Microsoft-Betriebssystem: Windows 8.1 kommt im Oktober

Aufpolierte Kacheln: So sieht Windows 8.1 aus Fotos
Microsoft

Endlich steht der Termin fest: Im Oktober will Microsoft das erste große Update für Windows 8 veröffentlichen. Die Software soll allen Windows-8-Nutzern kostenlos bereitstehen - und viele Kritikpunkte an Microsofts Betriebssystem beseitigen.

Darauf haben viele Anwender von Windows 8 gewartet: Am 18. Oktober veröffentlicht Microsoft das erste große Update für sein aktuelles PC-Betriebssystem. Das Update werde an gesetzten Termin ab Mitternacht neuseeländischer Zeit zum Download bereitstehen, heißt es in einem Eintrag im Windows-Blog. Im Hauptquartier des Konzerns in Redmond wird es da noch früh am Morgen des Vortags sein (4 Uhr früh am 17. Oktober.

Der Download werde kostenlos bereitstehen, soll aber auch in Ladengeschäften zur Verfügung stehen, dort wird man aber vermutlich eine Gebühr für das Update auf einem Datenträger bezahlen müssen. Gleichzeitig, so Microsoft, werden ab dem 18. Oktober die ersten neuen Computer mit der aktualisierten Software im Handel erhältlich sein.

Interessierte Anwender können die Software bereits seit Ende Juni kostenlos und auf eigene Gefahr ausprobieren. Microsoft hatte dazu eine Preview-Version ins Netz gestellt, die sich über ein bestehendes Windows 8 installieren lässt. Diese Variante birgt allerdings die Gefahr, dass nicht alle Funktionen wie erwartet arbeiten, weil beispielsweise Treibersoftware noch nicht an das neue System angepasst ist.

Zurück zum Desktop

Mit Windows 8 wagte Microsoft im vergangenen Jahr den Abschied vom Fenster-Konzept, an das sich Nutzer seit 1992 gewöhnt hatten. Stattdessen setzt der Konzern nun auf Kacheln, die auch auf Tablets und Smartphones funktionieren - und auf Hybridgeräten wie Lenovos Wohnzimmer-Tablets Horizon 27 oder Acers Steck-Tablet W510.

Trotz des innovativen Konzepts kam Windows 8 nicht bei allen Anwendern gut an. Vor allem Nutzer, deren Computer nicht mit einem Touchscreen bestückt sind, beklagten sich über Probleme mit der neuen Benutzeroberfläche. Mit dem Update will Microsoft jetzt viele dieser Kritikpunkte beseitigen. Unter anderem sollen sich Windows-Rechner damit wieder in den Desktop-Modus, statt in die neue Kachelansicht, starten lassen. Auch der Start-Button kehrt mit Windows 8.1 auf den Bildschirm zurück.

Die Neuerungen von Windows 8.1
Windows-Suchfunktion
Die Windows-Suchfunktion wurde aufgebohrt und mit der Websuche Bing verschmolzen. Microsoft zeigt, wie bei einer Suche nach "Marilyn Monroe" in der Metro-Oberfläche Bilder und Websites angezeigt werden. Bei der Suche nach Musikern gibt es zum Beispiel Links auf die Xbox-Musik-App. Die Suche soll Antworten liefern, lokale Dateien, Apps, den Cloud-Speicher SkyDrive und das Web durchsuchen - an so einer globalen Suche versuchen sich auch Google und Apple. Letzterer Konzern allerdings ohne eigene Internetsuche.
Startbildschirm
Der Startbildschirm mit den Kacheln kann nun mit eigenen Bildern hinterlegt und mit neuen Farben gestaltet werden, außerdem gibt es animierte Hintergrundbilder. Nutzt man dasselbe Hintergrundbild für die Metro-Oberfläche und den Desktop-Modus, fällt der Wechsel zwischen beiden Ansichten wohl deutlich leichter.
SkyDrive
Microsofts Cloud-Speicherdienst SkyDrive werkelt im Hintergrund und sorgt dafür, dass Dateien über mehrere Geräte hinweg auf demselben Stand sind. Dateien lassen sich direkt in SkyDrive speichern. Das kennt man von Apples iCloud oder unabhängigen Anbietern wie Dropbox. Meldet man sich mit seinem Microsoft-Account auf einem neuen oder fremden Computer mit Windows 8.1 an, holt sich der Rechner Einstellungen und Apps aus der Cloud.
Lesefunktion
Die Metro-Oberfläche hat eine Lesefunktion bekommen. Damit lassen sich Websites für die spätere Lektüre vormerken.
Bildschirm teilen
Mehrere Apps können sich den Bildschirm teilen. Bisher war dies eine recht rudimentäre Funktion, nun gibt es mehr Möglichkeiten. Außerdem werden mehrere Monitore unterstützt. Desktop-Nutzer werden darüber lächeln - Tablet-Nutzer können sich freuen.
Start-Button
Der Start-Button kehrt zurück. Mit der aus früheren Versionen bekannten Schaltfläche, unter der sich ein Startmenü verbarg, hat er aber nicht viel gemeinsam. Stattdessen führt ein Klick darauf den Anwender auf die Metro-Oberfläche, hat also denselben Effekt wie ein Druck auf die Windows-Taste.
Neue Metro-Apps
Neue Metro-Apps: Wecker, Taschenrechner und Aufnahmegerät gibt es nun als eigene Apps. Eine Gesundheits- und Fitness-App sowie eine Rezepte-App zeigen, wie Microsoft sich schicke Anwendungen für die Metro-Oberfläche vorstellt. In der Rezepte-App lassen sich Seiten mit Hilfe von Gesten umblättern, die von der Webcam aufgezeichnet werden. So muss man nicht mit klebrigen Fingern am Touchscreen hantieren - eine nette Spielerei.

