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Mensch gegen Maschine: Watson schlägt die Spielshow-Meister

Die Menschen sind bezwungen: Eine IBM-Maschine hat erstmals in der US-Spielshow "Jeopardy" seine Kontrahenten aus Fleisch und Blut geschlagen. Der Computer siegte noch dazu mit deutlichem Abstand.

New York - Die Hirnwindungen waren nicht so schnell wie die Schaltkreise: Bei dem US-Spielshowklassiker "Jeopardy" hat der Supercomputer Watson zwei menschliche Champions geschlagen. Der Rechner erhält nun das Preisgeld von einer Million Dollar, das IBM den Wohltätigkeitsorganisationen World Vision und World Community Grid spenden will.

Aber auch die menschlichen Kontrahenten Ken Jennings und Brad Rutter gehen nicht leer aus: Sie bekommen 300.000 beziehungsweise 200.000 Dollar für ihren Einsatz gegen den Computer. Beide wollen jeweils eine Hälfte ihres Gewinns Wohltätigkeitsorganisationen zukommen lassen.

"Jeopardy" ist ein Fernsehquiz mit drei Kandidaten. Wer zuerst drückt und richtig antwortet, gewinnt mehrere hundert Dollar. In der ersten Runde hatten Watson und sein menschlicher Gegenspieler Brad Rutter noch gleichauf gelegen. In der zweiten Runde führte die Maschine dann die beiden Menschen vor und erspielte 35.734 Dollar - weit mehr als das Doppelte von dem, was beide Männer mit 10.400 beziehungsweise 4800 Dollar zusammen gewannen.

Durchmarsch des Computers

In der dritten Runde war Rutter bald abgeschlagen, dafür lag aber Ken Jennings lange deutlich vorn. Nach zwei Dritteln der Sendezeit hatte er etwa 17.000, Watson nur gut 12.000 Dollar.

In den letzten Minuten startete der Computer aber seinen Durchmarsch und ließ den beiden Menschen keine Chance mehr. Zuletzt standen 77.174 Dollar auf seiner Anzeige, bei Jennings waren es 24.000 Dollar und bei Rutter 21.600 Dollar.

Das Duell erinnerte an die Schachpartie zwischen dem Computer Deep Blue, ebenfalls von IBM, und Garri Kasparow. Der Maschine war es 1996 gelungen, den damaligen Schachweltmeister zu schlagen. Ein Jahr später besiegte er Kasparow auch in einem ganzen Turnier.

Gehört Slowenien zur EU?

Watson antwortete zwar ein paar Mal falsch, letztlich drückte er mit seinem Roboterarm aber schneller und hatte sehr oft auch die richtigen Fakten parat. Schwach war er beim Themenkomplex Europäische Union. So wusste er nicht, dass die frühere jugoslawische Republik Slowenien zur EU gehört.

Als gefragt wurde, was wegen des Schengener Abkommens nicht mehr kontrolliert wird, war er sich zu 33 Prozent sicher, dass "Reisepässe" die richtige Antwort ist; die tatsächlich richtige Antwort "Grenzen" erwog er nur mit 14 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit für seine drei Favoriten wurde jeweils angezeigt.

"Jeopardy" gibt es seit 1964 und die Rateshow ist eine der populärsten Sendungen im amerikanischen Fernsehen. Die etwas ungewöhnliche Quizshow war auch lange Zeit in Deutschland erfolgreich.

jdl/dpa-AFX/AP/dapd

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1. rofl
mavoe 17.02.2011
Zitat von sysopDie Menschen sind bezwungen: Eine IBM-Maschine hat erstmals in der US-Spielshow "Jeopardy" seine Kontrahenten aus Fleisch und Blut geschlagen. Der Computer siegte noch dazu mit deutlichem Abstand. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,746047,00.html
Und hiermit wird jetzt ein viertes Forum zum selben Thema aufgemacht: http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=29502&page=16 http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=29556&page=4 http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=29623&page=4 Watson hat echt Charisma, also muss man doch irgendwie an KI glauben.
2. Interessant
sgift 17.02.2011
---Zitat--- Als gefragt wurde, was wegen des Schengener Abkommens nicht mehr kontrolliert wird, war er sich zu 33 Prozent sicher, dass "Reisepässe" die richtige Antwort ist; die tatsächlich richtige Antwort "Grenzen" erwog er nur mit 14 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit für seine drei Favoriten wurde jeweils angezeigt. ---Zitatende--- Zwei interessante Punkte: - Reisepaesse sind zumindest eine Teilantwort (und fuer die meisten Menschen einer der wichtigsten Teile ...), er lag also nicht absolut falsch - Er "wusste", dass sein Wissen in dem Bereich eher schlecht ist. Zu wissen, dass man etwas nicht weiss ist ja in vielen Bereichen auch sehr hilfreich - und war bisher definitiv eine Schwaeche von Computern. Jedenfalls ein schoener Erfolg, mal sehen was jetzt draus gemacht wird, vorallem langfristig wenn jeder Heimcomputer (und etwas spaeter jedes Handy) die Rechenleistung von Watsons Hardware besitzt.
3. ...
felisconcolor 17.02.2011
Auch wenn sie im Prinzip Recht haben ;-) es ist dann doch nur der 4. Thread zu diesem Thema.
4. 16 Tb Ram
Ty Coon, 17.02.2011
Ich weiß nur eins: 16 TB RAM hätte ich auch zu gern. Was würde ich damit anfangen? Mal nachdenken ... Mir fiele bestimmt was ein. :)
5. Es ist Zeit....
Realo, 17.02.2011
...MAGNUS den Robot(be)kämpfer wieder auferstehen zu lassen. ;-) Das ist doch nur Bücher und Internetwissen in Watsons Datenbanken. Suchen und reagieren in Nano und Millisekunden kann ein Mensch eben nicht. Super gute PR für IBM. Kompliment !
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