Microsoft Build und Google I/O Liebe Leserin, lieber Leser,

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nur knapp habe ich am Freitag meinen Kollegen Patrick Beuth auf dem Londoner Flughafen verpasst. Er kam gerade aus den USA zurück, von wo aus er von Facebooks Entwicklerkonfenrenz F8 berichtet hatte, ich war unterwegs zu den nächsten beiden Veranstaltungen, der Google I/O und der Microsoft Build. Ganz offensichtlich haben diese beiden Konzerne ihre Termine nicht miteinander abgesprochen - und auch keine Lust gehabt, aufeinander Rücksicht zu nehmen. So ergibt sich nun eine Terminballung.

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Microsoft-Chef Satya Nadella wird am Montag den Anfang machen, wenn er um 17.30 Uhr deutscher Zeit in Seattle die Build-Konferenz eröffnet. Rund 6000 Teilnehmer reisen an, um zu erfahren, was der Konzern sich für die kommenden zwölf Monate vorgenommen hat. Dabei dürfte sich einmal mehr zeigen, wie Nadella das Unternehmen zum KI-Konzern umbaut. Künstliche Intelligenz (KI) und lernende Maschinen werden im Vordergrund stehen. Und Nadella dürfte erklären, wie Microsoft deren Fähigkeiten externen Firmen und Softwareentwicklern bereitstellen will.

Was den Konzernchefs sauer aufstoßen wird: Die zweite Keynote, die am Dienstag Windows-Chef Joe Belfiore hält und in der er auch neue Windows-Features vorstellt, wird weniger beachtet werden als sonst. Zeitgleich nämlich startet knapp 1400 Kilometer südlich, im kalifornischen Mountain View, Googles Entwicklerkonferenz I/O. Anders als die Build, die mitten in Seattle in einem Konferenzzentrum stattfindet, hat Googles I/O mit ihrem großen Outdoorgelände, Zelten und Bühnen unter freiem Himmel immer auch etwas von kalifornischem Happening.

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Google-Entwicklerkonferenz: So sieht es auf der I/O 2017 aus

Thematisch wird es aber auch dort vor allem um künstliche Intelligenz gehen. Und darum, wie man sie besser nutzbar, was man damit neues machen kann. Auch Google räumt KI hohe Priorität ein. Vor zwei Jahren überraschte der Konzern mit eigenen KI-Chips, vergangenes Jahr ging es darum, KI überall mitspielen zu lassen.

Klar ist außerdem, dass eine neu Android-Version gezeigt wird. Nach Googles Nomenklatur wird die vorläufig Android P heißen und erst später im Jahr nach einer Süßigkeit benannt. Ihre Vorgänger hießen Nougat und Oreo. Wenn Sie schon eine Idee haben, wofür das P stehen könnte, lassen Sie es mich wissen, schicken sie mir eine E-Mail.

Auch auf neue Hardware kann man gespannt sein. Eine neue Virtual-Reality-Brille wird das nicht sein, schließlich hat die Firma erst am Freitag zusammen mit Lenovo die Mirage Solo vorgestellt. Neue Smartphones sind traditionell erst später im Jahr zu erwarten. Was Google wirklich zeigt, lesen Sie natürlich bei SPIEGEL ONLINE. Dafür bin ich ja vor Ort.

Seltsame Digitalwelt: Kabelloser Kopfhörer? Von wegen!
eine Anekdote von Matthias Kremp

Für den Flug in die USA hatte ich mir einen geräuschmindernden Kopfhörer ins Handgepäck gepackt. Einen drahtlosen obendrein. Seit ein paar Jahren benutze ich unterwegs nur noch Bluetooth-Headsets. Zum einen kann man sie mit jedem Smartphone koppeln, egal ob Android oder iOS. Zum anderen muss man sich nicht mit den sonst immer irgendwie verwuselten Kabeln herumschlagen. Außer im Flugzeug.

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Noise-Cancelling-Kopfhörer im Test: Die sorgen für Ruhe

Denn auch die modernsten Flieger haben immer noch analoge Kopfhörerbuchsen an ihren Sitzen. Mit 300 dicht gedrängt sitzenden Menschen wäre Bluetooth auch heillos überfordert. Gut also, dass ich daran gedacht hatte, ein Kabel mitzunehmen, um den Kopfhörer mit dem Bordsystem zu verbinden. Blöd nur, dass mich, als ich die Kopfhörer schließlich aufsetzte, eine Stimme aus den Hörmuscheln warnte: Bitte Kopfhörer aufladen. Klar, das hatte ich in der Hektik vor dem Abflug vergessen.

