Hololens Microsofts Datenbrille vorbestellbar - für 3000 Dollar

Wer die Hololens-Datenbrille unbedingt als Erster haben will, muss sich dafür bei Microsoft bewerben - und ein gut gefülltes Konto haben.

Microsoft-Datenbrille Hololens
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Microsoft-Datenbrille Hololens

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Einfach nur kaufen geht nicht. Zwar will Microsoft bald damit beginnen, seine bisher nur auf wenigen Veranstaltungen gezeigten Datenbrille Hololens auszuliefern. Aber für jedermann wird es sie trotzdem nicht geben. Nur wer bei Microsoft als Entwickler registriert ist und eine Adresse in den USA oder Kanada hat, könne zur ersten Welle jener gehören, die das Gerät bekommen, schreibt das Unternehmen auf seiner Website.

Wer diese Anforderungen erfüllt, muss außerdem noch bereit sein, tief in die Tasche zu greifen: 3000 Dollar kostet die sogenannte Development Edition. Viel bekommt man dafür nicht. Neben der Brille liegen im Paket eine Transportbox, ein Ladegerät, ein Putztuch, ein USB-Kabel und der sogenannte Clicker. Letzterer ist das einzige Steuerungsgerät der Hololens, dient quasi als freihändig nutzbarer Ersatz für die Maus.

Trotz der Einschränkungen ist es spannend, sich Microsofts Bestellseite genauer anzuschauen. Denn dort sind auch technische Daten zu finden, die genauer erahnen lassen, was die Hololens einmal sein kann, wenn sie in den allgemeinen Verkauf kommt.

Microsoft-Manager Terry Myerson präsentiert die Neuheiten des Konzerns in New York City.

HoloLens: Unter dem Namen Project Xray hat Microsoft in den vergangenen Monaten ein Spiel für die Brille entwickelt, das echte und virtuelle Realität verbindet.

Das Ergebnis ist beeindruckend: Ein Spieler mit Holobrille steckt sich eine virtuelle Laserkanone als Hologramm auf den Arm. Sekunden später zeigen sich Risse in einer Wand, die schließlich aufbricht, sodass ein virtueller Roboter daraus hervorkriechen kann.

Die eigentliche Überraschung des Abends ist die eigene Hardware: Zum ersten Mal in seiner Geschichte bietet Microsoft einen eigenen Computer an.

Das Gerät heißt Surface Book und lässt sich als Notebook, Tablet oder Klapp-Laptop nutzen.

Lumia 950 und Lumia 950 XL: Mit den neuen Modellen stellt Microsoft seine ersten Smartphones vor, die speziell für Windows 10 entwickelt wurden.

Fitness-Armband, Version 2: Der Bildschirm ist bei diesem Gerät leicht gebogen, sodass sich das Armband besser der Form der Handgelenke anpasst.

Dazu ist zuerst einmal klarzustellen, dass Microsofts Brille nicht mit Virtual-Reality-Brillen (VR-Brillen) wie der Oculus Rift oder der HTC Vive konkurriert. Es geht nicht darum, sich vollkommen von der realen Welt abzukapseln und in eine virtuelle Scheinwelt einzusteigen. Die Hololens basiert vielmehr auf dem Prinzip der Augmented Reality, der überlagerten Realität: Während man durch die durchscheinenden Gläser der Brille schaut, werden künstliche Objekte dreidimensional in die reale Welt eingeblendet.

In die Hololens sind dazu statt Bildschirmen zwei Lichtprojektoren eingebaut, die jeweils ein HD-Bild im 16:9-Format erzeugen und auf die Augen projizieren. Im Gegensatz zu VR-Brillen arbeitet die Hololens zudem vollkommen autark und muss nicht mit einem PC gekoppelt werden. Stattdessen ist sie mit einer Reihe von Sensoren und Kameras bestückt, die es ermöglichen sollen, die Position des Nutzers im Raum zu erkennen.

