Fit im Büro Handgymnastik mit der "Merkel-Raute"

Nicht nur der Rücken kann Menschen, die viel vor dem Computer sitzen, Probleme machen. Auch Hände und Handgelenke sind eine Schwachstelle. "t3n" hat zehn Übungen gegen den schmerzhaften "Mausarm" gesammelt.

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Egal ob Webworker, Entwickler, Bürokraft oder Gamer - wer viel am Rechner arbeitet, sollte nicht nur für ausreichend Bewegung sorgen, sondern auch seinen wichtigsten Arbeitswerkzeugen Aufmerksamkeit schenken. Wenn nämlich die Hände oder Handgelenke nicht mehr mitspielen, wird die Arbeit nicht nur schmerzhaft, sondern im schlimmsten Fall unmöglich. Um das zu verhindern, können diese zehn Handübungen, gesammelt in unserer obigen Fotostrecke, helfen.

Tippen und Klicken: Symptome für RSI und Mausarm

Die Arbeit am Computer ist ein Knochenjob, denn wer mehrere Stunden am Stück mehr oder weniger bewegungslos in einer unnatürlichen Haltung verbringt, schadet seinem Körper. Neben allerlei Rückenproblemen sind Beschwerden mit dem Namen Repetitive Strain Injury (RSI) besonders verbreitet. Hinter der Bezeichnung verbergen sich eine ganze Reihe unterschiedlicher schmerzhafter Probleme an Sehnen, Muskeln und Nerven.

Im Fall von Webworkern verkürzt sich vereinfacht gesagt die Muskulatur, wenn die Hände über einen langen Zeitraum angewinkelt auf der Tastatur oder Maus liegen. Eine mögliche Folge: Entzündungen der Sehnenansätze oder Sehnenscheide können starke Schmerzen verursachen.

RSI kann allerdings an ganz unterschiedlichen Stellen auftreten - fast immer jedoch sind die Beschwerden am Oberkörper verortet. Neben Nacken, Schultern und Rücken sind besonders die Ellenbogen, Unterarme, Handgelenke und Hände betroffen. Auch die Art der Beschwerden ist mannigfaltig. So kann es neben stechenden Schmerzen auch zu einem Kraftverlust, Kribbeln oder Schwellungen bis hin zu Sensibilitätsstörungen und sogar Taubheit kommen. Um dem vorzubeugen, sollte man sowohl in Bezug auf Ergonomie als auch auf Dehnübungen einige Aspekte beachten.

Richtige Haltung: So beugt man vor

Wie auch bei der Vorbeugung von Rückenproblemen gilt auch für die Vorbeugung vom Mausarm: möglichst viel Abwechslung. Das heißt, dass man seine Arbeitsposition möglichst häufig wechseln sollte und keinesfalls über mehrere Stunden in der selben Haltung tätig sein sollte. Wer die Möglichkeit hat, kann beispielsweise zwischen einem Sitzarbeitsplatz und einem Stehschreibtisch hin und her wechseln.

Auch regelmäßige Pausen mit Bewegung sollte man fest einplanen. In diesem Zusammenhang sind viele kurze Pausen sinnvoller als wenige lange Unterbrechungen. Zum Beispiel könnte man beim Schreiben einfach alle zehn Minuten die Hände ausschütteln und stündlich kurz vom Platz aufstehen, um sich einen Kaffee zu holen, einmal um den Block zu gehen oder sich zu dehnen. Auch das Führen von Telefonaten im Stehen ist ein probates Mittel.

Beim Tippen ist ein geringer Abstand zur Tastatur zu bevorzugen, denn wer seine Arme ausstrecken muss, belastet die Schultern unnötig. Die Ellenbogen sollten eher körpernah sein. Gleiches gilt für die Nutzung einer Maus. Der Abstand zwischen Arbeitsgerät und Bauch sollte möglichst gering sein, um Arme und Schultern nicht über Gebühr zu belasten. Egal ob man auf der Tastatur schreibt oder die Maus bedient, sollte man darüber hinaus die Handgelenke nicht abknicken - weder nach oben noch seitlich. Schließlich sollte man darauf achten, die Hände nicht auf Tastatur oder Maus ruhen zu lassen, wenn man die Eingabegeräte aktuell gar nicht benötigt.

Handübungen gegen RSI und Mausarm

In den regelmäßigen, kurzen Pausen kann man neben ganz konkreten Handübungen auch ein paar allgemeine Maßnahmen treffen, um Beschwerden vorzubeugen. Neben dem bereits angesprochenen Ausschütteln von Händen oder Armen ist auch ein "Wechselbad" für beim Händewaschen hilfreich - einfach im Wechsel von zehn Sekunden die Hände unter heißes und kaltes Wasser halten, um die Durchblutung anzuregen.

Bei den oben beschriebenen Dehn-Übungen ist es hilfreicher, jede Dehnung länger zu halten und weniger Wiederholungen vorzunehmen, als andersherum. Die Übungen sind lediglich als vorbeugende Maßnahmen zu betrachten. Wer bereits Schmerzen hat, sollte zu einem Arzt gehen. Außerdem gilt für die Übungen: Langsam anfangen und zu Beginn nicht übertreiben.


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Dieser Artikel ist zuerst bei t3n erschienen.

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Von "t3n"-Autor Sébastien Bonset

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insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
brooklyner 28.02.2016
1.
Lange bevor diese Geste Merkel-Raute genannt wurde, hiess sie besonders in Theaterkreisen "die rudernde Muschi", was ich nach wie vor den treffenderen Namen finde.
westerwäller 28.02.2016
2. Sie sogenannte Merkel-Raute ...
... ist überhaupt keine Raute ... Wie jeder, der im 7. Schuljahr das "Haus der Vierecke" gelernt hat wissen sollte, müssten dabei alle 4 Seiten gleichlang sein ... Daumen und Zeigefinger sind allerdings i.d.R. verschieden lang, weswegen es sich eigentlich um ein "Merkel-Drachenviereck" handelt ... Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Drachenviereck
curak 28.02.2016
3.
Kann ich nur bestätigen, das ist eher die rudernde Muschi als die Merkelraute. Und im Übrigen will ich diese unbeholfene Handhaltung Jahrzehnte nicht mehr sehen, sie ist nur ein Ausdruck von ich weiß nicht wohin mit meinen Händen, will aber ganz wichtig tun und allen eine Muschi zeigen. Ganz schön frech, in einigen Ländern wird diese Handhaltung als sehr anrüchig gesehen.
genugistgenug 28.02.2016
4. lach gröll freuen uns schon auf Nachrichtenkommentare
wie 'Nach Schröders ruhiger Hand ist nun die rudernde Muschi ein Symbol für deutsche Politik'. PS jetzt sind wir gespannt, was sich schneller rumspricht - erfahren es die Spon Leser schneller mit Schlagzeile 'Merkel Raute enttarnt- Merkel zeigt in Wahrheit die rudernde Muschi' oder lesen die Nachrichtendienste mit und Merkel stellt zuerst um :-)))))))))
wasnulos 28.02.2016
5. Ich
bekomme immer extreme Verspannungen bei der Merkel-Raute. Bei Selbstausübung geht es gerade noch aber wenn ich Frau Merkel mit der Übung sehe kommt es mir hoch. Keine Ahnung woran das liegt, aber ich "schaffe das" bestimmt. Guter und wichtiger Beitrag Spon, selten gibt es hier nachhaltiges zu lesen. Danke Wasnu
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