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Zweite Vorschauversion: Was Windows 10 schon kann - und was noch nicht

Microsoft-Betriebssystem: Die neue Vorabversion von Windows 10 Fotos
Matthias Kremp

Seit wenigen Tagen ist die zweite Vorabversion von Windows 10 verfügbar. Wir erklären, wie man sie bekommt, welche neuen Funktionen man ausprobieren sollte - und wie man Cortana zum Sprechen bringt.

Mit einer Präsentation am Firmensitz nahe Seattle läutete Microsoft vor wenigen Tagen die zweite Runde des öffentlichen Tests von Windows 10 ein. War die erste Vorschauversion des PC-Betriebssystems noch ganz auf die Bedürfnisse von betrieblichen Anwendern zugeschnitten, soll das jüngste Update auch Privatanwender zufriedenstellen.

Wie schon ihr Vorgänger ist auch die neue Vorschauversion von Windows 10 grundsätzlich für jedermann verfügbar. Um sie aber tatsächlich laden zu können, muss man sich für Microsofts Windows Insider Program registrieren. Ein Vorgang, der schnell erledigt und zudem kostenlos ist.

Im Anschluss lässt sich Windows 10 - aktuell ist die Build-Nr. 9926 - entweder herunterladen oder direkt über die Windows-Update-Funktion installieren. Die Download-Variante bietet die Möglichkeit, die Software auf mehreren PC oder Notebooks zu installieren, nachdem man sie auf einen startfähigen USB-Stick kopiert oder auf eine DVD gebrannt hat. Die Downloads sind je nach Variante drei Gigabyte (32-Bit-Version) beziehungsweise knapp vier Gigabyte (64-Bit-Version) groß.

Das sollte ein PC für Windows 10 mitbringen

Anwender, die bereits die erste Vorabversion von Windows 10 nutzen, haben es dabei leichter. Sie können die neue Version einfach mithilfe der Update-Funktion des Betriebssystems einspielen.

Vor der Installation sollte man prüfen, ob der jeweilige PC auch die Systemvoraussetzungen erfüllt, die Microsoft für Windows 10 vorgibt. Sonderlich hoch sind diese nicht: Schon mit einem 1-GHz-Prozessor, einem Gigabyte Arbeitsspeicher und 16 Gigabyte Festplattenplatz soll das System rund laufen, die 64-Bit-Variante braucht zwei Gigabyte Speicher. Der Monitor sollte mindestens 1024 mal 768 Bildpunkte anzeigen, was für die meisten Systeme kein Problem sein sollte.

Funktioniert nicht auf allen Microsoft-Tablets

Um das System über Windows 7 oder Windows 8.1 installieren zu können, sollte man vor dem Upgrade auf Windows 10 zudem die jeweils aktuellen Servicepacks installieren. Mithilfe der Windows-Update-Funktion lässt sich das weitgehend automatisiert erledigen.

Grundsätzlich sind laut Microsoft alle Computer geeignet, auf denen jetzt Windows 7 oder Windows 8.1 läuft. Rechner mit Windows RT 8.1, dazu gehören auch Microsofts Surface-RT-Tablets, laufen jedoch nicht mit der Vorschauversion.

So können Sie Cortana ausprobieren

Ist Windows 10 installiert, werden viele Anwender eine Enttäuschung erleben, wenn sie versuchen, Cortana aufzurufen. Cortana ist Microsofts sprachgesteuerte Assistenzfunktion, im Grunde so etwas wie Apples Siri. Bisher lief sie nur auf Windows-Smartphones. Mit der aktuellen Version baut Microsoft die Technik auch in sein Desktop-Betriebssystem ein.

Cortana ermöglicht es, dem Computer per Sprache Befehle zu erteilen. Um das klarzustellen: Komplett bedienen kann man den Rechner so nicht. Vielmehr ist Cortana dazu da, Suchanfragen entgegenzunehmen, Termine in den Kalender einzutragen und ähnliches. Eine deutsche Version gibt es leider bisher nicht.

