Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Privatsphäre-Tipps: So schützen Sie Ihre Daten in Windows 10

Von

Webbrowser in Windows 10: Microsofts Datensammelei kann gebremst werden Zur Großansicht
Felix Knoke

Webbrowser in Windows 10: Microsofts Datensammelei kann gebremst werden

Mit Windows 10 wird alles besser - sagt Microsoft. Viele Neuerungen funktionieren aber nur, weil der Konzern auf Nutzerdaten zugreift. Wir zeigen, wie Sie die Datensammelei sinnvoll einschränken.

Bei der Installation fängt es schon an: Wer es sich beim Aufspielen von Windows 10 bequem macht und die von Microsoft festgelegten Express-Einstellungen akzeptiert, gibt dem Konzern damit gleichzeitig einen Freibrief. Denn die Express-Einstellungen räumen dem Konzern weitgehende Rechte zum Erfassen und Verarbeiten von Nutzerdaten ein.

Im Netz hat diese Vorgehensweise reichlich Kritik hervorgerufen. Verschwörungstheoretiker argwöhnen, der US-Konzern würde mit seiner neuen Software ein gigantisches Botnet aufbauen, andere mutmaßen, Microsofts neuer Internetbrowser Edge übertrage alle Tastatureingaben zur Analyse an Microsoft-Server.

Meist sind solche Vorwürfe aber kaum nachzuvollziehen oder werden von den Urhebern kaum begründet. So wie etwa bei einer Screenshot-Sammlung, mit der ein unter Pseudonym auftretender Nutzer sich über die Datenschutzvorgaben im neuen Windows echauffiert.

Fotostrecke

34  Bilder
Windows - die Chronologie: Von Windows 1 bis Windows 10
Tatsächlich aber gibt es einige Datenfreigaben, die manchem Nutzer Sorgen bereiten könnten. Vieles davon lässt sich abschalten. Wie das geht, erklären wir am Artikelende.

Allerdings lässt sich Microsofts Neugier nicht vollkommen bremsen. So gibt es in der Systemeinstellung Feedback und Diagnose von Windows 10 zwar die Möglichkeit, den Versand von Diagnose- und Nutzungsdaten einzuschränken, ganz abstellen lassen sich die Übertragungen aber nicht.

Zudem geht der Verzicht auf eine Datenfreigabe oft mit einem Verzicht auf Funktionen einher. Wer Microsoft etwa verbietet, Informationen über Kontakte, aktuelle Kalenderereignisse, Sprach- und Handschriftmuster sowie den Eingabeverlauf zu sammeln, muss sowohl auf die Diktierfunktion als auch auf die sprachgesteuerte Assistenzfunktion Cortana verzichten.

Zum Durchklicken: Sechs Pressemeinungen zu Windows 10
1. "Golem": Für Windows-7-Nutzer lohnt der Umstieg

Das Tech-Magazin "Golem" rät Nutzern von Windows 7 zum Upgrade, mit der eindeutigen Überschrift: "Der Umstieg von Windows 7 auf Windows 10 lohnt sich!" Tester Ingo Pakalski kommt zu dem Fazit, dass Microsoft mit der neuen Version sein Versprechen erfülle, "wieder stärker auf die Anforderungen von Büroarbeitern einzugehen": "Die wenigen Verschlechterungen und Unstimmigkeiten werden durch die vielen Verbesserungen mehr als aufgewogen." Kritisch merkt Pakalski an, dass der Nutzer mit Blick auf Updates viel Kontrolle aus der Hand geben müsse.

Den ganzen Golem-Artikel finden Sie hier.

2. "c't": Erst einmal in Ruhe abwarten

"Die Entscheidung für oder gegen Windows 10 ist schwerer als bei früheren Versionen", lautet das "Upgrade, ja oder nein?"-Fazit von Axel Vahldiek. "Denn Windows-7-Anwender müssen nicht nur bedenken, dass die neue Version viele spannende Neuerungen hat und dass manches fehlt, sondern dass es eben auch die Idee des 'Windows as a service' gibt." Nicht nur Windows 10 selbst sei unerprobt, sondern auch die Methode zum Ergänzen neuer Funktionen. Vahldiek schlussfolgert: "Wer irgendwo zwischen 'Ich will es sofort' und 'Ich will es gar nicht' steht, sollte erst mal in Ruhe einige Wochen oder Monate abwarten. Zeit genug ist ja."

