Raus aus der Warteschlange So bekommen Sie Windows 10 sofort

Millionen Nutzer haben Windows 10 bereits installiert, doch viele andere warten noch immer auf ihr kostenloses Upgrade. Dabei gibt es einen einfachen Trick, schneller dran zu kommen.

Matthias Kremp

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Wie oft ich diese Nachricht schon gelesen habe: "Sie erhalten eine Benachrichtigung, wenn Sie mit Ihrem Upgrade beginnen können." Am 29. Juli hatte Microsoft angefangen, Windows 10 an Nutzer auszuliefern, die sich das kostenlose Upgrade reserviert hatten. Der Konzern meldete flink, dass 24 Stunden nach dem Start bereits 14 Millionen Maschinen mit dem neuen System liefen. Mein Notebook allerdings war nicht dabei.

Weil ich in solchen Dingen stets ungeduldig bin, forschte ich auf der Webseite des Herstellers meines Rechners nach und stieß auf eine eindringliche Warnung. "Führen Sie noch kein Upgrade durch", heißt es dort. Man sei noch dabei, die Kompatibilität der eigenen Software mit dem neuen Betriebssystem zu testen, Treiberprogramme anzupassen.

Wann es denn soweit ist, dass ich bedenkenlos upgraden kann, war den Informationen leider nicht zu entnehmen. Treiber und Anwendungen würden demnächst bereitgestellt, schrittweise Upgrade-Anweisungen demnächst veröffentlicht.

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Windows - die Chronologie: Von Windows 1 bis Windows 10
Wie gesagt, ich neige in solchen Dingen zur Ungeduld. Demnächst ist mir fast immer zu spät. Also suchte ich nach einer Möglichkeit, das neue Windows doch schon jetzt auf meinen Mobilrechner zu bekommen. Dass dabei nicht alles glattlaufen würde, möglicherweise nicht alles funktionieren würde wie gewohnt, damit hatte ich gerechnet.

Damit habe ich aber auch kein Problem. Wenn es um meine Computer geht, bin ich mein eigener Support. Wenn Sie nachvollziehen wollen, wie ich Windows 10 installiert habe, ohne auf Microsofts Upgrade-Benachrichtigung zu warten, tun Sie das auf eigene Gefahr. Es können und werden dabei Probleme auftreten. Und dass dabei Daten verloren gehen, ist nicht unwahrscheinlich.

Deshalb sollten sie einige Grundregeln beachten:

Machen Sie ein Back-up aller Ihnen wichtigen Daten!
Das sollte man natürlich sowieso regelmäßig tun. Aber vor der Installation eines neuen Betriebssystems ist das umso wichtiger. Ob Sie sich dabei von einer professionellen Back-up-Software helfen lassen oder Dateien von Hand auf ein externes Speichermedium ziehen, ist Geschmackssache.

Sichern Sie Seriennummern und Lizenzschlüssel von allen Programmen, die Sie installiert haben!
Falls bei der Installation etwas schiefgeht, können Sie verloren gegangene Anwendungen und Spiele damit notfalls neu installieren.

Fertigen Sie ein Wiederherstellungsmedium für Ihren PC an!
Viele Computer werden heutzutage ohne Installations-DVD ausgeliefert. Die Hersteller liefern aber meist Software mit, mit der sich das aktuelle Betriebssystem auf einem USB-Stick oder einer DVD sichern lässt. Von dort kann man es dann neu installieren, falls es mit Windows 10 doch nicht geklappt hat.

Erst mal keine Neuinstallation

Nachdem ich das alles erledigt hatte, konnte ich loslegen. Statt weiter auf das automatische Upgrade zu warten, lud ich Microsofts Tool zur Medienerstellung auf meinen Rechner. Ob man die 32-Bit- oder die 64-Bit-Version herunterladen sollte, erfährt man in den Systemeinstellungen des PC im Kontrollfeld System unter Systemtyp.

So bekommen Sie Windows 10 sofort

Seit Anfang Juni konnte man sich das kostenlose Upgrade auf Windows 10 reservieren, seit dem 29. Juli wird es verteilt. Allerdings nicht an alle gleichzeitig. Viele Nutzer bekommen nur die freundliche Meldung, sich noch etwas zu gedulden.

Der Hersteller unseres zum Testen verwendeten Notebooks warnt mit deutlichen Worten: "Führen Sie noch kein Upgrade durch". Treibersoftware und Zusatzprogramme sind noch nicht an das neue System angepasst.

Die Systeminformationen zeigen, dass der Rechner technisch bestens für Windows 10 gerüstet ist, also wagen wir es, das Update manuell anzustupsen.

