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Mobilfunk der Zukunft Nokia startet Aufholjagd gegen Apple

Zukunftskonzepte: Nokias Aufholjagd
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REUTERS

2. Teil: Profite - Geschlagen von einem einzigen Produkt

Zwar sind die Finnen nach wie vor der Hersteller mit den höchsten verkauften Stückzahlen, aber Geld macht man nicht nur mit Masse: Im dritten Geschäftsquartal wurde Nokia in Bezug auf seine Profite erstmals überholt - und das ausgerechnet von einem Branchenneuling, der nur ein Produkt zu bieten hat.

Dafür aber ein besonders smartes: Apple verdiente am iPhone unglaubliche 1,6 Milliarden Dollar, Nokia mit all seinen Handys "nur" 1,1 Milliarden Dollar, meldete am Mittwoch die Nachrichtenagentur Bloomberg. Kein Wunder: Der Sex-Appeal des Produkts verführt die Kunden dazu, ungewöhnlich viel Geld auszugeben.

Apple hat nicht nur wesentlich mehr Anwendungen in petto als Nokia - oft sind die Programme der Amerikaner ihren Nokia-Pendants auch technisch überlegen. Höchste Zeit also für Nokia, hier nachzulegen. Und die Finnen legen sich ins Zeug: So präsentiert Nokia auf seiner Hausmesse einige Ideen, wie Handys künftig beim Sammeln und Auswerten medizinischer Daten helfen können. Das Beispiel zeigt, in welchem Maße es dabei um eine Aufholjagd geht. Denn ähnliche Ideen hat Apple bereits Anfang März bei der Präsentation seines neuen iPhone Betriebssystems vorgestellt und bietet sie längst in seinem App Store an.

Auch beim Thema Augmented Reality hat die Konkurrenz gegenüber Nokia einen Vorsprung. Die Anwendungen Wikitude und Layer etwa, die Informationen zu Gebäuden, Wohnungsangeboten oder die Standorte des nächsten Geldautomaten in den auf dem Display angezeigten Ausschnitt der Wirklichkeit einblenden, gibt es bislang nur für das iPhone und Googles Betriebssystem Android.

Das einzige Augmented-Reality-Programm, das Nokia bislang anbietet, hinkt diesen Echtzeit-Anwendungen einen Evolutionsschritt hinterher. Mit Hilfe des Programms Point and find können Nutzer Gegenstände in ihrer Umgebung fotografieren - das Handy ruft dann automatisch passende Zusatzinformationen oder E-Commerce-Seiten auf. Die Anwendung, die Nokia prominent auf der hauseigenen Innovationsmesse ausstellt, wurde zudem schon 2007 - auf der ersten The Way We Live Next - angekündigt und 2008 eingeführt.

Beste Absichten, keine konkreten Pläne

Jetzt allerdings hat es sich Nokia offenbar in den Kopf gesetzt, den Innovationsvorsprung der Konkurrenten aufzuholen. Einen konkreten Zeitplan für den Start neuer realitätserweiternder Anwendungen gebe es zwar noch nicht, sagt Entwicklungschefin McDowell. Allerdings habe man zahlreiche Programm-Prototypen in den insgesamt elf Nokia-Forschungslaboren entwickelt.

Einige der Projekte hat Jyri Huopaniemi, Direktor des Forschungslabors im finnischen Tampere, auf Anfrage erläutert. Unter anderem arbeite der Handy-Riese an einer Anwendung namens Image Space, die mit dem Smartphone aufgenommene Bilder und Videos mit genauen Metadaten versieht. Neben den obligatorischen Orts- und Zeitangaben wird durch Kompass- und Neigungssensoren - Hardware, die in viele moderne Smartphones bereits eingebaut ist - auch der genaue Blickwinkel eines Bildes festgehalten. Wenn etwa Hunderte Nutzer die Spitze des Empire State Buildings aus verschiedenen Perspektiven fotografieren, können später andere Nutzer vom Fuße des Gebäudes aus genau jenes Bild abrufen, das genau ihrem Blickwinkel entspricht. Das Handy soll so mittels Datenbank zum Fernglas werden.