Den ganzen "c't"-Artikel finden Sie hier (Text hinter Paywall).

3. "The Verge": Unklar, wie ausgereift Windows 10 ist

"Windows 10 scheint eine Kombination der besten Funktionen von Windows 7 und 8 zu sein", schreibt Russel Brandom in einem Vorabtext. Außerdem biete das System einige neue Features und Ideen. Die große Frage sei, wie ausgereift die Release-Version ist. "Nach Vista und Windows 8 ist der Druck groß, einen reibungslosen Start hinzulegen. Doch nach den in der Beta-Version aufgetretenen Fehlern ist das für die Microsoft-Entwickler ein harter Kampf". Brandom empfiehlt, vor der Installation von Windows 10 unbedingt eine vollständige Datensicherung durchzuführen.

Den ganzen englischsprachigen "The Verge"-Artikel finden Sie hier.

4. "Computerworld": Edge und Cortana überzeugen

Preston Gralla vom Magazin "Computerworld" schreibt, dass sich ein Upgrade für Nutzer von Windows 8.1 lohne, trotz mancher Fehler und Ärgernisse. Auch Windows-7-Nutzern legt er einen Wechsel nahe, etwa wegen des digitalen Assistenten Cortana ("eine lohnende Ergänzung") und des neuen Browsers Edge, den er für konkurrenzfähig mit Chrome hält. Gralla schreibt, Windows 10 wirke wieder wie ein einheitliches Betriebssystem, nicht wie ein laienhaft zusammengeschraubter Mix aus zwei verschiedenen Systemen. Am Ende seines Texts verweist auch Gralla darauf, dass man mit dem Upgrade ruhig noch ein wenig warten könne, man habe ja ein ganzes Jahr Zeit.

Den ganzen englischsprachigen "Computerworld"-Artikel finden Sie hier.

5. "Wired": Ein Upgrade lohnt sich

"Wenn Sie Windows 8, 7, XP, ME oder 3.1 benutzen, sollten Sie upgraden", schreibt David Pierce in seinem Test für das Magazin "Wired". Man könne vielleicht ein paar Wochen warten, bis die gröbsten Fehler beseitigt seien, aber spätestens dann lohne der Umstieg auf Windows 10. "Warum auch nicht? Es ist kostenlos, es ist einfach und es ist eine gewaltige Verbesserung – egal, welche Version Sie bisher verwenden." In Windows 10 gebe es deutlich weniger "Was bitte ist das und wie bin ich überhaupt hierhergekommen?"-Momente. Als grundlegende Neuheit sieht Piere die Assistentin Cortana, obwohl deren Spracherkennung offenbar noch nicht perfekt ist.

Den kompletten "Wired"-Test finden Sie hier.

6. "Ars Technica": Das bislang beste Windows

Einen ausführlichen Testbericht hat das Tech-Portal "Ars Technica" veröffentlicht. Am Ende kommt Autor Peter Bright zum Fazit, dass wohl jeder Wechsler von Windows 7 oder 8 bei einem besseren Betriebssystem ankommt, über das man sich weniger ärgert und das effizienter ist: "Windows 10 ist ohne Zweifel besser. Und mit jedem weiteren Monat wird es weiter in Führung gehen und noch besser werden." Er sieht nur wenige Gründe, die gegen einen Umstieg sprechen, etwa spezielle Kompatibilitätsprobleme. Angesichts einiger Bugs in der Release-Version rät Bright aber, mit dem Windows-10-Upgrade noch einige Wochen zu warten.

Den kompletten englischsprachigen "Ars Technica"-Artikel finden Sie hier.

Wer auf der Microsoft-Website nach Erklärungen oder gar einer Auflistung der Daten sucht, die Windows 10 an den Konzern sendet, findet nur Allgemeinplätze und offene Aufzählungen. So heißt es etwa, es "werden Informationen zur Verwendung von Windows übermittelt". Welche Informationen das sind, wird nicht erklärt. Ebenso unklar ist, wer Zugriff auf die Daten hat. So hätten die "Mitarbeiter, Auftragnehmer, Lieferanten und Partner" von Microsoft "möglicherweise Zugriff" auf "relevante Teile der gesammelten Informationen".

