Surface Laptop Microsoft stellt Schüler-Notebook vor

Schneller als Apples MacBook Pro, ausdauernd und hübsch anzusehen: Mit einem neuen Laptop will Microsoft Schüler und Studenten locken. Aber es ist kein Schnäppchen - und die Software ist abgespeckt.

Microsoft-Manager Panos Panay zeigt das Surface Laptop
AFP

Microsoft-Manager Panos Panay zeigt das Surface Laptop


Microsoft will sich im Bildungsmarkt stark machen. Auf einer Veranstaltung in New York hat der Konzern heute ein neues Notebook vorgestellt, das speziell für Schüler und Studenten entwickelt worden sein soll. Wichtiger aber ist die neue Version des PC-Betriebssystems Windows 10, die auf dem Gerät läuft.

Die als Windows 10 S bezeichnete Software bringt gegenüber herkömmlichen Windows-Versionen einige Beschränkungen mit sich. So lässt das Betriebssystem ausschließlich Software zu, die aus dem Windows Store geladen wurde. Man kann also keine Programme aus anderen Quellen verwenden.

Normale Desktopanwendungen können zwar von dem System ausgeführt werden, müssen dafür aber zuvor angepasst und in den Windows Store geladen werden. Für Firmenkunden, die oft Spezialsoftware benötigen, wird das System damit uninteressant.

Dafür soll die neue Software besonders sicher sein. "Anwendungen werden aus dem Windows Store geladen, wo sie auf ihre Sicherheit überprüft und anschließend lokal in einem separaten und sicheren "Container" ausgeführt werden", heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Für den Betrieb in Schulen soll es beispielsweise möglich sein, vorkonfigurierte Einstellungen per USB-Stick schnell auf vielen Geräten zu installieren.

Laut Microsoft werden Firmen wie Acer, ASUS, Dell, Fujitsu, HP, Samsung und Toshiba in Kürze Computer mit Windows 10 S anbieten. Die Preise für diese Geräte würden bei 189 Dollar beginnen, hieß es in New York.

Von diesem Preispunkt ist das neue Surface Laptop, dass Microsoft ebenfalls vorgestellt hat, allerdings weit entfernt. Wenn es im Juni in Deutschland auf den Markt kommt, soll es in der Grundausstattung mit 4 GB Arbeitsspeicher und 128 GB SSD 1149 Euro kosten. Mehr Leistung und mehr Speicher sind wie immer mit Aufpreisen verbunden. Vorbestellungen sollen bereits ab Dienstagabend möglich sein.

Der hochauflösende Bildschirm des Surface Laptop hat eine Diagonale von 13,5 Zoll, als Prozessoren kommenden Intel-Chips vom Typ Core i5 und Core i7 zum Einsatz. Auch die Bedienung per Stift soll möglich sein, die Tastatur ist mit Alcantara überzogen, soll dadurch sehr leise arbeiten - ganz anders als etwa das aktuelle Macbook Pro von Apple.

Die vier Farbvarianten des Surface Laptop
AFP

Die vier Farbvarianten des Surface Laptop

Ohnehin vergleicht Microsoft das neue Modell intensiv mit Apple-Produkten. So sei es schneller als ein MacBook Pro und halte mit bis zu 14,5 Stunden Akkulaufzeit länger durch als ein MacBook Air. Obwohl Microsoft das Surface-Laptop in den Farben "Platin Grau", "Bordeaux Rot", "Kobalt Blau" und "Graphit Gold" herstellt, wird es auf dem deutschen Markt zunächst nur die graue Variante zu kaufen geben.

mak



insgesamt 35 Beiträge
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Seite 1
Aurifex 02.05.2017
1. Beschränkt
Eine Musterbeispiel für besonders schlechtes Marketing. Denn wer solche Beschränkungen will: "lässt ausschließlich Software zu, die aus dem Windows Store geladen wurde", der kann gleich Jünger bei Apple werden. Auf diese Weise gewinnt man totsicher keine neuen Kunden, Microsoft.
megabeck 02.05.2017
2. Auf zum nächsten Flop
Wenn ich mein Unternehmen zu Grunde richten wollte, würde ich nur Top-Manager von Microsoft einstellen. Ein Schüler- und Studentenlaptop für schlappe 1149 Euro, mit satten 128 GB und 4 GB Arbeitsspeicher. Entwicklungstechnisch ein Leckerbissen und obendrein noch ein Schnäppchen. Ich war noch nie ein Fallobst-Fan, aber wenigstens verwenden die kein abgespecktes OS auf ihren Pommes de ciel.
neindanke! 02.05.2017
3. So entstehen Falschmeldungen....
Selbstverständlich läuft auf dem Surface Laptop auch Windows 10 Pro und somit der gesamte, wenn gewünschte, Anwendungsumfang. Das mögliche Betriebssystem-Upgrade von W10S auf W10Pro wurde in der Vorstellung mindestens zweimal explizit erwähnt. Der Sinn hinter W10S ist die Möglichkeit, ein besser geschütztes System für Schulen und Ausbildung anzubieten - eben genau mit den Vorteilen, mit denen viele Apple-Anhänger argumentieren: weniger Viren, nur geprüfte Software aus dem Store + einfache Administration. Für Bildungseinrichtungen scheint das eine gute Lösung zu sein - und man ist nicht an die Chromebook-Alternative gebunden. Der Witz ist, dass sich ein paar wenige Leute drüber aufregen, aber wahrscheinlich der Grossteil der Nutzer, falls sie im privaten Bereich so ein Gerät anschaffen, im Endeffekt gar nicht das Bedürfnis haben, W10Pro mit voller Funktionalität zu nutzen. Das Konzept von Microsoft ist nachvollziehbar, es sei denn, man weigert sich, über den Tellerrand zu sehen, oder man sucht nur nach Gründen, gegen MS zu bashen.
quadrifolia 02.05.2017
4. MacOS nicht iOS
Immer diese falschen Kommentare zu Apple. Auf einem Mac kann ich jedes erdenkliche Betriebssystem installieren, es gibt keine Limitierung. Ich kann auch jede Software installieren, nicht nur aus dem AppStore, zusätzlich kann ich so gut wie alle Unix Tools nutzen (MacOS ist ein Unix) und wenn gewünscht auch Windows aufspielen (auch parallel zu MacOS). Es geht also MacOS, Unix, Linux, Windows und jede Software egal aus welcher Quelle - alles ohne Limits…
HeinzOtto 02.05.2017
5. Betriebssystem
Ich möchte ein Betriebssystem haben. Mehr soll Windows nicht machen. Ich möchte kein Feature hier und kein Feature da. Dafür gibt es Anbieter, die das können. Das beschrieben Feature, welches MS in abgespeckter Form als Windows 10 S herausbringt, gibt es bereits. Nennt sich Softwareverteilung, Application Virtualization und sonst was. Das sind Hersteller, die sich damit auskennen. Schuster, bleib bei deinen Leisten. Microsoft wird so leider immer unattraktiver.
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