Hololens Microsofts Datenbrille vorbestellbar - für 3000 Dollar

Wer die Hololens-Datenbrille unbedingt als Erster haben will, muss sich dafür bei Microsoft bewerben - und ein gut gefülltes Konto haben.

Microsoft-Datenbrille Hololens
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Microsoft-Datenbrille Hololens

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Einfach nur kaufen geht nicht. Zwar will Microsoft bald damit beginnen, seine bisher nur auf wenigen Veranstaltungen gezeigten Datenbrille Hololens auszuliefern. Aber für jedermann wird es sie trotzdem nicht geben. Nur wer bei Microsoft als Entwickler registriert ist und eine Adresse in den USA oder Kanada hat, könne zur ersten Welle jener gehören, die das Gerät bekommen, schreibt das Unternehmen auf seiner Website.

Wer diese Anforderungen erfüllt, muss außerdem noch bereit sein, tief in die Tasche zu greifen: 3000 Dollar kostet die sogenannte Development Edition. Viel bekommt man dafür nicht. Neben der Brille liegen im Paket eine Transportbox, ein Ladegerät, ein Putztuch, ein USB-Kabel und der sogenannte Clicker. Letzterer ist das einzige Steuerungsgerät der Hololens, dient quasi als freihändig nutzbarer Ersatz für die Maus.

Trotz der Einschränkungen ist es spannend, sich Microsofts Bestellseite genauer anzuschauen. Denn dort sind auch technische Daten zu finden, die genauer erahnen lassen, was die Hololens einmal sein kann, wenn sie in den allgemeinen Verkauf kommt.

Dazu ist zuerst einmal klarzustellen, dass Microsofts Brille nicht mit Virtual-Reality-Brillen (VR-Brillen) wie der Oculus Rift oder der HTC Vive konkurriert. Es geht nicht darum, sich vollkommen von der realen Welt abzukapseln und in eine virtuelle Scheinwelt einzusteigen. Die Hololens basiert vielmehr auf dem Prinzip der Augmented Reality, der überlagerten Realität: Während man durch die durchscheinenden Gläser der Brille schaut, werden künstliche Objekte dreidimensional in die reale Welt eingeblendet.

In die Hololens sind dazu statt Bildschirmen zwei Lichtprojektoren eingebaut, die jeweils ein HD-Bild im 16:9-Format erzeugen und auf die Augen projizieren. Im Gegensatz zu VR-Brillen arbeitet die Hololens zudem vollkommen autark und muss nicht mit einem PC gekoppelt werden. Stattdessen ist sie mit einer Reihe von Sensoren und Kameras bestückt, die es ermöglichen sollen, die Position des Nutzers im Raum zu erkennen.

Ein PC auf der Nase

Als Antrieb dient ein nicht näher spezifizierter Intel-Prozessor, dem ein von Microsoft entwickelter "Holografischer Prozessor" zur Seite steht. Dessen Aufgabe ist es, die Sensordaten in Echtzeit zu verarbeiten. Der Kontakt zum Netz wird per WLAN hergestellt , wobei die Hololens den Gigabit-Standard IEEE 802.11 AC unterstützt. Die Batterielaufzeit wird mit zwei bis drei Stunden angegeben, das Gewicht mit 579 Gramm.

Man trägt mit der Hololens also einiges an Gewicht auf dem Kopf, hat dafür aber auch einen Windows-10-PC vor den Augen, der Apps in 2 GB Arbeitsspeicher und 64 GB Massenspeicher ablegt. Die Bedienung soll primär per Sprache und Gestensteuerung erfolgen.

Indem Entwickler sich um den Kauf einer solchen Hololens bewerben müssen, will Microsoft sich die Möglichkeit einer Auswahl vorbehalten so dafür sorgen, dass zur allgemeinen Einführung der Datenbrille ein möglichst breit gestreutes Angebot an Apps zur Verfügung steht. Einen Termin dafür hat das Unternehmen noch nicht genannt.und so dafür sorgen, dass zur allgemeinen Einführung der Datenbrille ein möglichst breit gestreutes Angebot an Apps zur Verfügung steht. Einen Termin dafür hat das Unternehmen noch nicht genannt.



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hansglück 01.03.2016
1.
Eure Windows Galerie ist ja hübsch, lässt aber die wichtigen Versionen aus: Windows NT ! Aus den verschiedenen NT Versionen wurde dann am Ende Windows 2000 und dann XP und somit der Grundstein für alle heutigen Windows Versionen. Windows 98 war das Ende diese Reihe und Architektur.
themistokles 01.03.2016
2. Keine Koppelung mit dem PC?
"Im Gegensatz zu VR-Brillen arbeitet die Hololens zudem vollkommen autark und muss nicht mit einem PC gekoppelt werden." Glaube ich nicht. Voher soll denn die Brille ihre darzustellenden Daten bekommen?
zeichenkette 01.03.2016
3. Bei entsprechenden Stückzahlen
sollte das Ding nicht mehr als vielleicht 200 oder maximal 300 Euro kosten. OK, mit entsprechender Gewinnspanne (Konkurrenz gibt es ja nicht, das ist proprietär) eher 600. Dann wäre es den Spass vielleicht wert. Aber die Stückzahlen erreicht man natürlich nicht ohne die passenden Anwendungen. Von daher macht es schon Sinn, sowas erstmal für Entwickler anzubieten. Erscheint mir jedenfalls sehr viel praxisnäher als sich einen Ziegelstein vor den Kopf zu binden, den an einen teuren PC anzukabeln und dann völlig abgekapselt in eine 3D-Welt zu starren. Das taugt nur für Hardcore-Gamer... die es natürlich auch gibt, klar.
zeichenkette 01.03.2016
4. Das Ding IST ein PC
Zitat von themistokles"Im Gegensatz zu VR-Brillen arbeitet die Hololens zudem vollkommen autark und muss nicht mit einem PC gekoppelt werden." Glaube ich nicht. Voher soll denn die Brille ihre darzustellenden Daten bekommen?
Steht doch sogar im Artikel. Das Ding muss seine Daten nicht von einem gekoppelten PC beziehen, weil es selber einer ist. Das ist nicht nur ein Display zum vor den Kopf binden...
themistokles 01.03.2016
5.
Zitat von zeichenketteSteht doch sogar im Artikel. Das Ding muss seine Daten nicht von einem gekoppelten PC beziehen, weil es selber einer ist. Das ist nicht nur ein Display zum vor den Kopf binden...
Nein, da steht im Artikel, dass das zu generierende Bild von der Brille selbst errechnet wird. Da steht aber nichts dazu, woher diese errechneten Daten bzw. die zu projezierenden Informationen ursprünglich kommen. Die Darstellung der Weltkugel mit zusätzlichen Informationen? TV- Streams? Informationen über andere Objekte? Grafische (!) Anwendungen. zB CAD- Zeichnungen? https://www.microsoft.com/microsoft-hololens/en-us https://www.youtube.com/watch?v=qym11JnFQBM Diese Informationen fallen nicht vom Himmerl sondern müssen irgendwoher bezogen werdenb. Und ich glaube kaum, dass das alles nur die Brille alleine kann. Im Youtube- Video sieht man beim Motorrad-Design zB die PC- Anbindung...
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