Solche Formulierungen wecken kein Vertrauen. Aber steckt dahinter wirklich böser Wille - oder hält sich Microsoft damit nur völlig legitime Nutzungsmöglichkeiten offen?

Tatsache ist, dass sich viele Funktionen in modernen Betriebssystemen nur umsetzen lassen, wenn man Details über seine Computernutzung zur Auswertung an einen Zentralserver übermittelt. So können moderne Suchfunktionen wie Microsofts Cortana, Apples Siri und Googles Google Now nur dann ihre Trefferqualität verbessern, wenn sie umfangreiche Informationen über das Verhalten ihrer Nutzer sammeln und auswerten dürfen.

Für Anwender bedeutet das, dass man einen Mittelweg finden muss, der einerseits ein Mindestmaß an Privatsphäre gewährleistet und anderseits ein modernes Betriebssystem nicht verkrüppelt.

Hier zeigen wir, wie sich die Datensammelei von Windows 10 sinnvoll einschränken lässt:

So verbesseren Sie den Datenschutz von Windows 10

Bei der Installation von Windows 10 können Sie erweiterte Einstellungen vornehmen. Klicken Sie dafür beim Installationspunkt Schnell einsteigen auf Einstellungen anpassen am unteren Bildschirmrand. Hier können Sie getrost alle Einstellungen deaktivieren - bis auf eine Ausnahme: Lassen Sie den SmartScreen-Schutz unter Browser und Schutz aktiviert.

Sollten Sie Windows 10 schon installiert haben, drücken Sie die Tastenkombination Windows-Taste + I und klicken Sie auf Datenschutz. Von hier aus können Sie sehr kleinteilig einstellen, welche Daten Windows und Apps verwenden dürfen und welche nicht.

Der wichtigste Schalter ist der erste: Verbieten Sie Ihrem Windows einfach die Verwendung einer Werbungs-ID. Der SmartScreen-Filter sollte, anders als hier zu sehen, eingeschaltet werden. Er bietet etwas mehr Web-Schutz bei etwas weniger Privatsphäre.

Unter Feedback und Diagnose können Sie justieren, wie oft und in welchem Umfang Diagnose- und Nutzungsdaten Ihres PC an Microsoft geschickt werden sollen. Ganz abschalten lässt sich diese Datenübertragung nicht, man kann sie aber auf ein Minimum reduzieren. Für Teilnehmer des Windows-Insider-Programms, die Windows-Updates immer vorab bekommen, ist die vollständige Übertragung der Nutzungsdaten fest voreingestellt.

Microsofts Sprachsuchfunktion Cortana ist praktisch, muss aber, um richtig funktionieren zu können, viele Daten darüber, wie und wonach Sie im Netz suchen, an Microsoft übertragen. Wenn Sie das nicht wollen können Sie Cortana einfach abschalten. Klicken Sie dazu auf das Lupensymbol, links unten in der Taskleiste, und dann auf Nicht interessiert - und dann auf das Zahnradsymbol . Wenn Cortana bei Ihnen bereits aktiviert ist, klicken Sie zuerst auf das Lupensymbol, dann in der Symbolleiste links auf das Symbol unter dem Haussymbol und dort auf Einstellungen.

Um Cortana, und damit die erweiterten Hilfsfunktionen der sprachgesteuerten Assistenzfunktion, zu deaktivieren, müssen Sie nun in den Einstellungen alles abschalten.

Öffnen Sie nun über das Startmenü den neuen Microsoft-Browser Edge und klicken Sie auf das Drei-Punkte-Symbol rechts oben und dann auf Einstellungen.

Scrollen Sie im Einstellungen-Menü ganz nach unten und klicken Sie auf Erweiterte Einstellungen anzeigen.