Ein PC auf der Nase

Als Antrieb dient ein nicht näher spezifizierter Intel-Prozessor, dem ein von Microsoft entwickelter "Holografischer Prozessor" zur Seite steht. Dessen Aufgabe ist es, die Sensordaten in Echtzeit zu verarbeiten. Der Kontakt zum Netz wird per WLAN hergestellt , wobei die Hololens den Gigabit-Standard IEEE 802.11 AC unterstützt. Die Batterielaufzeit wird mit zwei bis drei Stunden angegeben, das Gewicht mit 579 Gramm.

Man trägt mit der Hololens also einiges an Gewicht auf dem Kopf, hat dafür aber auch einen Windows-10-PC vor den Augen, der Apps in 2 GB Arbeitsspeicher und 64 GB Massenspeicher ablegt. Die Bedienung soll primär per Sprache und Gestensteuerung erfolgen.

Indem Entwickler sich um den Kauf einer solchen Hololens bewerben müssen, will Microsoft sich die Möglichkeit einer Auswahl vorbehalten so dafür sorgen, dass zur allgemeinen Einführung der Datenbrille ein möglichst breit gestreutes Angebot an Apps zur Verfügung steht. Einen Termin dafür hat das Unternehmen noch nicht genannt.und so dafür sorgen, dass zur allgemeinen Einführung der Datenbrille ein möglichst breit gestreutes Angebot an Apps zur Verfügung steht. Einen Termin dafür hat das Unternehmen noch nicht genannt.

Windows 1: Am 20 November 1986 landeten die ersten Kartons der Windows-Urfassung in den Regalen der Händler.

Die Anfänge: Für knapp hundert Dollar konnte man sich einen DOS-Aufsatz kaufen, der ein wenig Multitasking ermöglichte, indem er laufende Prozesse in Fenster auslagerte.

Grundlagen: Mit dem System wurden Programme ausgeliefert, die man bis heute kennt. So zum Beispiel das Minimal-Malprogramm Paint.

Windows 3.0: Schon viel weiter als seine Vorgänger war diese Version, die von vielen PC-Nutzern als erste wirklich brauchbare Fassung angesehene Version.

Fortschritt: Die Software verbesserte das Multitasking und war viel besser per Maus steuerbar als die Vorgänger. Zwar wurde es noch auf Diskette ausgeliefert, benötigte zum Betrieb aber erstmals eine Festplatte.

Windows 3.1: Das große Update für die Version 3.0 war nicht nur bunter, sondern enthielt zum ersten Mal auch einige Netzwerkfunktionen.

Windows in bunt: Das Betriebssystem löste sich langsam von seinem angestaubten Büro-Charme. Allein durch den Einsatz von Farbe wurde vieles besser.

Komplizierte Fenster: Ein wirklich einfach zu bedienendes Betriebssystem war Windows aber auch in dieser Version nicht.

Windows 95: Mit dieser Fassung sollte alles besser werde. Von MS-DOS, das im Hintergrund immer noch werkelte, war nichts mehr zu sehen.

Ein System für alle: Mit massiven Marketing-Maßnahmen bemühte sich der Konzern, seine Software Heimanwendern anzudienen. Windows sollte jetzt zum Spielen einladen, so einfach sein, dass einfach jeder damit klarkommen konnte.

Zukunftsweisend: Eine spätere Variante von Windows 95 unterstützte erstmals den damals neuen Verbindungsstandard USB. Etliche der damals entwickelten Metaphern haben bis heute Bestand.

Windows 98: Zaghaft modifizierte Microsoft sein Betriebssytem für das dräuende Internetzeitalter. Für Multimedia sorgt seither der Windows Media Player, zum Websurfen ist der Internet Explorer installiert. Beides brachte Microsoft Ärger mit der EU ein, die das Unternehmen Jahre später dazu verdonnerte, seinen Kunden bei der Systeminstallation die Wahl des Bowsers selbst zu überlassen.