Und so hatte ich schließlich zehn Stunden lang einen Bluetooth-Kopfhörer auf den Ohren, von dem gleich zwei Kabel herabhingen, eines zum Unterhaltungssystem, ein zweites zu meiner Powerbank. Von wegen kabellos.

App der Woche: "Hexo Brain"
getestet von Tobias Kirchner

Appsolute Games

"Hexo Brain" stellt dem Spieler fast 100 knifflige Rätsel. Dabei geht es häufig um geometrische Formen und Flächen, die in einen logischen Zusammenhang gebracht werden müssen. Vom Rätsellöser wird dabei erwartet, dass er das Ziel des Rätsels erkennt. "Hexo Brain" bietet also keinerlei Anleitungen oder Tutorials. Es dauert etwas, bis man sich an dieses Konzept gewöhnt hat. Nachdem man allerdings verstanden hat, wie die Rätsel funktionieren, sorgt das Erfolgserlebnis für genug Motivation, um die nächste Aufgabe anzugehen.

Gratis von Appsolute Games, ohne In-App-Käufe: iOS, Android

Fremdlink: Drei Tipps aus anderen Medien

  • Spam: 40 Jahre Werbe-E-Mails (Fünf Leseminuten)
    Man mag es kaum glauben, aber es ist schon vier Jahrzehnte her, dass die erste Werbe-Mail verschickt wurde. "Heise online" rollt die Geschichte der digitalen Postwurfsendungen auf und erklärt, weshalb sich ein Hersteller von Dosenfleisch bis heute gegen die Bezeichnung Spam für solche E-Mails zu wehren versucht.
  • Amazon tussles with Seattle as it seeks a second home (Englisch, fünf Leseminuten)
    Da ich mich gerade in Seattle aufhalte, war mir dieses Thema aufgefallen. Wohnraum ist in der Stadt, die neben Microsoft, Boeing und Starbucks auch Amazon beheimatet, enorm teuer. "Wired" schildert, wie sich Amazon gegen den Vorschlag einer geringen Zusatzsteuer wehrt, mit der bezahlbare Wohnungen finanziert werden sollen.
  • Four features that would tame Facebook (Englisch, fünf Leseminuten)
    Mit seiner 2,2 Milliarden Menschen zählenden Nutzerschaft ist Facebook viel zu groß geworden, als das man es einfach abschalten oder ignorieren könnte. Auch die Wirksamkeit der aktuell vorgestellten Neuerungen zum Datenschutz stimmen den "The-Verge"-Redakteur Russel Brandom pessimistisch. Aber er hat ein paar Ideen, wie man das soziale Netzwerk bändigen könnte.

Ich wünsche Ihnen ganz und gar nicht wolkige Tage

Matthias Kremp

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insgesamt 3 Beiträge
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swnf 07.05.2018
1. Kabellose Bluetoothkopfhörer
Hallo Herr Kremp, welches Modell benutzen Sie denn? Mein Marshall MId Bluetooth Kopfhörer funktioniert ohne Strom nämlich ganz hervorragend, wenn man das Klinkenkabel anschließt! Vielleicht hätten Sie die Meldung zum Aufladen auch einfach ignorieren können?
dlh255 07.05.2018
2. @swnf
Das Problem hier ist, dass es sich um einen "geräuschmindernden Kopfhörer" handelt. Diese haben aktive Komponenten. Natürlich gehts auch ohne Strom, aber der Klang ist dann ungleich schlechter und die Geräuschminderung fällt zusätzlich flach. Zumindest kenne ich kein Modell, welches eine aktive Geräuschunterdrückung besitzt, ohne eine zusätzliche Energiequelle zu benötigen.
swnf 07.05.2018
3. ...
Zitat von dlh255Das Problem hier ist, dass es sich um einen "geräuschmindernden Kopfhörer" handelt. Diese haben aktive Komponenten. Natürlich gehts auch ohne Strom, aber der Klang ist dann ungleich schlechter und die Geräuschminderung fällt zusätzlich flach. Zumindest kenne ich kein Modell, welches eine aktive Geräuschunterdrückung besitzt, ohne eine zusätzliche Energiequelle zu benötigen.
Stimmt, Danke! An Noice Cancelling hatte ich jetzt nicht gedacht!
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