Das hat Microsoft spannend gemacht: Erst jetzt hat der Konzern Preise für seine im Juni angekündigten Tablets mit Intel-Prozessor bekanntgegeben. Je nach Speicherausstattung sollen die Mobilrechner 899 Dollar (64 GB) oder 999 Dollar (128 GB) kosten, heißt es in einem Blog-Eintrag vom Donnerstagabend. Was den Tag der Markteinführung für die Surface mit Windows Pro genannten Computer angeht, will sich das Unternehmen nur grob festlegen: Im Januar 2013 werde man es kaufen können. Der Konzern beendet damit ein monatelanges Rätselraten um die neue Rechner.
Ende Oktober hatte Microsoft das Surface Tablet mit Windows RT eingeführt und damit gleich mehrere Grenzen überschritten, die bis dahin unüberwindbar schienen. Zum einen hatte sich der Konzern selbst zum Hardware-Hersteller gemacht, tritt damit in Konkurrenz zu Windows-Großabnehmern wie Asus, HP und Samsung. Zum anderen hat er mit Windows RT eine Variante seines Betriebssystems entwickelt, die nicht auf den für PCs übliche x86-Prozessoren, sondern auf den sparsameren ARM-Chips läuft. Ein Nachteil dieser Rechner: Sie können keine herkömmliche Windows-Software abspielen.
Mit dem Surface mit Windows Pro bringt Microsoft nun eine Tablet-Variante heraus, die das kann. Als Antrieb dient dem gerät ein Intel Core-i5-Prozessor, das Betriebssystem ist ein gewöhnliches Windows 8 Pro. Sein 10,6-Zoll-Display bietet mit 1920 x 1080 Bildpunkten (Full HD) weit mehr Details als sein Gegenstück beim RT-Modell. Außerdem bietet die Pro-Version eine USB-3.0-Buchse sowie einen Mini-Displayport-Anschluss.
Schwerer Brummer
Und es wird dicker werden: Konnte sich das Surface RT mit neun Millimetern Dicke noch mit dem iPad messen, dürfte das Surface Pro mit seinen 14 Millimetern recht klobig wirken. Zudem ist es mit 900 Gramm deutlich schwerer. Das Zubehör der RT-Serie, also das Touch-Cover mit integrierter Touch-Tastatur und das Type-Cover mit physikalischer Tastatur, passt trotzdem.
Was dagegen gar nicht passt, ist die netzunabhängige Laufzeit, die Microsoft für das Surface mit Windows 8 Pro angibt. Eine entsprechende Frage eines Twitter-Users beantwortete das Unternehmen mit dem Hinweis: "Das Surface Pro wird ungefähr halb so lange auf Akku arbeiten wie das Surface RT." Weil der Konzern für das RT-Modell acht Stunden Laufzeit angibt, muss man also von vier Stunden nomineller Laufzeit ausgehen. Sehr wenig für einen Tablet-Computer.
Abzuwarten bleibt, wie sich das neue Microsoft-Tablet angesichts dieser Eckdaten verkaufen wird. Schließlich bekommt man die RT-Variante bereits für halb so viel Geld (499 Dollar/479 Euro) wie das Pro-Modell in der Top-Variante kosten soll. Und selbst dessen Verkauf läuft einem Bericht der Branchenzeitung "Digitimes" zufolge schleppend. Angeblich hat Microsoft die Bestellungen bei seinen Zulieferern bereits halbiert.
mak
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