In den Erweiterten Einstellungen aktivieren Sie Do Not Track-Anforderungen (nicht nachverfolgen) senden. Wenn Sie Cortana nicht nutzen wollen, sollten Sie hier außerdem Cortana soll mich bei Microsoft Edge unterstützen deaktivieren. Außerdem können Sie hier die Standard-Suchmaschine festlegen, die der Edge-Browser benutzen soll. Statt Microsofts Bing lässt sich beispielsweise die auf den Schutz der Privatsphäre spezialisierte Suchmaschine DuckDuckGo einstellen. Dazu müssen Sie im Browser-Fenster www.duckduckgo.com aufrufen, dann wieder die Erweiterten Einstellungen aufrufen und dort unter In der Adressleiste suchen mit auf Neu hinzufügen klicken. Klicken Sie dann auf den Eintrag für duckduckgo.com und danach auf Als Standard hinzufügen.

Scrollen Sie in den Erweiterten Einstellungen noch etwas weiter nach unten, können Sie festlegen, dass Nur Cookies von Drittanbietern blockiert werden sollen.

Für Fortgeschrittene: Wer ohne Microsoft-Account und Online-Anmeldung mit Windows 10 arbeiten will, sollte über ein Lokales Konto auf Windows 10 zugreifen. Sollten Sie Ihr Windows 10 bereits mit einem Microsoft-Account verknüpft haben, können Sie die Anmeldung am PC trotzdem nachträglich auf ein lokales Konto ändern. Öffnen Sie dazu die Systemeinstellungen per Windows-Taste + I und wählen Sie den Menüpunkt Konten aus. Indem Sie dort auf Stattdessen mit einem lokalen Konto anmelden klicken, können Sie die Bindung an Ihren Microsoft-Account aufheben.

Wenn Sie jetzt noch verhindern wollen, dass Ihnen im Webbrowser personalisierte Werbung angezeigt wird, folgen Sie diesem Link (http://choice.microsoft.com/de-de/opt-out) und klicken Sie im Feld Personalisierte Werbung in diesem Browser auf Aus.

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 117 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Win 10 scheint die gleiche
epigone 03.08.2015
Habe mich mit Mailadresse vorangemeldet, als Gratis-Upgrader von Win 8.1 aus. Bis dato hat mich keine Nachricht von Microsoft zum nun bereitsstehenden Download erreicht. Letzte Nacht habe ich aktiv über die Systemsteuerung das Upgrade als Aktualisierung angestoßen - der Download von knapp 3 GB hat schon mal die gesammte Nacht gedauert. Und nach endlich vollzogenem Download und dem Anstoßen des Installationsprozesses kam die Meldung: Aktion fehlgeschlagen. Nun verlangt das System die Wiederholung des gesamten Downloads. Irgendwie wie immer mit MS ...
2. das ja lustig !
orthonormalbürger 03.08.2015
Da dachte man Microsoft lernt, sieht das der Nutzer alles mit seinem Betriebssystem einstellen will, aber nein. Wieder alles falsch gemacht. Ich weis schon warum ich bei 7 bleiben werde. So ein Schwachsinn diese Datensaugerei. Selbst schuld wer sowas nutzt, hoffe Microsoft wird das spüren an den Verkaufszahlen
3.
cb. 03.08.2015
Der Screenshot im Titelfoto zeigt übrigens Firefox und nicht Edge. Und: ihr nutzt also selbst auch Adblock Plus? :)
4.
DMenakker 03.08.2015
Was loben die alle an Cortana? Den nervigen Mist habe ich auf meinem 630-er als allererstes abgeschalten bzw. noch nie verwendet. Alleine das Thema Spracherkennung. Bevor ich jemals anfange mit meinem Computer zu reden, ziehe ich mir freiwillig die weisse Jacke mit den verschlossenen Armen an.
5. Ubuntu
carobello 03.08.2015
Ich amüsiere mich köstlich über die bestehenden Probleme mit MS und den Lösungsvorschlägen der Probleme des "Upgrades" für MS! Seit 2 Jahren habe ich nur noch Ubuntu, seit Februar auch als Smartphone und seitdem viele Sorgen weniger.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Netzwelt auf Twitter

Über diesen Account erreichen Sie das Ressort und verpassen keinen Artikel.



Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: