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Entwicklerkonferenz Build: Microsoft kündigt Jubiläums-Windows an

Aus San Francisco berichtet

Microsoft-Entwicklerkonferenz: Windows-Update und Hololens Fotos
AFP

Microsoft will die Verbreitung von Windows 10 beschleunigen: Per Update soll das Betriebssystem im Sommer stifttauglich, sicherer und ein wenig vorlaut werden.

Wenn das kein Anreiz ist, jetzt noch schnell auf Windows 10 umzusteigen: Ein Jahr nach der Einführung des neuen Betriebssystems wird Microsoft am 29. Juli eine Jubiläumsausgabe der PC-Software veröffentlichen. Natürlich ist die mit neuen Funktionen gespickt, und natürlich gibt es das Update kostenlos - sofern man vorher Windows 10 installiert hat.

Das Update verkündete Microsoft-Chef Satya Nadella am Mittwochabend auf der Build-Konferenz in San Francisco. Das Timing dürfte Gründe haben: Schließlich will der Konzern ein selbst gestecktes Ziel erreichen. Binnen der ersten zwei bis drei Jahre nach der Erstveröffentlichung wolle man Windows 10 auf einer Milliarde Geräten laufen haben, hatte der für die Betriebssystementwicklung zuständige Microsoft-Manager Terry Myerson angekündigt. Ein Ziel, das noch in weiter Ferne liegt. Mittlerweile spricht Myerson nur noch davon, die Milliarde "in den nächsten paar Jahren" zu erreichen.

Dabei schlägt sich Windows 10 nicht schlecht. Auf mehr als 270 Millionen Geräten laufe die Software bereits, erklärte Myerson. Damit habe Windows 10 den schnellsten Start in der Geschichte des Betriebssystems hingelegt. Windows 7 etwa wurde um 145 Prozent übertroffen. Als kleinen Seitenhieb auf die Konkurrenz sagte er, Windows 10 laufe nicht nur auf neuen PC prima, sondern auch auf solchen, die schon fünf Jahre als sind - und auf aktuellen Mac-Computern von Apple.

Das Jubiläums-Update

Vier Neuerungen sollen den Anwendern das Jubiläums-Update schmackhaft machen:

- Windows Hello wird erweitert. Hello ist eine Technik, die die Anmeldung am PC durch biometrische Merkmale ermöglicht. Statt ein Passwort zu tippen, kann man sich beispielsweise per Gesichtserkennung oder Fingerabdruck identifizieren. Weil alte PC die dafür notwendige Hardware nicht haben, soll das künftig auch per Windows-Handy möglich sein: Man schaut in die Handykamera oder benutzt den Fingerabdruchscanner des Handys und der PC wird entsperrt.

-Zudem funktioniert Windows Hello künftig auch im Edge-Browser und in Windows-Apps, kann dann beispielsweise genutzt werden, um sich auf Webseiten anzumelden oder eine Banking-App zu öffnen.

- Windows Ink ist eine Technik, die die Bedienung und Nutzung des PC per Stift systemweit ermöglichen soll. Ink wird in Office, Maps und den Edge-Browser integriert, damit man etwa in Word handschriftliche Notizen oder Anmerkungen eintragen kann. Mit dem Update soll die Funktionalität der digitalen Tinte erweitert werden. Ein wichtiger Faktor dabei dürfte sein, dass Adobes Zeichensoftware Illustrator dann an Windows-PC auch per Zeichenstift genutzt werden kann. Myerson spricht davon, dass man "seine analogen Gedanken per Ink mit der digitalen Welt teilen" kann.

- Cortana wird vorlaut. Statt nur auf Befehle zu warten, soll die sprachgesteuerte Assistenzfunktion künftig von sich aus Vorschläge machen, was sie für ihren Anwender tun kann. Etwa, wenn es darum geht, eine bearbeitete Datei zu verschicken oder das Mittagessen ins Büro zu bestellen. Außerdem wird man Cortana auch ohne vorherige Anmeldung am PC nutzen können. Damit soll die Software zur allzeit bereiten Assistentin werden, die aktiv wird, sobald man die Schlüsselworte "Hey, Cortana" sagt.

- Die Xbox One soll enger mit Windows-PC zusammenwachsen. Zum einen, indem es Entwicklern mit dem Jubiläums-Update leichter gemacht wird, Spiele zu entwickeln, die sowohl auf der Spielkonsole als auch auf PC, Talkets und Smartphones laufen. Zum anderen braucht man künftig keine teure Entwickler-Xbox mehr, um Spiele für das Microsoft-Gerät entwickeln zu können. Stattdessen lässt sich jeder Xbox One per Software zum Entwicklergerät umschalten.

Die Hololens wird ausgeliefert

Neben dem großen Windows-Update spielte die Entwicklerversion der Datenbrille Hololens in San Francisco eine wichtige Rolle. Erstmals wurde die finale Version der Brille gezeigt, die ab sofort an Entwickler ausgeliefert wird.

Zudem wurden erste Anwendungen für Microsofts Brille gezeigt, die durchaus ernsthafter Natur sind. So war etwa zu sehen, wie Medizinstudenten mithilfe der Hololens tiefe Einblicke in die menschliche Anatomie bekommen können. Die US-Weltraumbehörde hat eine Hololens-App entwickelt, mit der man über eine virtuelle Marsoberfläche spazieren kann. Recht deutlich wurde dabei, dass die vom Microsoft gezeigten Spieledemos zwar hübsch anzusehen sind, die Zielgruppe aber eher Firmenkunden mit ernsthaften Anwendungen sind, zumindest vorerst.

Und was ist für Entwickler drin?

Zunächst nur für Entwickler spannend, auf lange Sicht aber wichtig für Windows: Microsoft veröffentlicht mit dem Jubiläums-Update die lange angekündigten Systeme, mit denen iOS und Android-Apps an Windows 10 angepasst werden können. Wichtiger noch dürfte der Desktop-App-Converter sein. Er ermöglicht es nicht nur, ältere Desktop-Programme so umzubauen, dass sie über den Windows Store vertrieben werden können. Zusätzlich kann man alte Programme damit auch um typische Windows-10-Funktionen erweitern, sodass sie etwa Live Tiles nutzen oder per Stift gesteuert werden können.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 118 Beiträge
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1. Und was soll der
Sonnenschein11 30.03.2016
Werden die AGBs entschärft? Stichpunkt: Datenschutz. Wie viel Kontrolle bekommt der Anwender wieder zurück? Fragen über Fragen. So wie es bis jetzt aussieht, kann ich niemanden empfehlen, sich win10 zu installieren. Unter anderen auch die nicht steuerbare Update Politik bei der Home Version. Sprich, das Treiber von MS einfach ausgetauscht werden. Somit laufen unter Umständen Rechner nicht mehr, oder nach einen Updates werden einfach Einstellungen geändert. u.s.w und sofort...
2. Unter diesen Umständen...
jomeister 30.03.2016
...werde ich nach wie vor nicht von meinem gut funktionierenden Windows 7 abrücken. Ich halte nichts von mir nachspionierenden Betriebssystemen, zumal mir all die oberen zusätzlichen Features über nichts bringen. Ich habe keine xbox, werde nie Cortana brauchen (ich kann durchaus selber suchen) und habe dank Gamingfähigem Towerrechner nicht notwendiger Weise eine Touchoberfläche. Ich brauche Windows 10 nicht und werde es möglichst lange hinauszögern, auf Windows 10 umsteigen zu müssen.
3. Alptraum!
tuxer 30.03.2016
Was im Artikel zu lesen ist, klingt wohl eher nach Datenschutz-Alptraum, als nach einem Betriebssystem. Win 10 zu Testzwecken auf einem Desktop installiert, kann aber keinen Mehrnutzen gegenüber Win 7 entdecken. Das ganze Mäusekino und der wiederholte Onlinezwang sind zuviel des Guten. Ein Arbeits-PC ist schliesslich kein Smartphone oder Tablet. Als Firma oder als Behörde würde ich mir sicherlich etwas anderes suchen.
4.
joblack 30.03.2016
Kein Wort desAutor über die Überwachungsoptionen und dem Datenschutzhorror von Windows 10. Die Telemetriedaten kann man beispielsweise gar nicht komplett abschalten so dass immer Nutzungsdaten an Microsoft geschickt werden. So nicht.
5. Was sagt Brüssel dazu?
jj2005 30.03.2016
Solange die AGB Micros**t erlauben, meine Mails zu lesen, kommt mir diese Spyware nicht auf meinen Puter. Wieso wird eigentlich die Kommission nicht aktiv? Ein paar Milliarden Bussgeld wären da durchaus angebracht.
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