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Luftraumüberwachung: Nasa will Drohnen von Mobilfunkmasten aus kontrollieren

Die Nasa plant offenbar für eine Zukunft, in der der Himmel voller Drohnen hängt. Einem Zeitungsbericht zufolge arbeitet die Raumfahrtbehörde zusammen mit Verizon an einem System zur Flugsicherung für unbemannte Fluggeräte.

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Corbis

Drohne: Luftraumüberwachung von Mobilfunktürmen aus?

Drohnen, die über den USA unterwegs sind, könnten künftig mithilfe von Mobilfunkantennen überwacht und bei Bedarf sogar fremdgesteuert werden. Einem Bericht des britischen"Guardian" zufolge haben die Weltraumbehörde Nasa und der Telekommunikationskonzern Verizon bereits im vergangenen Jahr eine Vereinbarung getroffen. Derzufolge will man gemeinsam erkunden, ob "Mobilfunktürme für die Kommunikation mit und die Kontrolle von unbemannten Fluggeräten in niedriger Flughöhe genutzt werden könnten".

Verizon betreibt dem Bericht zufolge mit 12.000 bis 15.000 Antennentürmen das größte derartige Netz in den USA. Laut "Guardian" stehen für das Projekt 500.000 Dollar bereit, es ist am Ames Research Center der Nasa in Kalifornien angesiedelt. Schon diesen Sommer soll es demnach erste Tests geben. Bis 2019 solle die neue Technologie fertig sein. Der "Guardian" hat die entsprechenden Dokumente mithilfe einer Anfrage nach dem US-Informationsfreiheitsgesetz bekommen.

Notlandungen bei schlechtem Wetter

Im Endeffekt geht es bei dem Projekt offenbar um eine Art Flugsicherheitskontrolle für Drohnen. Derzeit existiert ein solches System für unbemannte Fluggeräte im Gegensatz zu anderen Flugzeugen nicht.

Die Nasa interessiert sich dem "Guardian" zufolge beispielsweise für die Möglichkeit, unsichtbare Zäune um bestimmte Bereiche zu ziehen, in die Drohnen dann einfach nicht hineingesteuert werden könnten, etwa um das Weiße Haus. In dessen Garten war erst im Januar eine Drohne gelandet.

Es ist auch die Rede von der Möglichkeit, Drohnen bei plötzlich schlechten Witterungsbedingungen sicher zu landen. Oder von der Möglichkeit, in überfüllten Lufträumen bestimmten Drohnen Vorrang vor anderen einzuräumen. Auch Kollisionen mit Gebäuden könnten mit derartiger Technik möglicherweise vermieden werden.

Die Nasa erwägt dem Bericht zufolge eine Reihe unterschiedlicher Ansätze zur Überwachung der Fluggeräte, etwa Radar, Satellitensysteme oder Mobilfunksignale. Gleichzeitig bräuchten Drohnen weiterhin eigene Sensoren, um Kollisionen zu vermeiden, wenn gerade keine Datenverbindung zu dem Kontrollsystem besteht.

Kommerzielle Anbieter sind mit an Bord

Für ein Projekt solcher Größe erscheint eine Finanzierungssumme von 500.000 Dollar allerdings eher bescheiden. Dem Bericht zufolge arbeitet die Nasa aber auch mit Google und Amazon zusammen, die derzeit beide mit der Entwicklung von Lieferdrohnen beschäftigt sind. Amazon allein will demzufolge 1,8 Millionen Dollar investieren, um seine Prime Air Drohnen im Ames Research Center testen zu lassen, Google will demnach 450.000 Dollar investieren, damit dort selbstfahrende Autos und möglicherweise auch Drohnen aus seinem Project Wing genannten Programm getestet werden.

Der "Guardian" zitiert aus einem Nasa-Papier: "Das UTM-System könnte entwickelt und getestet werden, sodass es sowohl auf die geplanten Lieferoperationen Amazons als auch die anderer Betreiber passen würde."

