E-Reader NeRD US-Navy präsentiert U-Boot-Kindle

Auch die Besatzung von Kriegs-U-Booten liest gerne E-Books. Die US-Navy hat deshalb jetzt einen eigenen E-Reader vorgestellt, den NeRD. Im Vergleich zu Kindle und Co. sind dessen Funktionen aber relativ beschränkt.

E-Book-Reader NeRD: Feste Auswahl von 300 Büchern

E-Book-Reader NeRD: Feste Auswahl von 300 Büchern


Die US-Kriegsmarine hat einen E-Book-Reader entwickeln lassen. NeRD nennt sie das Gerät, eine Abkürzung für den vollständigen Produktennamen, der Navy eReader Device lautet. Zunächst sollen 365 NeRD-Geräte produziert werden, jeweils beladen mit 300 E-Books, darunter Krimis von Tom Clancy und James Patterson und Fantasy-Bestseller wie "Das Lied von Eis und Feuer" und "Der Herr der Ringe".

Was auf den Geräten landet, können die Matrosen jedoch nicht selbst entscheiden, die Bücherauswahl übernimmt die Navy. So wundert es nicht, dass sich auf dem NeRD standardmäßig auch E-Books zur Marinegeschichte befinden. "Der NeRD liefert E-Book-Inhalte, die die berufliche Weiterbildung fördern", schreibt der Gerätehersteller.

Überhaupt ist das E-Ink-Gerät frei von Spielereien. Anders als etwa Amazons Kindle kann das Gerät keine Internetverbindung herstellen. Sich kurz mal eben übers Netz neue Bücher herunterladen, funktioniert also nicht. Auch die auf dem Gerät gespeicherten Daten lassen sich nicht ändern - eine Schutzmaßnahme, damit niemand unerwünschte Inhalte auf den NeRD schmuggeln kann.

iPads sind in den U-Booten verboten

So sehr der NeRD den Nutzer einschränkt, Navy-Matrosen dürfte das Gerät wohl trotzdem freuen. An Bord von U-Booten wird bislang nämlich vor allem analog gelesen, wobei die Bücherauswahl aufgrund des geringen Platzes dürftig ausfällt. Wie "The Verge" berichtet, erlaubt die Navy auch keine iPads in ihren U-Booten; zu groß sei die Gefahr, dass Spione die Gerätkamera für Aufnahmen nutzen oder, dass die Funksignale beim Auftauchen die Bootsposition verraten. Hinsichtlich Kindle-Geräten und anderen E-Reader sollen ähnliche Vorsichtsmaßnahmen gelten.

Entwickelt wurde der NeRD vom Technikunternehmen Findaway World, das dafür mit dem Navy General Library Program (NGLP) kooperierte, einer Initiative, die unter anderem E- und Audio-Books an Navy-Mitarbeiter und deren Angehörige verleiht. Man wolle den Matrosen nicht nur an der Küste Zugang zum digitalen Angebot bieten, erklärt Nilya Carrato vom NGLP.

Zunächst sollen an jedes U-Boot ungefähr fünf E-Reader ausgeliefert werden, mehrere Matrosen sollen sich jeweils ein Gerät teilen.

mbö



insgesamt 5 Beiträge
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wpstier 09.05.2014
1. Ein Mensch kann beschränkt sein,
aber Funktionen können nur eingeschränkt sein! " Im Vergleich zu Kindle und Co. sind dessen Funktionen aber relativ beschränkt."
totalmayhem 09.05.2014
2.
Zitat von sysopAuch die Besatzung von Kriegs-U-Booten liest gerne E-Books. Die US-Navy hat deshalb jetzt einen eigenen E-Reader vorgestellt, den NeRD. Im Vergleich zu Kindle und Co. sind dessen Funktionen aber relativ beschränkt. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/nerd-navy-praesentiert-eigenen-e-book-reader-a-968339.html
Hauptsache product placement. Es ist eben kein Kindle. Ein Kindle muss ja staendig mit Amazons Buchladen verbunden sein, zwecks Benutzerkontrolle. Wenn das Ding jetzt noch Frontbeleuchtung und nen Kartenslot haette waer ich dran interessiert, da komplett DRM-befreite Soft- und Hardware. Sowas kriegt man sonst nur per Chinaversand. ;)
moev 09.05.2014
3.
Zitat von totalmayhemHauptsache product placement. Es ist eben kein Kindle. Ein Kindle muss ja staendig mit Amazons Buchladen verbunden sein, zwecks Benutzerkontrolle. Wenn das Ding jetzt noch Frontbeleuchtung und nen Kartenslot haette waer ich dran interessiert, da komplett DRM-befreite Soft- und Hardware. Sowas kriegt man sonst nur per Chinaversand. ;)
Das muss der Kindle selbstverständlich nicht, sonst wäre die WLAN Variante z.B. unterwegs völlig unbrauchbar.
Kessl 09.05.2014
4. Hirnverbrannt
Ich gehe jede Wette ein, Amazon würde der Navy 1.000 Kindle liefern wenn sie die Navy für Webezwecke missbrauchen darf, kostenlos und ohne W-Lan, dafür mit 300 Büchern drauf. Aber da hätte vermutlich keine 100.000 Dollar gekostet, wäre also keine Option gewesen.
MartinS. 09.05.2014
5. ...
Zitat von KesslIch gehe jede Wette ein, Amazon würde der Navy 1.000 Kindle liefern wenn sie die Navy für Webezwecke missbrauchen darf, kostenlos und ohne W-Lan, dafür mit 300 Büchern drauf. Aber da hätte vermutlich keine 100.000 Dollar gekostet, wäre also keine Option gewesen.
Naja - ganz so billig wäre es nicht geworden. Immerhin hätte amazon dazu ja die Hardware modifizieren müssen und eine Software, die auch nur auf einen NAVI-Server zugreift (oder besser noch - ohnehin nur noch kabelgebundene Übermittlung möglich macht) Die haben doch gerade deshalb ein extra Gerät entwickelt, weil sie keine Funkverbindung, keine Kameras und keine freie Möglichkeit der Datenspeicherung wollen. (und ich würde nichtmal ausschließen, dass sie die Grund-Hardware tatsächlich von nem Kindle oder einem anderen Gerät einfach nur zugekauft haben und eben für ihre Zwecke modifiziert)
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