Von einer Microsoft-Webseite laden wir das Tool zur Medienerstellung herunter. Anders als der Name es vermuten lässt, kann man damit nicht nur Installationsmedien erstellen, sondern auch ein direktes Upgrade durchführen. Genau das tun wir.

Zuerst gilt es dabei, die Systemsprache und Edition zu selektieren. Dabei sollte man eine Version auswählen, die mit dem bereits installierten Windows korrespondiert, als entweder Home oder Pro. Die mit einem N gekennzeichneten Varianten beziehen sich auf Versionen, die ohne Media Player ausgeliefert worden sind. Ob man die 32-Bit- oder die 64-Bit-Version herunterladen sollte, erfährt man in den Systemeinstellungen des PCs im Kontrollfeld System unter Systemtyp.

Der Download der Installationsdaten kann einige Zeit dauern. Die genaue Zeit ist von der Leistung des Internetanschlusses und der Auslastung der Microsoft-Server abhängig. Irgendwann aber erscheint ein Fenster, dass darauf hinweist, dass die Installation nun beginnen kann. Für das Upgrade ist es sinnvoll, Persönliche Daten und Apps behalten anzuklicken.

Um sicherzustellen, dass man auch wirklich die aktuellen Versionen aller Dateien bekommt, sollte man Microsofts Empfehlung folgen und verfügbare Updates noch vor der Installation herunterladen lassen.

Auch danach ist noch Geduld gefragt. Bevor es mit der Installation so richtig losgeht, bereitet die Software noch einige Dinge vor.

Bei unseren Versuchen wurden wir während des eigentlichen Installationsvorgangs nach dem Product Key für Windows gefragt. Wir haben die Abfrage ignoriert und einfach auf Überspringen geklickt, unsere Windows-Aktivierung blieb trotzdem erhalten.

Auch eine neuerliche Abfrage, ob wir Dateien und Apps behalten wollen, erschien bei einem unserer Versuche.

Trotz recht leistungsfähiger Hardware war kurz vor dem Ende der Installation noch einmal Geduld gefragt, als die Software meldete, dass Windows 10 nun vorbereitet würde.

Die Alternative: Für eine spätere Installation kann man sich mit dem Tool zur Medienerstellung auch ein Installationsmedium erstellen, wahlweise auf USB-Stick oder DVD. In der Regel sollte man dem Stick den Vorzug geben. Ein Modell mit vier GB Speicherplatz reicht aus.

Im Folgenden muss man im Microsoft-Tool noch auswählen, welchen Stick man verwenden will. Dass wir unserem Stick keinen Namen gegeben hatten, war unerheblich.

Auch wenn man Windows 10 bereits installiert hat, wird das gesamte Installationspaket noch einmal heruntergeladen, was wieder etwas Geduld erfordert.

Nach einer Weile ist aber auch der Installations-USB-Stick bereit.

Im Windows-Explorer lässt sich der Inhalt des Sticks betrachten. Um von diesem Sticks aus Windows 10 auf einem PC zu installieren, genügte bei unseren Versuchen ein Doppelklick auf die Datei Setup. Der Installationsvorgang selbst entspricht dann der zuvor beschriebenen Vorgehensweise.

Die Nutzung eines USB-Sticks oder einer DVD hat den Vorteil, dass man bei künftigen Neuinstallationen, oder wenn man die Software auf mehrere Rechner verteilen will, nicht immer wieder das gesamte System neu aus dem Netz ziehen muss.

Geschafft: Nach rund eineinhalb Stunden, die überwiegend von Warterei erfüllt waren, startete der Testrechner zum ersten Mal mit Windows 10 und läuft seither problemlos.

Wichtig: Wenn man das Tool startet, sollte man sich bei der ersten Installation von Windows 10 unbedingt für "Jetzt Upgrade für diesen PC ausführen" entscheiden.

Den Hintergrund erklärt Windows-Experte Paul Thurrott in seinem Blog: Während eines solchen Upgrades auf einem aktivierten Windows-PC erzeugt Microsoft aus dessen Hardware-Konfiguration eine gerätespezifische Prüfsumme und speichert diese auf einem Server.

Bei künftigen Neuinstallationen wird diese Prüfsumme verwendet, um Windows 10 zu aktivieren. Wenn man also von Windows 7 oder Windows 8.1 auf Windows 10 aufrüstet, stellt man auf diese Weise sicher, dass man das Betriebssystem auch zukünftig gratis nutzen kann.

Hat man seinen Rechner einmal auf diese Weise registriert, kann man Windows 10 darauf künftig auch komplett neu installieren, also alle Spuren vorheriger Versionen tilgen. Auch dazu taugt Microsofts Tool zur Medienerstellung.