Etwas farblos: Die Optik wurde gegenüber Windows 95 moderat aufgepeppt, ein wenig räumlicher, aber immer noch reichlich grau gestaltet.

Windows ME: Die Millennium-Edition war ein Zwischenschritt. Microsoft hätte das Update auch als Windows 98, dritte Version, verkaufen können, meinten seinerzeit viele Kritiker. Doch der neue Titel passte so schön zur Jahrtausendwechsel-Stimmung.

Fast wie gehabt: Die Gestaltung wurde wieder nur mäßig überarbeitet. Als Dreingabe wurde neben Paint und anderen altbekannten Kostenlos-Programmen auch die Videoschnitt-Software Movie Maker beigelegt.

Movie Maker: Wer wollte und seine Filme digital in den Rechner bekam, konnte also ohne Zusatzkosten Videos zusammenbasteln.

Windows 2000: Zum letzten Mal erschien mit dieser Variante ein Microsoft-Windows speziell für den professionellen Einsatz.

Verbinden mit dem Internet: Windows 2000 war bereits bestens für den Netzwerkbetrieb ausgelegt, kannte schon etliche der Internettechniken, die heute verwendet werden.

Windows XP: Mit diesem Windows sollte alles anders werden. Als Unterbau diente die Profi-Software Windows NT, der ein freundliches Interface übergestülpt wurde. Statt unterschiedlicher Windows-Varianten gibt es seither nur noch unterschiedliche Editionen desselben Windows.

Eins für mehrere: Mit XP wurde es einfach und normal, dass sich mehrere Anwender einen Computer teilen und darauf doch ganz eigene Benutzerumgebungen einrichten konnten.

Hügel auf dem Desktop: Weltweit bekannt dürfte auch der Bliss genannte Standard-Bildschirmhintergrund sein. So wie hier zu sehen, existiert diese Landschaft allerdings nicht. Den Hügel im kalifornischen Sonoma Valley gibt es zwar wirklich, doch wurde er intensiv am Computer bearbeitet, bevor er so schön und und sanft umwölkt erschien.

Schicke Fenster: Angepasst an die Grafikfähigkeiten der damaligen Computer wurden auch die Windows-Fenster deutlich aufgehübscht. Windows wurde modern.

Windows Vista: Der mit großem Aufwand entwickelte XP-Nachfolger war zwar kein Totalverlust, kann aber doch als Flop bezeichnet werden.

Neues System für neue Rechner: Aufgrund zu hoher Hardware-Anforderungen schreckten viele Anwender davor zurück, ihr liebgewonnenes Windows XP gegen dessen Nachfolger einzutauschen.

Dokumente bei Windows Vista: Die Optik wurde zeitgemäß dreidimensional verschönert.

Windows 7: Vom Start weg war der Vista-Nachfolger ein Erfolg. Auch, weil lange vor der Veröffentlichung kostenlose Betaversionen verteilt wurden.

Vorabversionen: Schon vor dem Start wurde den Anwendern der Mund für das wässrig gemacht, was da noch kommen sollte. Weil Windows 7 mühelos auch auf etwas betagter Hardware läuft, ließen sich viele, die noch bei Windows XP ausharrten, jetzt zum Umstieg bewegen.

Windows 7: Das nächste machte vieles einfacher und einiges besser als seine Vorgänger. So zeigen die Miniaturen in der Taskleiste Vorschauen des jeweiligen Fensterinhalts an.

Windows 7: Außerdem sind Mini-Programme hinzugekommen, mit denen man sich nach Belieben den Bildschirm zukleistern und beispielsweise aktuelle Nachrichten anzeigen lassen kann.

Bunte Kacheln: Mit Windows 8 wollte Microsoft sein Betriebssystem grundlegend reformieren, verabschiedete sich weitgehend vom gewohnten Desktop.

Keine Berührungsängste: Das neue System eignet sich auch für den Touchscreen - wie hier auf dem Surface-Tablet. Damit startete Microsoft seine Aufholjagd und versuchte Apple und Android Konkurrenz zu machen.