Henry Tirri, dem als globalen Recherche- und Entwicklungschef alle elf Nokia-Forschungslabore unterstehen, betont zudem, dass sich auch die Hardware in den kommenden Jahren grundlegend verändern wird. So existiere bereits jetzt in einem Nokia-Forschungslabor ein brillenähnlicher Sensor, mit dem sich Augenbewegungen ablesen und als Bedienbefehle für die Hardware einsetzen lassen. In einer weit entfernten Zukunft seien gar Kontaktlinsen möglich, die via Bluetooth oder einem anderen Übertragungsstandard mit dem Smartphone kommunizieren, die dem Nutzer die erweiterten Realitätsschichten direkt aufs Auge projizieren und die gleichzeitig gewisse biologische Daten wie die Körpertemperatur erheben. Huopaniemi betont, die Entwicklung dieser sogenannten Head Mounted Devices (HMD) sei eine Recherchedomäne, die Nokia "besonders interessiert".

Think big: Nokias starke Konzepte brauchen stärkere Technik

Bis es solche Technologien geben wird, wird freilich noch einige Zeit vergehen. Die nahtlose Überblendung von Realität und virtuellen Zusatzinformationen erfordert unter anderem höhere mobile Datenübertragungsraten, längere Akkulaufzeiten und eine wesentlich präzisere GPS-Ortung als es die momentan in Smartphones eingebauten Sensoren zulassen.

Dennoch bietet dieses Forschungsfeld dem Handy-Giganten eine Chance, den Innovationsvorsprung der Konkurrenz aufzuholen. Nokias mobiles Betriebssystem 'Symbian' habe eine ausgesprochen hohe Verbreitung, sagt Tech-Experte Bender von Oliver Wyman. "Damit kommt Nokia in der Verbreitung neuer Technologien und Anwendungen - wie Augmented Reality - eine Schlüsselrolle zu." Sobald entsprechende Symbian-Anwendungen bereit stünden, werde eine sehr große Nutzerzahl aus dem Stand davon profitieren. Diesen Vorteil werde Nokia verstärkt auszuspielen versuchen.

Allerdings schläft die Konkurrenz nicht. Apple schweigt sich über die eigenen Forschungsfortschritte zwar traditionell aus. Doch es gibt andere Forschungsstätten, die aktuell sehr machtvolle Apps entwickeln - und das nicht nur für Nokia.

SRI International etwa baut momentan ein Programm namens Siri, das unter anderem mittels GPS-Sensoren und dem Abgleich von Kalenderdaten das Verhalten eines Nutzers protokolliert - und nach einer Lernphase komplexe Befehle entgegennehmen soll. Per Sprachbefehl soll man dem Programm etwa auftragen können: "Suche für mich und Karen ein Restaurant, reserviere einen Tisch - und trage die Verabredung in unsere beiden Kalender ein." Laut "New York Times" soll die Anwendung Anfang 2010 auf den Markt kommen - als erstes wohl als iPhone-App.

