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MorePhone: Dieses Handy verbiegt sich

Forschungsprojekt MorePhone: Biegen statt Brummen Zur Großansicht
Queen's University

Forschungsprojekt MorePhone: Biegen statt Brummen

Heute klingelt das Handy, morgen krümmt es sich vielleicht: Kanadische Forscher haben ein biegsames Handy-Display vorgestellt. Bei eingehenden Anrufen soll es nicht klingeln oder brummen, sondern sich krümmen. Allzu weit von der Realität scheint das Konzept nicht entfernt.

Die Forscher am Human Media Lab der kanadischen Queen's University wollen Handys und Tablets platt machen. 2011 zeigten sie den Prototyp eines hauchdünnen Handys, PaperPhone nannten sie dieses Modell. Gut ein Jahr später übertrugen sie die Idee auf Tablets, führten in einem Hotel in Las Vegas das PaperTab vor. Der neuste Prototyp der Entwickler: ein Handy, das eingehende Anrufe signalisiert, indem es sich verbiegt.

"Die Anwender haben sich daran gewöhnt, dass ihr Handy klingelt oder im lautlosen Modus vibriert", erklärt Entwicklungsleiter Roel Vertegaal. Das Problem dabei sei, dass man die aktuellen Formen lautloser Benachrichtigungen oft nicht mitbekommt und dadurch Nachrichten oder Anrufe verpasst. Die Idee der kanadischen Forscher soll dieses Problem lösen. "Mit dem MorePhone kann man sein Smartphone auf den Tisch legen und erkennen, wenn es die Form ändert, weil jemand anruft", sagt Vertegaal.

Mit herkömmlichen Handys lässt sich das allerdings nicht umsetzen. Geräte wie das iPhone oder ein Galaxy-Smartphone lasen sich nicht verbiegen, sondern nur zerbrechen - und das auch nur einmal. Deshalb setzten die Forscher auf ein anderes Material: flexible Kunststoff-Displays, die in Dresden von Plastic Logic hergestellt werden.


Diese Bildschirme ähneln den E-Ink-Displays von E-Book-Readern wie Amazons Kindle, nur dass sie auf einer biegsamen Kunststofffolie basieren. Für das MorePhone haben die Entwickler diese Displays mit formerinnernden Metallstreifen erweitert. Diese Streifen verbiegen sich, wenn Spannung angelegt wird. Auf diese Weise kann das Gerät als Ganzes oder auch nur eine von drei Ecken verbogen werden. Bei ihrem Prototyp nutzen die Kanadier das, um unterschiedliche Nachrichtentypen anzuzeigen. Dabei steht eine Ecke für ankommende E-Mails, eine andere für SMS, und wenn sich das ganze Gerät verbiegt, wird damit ein Anruf mitgeteilt.

Wie schon bei PaperPhone und PaperTab ist der Prototyp keineswegs praxistauglich. Die komplette Steuerelektronik ist in externe Rechner ausgelagert. Das MorePhone ist derzeit also im Grunde nur der Bildschirm.

Das erste Biege-Handy soll noch in diesem Jahr kommen

Trotzdem ist eine Umsetzung dieser Idee in absehbarer Zeit denkbar. Auf verschiedenen Messen haben Firmen wie Samsung, Sharp und LG in den vergangenen Jahren biegsame Bildschirme und darauf basierende Designkonzepte für Smartphones vorgeführt. LG kündigte nun bei der Vorstellung der Quartalszahlen an, man werde noch in diesem Jahr tatsächlich ein Handy mit einem solchen Display auf den Markt bringen .

Wie das aussehen wird, ist noch völlig unklar. Abgesehen vom Bildschirm dürften nicht viele Komponenten darin biegsam sein. Sollte den Koreanern dieser Coup gelingen, könnten sie sich damit einen ordentlichen Vorsprung vor der Konkurrenz herausarbeiten.

mak

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insgesamt 13 Beiträge
hotte69 30.04.2013
gibt es bald handytablet Folien , geklebt auf die Haut (bezieht von dort auch Elektrizität ) oder in das Sakko gewebt ( lichtbetrieben oder mit Bewegungsenergie ) ?
gibt es bald handytablet Folien , geklebt auf die Haut (bezieht von dort auch Elektrizität ) oder in das Sakko gewebt ( lichtbetrieben oder mit Bewegungsenergie ) ?
dasandereich 30.04.2013
Für männliche Handy-in-der-Hosentasche-Trager mit Vorsicht zu genießen: Frau zum Mann: "Werden Sie angerufen oder freuen Sie sich so, mich zu sehen"
Für männliche Handy-in-der-Hosentasche-Trager mit Vorsicht zu genießen: Frau zum Mann: "Werden Sie angerufen oder freuen Sie sich so, mich zu sehen"
geotie 30.04.2013
Braucht man das oder ist es wieder nur ein Ding was jeder haben muss im IN zu sein?
Zitat von hotte69gibt es bald handytablet Folien , geklebt auf die Haut (bezieht von dort auch Elektrizität ) oder in das Sakko gewebt ( lichtbetrieben oder mit Bewegungsenergie ) ?
Braucht man das oder ist es wieder nur ein Ding was jeder haben muss im IN zu sein?
vitalik 30.04.2013
Was denn nun? "All zu weit von der Realität scheint das Konzept nicht entfernt." Und dann ist das doch nur ein Display, das nicht einmal ein Farb-Display ist, sondern nur ein Ebook-ähnlich. Die Problematik der [...]
Was denn nun? "All zu weit von der Realität scheint das Konzept nicht entfernt." Und dann ist das doch nur ein Display, das nicht einmal ein Farb-Display ist, sondern nur ein Ebook-ähnlich. Die Problematik der Elektronik ist auch noch nicht gelöst und dann noch wird erwähnen, dass andere Hersteller verbogene Displays vorstellen wollen. Erwähnt wird aber nicht, dass das Display zwar gebogen, aber nicht beweglich ist. Also solche, die Samsung bereits in unzähligen Videos vorgestellt hat. Was ist denn nun nicht weit von der Realität. Also das Telefon, das sich beim Anruf verbiegt ist es auf jeden Fall nicht.
Wieder mal eine hübsche Design-Studie, die zeigt, was man neuerdings alles kann. Das hat seine Berechtigung und bringt eventuell positive Effekte für spätere Erfindungen. Aber dem Ganzen dann einen sofortigen, direkten Nutzen für [...]
Wieder mal eine hübsche Design-Studie, die zeigt, was man neuerdings alles kann. Das hat seine Berechtigung und bringt eventuell positive Effekte für spätere Erfindungen. Aber dem Ganzen dann einen sofortigen, direkten Nutzen für den Endverbraucher anzudichten? In der Regel schaut man ja nicht jederzeit auf sein Handy, sondern benötigt ein akustisches oder sensorisches Signal (eben der Klingelton oder die Vibration), gerade eben weil man nicht hinsieht. Und wenn man doch hinschaut, dann kann man gleich aufs Display schauen.
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  • Dienstag, 30.04.2013 – 15:47 Uhr
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