Der nächste Versuch: Mit Windows 10 erklärt Microsoft den Desktop wieder zum Modell für die Zukunft. Die Kacheloptik von Windows 8 erscheint nur noch im Start-Menü.

Eins für alle: Windows 10 soll universell einsetzbar sein. Egal ob Desktop-PC, Tablet, Smartphone oder intelligente Heizungssteuerung, es soll überall laufen.

Seit dem 29. Juli 2015 ist Windows 10 offiziell verfügbar, das Update für Nutzer älterer Windows-Versionen kostenlos. Am 29 Juli 2016 will der Konzern ein Jubiläums-Update mit vielen neuen Funktionen veröffentlichen.



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insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
hansglück 01.03.2016
1.
Eure Windows Galerie ist ja hübsch, lässt aber die wichtigen Versionen aus: Windows NT ! Aus den verschiedenen NT Versionen wurde dann am Ende Windows 2000 und dann XP und somit der Grundstein für alle heutigen Windows Versionen. Windows 98 war das Ende diese Reihe und Architektur.
themistokles 01.03.2016
2. Keine Koppelung mit dem PC?
"Im Gegensatz zu VR-Brillen arbeitet die Hololens zudem vollkommen autark und muss nicht mit einem PC gekoppelt werden." Glaube ich nicht. Voher soll denn die Brille ihre darzustellenden Daten bekommen?
zeichenkette 01.03.2016
3. Bei entsprechenden Stückzahlen
sollte das Ding nicht mehr als vielleicht 200 oder maximal 300 Euro kosten. OK, mit entsprechender Gewinnspanne (Konkurrenz gibt es ja nicht, das ist proprietär) eher 600. Dann wäre es den Spass vielleicht wert. Aber die Stückzahlen erreicht man natürlich nicht ohne die passenden Anwendungen. Von daher macht es schon Sinn, sowas erstmal für Entwickler anzubieten. Erscheint mir jedenfalls sehr viel praxisnäher als sich einen Ziegelstein vor den Kopf zu binden, den an einen teuren PC anzukabeln und dann völlig abgekapselt in eine 3D-Welt zu starren. Das taugt nur für Hardcore-Gamer... die es natürlich auch gibt, klar.
zeichenkette 01.03.2016
4. Das Ding IST ein PC
Zitat von themistokles"Im Gegensatz zu VR-Brillen arbeitet die Hololens zudem vollkommen autark und muss nicht mit einem PC gekoppelt werden." Glaube ich nicht. Voher soll denn die Brille ihre darzustellenden Daten bekommen?
Steht doch sogar im Artikel. Das Ding muss seine Daten nicht von einem gekoppelten PC beziehen, weil es selber einer ist. Das ist nicht nur ein Display zum vor den Kopf binden...
themistokles 01.03.2016
5.
Zitat von zeichenketteSteht doch sogar im Artikel. Das Ding muss seine Daten nicht von einem gekoppelten PC beziehen, weil es selber einer ist. Das ist nicht nur ein Display zum vor den Kopf binden...
Nein, da steht im Artikel, dass das zu generierende Bild von der Brille selbst errechnet wird. Da steht aber nichts dazu, woher diese errechneten Daten bzw. die zu projezierenden Informationen ursprünglich kommen. Die Darstellung der Weltkugel mit zusätzlichen Informationen? TV- Streams? Informationen über andere Objekte? Grafische (!) Anwendungen. zB CAD- Zeichnungen? https://www.microsoft.com/microsoft-hololens/en-us https://www.youtube.com/watch?v=qym11JnFQBM Diese Informationen fallen nicht vom Himmerl sondern müssen irgendwoher bezogen werdenb. Und ich glaube kaum, dass das alles nur die Brille alleine kann. Im Youtube- Video sieht man beim Motorrad-Design zB die PC- Anbindung...
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