Zum Durchklicken: Sechs Pressemeinungen zu Windows 10
1. "Golem": Für Windows-7-Nutzer lohnt der Umstieg

Das Tech-Magazin "Golem" rät Nutzern von Windows 7 zum Upgrade, mit der eindeutigen Überschrift: "Der Umstieg von Windows 7 auf Windows 10 lohnt sich!" Tester Ingo Pakalski kommt zu dem Fazit, dass Microsoft mit der neuen Version sein Versprechen erfülle, "wieder stärker auf die Anforderungen von Büroarbeitern einzugehen": "Die wenigen Verschlechterungen und Unstimmigkeiten werden durch die vielen Verbesserungen mehr als aufgewogen." Kritisch merkt Pakalski an, dass der Nutzer mit Blick auf Updates viel Kontrolle aus der Hand geben müsse.

Den ganzen Golem-Artikel finden Sie hier.

2. "c't": Erst einmal in Ruhe abwarten

"Die Entscheidung für oder gegen Windows 10 ist schwerer als bei früheren Versionen", lautet das "Upgrade, ja oder nein?"-Fazit von Axel Vahldiek. "Denn Windows-7-Anwender müssen nicht nur bedenken, dass die neue Version viele spannende Neuerungen hat und dass manches fehlt, sondern dass es eben auch die Idee des 'Windows as a service' gibt." Nicht nur Windows 10 selbst sei unerprobt, sondern auch die Methode zum Ergänzen neuer Funktionen. Vahldiek schlussfolgert: "Wer irgendwo zwischen 'Ich will es sofort' und 'Ich will es gar nicht' steht, sollte erst mal in Ruhe einige Wochen oder Monate abwarten. Zeit genug ist ja."

Den ganzen "c't"-Artikel finden Sie hier (Text hinter Paywall).

3. "The Verge": Unklar, wie ausgereift Windows 10 ist

"Windows 10 scheint eine Kombination der besten Funktionen von Windows 7 und 8 zu sein", schreibt Russel Brandom in einem Vorabtext. Außerdem biete das System einige neue Features und Ideen. Die große Frage sei, wie ausgereift die Release-Version ist. "Nach Vista und Windows 8 ist der Druck groß, einen reibungslosen Start hinzulegen. Doch nach den in der Beta-Version aufgetretenen Fehlern ist das für die Microsoft-Entwickler ein harter Kampf". Brandom empfiehlt, vor der Installation von Windows 10 unbedingt eine vollständige Datensicherung durchzuführen.

Den ganzen englischsprachigen "The Verge"-Artikel finden Sie hier.

4. "Computerworld": Edge und Cortana überzeugen

Preston Gralla vom Magazin "Computerworld" schreibt, dass sich ein Upgrade für Nutzer von Windows 8.1 lohne, trotz mancher Fehler und Ärgernisse. Auch Windows-7-Nutzern legt er einen Wechsel nahe, etwa wegen des digitalen Assistenten Cortana ("eine lohnende Ergänzung") und des neuen Browsers Edge, den er für konkurrenzfähig mit Chrome hält. Gralla schreibt, Windows 10 wirke wieder wie ein einheitliches Betriebssystem, nicht wie ein laienhaft zusammengeschraubter Mix aus zwei verschiedenen Systemen. Am Ende seines Texts verweist auch Gralla darauf, dass man mit dem Upgrade ruhig noch ein wenig warten könne, man habe ja ein ganzes Jahr Zeit.

Den ganzen englischsprachigen "Computerworld"-Artikel finden Sie hier.

5. "Wired": Ein Upgrade lohnt sich

"Wenn Sie Windows 8, 7, XP, ME oder 3.1 benutzen, sollten Sie upgraden", schreibt David Pierce in seinem Test für das Magazin "Wired". Man könne vielleicht ein paar Wochen warten, bis die gröbsten Fehler beseitigt seien, aber spätestens dann lohne der Umstieg auf Windows 10. "Warum auch nicht? Es ist kostenlos, es ist einfach und es ist eine gewaltige Verbesserung – egal, welche Version Sie bisher verwenden." In Windows 10 gebe es deutlich weniger "Was bitte ist das und wie bin ich überhaupt hierhergekommen?"-Momente. Als grundlegende Neuheit sieht Piere die Assistentin Cortana, obwohl deren Spracherkennung offenbar noch nicht perfekt ist.

Den kompletten "Wired"-Test finden Sie hier.

6. "Ars Technica": Das bislang beste Windows

Einen ausführlichen Testbericht hat das Tech-Portal "Ars Technica" veröffentlicht. Am Ende kommt Autor Peter Bright zum Fazit, dass wohl jeder Wechsler von Windows 7 oder 8 bei einem besseren Betriebssystem ankommt, über das man sich weniger ärgert und das effizienter ist: "Windows 10 ist ohne Zweifel besser. Und mit jedem weiteren Monat wird es weiter in Führung gehen und noch besser werden." Er sieht nur wenige Gründe, die gegen einen Umstieg sprechen, etwa spezielle Kompatibilitätsprobleme. Angesichts einiger Bugs in der Release-Version rät Bright aber, mit dem Windows-10-Upgrade noch einige Wochen zu warten.

Den kompletten englischsprachigen "Ars Technica"-Artikel finden Sie hier.

Wählt man statt der Upgrade-Installation Installationsmedien für einen anderen PC erstellen aus, bekommt man die Möglichkeit, entweder einen startfähigen USB-Stick oder eine startfähige Installations-DVD zu erstellen. Zusatzsoftware ist dafür nicht nötig. Wie das geht, erklären wir in der Fotostrecke.

Wenn Ihnen dann aber doch auffallen sollte, dass Sie Windows 10 nicht mögen, gibt es im neuen Microsoft-Betriebssystem eine einfache Möglichkeit, zur Vorgängerversion zurückzukehren. In den Einstellungen unter Update und Sicherheit klickt man dazu den Menüpunkt Wiederherstellung und dort die Option Zu Windows 8.1 zurückkehren an.

Bei meinem Test bekam ich beim Versuch, das auszuprobieren, aber nur den Hinweis, das sei nicht möglich, weil die erforderlichen Dateien bereits vom PC entfernt worden seien. Genau an dieser Stelle wäre es an der Zeit gewesen, den zu Beginn der Aktion erzeugten USB-Stick mit den Wiederherstellungsdateien zu verwenden.

Aber den habe ich dann doch lieber in der Schublade gelassen. Schließlich läuft das manuell installierte Windows 10 bisher vollkommen problemlos auf meinem Notebook. Zeit, es endlich ausführlich auszuprobieren.



insgesamt 128 Beiträge
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Seite 1
ClausWunderlich 05.08.2015
1.
Warum die Eile? Wenn ich so lese was für Probleme passieren könne sollte man einfach warten denn MS wird da noch viel machen müssen.
spon-facebook-10000818758 05.08.2015
2. Schleichwerbung
Warum macht Spon ständig Schleichwerbung für dieses unbrauchbare Windows? Warum keinen Artikel über inovative, zukunftsträchtige Betriebssysteme Wie Linux und OSX? Selbst das fehlerbehaftete Android hat mehr Potential als dieses Verkommene MS- Produkt!
Fackus 05.08.2015
3. Trick schneller ?
warum das denn? Wenn man die Gruselberichte über dieses Win10 und seine Datensammelwut liest, tut man am besten daran, davon ganz die Finger zu lassen. Ausser Datenspionage hat das 'Neue' nämlich praktisch nix zu bieten. 'Cortana' ist digital gewordene Idiotie und als Browser nehm ich lieber einen Duschkopf als so ein NSA-Dingens namens 'edge'.
Teddy0 05.08.2015
4.
Ich warte erstmal ein paar Monate ab, solange wichtige Dinge wie, Lizenz nach Hardwaretausch, möglicher Preis zukünftiger updates und bugs geklärt sind. Bisher ist windows 10 im Grunde nur ein Windows 8.1 mit Startmenü
Hans-WilhelmBerghoff 05.08.2015
5.
Mit dem dem Windows Media Creator kann man keinen bootfähigen USB-Stick erstellen. Das gelingt nur auf Umwegen über die ISO-Datei, die man erhält, wenn man DVD auswählt. Windows 10 pro in der Version 32 und 64bit passt nicht auf eine DVD (>5,8GB). Diese ISO-Datei kann man mit den bekannten Tools als Bootfähigen USB-Stick einrichten. Zum Update bestehender Systeme ist aber Bootfähigkeit nicht erforderlich. Das Update lief hier auf frischen und bis zu 6 Jahre alten Systemen (Intel und alte AMD) völlig problemlos, lediglich der Virenschutz wurde bei der Installation ohne Nachricht an den User abgeschaltet. Im Vergleich zu Linux jedenfalls ein simpler Vorgang, der ohne Informatik-Studium inerhalb von 60 Minuten gelingt. Da man sich bei Windows die Hardware aussuchen kann, ist man auch freier als mit OSX, wo mir ein 3 Jahre alter iMac wegen Defekt (Serienfehler ab Werk!) an der äusserst primitiven, aber nicht bezahlbar austauschbaren Grafikkarte verstarb.
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