Von Matthias Kremp
Hamburg - Da war Microsoft-Chef Steve Ballmer wohl etwas voreilig: Auf der Microsoft Developer Conference, einer Veranstaltung für Software-Entwickler, in Tokio, kündigte er den Windows-7-Nachfolger für 2012 an und gab ihm auch gleich einen Namen: Windows 8. Die Äußerung des Firmenlenkers löste sofort eine Welle von Nachrichten aus - die das Unternehmen wohl nicht beabsichtigt hatte.
Denn bisher galt bei dem Software-Konzern die Vorgabe, dass über das neue Windows nur indirekt gesprochen, ihm auf gar keinen Fall ein Name gegeben wird. Bis zur letzten Sekunde versucht sich das Unternehmen alle Möglichkeiten offen zu halten, sein neues Betriebssystem auch mit einem neuen Namen zu betiteln. Ein Konzernsprecher bemühte sich deshalb flugs um Schadensbegrenzung: "Es scheint hier eine falsche Darstellung zu geben. Wir erwarten ungeduldig die nächste Generation von Windows-7-Hardware, die im kommenden Fiskaljahr erscheinen wird. Bis heute haben wir weder einen Erscheinungstermin, noch einen Namen für die nächste Windows-Version bekanntgegeben."
Bei Ballmer allerdings hat sich das ganz anders und sehr konkret angehört, wie man der offiziellen Mitschrift seiner Rede auf Microsofts Website entnehmen kann. Dort heißt es: "Sie können davon ausgehen, im Laufe des Jahres viel über Windows 8 zu erfahren. Windows-8-Slates, -Tablets, eine Menge unterschiedlicher Formfaktoren." Deutlicher kann man ein Produkt kaum ankündigen.
Kommt der Live-Zwang?
Darüber, welche Neuerungen und Veränderungen das nächste Windows mitbringen wird, gibt es bisher kaum verlässliche Angaben. Im Netz kursieren lediglich Gerüchte und Screenshots, die oft nicht viel mehr zeigen, als einen leeren Windows-Desktop. Viele der neuen Windows-8-Funktionen, die aus angeblich verlässlichen Quellen nach außen sickern, haben fast identische Entsprechungen in Apples Mac OS X.
So ist von einem Service namens History Vault die Rede, die genau wie Apples Time Machine automatisch Backups anlegen soll. Zudem soll es einen eingebauten Software-Downloadshop wie Apples App Store sowie eine eingebaute Unterstützung für PDF-Dateien geben. Dass außerdem der Zugang zu einer Online-Festplatte, analog zu Apples iDisk, integriert wird, ist eine Binsenweisheit. Ein derartiges Angebot hat Microsoft längst in Form des SkyDrive in seine Live-Dienste eingebaut. Denkbar aber wäre es aber, dass Microsoft eine Anmeldung bei Windows Live zur Voraussetzung für die Nutzung von Windows 8 macht.
Darf der Chefentwickler plaudern?
Vollkommen sicher kann man sich auch sein, dass es verschiedene Windows-8-Versionen für Intel-kompatible PC und mobile Geräte mit ARM-Chip geben wird. Das hat Microsoft selbst auf der CES im Januar angekündigt. Die ARM-Version wird schon deshalb wichtig sein, weil sie das nächste Windows potentiell attraktiv als Betriebssystem für Tablet-PC und Slate-Rechner macht.
mak
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Netzwelt | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Gadgets | RSS |
| alles zum Thema Windows 7 | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH