Trotz Windows 10 PC werden immer unbeliebter

Auch Microsofts neues PC-Betriebssystem konnte den Niedergang nicht stoppen: 2015 wurden weniger PC verkauft als 2008. Nur ein Hersteller stemmt sich gegen den Trend.

Desktop-Computer: Der Gesamtmarkt schrumpft, nur einer konnte zulegen
AFP

Desktop-Computer: Der Gesamtmarkt schrumpft, nur einer konnte zulegen


Es sieht nicht gut aus für den PC. 2015 sanken die Umsätze mit Desktop-PC und Notebooks sogar im vierten Quartal, dem wegen des Weihnachtsgeschäfts traditionell stärksten Quartal des Jahres. Das berichten übereinstimmend, wenn auch mit leicht unterschiedlichen Zahlen die Marktforscher von IDC und Gartner.

Demnach konnten die PC-Hersteller im letzten Quartal des vergangenen Jahres 75,72 Millionen (Gartner) beziehungsweise 71,9 Millionen (IDC) Geräte absetzen. Verglichen mit dem Vorjahr bedeutet das laut Gartner einen Rückgang um 8,3 Prozent. IDC berechnet sogar einen Rückgang um 10,6 Prozent. Erstmals seit 2008 seien damit übers Jahr gerechnet weniger als 300 Millionen PC verkauft worden.

Schuld an dem schlechten Zahlen seien unter anderem Smartphones und Tablets, die trotz nachlassender Wachstumsraten eine starke Konkurrenz zu traditionellen Desktops und Notebooks darstellen, sagt IDC. Ein weiteres Problem sei die längere Nutzungszeit aktueller PC.

Trotz positiver Bewertungen konnte die Einführung von Windows 10 den generellen Trend nicht aufhalten. Microsofts Angebot, Alt-PC kostenlos auf die neue Software aufzurüsten sorgte dafür, dass viele Anwender Neuanschaffungen verschoben haben.

Im Firmenumfeld ist die neue Software noch nicht angekommen, weil viele Unternehmen gerade erst damit begonnen haben, das System zu testen. Gerade bei Großfirmen ist der Umstieg auf eine neue Betriebssystemversion erst nach aufwendigen Tests und Anpassungen möglich. Man sehe deshalb für 2016 das Potenzial für einen schnelleren Umstieg auf Windows 10.

Den PC-Herstellern dürfte das Hoffnung geben, nachdem sie 2015 starke Verluste wegstecken mussten. Selbst Weltmarktführer Lenovo hat im Vergleich zum Vorjahr weltweit 3,1 Prozent weniger PC verkaufen können. Besonders schwer hat das Nachfragetief die Acer-Gruppe getroffen, deren PC-Absatz laut Gartner um mehr als 15 Prozent gesunken ist.

Unter den fünf umsatzstärksten PC-Herstellern melden die Marktforscher einzig für Apple ein Umsatzplus. Laut IDC beträgt es 2,8 Prozent, laut Gartner sogar 5,8 Prozent. beide sehen das kalifornische Unternehmen damit nahezu gleichauf mit Asus auf dem vierten beziehungsweise fünften Platz der weltweiten PC-Hersteller.

mak

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insgesamt 135 Beiträge
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Leser161 13.01.2016
1. Altmodisch
PCs sind halt zu altmodisch. Drauf zu setzen das die Leute andauernd neue brauchen weil die Hardware veraltet ist ja wohl sowas von 90ger. Die Hersteller der neuen Geräte haben das klug erkannt und auf Fragilität und schlechte Wartbarkeit gesetzt. So das man trotz stagnierender Technik weiterhin permanent Neue braucht. Das ist zwar Verschwendung, aber who cares. Wobei Microsoft ja zumindest den Trend der Zeit erkannt hat und versucht einem per Dekret zumindest angegraute Software zu verbieten die zwar noch total gut geht aber halt viel zu alt. Und alt ist böse.
marthaimschnee 13.01.2016
2.
Wie soll Windows 10 auch den Hardwaremarkt beleben? Das System läuft auf praktisch jedem System, auf dem 8 oder 7 auch liefen. Es gibt schlicht keinen Grund, sich neue Hardware zu kaufen!
karaokefreak01 13.01.2016
3. Was soll das?
Als Kollege aus derselben Branche muss ich mal mein Erstaunen zum Ausdruck bringen. Der ganze Artikel dreht sich um PCs. Apple wird als einer von mindestens fünf Mitbewerbern ganz am Schluss genannt. Auf dem Header-Bild zu sehen ist aber ein Mac. Liebe Leute von Spon, entweder ihr müsst eure Schleichwerbung besser tarnen, oder ihr setzt mal keinen Apple-Junkie ans Layout. Oder gibt es bei euch auch Apple-Artikel, bei denen dann PCs im Bild gezeigt werden?
Antikonservativ 13.01.2016
4. Warum muss die Nachfrage immer wachsen?
Wieso zum Teufel ist der Markt so ausgelegt, dass er wachsen muss? Das ist einfach nur dumm und ist irgendwann auch nicht tragbar!
berndasbrot 13.01.2016
5. Kein Wunder....
.....das, was die meisten Nutzer machen wollen (Internet, ein bisschen Mail, Kurznachrichten) geht mit dem Tablet genauso gut - und mit erheblich weniger "Systempflege". Wer ernsthaft arbeiten will / muss (Fotobearbeitung, Videobearbeitung, Audiobearbeitung, .....) oder grosse Datenmengen sauber verwalten will, kommt nach wie vor um den PC nicht herum. Derjenige wird allerdings von den neuen Betriebssystemen "mit Kacheloptik" eher gestört. Während man mit Windows XP und auch noch mit Windows 7 (mit Classic Shell) halbwegs ungestört arbeiten konnte, nerven moderne Betriebssysteme und moderne Software allgemein nur noch. Man ist nur noch dabei, die Systeme zu warten und konfigurieren, und diverse Automatismen nerven zu Tode. Gerne denke ich an meinen alten PC zurück. Der lief mit Windows XP komplett offline (nur für Foto, Video, Audi und Dateiverwaltung). Der war nach 5 Jahren noch genauso schnell wie am ersten Tag und während dieser Zeit ist er nicht ein mal abgestürzt...leider ist er mir dann final abgeraucht, so dass ich mir etwas aktuelles kaufen musste.
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