Mobile World Congress Der Stift, mit dem man sprechen kann

Gute Ideen müssen nicht groß sein: Auf der Handymesse in Barcelona hat Asus im Hinterzimmer ein auf den ersten Blick vollkommen unscheinbares Gadget gezeigt, das auf den zweiten Blick zum Renner werden könnte.

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Von , Barcelona


Im Januar hatte ich den Transformer Prime im praktischen Einsatz getestet, das erste Tablet mit einem Quadcore-Prozessor. Mich hat damals das Touchscreen-und-Tastatur-Dilemma gestört: Der Prime besteht aus einem Tablet und einem Tastaturdock, in das man den Flachrechner einklinken kann. Verwendet man das Gerät als Mini-Notebook, ist es nervig, immer wieder den Arm auszustrecken, um Symbole mit dem Finger über den Bildschirm zu schieben.

Nun hat Asus auf dem Mobile World Congress den Prototypen eines kleinen Geräts gezeigt, das dieses Problem lösen könnte. Es hat nicht nur das Potential, die Armmuskulatur in solchen Fällen zu entspannen, es könnte auch in vielen anderen Situationen und mit vielen anderen Geräten einen ganz praktischen Nutzen haben.

Das Tabletzubehör sieht unscheinbar aus wie ein Kugelschreiber, bei dem die Schreibspitze durch einen Gummiknubbel ersetzt wurde. Das ganze ist hübsch in ein schlankes und stabiles Metallgehäuse verpackt. Ich habe das kurz im Umgang mit einem Transformer-Tablet/Notebook ausprobiert und bin begeistert. Die wenigen Zentimeter, um die der Stift den Arm verlängert, entspannen Touch-Aktionen beim Umgang mit dem aufrecht gestellten Touchscreen.

Aber das kann auch jeder andere Knubbelstift. Was das Asus-Modell auszeichnet ist, dass er gleichzeitig eine Freisprecheinrichtung ist. Per Bluetooth an ein Tablet oder Handy gekoppelt, kann ich Anrufe per Druck auf eine Taste entgegennehmen, die Lautstärke über eine Wipptaste regulieren. Damit kann der Stift für mich prima ein Bluetooth-Headset ersetzen, dass ich sonst bräuchte, um die Telefonfunktion der immer größeren Handys und Telefon-Tablets zu verwenden.

Charmant ist dabei, das ich damit weder ständig mit einem "Knopf im Ohr" herumlaufen, noch selbigen bei eingehenden Anrufen hektisch auf den Gehörgang drücken muss. Es genügt, einfach den Stift aus der Jackentasche zu ziehen, und ich bin gesprächsbereit. Das sieht gewöhnungsbedürftig aus. Aber der Umgang mit dem Freisprechstift ist weniger irritierend als der mit einem superkleinen Headset.

Theoretisch zumindest. Denn bisher ist der schicke Stift nur eine Prototyp. Wann und zu welchem Preis die kommunikative Zeigehilfe auf den Markt kommt, ist noch nicht klar. Sicher ist dagegen, dass der Bedarf für solche Fingerverlängerungen bald dramatisch steigen dürfte: Im Herbst kommt die erste Welle der Windows-8-Notebooks und -PC mit Touchscreen und Tastaturauf den Markt.

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a-synchron 01.03.2012
1.
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEGute Ideen müssen nicht groß sein: Auf der Handymesse in Barcelona hat Asus im Hinterzimmer ein auf den ersten Blick vollkommen unscheinbares Gadget gezeigt, das auf den zweiten Blick zum Renner werden könnte. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,818557,00.html
Aber beim Autofahren brauchen sie dann doch wieder etwas anderes zum Telefonieren ;-) Ich geh doch mal davon aus, es gibt keinen Unterschied einen Stift oder ein Telefon am Ohr zu halten und zu sprechen, während der Fahrt.
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