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insgesamt 20 Beiträge
Stankus 11.11.2009
Ich selbst bin leidgeplagter Besitzer eines Nokia N97, welches 2 mal in Reparatur war und einmal getauscht wurde. Wenn Nokia glaubt, Apple ein- oder überholen zu können, dann ist dies wohl nur ein Wunschtraum. Die Bedienung des [...]
Ich selbst bin leidgeplagter Besitzer eines Nokia N97, welches 2 mal in Reparatur war und einmal getauscht wurde. Wenn Nokia glaubt, Apple ein- oder überholen zu können, dann ist dies wohl nur ein Wunschtraum. Die Bedienung des Telefons (zu mehr ist es kaum zu gebrauchen) ist, verglichen mit dem iPhone, wirklich grauenhaft. Das besondere Feature, die externe Tastatur, ist oft unbenutzbar - sofern man ein weißes Exemplar besitzt. Trotz ausreichender Umgebungshelligkeit schaltet sich bei den weißen Tasten die weiße Hintergrundbeleuchtung ein, was zu Folge hat dass auf den Tasten nichts mehr zu erkennen ist und man daher nicht mehr schreiben kann. Der Nokia Service-Point rät zum kostenpflichtigen(!) Tausch der Tastatur gegen ein schwarzes Pendant - ein Armutszeugnis für Nokia. Wenn ich noch einmal die Wahl hätte, würde ich sofort zum iPhone greifen.
mrmartin19 11.11.2009
als N958GB Besitzer der seit 1994 ununterbrochen Nokia Mobiltelefone verwendet hat wird das N958GB das letzte Nokia Telefon sein. Hauptgrund ist der fehlende Smartphone Support. Nokia versteht es einfach nicht, dass der [...]
als N958GB Besitzer der seit 1994 ununterbrochen Nokia Mobiltelefone verwendet hat wird das N958GB das letzte Nokia Telefon sein. Hauptgrund ist der fehlende Smartphone Support. Nokia versteht es einfach nicht, dass der Supportlevel für ein mehrere Hundert Euro teures Telefon ein anderer sein muß wie für ein 1 Euro Telefon. Die N958GB Hardware ist genial und kann auch nach 2 Jahren noch mithalten, aber die Software ist grauenhaft. Nokia hat 1 Jahr gebraucht um den Bewegungssensor dazu zu verwenden den Bildschirm automatisch zu kippen und dann kommt lange nichts mehr. Ich habe das Telefon seit fast 2 Jahren bin aber eher selten im Internet unterwegs weil es mit dem N95 einfach keinen Spaß macht. Die ganze Navigation etc. ist mäßig. Dann die PC Software, teilweise grauenhaft. Da könnte ich hier Seiten füllen. Wenn ich z.B. Karten laden will dann ist die PC Software nicht in der Lage zu erkennen was schon geladen ist um einen Delta-Update zu machen. D.h. alle Karten müssen gelöscht werden und ich muß die ganzen Karten + die neue Karte neu laden, unglaublich. Wenn der Spassfaktor dann wenigstens da wäre, aber im Gegenteil. Meine Kollegen mit Blackberrys können auf mehr "Fun-apps" zugreifen als ich auf meinem N95. Dann gibt es für die N-Serie noch nicht mal einen Blackberry Client den es für andere Nokia Modelle gibt. Das könnte ich jetzt noch beliebig weiterführen. Schade, Nokia hat mal die besten Telefone gebaut die es gab, aber bei den Smartphones einfach den Zug verpasst.
acitapple 11.11.2009
als das iphone vorgestellt wurde, kommentierte nokia das mit sprüchen wie "keine konkurrenz" u.ä. auf einmal wollen sie aber aufholen. das kommt davon, wenn so eine firma von buchhaltern regiert wird...
als das iphone vorgestellt wurde, kommentierte nokia das mit sprüchen wie "keine konkurrenz" u.ä. auf einmal wollen sie aber aufholen. das kommt davon, wenn so eine firma von buchhaltern regiert wird...
lassehoffe 11.11.2009
Keine Chance mehr, der Zug ist abgefahren. Der bessere hat gewonnen.
Zitat von sysop"Such ein Restaurant, reserviere einen Tisch und trag den Termin in die Kalender meiner Freunde ein": Wer die schlausten Handy-Anwendungen anbietet, wird den Mobilfunkmarkt der Zukunft beherrschen. Momentan hat Apple die Nase vorn - jetzt versucht Nokia mit neuen Angeboten zu kontern. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,660663,00.html
Keine Chance mehr, der Zug ist abgefahren. Der bessere hat gewonnen.
mime 12.11.2009
...der einfach auf der iPhone-Welle mitschwimmen will. Augmented Reality Apps wird es wohl für alle möglichen Smartphones geben, das ist absolut unabhängig von Apple oder Nokia und liegt ganz allein an den Entwicklern dieser [...]
...der einfach auf der iPhone-Welle mitschwimmen will. Augmented Reality Apps wird es wohl für alle möglichen Smartphones geben, das ist absolut unabhängig von Apple oder Nokia und liegt ganz allein an den Entwicklern dieser Programme. Und somit wird das noch ein flächendeckender Markt für alle möglichen Betriebssysteme. Ich selbst habe alle Augmented Reality Apps auf meinem iPhone, da mich das Thema sehr interessiert. Aber bis jetzt gibt es nur Spielerei und Müll, da es erst dann interessant wird, wenn die Applikationen Motive über die Kamera erkennen und mit Informationen erweitern. Bisher arbeiten nur GPS und Kompass und somit ist der genaue Standort eigentlich egal, da komme ich mit "Karten" mitsamt Navigation weiter als mit jeder billigen AR App, die mir einen Batzen Informationen, die genau in der gleichen Richtung liegen, so übereinander stapelt, dass ich nix mehr lesen oder klicken kann. Ich warte auf die App, die ein Gebäude erkennt und dann fein daneben die dazugehörigen Informationen aus Wikipedia oder woher auch immer anführt. Dann können wir von Augmented Reality sprechen. Bis dahin scheint noch ein kleiner Weg. Und ich teste weiter fleißig jede App.
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