Die Veröffentlichung des Updates auf Windows 8.1 markiert auch einen Wandel in Microsofts Update-Politik. Bisher war es bei Microsoft üblich, Updates für eine neue Windows-Version zu sammeln und mit deutlicher Verzögerung, als Hunderte Megabyte großes Service Pack, an die Nutzer weiterzugeben. Windows 7 beispielsweise kam im Oktober 2009 in den Handel, das erste Service Pack für das PC-Betriebssystem erschien im Februar 2011. Eineinhalb Jahre später wurde Windows 8 veröffentlicht.

Dieser Rhythmus soll sich nun ändern. Anstelle von Service Packs will Microsoft künftig jährlich eine neue Betriebssystemversion als Update oder Upgrade anbieten. Windows 8.1 ist also nur der Anfang.

mak

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insgesamt 116 Beiträge
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1.
twan 14.08.2013
Zitat von sysopMicrosoft Endlich steht der Termin fest: Im Oktober will Microsoft das erste große Update für Windows 8 veröffentlichen. Die Software soll allen Windows-8-Nutzern kostenlos bereitstehen - und viele Kritikpunkte an Microsofts Betriebssystem beseitigen. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/microsoft-betriebssystem-windows-8-1-kommt-im-oktober-a-916593.html
Die nächsten nächsten Posts werden sich über Kacheln auslassen und darüber, dass man mit W8 nicht arbeiten kann. Zudem wird in mindestem jeden 4ten Post M$ statt MS stehen. Hach was ist das toll im Internetz, lasst die Trolle los;)
2. Who cares?
che74 14.08.2013
Ob Kacheln oder ohne - nie wieder Windows! Ich geb doch kein Geld für ein OS aus, dass dem NSA Zugriff auf meinen Computer gestattet! Bin auf Xubuntu-Linux umgestiegen und absolut zufrieden.
3. Gegen Windows 8
Braktor 14.08.2013
Was bin ich froh, dass ich dieses Tätschel-Betriebssystem mit seinem abstoßenden Kacheldesign bisher nicht auf einem Desktop-PC benutzen musste. Stattdessen bin ich mit Windows 7 bisher weiterhin völlig zufrieden, nachdem ich es über Non-Microsoft-Zusatztools an meine Bedürfnisse angepasst habe. Hoffentlich wird mir Windows 9 wieder gefallen. Leider habe ich Zweifel, ob dies der Fall sein wird, wenn die aktuelle Windows-Chefin Julie Larson-Green weiter auf diesem Posten bleibt. Stattdessen könnte es so noch schlimmer kommen. Abwarten.
4. Linux!
lavisrap 14.08.2013
Ich bin gerade auf Fedora umgestiegen. es ist doch ein anderes Gefühl mit offener Software zu arbeiten als mit einer, in der hinter dem Rücken der Nutzer Dinge eingebaut werden. und nach den Veröffentlichungen von Snowden soll es einfach so weiter gehen wir vorher.
5. Am Kunden vorbei entwickelt!
elli1965 14.08.2013
Zitat von sysopMicrosoft Endlich steht der Termin fest: Im Oktober will Microsoft das erste große Update für Windows 8 veröffentlichen. Die Software soll allen Windows-8-Nutzern kostenlos bereitstehen - und viele Kritikpunkte an Microsofts Betriebssystem beseitigen. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/microsoft-betriebssystem-windows-8-1-kommt-im-oktober-a-916593.html
Hier hat Microsoft einen kapitalen Bock geschossen, das Betriebssystem ist von der Benutzeroberfläche für die Arbeit am PC so unergonomisch, dass ich es weder privat noch am Arbeitsplatz einsetzen werde. Zusammen mit der neuen Lizenzpolitik für Office 2013 bzw. Office 365 bleibe ich doch lieber bei der Vorversion Windows 7 und Office 2010. Selbst in 3 Jahren, wenn eigentlich die im Unternehmen eingesetzten PCs abgeschrieben sind und ersetzt werden, sehe ich den Computerarbeitsplatz i.d.R. nicht mit Touchscreens oder Tablets ausgestattet, sondern weiterhin klassisch mit PC, Maus, Tastatur und Bildschirm. Ob Windows 8 sich gegen Android oder iOS auf Tablets und Smartphones durchsetzen kann, das steht noch in den Sternen. Bisher kenne ich keinen Systemadministrator, der mit Window 8 zufrieden ist. Selbst Systemhäuser und IT-Servicedienstleister bestätigen in Gesprächen meine negativen Erfahrungen und raten eher zu Windows 7. Also warte ich auf Windows 9, in der Hoffnung, Microsoft bietet wieder ein gutes Produkt wie nach dem Desaster mit Vista. Bleibt es bei dem Konzept von Windows 8 werde ich mich wohl wieder intensiver mit Linux beschäftigen müssen. Wenn ich dann die gesamte IT des Unternehmens primär auf Linux umstellen muss, dann hat Microsoft auch bei den Serversystemen keinen guten Stand mehr und das dürfte dann wohl ein riesen Desaster für Microsoft werden, falls andere Systemadminstratoren das ähnlich sehen und entsprechend handeln.
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