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29. Juni 2015, 11:28 Uhr

VR-Brille

Microsoft-Forscher verbessern die Oculus Rift

Microsoft arbeitet eng mit Oculus zusammen, will die VR-Brille des kalifornischen Start-ups in Windows 10 einbinden. Doch was die Bildqualität angeht, hätte der Windows-Konzern einen Verbesserungsvorschlag.

Als Oculus Anfang Juni die Verkaufsversion seiner Virtual-Reality-Brille Rift präsentierte, war eine Ankündigung besonders wichtig: "Die Rift wird nativ mit Windows 10 zusammenarbeiten", erklärte ein Microsoft-Manager. Nutzer werden die Brille also einfach an einen Windows-10-PC anschließen und losspielen können, ohne vorher eine Treibersoftware installieren zu müssen. Mit der Ankündigung ebnete Microsoft Oculus den Weg in den Massenmarkt.

Ganz zufrieden scheint Microsoft mit dem Produkt seines neuen Partners aber nicht zu sein - das Unternehmen würde gerne die optischen Qualitäten des Computerbrille verbessern.

Das jedenfalls legen Konstruktionsdateien nahe, die vor wenigen Tagen auf der Website der Forschungsabteilung Microsoft Research veröffentlicht worden sind. Sie enthalten detaillierte Konstruktionspläne für Linsen, mit denen die Oculus Rift substanziell verbessert werden soll.

Automatisch berechnet

In der Liesmich-Datei zu den Bauplänen heißt es, die neuen Linsen seien von Linsendesignern bei Microsoft Research entwickelt worden und seien "ein hochwertigerer Ersatz für die Standardlinsen", die mit der aktuellen Version der Rift ausgeliefert werden. Zwar sei das Sichtfeld damit etwas kleiner, dafür würde das Bild mit den neuen Linsen insgesamt schärfer dargestellt und habe weniger Bildfehler.

Der britische "The Register" fand in dem Text zudem einen Passus, der darauf hinwies, die Linsen seien automatisiert "vom LensFactory Programm, das Microsoft Research entwickelt hat", berechnet worden. "The Register" wertet das als Hinweis auf ein neues Konstruktionsprogramm für optische Linsen.

Mittlerweile wurde der fragliche Satz geändert - jetzt heißt es nur noch, die Linsen seien "von einem Linsen-Designsystem berechnet worden, das bei Microsoft Research entwickelt wird".

Nachmachen erwünscht - wenn Sie das schaffen

Mit der Veröffentlichung der Konstruktionsdaten hat Microsoft das neue Linsensystem zwar grundsätzlich jedermann zugänglich gemacht. Aber das geschilderte optische System nachzubauen, erfordert dann doch Geräte, die wohl kaum jemand zu Hause haben dürfte.

Am einfachsten dürfte es noch sein, die von Microsoft verwendeten Glaslinsen zu besorgen. Laut Preisliste des Herstellers kosten die beiden Linsen zusammen 213,28 Euro.

Richtig schwierig wird es dann aber, das Linsengehäuse zu bauen. Man habe es auf einem Objet Eden 260 in der höchsten Auflösungsstufe gedruckt, heißt es in der Liesmich-Dateien. Bei Objet Eden 260 handelt es sich um einen 3D-Drucker der Firma Stratasys, Stückpreis rund 20.000 Dollar.

Ganz egal also, was die Oculus Rift tatsächlich kosten wird, wenn sie Anfang 2016 in den Handel kommt, Microsofts Linsen würden sie noch einmal erheblich verteuern.

Aber am Ende ihrer Liesmich-Datei stellen Microsofts Forscher ohnehin klar, für wen ihr Konstrukt gedacht ist: "Wenn Sie diese Linse in Ihrer Forschung verwenden", solle man doch bitte auf die Veröffentlichung hinweisen, die die Microsoft-Forscher demnächst zum Thema publizieren.

mak

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