 als Erstes auffällt: Das neue MacBook ist viel dünner als das Dell. Dabei ist eigentlich schon das XPS 13 ein ultramobiler Rechner, an der dicksten Stelle gerade mal 15 Millimeter dick, mit 1,18 bis 1,26 Kilogramm - je nach Variante - sehr leicht. Aber das MacBook ist noch leichter, wiegt kaum mehr als 900 Gramm und ist noch ein paar Millimeter flacher.

Auf dem Datenblatt mag der Unterschied gering scheinen, beim Anfassen macht er sich deutlich bemerkbar. Weil Apples Notebook an der dünnsten Stelle nur 3,5 Millimeter misst, fühlt es sich fast an wie ein iPad. Beim Dell ist das anders. Es mag klein und leicht sein, fühlt sich aber ganz klar wie ein Notebook an.

Ein Element, bei dem sich dieser Unterschied manifestiert, sind die Tastaturen. Um überhaupt eine Tastatur in das ultraflache Gehäuse einbauen zu können, musste Apple eine neue Tastaturmechanik entwickeln. Das Ergebnis sind große, aber sehr dünne Tasten, die beim Anschlag nur wenige Millimeter einsinken.

Harter Anschlag

Darauf zu schreiben, ist nicht jedermanns Sache, die Tastatur fühlt sich hart an. Anfangs hatte ich damit zu kämpfen, dass ich manche Tasten nicht richtig traf, im Text Buchstaben fehlten. Mit der Zeit wurde das zwar besser, das Schreibgefühl blieb aber ungewohnt.

Fotostrecke

3  Bilder
Bitte nicht öffnen: So sieht das neue Macbook innen aus

Beim XPS 13 war das anders. Dell verwendet eine herkömmliche Tastenmechanik, die Tasten ragen ein gutes Stück aus dem Gehäuse heraus. Das Ergebnis sind spürbar weichere Anschläge mit klarem Druckpunkt.

Superbildschirm, spiegele dich

Der Bildschirm im MacBook bringt genau das, was sich Apple-Nutzer seit Langem für das MacBook Air gewünscht haben: eine sehr hohe Auflösung. Auf zwölf Zoll Diagonale zeigt er 2304 mal 1440 Pixel an, was einer Pixeldichte von 226 Pixel pro Zoll (PPI) entspricht. Zum Vergleich: Der Bildschirm eines MacBook Air mit 13 Zoll hat nur 127 PPI, der eines iPhone 6 Plus 401 PPi.

Das Resultat ist ein sehr detailreiches, fein abgestuftes Bild. Selbst winzige Buchstaben sind gut zu lesen, Fotos und HD-Filme haben kräftige Farben und Kontraste, auch wenn man seitlich darauf schaut. Die Qualität des Bildschirms kann begeistern. Das einzige Manko: In der glänzenden Bildschirmoberfläche spiegeln sich Lichtquellen. Dieses Problem haben viele Notebooks.

Der Bildschirm des Dell-Testgeräts ist dagegen entspiegelt, was für einen angenehmen Bildeindruck sorgt. Mit 1920-mal 1080 Bildpunkten hat er eine deutlich geringere Auflösung, was nicht als störend auffiel. Gegen 300 Euro Aufpreis bietet Dell ein Display an, das mit 3200-mal 1800 Pixeln Apples Bildschirm noch übertrifft und außerdem mit einem schnelleren Prozessor kombiniert wird. Allerdings hat dieser Bildschirm dann auch eine glänzende Oberfläche.

Leistungsträger

Als Antrieb verwendet Apple den Intel Core M, einen Chip, der speziell für mobile Geräte entwickelt wurde und der mit 1,1 GHz Taktfrequenz auf dem Datenblatt lahm klingt.

In der Praxis war davon nichts zu spüren. Alle getesteten Programme liefen geschmeidig und dank 8 GB-Arbeitsspeicher auch problemlos gleichzeitig. Grafisch anspruchsvolle Spiele und Dinge wie 4K-Videobearbeitung sollte man dann aber doch lieber mit anderen Rechnern machen, dafür ist der integrierte Grafikchip nicht leistungsfähig genug.

Macbook 2015 (r.) und Dell XPS 13: Zwei Notebooks, die Ähnliches wollen und dabei sehr unterschiedlich sind.

Auf den ersten Blick lassen sich einige der neuen Macbooks - so wie das von uns getestete Modell - an den neuen Farben erkennen. Genau wie iPhones uns iPads gibt es sie in Silber, Grau und Gold.

Der schlanke Auftritt des 2015er-Macbooks: Die Tastatur nutzt den zur Verfügung stehenden Platz fast vollständig aus.

Da fehlt doch was! Genau, erstmals nach etlichen Jahren und vielen Modellgenerationen leuchtet das Apple-Logo im neuen Modell nicht mehr.

Mit 920 Gramm Gesamtgewicht wird das Macbook dem scherzhaft für Notebooks benutzten Begriff Klappstulle gerecht.

Damit muss man zurechtkommen: Apple baut das neue Notebook mit nur einem Anschluss für Peripheriegeräte. An diese USB-C-Buchse muss alles ran.

