Google-Zukauf Nest ruft 440.000 Rauchmelder zurück

Die Google-Tochter Nest hat noch immer Probleme mit ihren Rauchmeldern: Die US-Behörde für Produktsicherheit hat nun den Rückruf von 440.000 Geräten bekannt gegeben. Einen Verkaufsstopp gibt es schon länger.

Nest-Rauchmelder (Werbebild): Rückrufaktion für Hunderttausende Geräte gestartet
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Nest-Rauchmelder (Werbebild): Rückrufaktion für Hunderttausende Geräte gestartet


Palo Alto - Das von Google übernommene Unternehmen Nest muss hunderttausende Rauchmelder wegen fehlerhafter Software zurücknehmen. Die US-Behörde für Produktsicherheit erklärte am Mittwoch, die Besitzer von rund 440.000 Rauchmeldern hätten das Recht auf eine Erstattung des Kaufpreises.

Schon im April hatte Nest bekannt gegeben, dass es bei den Geräten mit dem Namen Nest Protect Schwierigkeiten mit der Wink-Funktion gibt. Die Funktion ermöglicht es, Alarme durch Wedeln mit den Armen abzuschalten. Doch auch andere Gesten könnten unabsichtlich den Alarm deaktivieren, teilte Nest im Firmenblog mit. Der Verkauf der Geräte wurde bis auf Weiteres gestoppt.

Nest hatte schon damals eine Rückgabe der Geräte samt Preiserstattung angeboten, außerdem veröffentlichte die Firma ein Software-Update, das die Wink-Funktion abschaltet - auf diesem Weg sollen sich die Rauchmelder ohne Sicherheitsrisiko weiter nutzen lassen.

Bislang keine Unfälle bekannt

Die Produktsicherheitsbehörde meldet nun, es gebe bislang keine Berichte über mögliche Unfälle, Verletzungen oder Schäden in Zusammenhang mit dem Software-Problem. Dem "Guardian" sagte Nest, die Protect-Geräte könnten schon "in einigen Wochen" wieder in den Handel kommen.

Google hatte Nest im Januar für 3,2 Milliarden Dollar gekauft. Das Start-up stellt neben modernen Rauchmeldern auch intelligente Thermostate her, das heißt: Geräte, die mit dem Internet verbunden sind und drahtlos gesteuert werden können. Zudem können Sensoren zum Beispiel erfassen, ob das Licht an oder aus ist oder ob sich Menschen in der Wohnung bewegen.

Datenschützer waren nach Ankündigung der Google-Übernahme besorgt, dass der Internetkonzern Daten über das Verhalten der Nest-Kunden sammeln und auswerten könnte.

mbö/AFP



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insgesamt 7 Beiträge
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mythix 22.05.2014
1.
Der Seitenhieb bezüglich Daten - Sammeln musste sein, oder? ;)
Bundeskanzler20XX 22.05.2014
2.
Aber heute muss ja überall immer mehr technischer Müll rein der keinen tatsächlichen Mehrwert bringt. Wie sagt man so schön: "Perfektion ist erst dann erreicht wenn man nichtsmehr weg lassen kann!"
Falsche Küste 22.05.2014
3. Sinn des Winkens
Der Sinn der Wink-Funktion ist folgende: wenn in der Kueche mal was anbrennt und viel Rauch erzeugt wird, der in den Wohnbereich dringt, springt der Rauchmelder an. Bei herkoemmlichen Rauchmeldern muss man nun dafuer sorgen den Rauch vom Rauchmelder wegzufaechern, damit dieser ausgeht. Wenn man alleine ist, ist man jedoch damit beschaeftigt, sich um das Angebrannte in der Kueche zu kuemmern und kann nicht auch noch gleichzeitig Rauch vom Rauchmelder wegfaechern. Ein einfacher Wink um den ueberaus unangenehmnen, wenn nicht nervtoetenden Rauchalarm auszustellen ist in solchen Situationen aeusserst hilfreich.
armi-nator 22.05.2014
4. Wenn "Dinge" Software bekommen
Das kommt davon, wenn man bald jeden Dreckskrümel zuerst mit einem Prozessor und und dann noch mit einem Betriebssystem meint ausstatten zu müssen. Blödsinn, den die Welt nicht braucht, von japanischen Auslandstudenten-Nerds in USA entwickelt, und von unreifen sechzehnjährigen Computer-Spielkindern in aller Welt mit dem Taschengeld von ihren Eltern über Crowdfunding finanziert. Und am Ende soll ich diesen Scheiß kaufen, damit mir dann das Betriebssystem da drin abstürzt, genau wie in meinem Router, meinem Repeater, meinem Fernseher und den vier Computern und sieben Handys im Haushalt. Ja klar doch. Weil was anderes hab ich ja nicht zu tun als jetzt auch noch in fünf Rauchmeldern regelmäßig das Linux zu reparieren. Die haben doch ein Rad ab.
Kiste 22.05.2014
5.
Funktionsstörungen an Rauchmeldern scheinen ja häufiger vorzukommen. Mein Vermieter hat uns Mieter mit Funkrauchmeldern beglückt, sagt aber nicht, wohin die funken. Ab und zu piepen die auch unvermittelt, ohne dass es irgendeine Rauchentwicklung gab, gerne auch mal mitten in der Nacht. Da das nervt, habe ich sie abgeschraubt und schallsicher verstaut. Die Wartungsfirma wird voraussichtlich bald einen Mitarbeiter schicken (meist russichsprachig), der dann meine Wohnung betreten und überprüfen möchte. Auf jeden Fall wird der eigentliche Zweck der Rauchmelder durch diese Billiggeräte unterlaufen. Ich überlege schon, ob ich mir wieder meinen eigenen batteriebetrieben aufhänge.
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