Um Cortana trotzdem ausprobieren zu können, genügen ein paar kleine Änderungen an einem deutschen Windows 10. In den Einstellungen für Zeit & Sprache muss man Land oder Region von Deutschland auf Vereinigte Staaten ändern.

Danach muss bei Sprachen Englisch (United States) hinzufügt werden. Mit einem Mausklick auf Englisch (United States) holt man dann einige Optionen hervor, von denen man Als primär festlegen auswählt. Nach dem nächsten Neustart meldet sich das Betriebssystem dann in englischer Sprache und mit einer funktionsfähigen Cortana. Der merkt man allerdings oft noch an, dass sie glaubt, auf einem Smartphone zu laufen.

Bisher keine Probleme

Dringend zu empfehlen ist es, die Technical Preview nicht auf einem Rechner zu installieren, den man zur täglichen Arbeit, für die Schule oder für den Beruf braucht. Zu groß ist die Gefahr, dass ein verborgener Fehler in der Vorabsoftware das System lahmlegt oder wichtige Daten löscht. Sicherer ist es, beispielsweise einen ausrangierten PC oder einen Zweit-PC zu verwenden.

Fotostrecke

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Windows - die Chronologie: Von Windows 1 bis Windows 10
Bei unseren Tests mit Windows 10 gab es aber keine Probleme. Auf einem gut drei Jahre alten Test-Notebook lief es problemlos und machte weit mehr Spaß als das aktuelle Windows 8.1.

Sich mit dem neuen Betriebssystem zu beschäftigen, lohnt sich ohnehin. Denn viele Anwender werden es gratis bekommen. Laut Microsoft soll es im ersten Jahr nach der Veröffentlichung von Windows 10 ein kostenloses Upgrade für Geräte geben, auf denen Windows 7, Windows 8.1 oder Windows Phone 8.1 läuft.

Wann kommt das fertige Windows 10?

Der Einführungstermin für Windows 10 ist noch offen. "Später in diesem Jahr" werde es veröffentlicht, ist die konkreteste Angabe, die Microsoft bisher gemacht hat.

Bevor es so weit ist, wird es noch zwei wichtige Meilensteine geben: Vermutlich Ende Februar wird die erste Betaversion von Windows 10 für Smartphones erscheinen. Im April findet dann Microsofts jährliche Entwicklerkonferenz Build statt. Für den Konzern wäre das ein guter Zeitpunkt, um sich auf einem Starttermin festzulegen.

So sieht Windows 10 aus
Matthias Kremp

Das neue Startmenü: In ähnlicher Form wie hier in der zweiten Windows-10-Vorabversion gab es das auch schon in der ersten Preview-Version. Im Grunde ist es eine Mischung aus altem Startmenü und der Kacheloptik von Windows 8.

Matthias Kremp

Darf es auch ein bisschen mehr sein? Neu ist, dass man das Startmenü per Mausklick jetzt bildschirmfüllend vergrößern kann. Das ähnelt sehr dem Erscheinungsbild von Windows 8 und ist vor allem auf Tablets nützlich. Vom Desktop aus lässt sich die vollflächige Darstellung auch über die Windows-Taste aktivieren.

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Settings: In erster Linie heben sich die Systemeinstellungen von Windows 10 optisch durch eine feinere Grafik von denselben Funktionen in Vorversionen ab.

Matthias Kremp

Wo soll es hin? Nutzer von Windows-Smartphones kennen diese Funktion bereits: Per Storage Sense kann man Dateien je nach Dateityp an unterschiedlichen Orten speichern lassen.

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Alles auf Anfang! Oder lieber doch nicht? Windows 10 bietet verschiedene Möglichkeiten, das Betriebssystem aufzufrischen oder zu einer vorherigen Version zurückzukehren, ohne dass dabei Daten verloren gehen.

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Mehr Privatsphäre: In den Privatsphäre-Einstellungen lässt sich sehr kleinteilig festlegen, welche Apps beispielsweise Mikrofon und Webcam nutzen dürfen und welche die Standortinformationen.

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Individualisierung: Für viele Anwendungen lässt sich einstellen, welche App das System als Standard verwenden soll. Ist keine alternative App vorhanden, kann man sich passende Apps im Windows Store anzeigen lassen.

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Windows-Explorer: Eine etwas aufgefrischte Optik sorgt für ein moderneres Erscheinungsbild. Zwischen unterschiedlichen Darstellungsgrößen kann man mit der Tastenkombination STRG-SHIFT-Zahl umschalten.

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Mittendrin: Microsofts Online-Speicher OneDrive ist in Windows 10 so tief integriert, dass er sich fast wie eine lokale Festplatte nutzen lässt.

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Benachrichtigungszentrum: Das sogenannte Notification Center informiert über aktuelle Systemmeldungen, neue Nachrichten und anstehende Termine. Auch Drittanbieter-Apps können diesen Platz nutzen.

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Neuer Windows Store: Parallel zu Microsofts etablierten Onlineshop wird in der neuen Windows-10-Version die Betaversion einer überarbeiteten Variante angeboten.

Matthias Kremp

Spielkram: Beim ersten Aufruf der neuen Xbox-App wird man unmissverständlich darauf hingewiesen, dass diese Software noch nicht fertig ist. Updates sollen aber regelmäßig eingespielt werden.

Matthias Kremp

Der Beweis: Schon beim kurzen Ausprobieren der Xbox-App zeigt sich, welche großen Lücken darin noch klaffen. Beim Aufruf vieler Funktionen erscheint nur der Hinweis, diese würden "bald kommen".

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Gut synchronisiert: Die Photos-App von Windows 10 erinnert an ihr Pendant auf Windows-Smartphones, mit dem die Bildbestände via Cloud abgeglichen werden. Auch hier klaffen noch viele Funktionslücken.

Matthias Kremp

Da geht schon was: Grundlegende Bildbearbeitungsfunktionen lassen sich mit der Photos-App schon ausprobieren.

Matthias Kremp

Wissen was geht: Die Karten-App von Windows 10 basiert auf Nokias Here-Maps und zeigt deshalb dieselben Kartendaten und Verkehrsinformationen an, die man auch in den Here-Apps für Smartphones zu sehen bekommt.

Matthias Kremp

Schiefes Bild: Auch eine perspektivische Ansicht bietet die Karten-App. Leider scheinen die Kartendaten nicht überall aktuell zu sein. Die hier eingezeichnete Tankstelle beispielsweise, gibt es schon seit Jahren nicht mehr.

Matthias Kremp

Ein bisschen spartanisch: Grundsätzlich wird Windows 10 noch mit dem Internet Explorer ausgeliefert. Indem man in dessen Adresszeile about:flags eintippt und dann die "Experimental Web Platform Features" auf "Enabled" stellt, kann man aber immerhin schon die dem künftigen Microsoft-Browser zugrundeliegende Trident-Engine aktivieren - auf eigene Gefahr.

Matthias Kremp

Zum Plappern: In die US-Variante von Windows 10 ist bereits eine Vorabversion der sprachgesteuerten Assistenzfunktion Cortana integriert.

Matthias Kremp

Verkehrte Wahrnehmung: Bei manchen Fragen, die man an Cortana richtet, merkt man eindeutig, dass die Software sich auf einem Smartphone wähnt. Hier haben wir gefragt: "What's up?" Cortana gab es bisher nur auf Windows-Smartphones.

Matthias Kremp

Basiswissen: Grundsätzlich lässt sich Cortana mit fast beliebigen Fragen testen. Nicht immer aber erhält man so konkrete Antworten wie hier auf die Frage, wie viele Liter eine US-Gallone sind.

Matthias Kremp

Weiterführende Antwort: Bei manchen komplexen Fragen verweist Cortana nur auf eine Websuche per Bing. Das System steckt eben noch in der Entwicklungsphase.

Matthias Kremp

Ein wenig Humor: Auch auf die Frage, wer denn wohl Siri - Apples Gegenstück zu Cortana - ist, hat das System eine Antwort. Wenn auch eine nur teilweise ernst gemeinte.