Vor allem muss natürlich das Netzteil hier angeschlossen werden. Apple liefert deshalb dieses Modell mit USB-C-Kabel mit. Es bedeutet gleichzeitig die Abkehr von den praktischen, weil magnetisch gehaltenen Magsafe-Buchsen.

Diesen Adapter von USB-C auf USB braucht man beim Macbook 2015 mindestens, um externe Festplatten, USB-Sticks oder anderes Zubehör anzuschließen. 25 Euro kostet er. Ein Multiport-Adapter, an den sich beispielsweise auch ein Monitor und das Netzteil gleichzeitig anschließen lassen, schlägt mit 89 Euro zu Buche.

Der zweite Anschluss des neuen Macbooks ist diese Buchse, an der Kopfhörer und Headset Anschluss finden.

Abspecken auf Apple-Art: Verglichen mit dem neuen Macbook (oben) wirkt sogar ein Macbook Air (Mitte) dick. Das Macbook Pro von 2011, das hier zuunterst liegt, ist gegen das neue Modell ein klobiges Schwergewicht - aber eines mit DVD-Laufwerk.

Ein Größenvergleich, der die Dimensionen deutlich macht: Mit rund drei Millimetern ist das Apple-Notebook an der dünnsten Stelle kaum dicker als ein paar Gitarrenplektren.

Bemerkenswert ist, dass man den Deckel des Macbooks trotz des geringen Gewichts einhändig öffnen kann, ohne dass das Gerät dabei kippeln würde.

Die Konstruktion der Tastatur dürfte eine Herausforderung gewesen sein. Aufgrund der geringen Maße passt keine herkömmliche Tastentechnik in das Gehäuse.

Das Ergebnis der Apple-Ingenieure sind extrem flache Tasten mit einem ebenso geringen Hub. Daran muss man sich erst gewöhnen. Jedermanns Fall ist das nicht.

Der Zwölf-Zoll-Bildschirm hat eine Auflösung von 2304 mal 1440 Pixel. Im Normalmodus macht sich das dadurch bemerkbar, dass Schrift und Linien sehr scharf angezeigt werden.

Wer mehr Platz braucht, kann das Display aber auch so umschalten, dass es mehr Platz für Text und Bilder bietet. Umgekehrt geht es natürlich auch. Statt kleiner wird der Text dann größer.

Dell XPS 13: Der Name lässt es ahnen, hier ist das Display einen Zoll größer als beim Macbook, hat eine 13-Zoll-Diagonale. Vor allem aber ist es entspiegelt, was ein großer Vorteil ist.

Dafür ist das Dell bei weitem nicht so schlank wie Apples neues Notebook. Für dieses Foto haben wir die aufgeklappten Geräte übereinander gesteckt.

Beeindruckende Bildqualität: Unser Testgerät hatte einen Bildschirm mit Full-HD-Auflösung (1920 mal 1080). Für mindestens 300 Euro mehr kann man aber auch Varianten bekommen, die 3200 mal 1800 Pixel anzeigen.

Während das Display fast randlos eingebaut ist, hat Dell neben der Tastatur noch Platz gelassen.

Für Vielschreiber ist die Tastatur des XPS 13 sehr empfehlenswert. Die Tasten sind zwar nicht größer als beim Macbook, haben aber deutlich mehr Hub, vermitteln dadurch ein weicheres, angenehmeres Schreibgefühl.

Auch Anschlussseitig hat das Dell-Notebook einiges mehr zu bieten als das Apple-Gerät. Eine LED-Leiste gibt auf Knopfdruck Auskunft über den ungefähren Ladezustand des Akkus.

Auf der gegenüberliegenden Seite findet man unter anderem ein Lesegerät für Speicherkarten und ein Buchse für ein Kensington-Schloss, mit dem sich das Gerät vor Dieben schützen ließe.

Das Dell bietet mit seinem Intel Core-i-Prozessor mehr Leistung und hat zudem einen schnelleren Grafikchip. Dafür saugt dieses Gespann auch mehr Energie aus dem Akku. Weil das Dell in seinem Bauch mehr Platz für Akkus hat, hält es in der Praxis trotzdem länger durch. Das MacBook schaffte im Test durchschnittlich acht Stunden, das Dell zwei bis drei Stunden mehr.

Mit Adapter gegen den Verzicht

Der zusätzliche Platz ermöglicht es Dell auch, mehr Buchsen für externe Geräte einzubauen, als Apple es tut. Unter anderem sind das zwei USB-Ports, ein Mini-Displayport und ein Lesegerät für Speicherkarten. Im MacBook muss man sich mit einer USB-Typ-C-Buchse begnügen.

Die ist sehr leistungsfähig, kann gleichzeitig externe Festplatten und Bildschirme mit Daten versorgen und dient als Stromanschluss. Damit das alles über die eine Buchse laufen kann, braucht man aber beispielsweise Apples Multiport-Adapter, der HDMI, USB 3.1 und USB-C bereitstellt und 89 Euro kostet.