cis

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insgesamt 24 Beiträge
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1. Hut ab!
denkmal! 04.06.2015
Na, also! Es wird zusammen kommen, was zusammengehört. Der grosse Bruder und die sieben fliegenden Zwerge. Die Dystopie erscheint immerklarer auf dem Radarschirm unseres Zeitalters. Schnell gibts die Antidrohnen, etc. Nee, alles klar! Danke für das letzte Puzzle unserer neueren Weltordnung! Hut ab zum Gebet, Leute!
2.
DocMoriarty 04.06.2015
Denen geht der Allerwerteste auf Grundeis angesichts der Tatsache, daß ein paar Leuten wegen der Politik der neoliberalen Verbrecher der letzten Jahre langsam aber sicher die Sicherung durchbrennen könnte. Daher auch die Bestrebungen zur Totalüberwachung. Im Prinzip ist die Idee aber nicht schlecht, Drohnen könnte man von überall in der Welt aus steuern, wenn man die Steuerung mit Hilfe eines Mobiltelefons realisiert, was Anschläge mit Drohnen aufs Weisse Haus und ähnliche Einrichtungen des organisierten Verbrechens relativ sicher macht. Man stelle sich nur vor, daß z.B. von den 360 Mio für G7 in Elmau die Kindergärtnerinnen auf Jahre hinaus dreifaches Gehalt beziehen könnten. Nur mal so nebenbei. Ferner enthält der Artikel in einem Nebensatz auch für 9/11 relevante Details, die der Öffentlichkeit so i.d.R. nicht bewußt sind. Die Hintermänner und Schuldigen von 9/11 laufen schließtlich immer noch frei rum, das darf man nie vergessen!
3. Clever
amidelis 04.06.2015
Dass Drohnen ein unverzichtbarer Bestandteil des altagslebens werden ist absehbar. Nur wie ? Die Führung via vorhandener Masten ist eine sehr clevere Idee. Briefträger Pizzabote und Kuriere werden der Vergangenheit angehören. Es ist ein Horror sich vorzustellen wieviele Menschen und Jobs durch Maschinen einfach ersatzlos ins besitos gedrängt werden. Das wird die Gesellschaft unendlich viel kosten. Drohnen werden keine Sozialversicherungsnummer haben.
4. Vorsicht!!! Alle wieder zurueck auf die Baeume!
NewYork76 04.06.2015
Da arbeitet die NASA endlich mal an etwas, das praktischen Nutzen hat - die "sinnlose Geldverschwendung" diverser Raumfahrtprogramme wurde hier ja schon ausfuehrlich diskutiert - und schon wird hier von Totalueberwachung, Jobkiller und dem Ende der Welt gewettert. Die Dronen-Kontrolle ist der naechste logische und notwendige Schritt um Dronen sicher einsetzen zu koennen. Und die Nutzung einer schon bestehenden Infrastruktur ist eine sehr gute Idee. Beim regulaeren Flugverkehr kaeme ja wohl auch keiner auf die Idee alle Flugzeuge in Eigenregie fliegen zu lassen. Aber bei den Woertern Drone, NASA und Ueberwachung faengt der pavlowsche deutsche Schaeferhund natuerlich sofort zu bellen an...
5. Eine sowohl logische als auch notwendige Idee!
tweet4fun 04.06.2015
Die Anzahl insbesondere privater Hobby-Drohnen wird künftig drastisch zunehmen, weil sie für Hinz und Kunz zugänglich sind. Sie sind billig und erfordern in den meisten Fällen keine Lizenz oder Flugausbildung. Da kauft dann der Onkel Heinz dem kleinen Kevin eine Drohne zum Geburtstag, und der fliegt das Teil dann gleich mal über dem Spielplatz herum. Auch kann man sich vorstellen, daß künftig über einem schweren Verkehrsunfall mehrere Drohnen von Gaffern und Zeitungsreportern gleichzeitig herumschwirren und nicht nur Jeden gefährden, sondern z.B. auch einen Rettungshubschrauber behindern können. Selbst wenn dichtbesiedelte Wohngebiete wegen der Unfallgefahren für Drohnen gesperrt sein mögen – wer von den Drohnenbesitzern würde sich denn darum kümmern? Ich möchte mal das allgemeine Jammern hören, wenn eines dieser dämlichen Spielzeuge außer Kontrolle gerät und einen Menschen am Boden schwer verletzt. Eine Steuerungsmöglichkeit dieser dämlichen Pest von außen ist deshalb grundsätzlich zu begrüßen! Allerdings könnte man sich das sparen, wenn Drohnen (ähnlich einer Schußwaffe) strengen Zulassungs- und Gebrauchsvorschriften, inklusive schmerzhaften Geldstrafen bei Mißbrauch, unterliegen würden. Solange das aber nicht grundlegend und einwandfrei gesetzlich geregelt ist, bleibt nur die Möglichkeit, Drohnen zwangsweise von außen zu steuern.
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