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insgesamt 81 Beiträge
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1. naja brauch ich das unbedingt?
mongolord 27.01.2015
Ich finde das reduzierte Design ganz angenehm, auch wenn man sich da wohl klar an Apple orientiert hat. Trotzdem wie gesagt finde ich das Gesamtergebnis ansprechend. Ansonsten wüsste ich nicht warum ich jetzt unbedingt Windows10 brauchen sollte. -Ein Startmenü? Habe ich nicht mehr vermisst fand ich schon immer umständlich und unnötig. -Der neue Sprachassistent scheint ganz nett zu sein, wirklich brauchen tue ich den aber auch nicht. - Bessere Einbindung von anderen Windows-Mobilgeräten? Hab ich nicht, brauch ich nicht. - DX12? Wird bestimmt in ein paar Jahren relevant, im Augenblick eher noch kein Thema. Wenn ich gratis updaten kann, werd ich das vielleicht machen. Aber dann mehr aus Interesse als wirklicher Notwendigkeit. Hab aktuell Win8.1 und kann mich eigentlich nicht beklagen, läuft alles stabil und wie es soll.
2. Abo
ColynCF 27.01.2015
Was fehlt ist der Hinweis, dass Win 10 als "Windows as a service" verteilt wird. D.h. wie in Office 365 wird Windows, zumindest Teile oder Extrafeatures, künftig als zeitgebundener Aboservice verkauft werden. Die Zeiten wo man seine Windows Version einmal gekauft und dann 10 Jahre nutzen konnte geht also vorbei. Künftig muss man mit festen monatlichen / jährlichen Gebühren rechnen. Ein Grund weswegen man sich die Installation der "kostenlosen" Version gut überlegen sollte. Denn das kostenlos gilt für 1 Jahr (zumindest wird nicht mehr versprochen).
3. Das Problem für Microsoft ist
Fred Widmer 27.01.2015
Das Problem für Microsoft (und alle anderen Mitspieler) ist wohl, dass 95% aller Computernutzer alles, was sie benötigen, mit Windows XP, Office 2003 und ein paar freien Programmen wie VLC etc. hinbekommen. Auch benötigen sie für den Hausgebrauch nicht mehr als einen Rechner der Core2-Duo oder -Quad-Klasse (bzw. das AMD-Pedant) von ca. 2008-2010. Aber das sind natürlich ganz subversive Gedanken. "Die Industrie" lebt vorwiegend von "Luxusprodukten", welche für eigens hergestellte "Luxusbedürfnisse" produziert werden müssen - mit fatalen Folgen für die ganze Welt.
4. Ganz gut bis jetzt
Layer_8 27.01.2015
Ich habs seit Samstagabend. Wegen schlechtem Wetter hab ich mich mal vor die Kiste gesetzt. Komme direkt von Windows 7 und hab von 8 keine Ahnung. 10 finde ich bis jetzt ganz gut, zumal es keine so große 'mentale' Umstellung ist, wie damals von XP nach 7. btw hab vor dem "Upgrade" noch ne Imagesicherung gemacht. P.S. Oracle Virtual PC funzt bei mir allerdings nicht mehr
5.
bockwurst09 27.01.2015
Zitat von ColynCFWas fehlt ist der Hinweis, dass Win 10 als "Windows as a service" verteilt wird. D.h. wie in Office 365 wird Windows, zumindest Teile oder Extrafeatures, künftig als zeitgebundener Aboservice verkauft werden. Die Zeiten wo man seine Windows Version einmal gekauft und dann 10 Jahre nutzen konnte geht also vorbei. Künftig muss man mit festen monatlichen / jährlichen Gebühren rechnen. Ein Grund weswegen man sich die Installation der "kostenlosen" Version gut überlegen sollte. Denn das kostenlos gilt für 1 Jahr (zumindest wird nicht mehr versprochen).
Das ist richtig und eigentlich das Entscheidende und einzige Kriterium! Es stellt sich zukünftig nicht mehr die Frage, ob man ein Betriebssystem kauft, sondern mietet. Alles andere ist Augenwischerei von Microsoft und so mit den Vorgängern bis Windows 7 ebenfalls realisierbar.
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