Wenn man beim MacBook also gleichzeitig USB-Hub, Kartenlesegerät, Festplatte und Netzteil anschließen will, muss man einen beachtlichen Kabelverhau in Kauf nehmen.

Fazit

Mit dem XPS 13 hat Dell ein hervorragendes Notebook im Programm. Der fast randlose Bildschirm gefällt ebenso wie Leistung und Akkulaufzeit. Als leichtes Windows-Notebook für unterwegs macht es eine gute Figur. Nur von der Einstiegsversion sollte man die Finger lassen: 4 GB Arbeitsspeicher sind zuwenig.

Beim MacBook muss man sich erst an die ungewöhnliche Tastatur gewöhnen und damit leben, dass man für verkabelte Zusatzgeräte derzeit fast immer einen Adapter braucht. Dafür ist es so dünn und leicht, dass man es kaum merkt, wenn es im Rucksack oder in der Tasche liegt, und hat einen sehr guten Bildschirm. Wer nicht auf Windows angewiesen ist und auch kein DVD-Laufwerk braucht, liegt hier richtig.

Vorteile und Nachteile

Apple Macbook (2015)

Extrem dünn und leicht

Ausreichende Leistung

Robustes Gehäuse

Sehr guter Bildschirm

Randlose Tastatur

Gutes Design

Nur ein USB-Anschluss vom Typ-C

Display spiegelt

Teure USB-C-Adapter


Dell XPS 13

Sehr leicht

Gute Leistung

Randloser Bildschirm

Entspiegelter Bildschirm

Für Vielschreiber geeignete Tastatur

Keine

Technische Daten

Modell Dell XPS 13 Apple Macbook (2015)
Betriebssystem Windows 8.1 Mac OS X 10.10
Prozessor Intel Core i5 / Core i7 Intel Core M
Arbeitsspeicher 4 bis 8 GB 8 GB
Massenspeicher 128 bis 512 GB 256 bis 512 GB
Displaygröße 13,3 Zoll 12 Zoll
Displayauflösung 1920x1080 / 3200x1800 2304 x 1400
W-Lan 802.11ac 802.11ac
Bluetooth 4.0 4.0
Speicherkartensteckplatz Ja Nein
Anschlüsse 2 x USB 3.0, Mini Displayport, Headset USB-Typ C, Headset
Gewicht 1,18 - 1,26 Kg 0,92 Kg
Abmessungen 15 x 304 x 200 mm 13 x 281 x 197 mm
Besonderheiten Nahezu randloses Display Nahezu randlose Tastatur
Preis 1100 bis 1700 Euro 1450 bis 1800 Euro

Alle Daten sind Herstellerangaben

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insgesamt 79 Beiträge
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Seite 1
LDaniel 04.06.2015
1. Ganz klar
XPS ???? MacBook
mlange8801 04.06.2015
2.
Wieso ist denn das Fehlen eines Speicherkartenlesegeräts ein Nachteil beim Dell und beim Apple nicht?
kuchengespenst 04.06.2015
3. Typisch Kremp
Aus dem Text geht ganz klar hervor, daß die Apple-Tastatur Mist ist, an sich bei Herrn Kremp schon ein ungeheuerer Vorgang, doch ganz am Ende wird dann doch kein Nachteil daraus. Wer nicht zu 100% auf Apple gepolt ist, sieht auf den ersten Blick, daß die Kombination aus schwacher Tastatur und Schminkspiegel ein Schuß in den Ofen ist.
mosley667 04.06.2015
4.
2 absätze mac, ein absatz dell. mac foto vorne, dell hinten. nachteile klein reden, das standoutfeature des nahezu rahmenlosen delldisplays nur am schluss in nem nebensatz erwähnen. selbst die kürzere akkulaufzeit trotz schwächerem prozessor (dessen nachteile natürlich erstmal kleingeredet werden) wird irgendwie noch in der formulierung nett hingedreht. 4GB ram im dell hingegen sind natürlich ein ernstes problem. kurz: der artikel ist mal wieder ein echter kremp. ganz ehrlich: stellt doch bitte endlich mal einen zusätzlichen tech-autor ein, der dann vielleicht auch artikel ohne applefan-brille schreibt. die tech-berichterstattung auf SPON ist schon so lang eine derartige farce, das kann doch nicht für immer so bleiben...
lrkn 04.06.2015
5. Preisleistung?
Das Preisleitungsverhältniss spricht doch deutlich für den Dell: + mehr Leistung + längere Akkulaufzeit + mehr Anschlüsse + besserer Bildschirm (größer und entspiegelt) + bessere Tastatur Und Subjektiv kann man auch sagen, dass der fast randlose Bildschirm schon sehr eindrucksvoll ist.Und dinge wie "nur" 4 GB Arbeitsspeicher fallen im normalen Betrieb nicht wirklich ins Gewicht. Das einzige was ich mir beim Dell wünschen würde wäre auch ein Core-M-Prozessor um noch mehr Akkulaufzeit rauszuholen. Dann wäre der Dell noch deutlich "portabler" als das Apple Gerät.
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