Probleme mit Wink-Funktion Nest stoppt Verkauf seines Rauchmelders

Der Google-Zukauf Nest hat Probleme in seinem Kerngeschäft. Die Firma, für die Google 3,2 Milliarden Dollar zahlte, hat den Verkauf ihres vernetzten Rauchmelders gestoppt. Schuld ist eine offensiv beworbene Wink-Funktion.

Nest-Rauchmelder: Verkauf vorerst gestoppt
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Nest-Rauchmelder: Verkauf vorerst gestoppt


Palo Alto - Der vernetzte Rauchmelder Nest Protect wird vorerst nicht mehr verkauft: Hersteller Nest meldet Probleme mit der Wink-Funktion - ausgerechnet einem jener Features, die das Gerät von herkömmlichen Rauchmeldern abheben sollen. Außer einem intelligenten Thermostat ist Nest Protect das einzige Produkt, das Nest anbietet - für das Unternehmen ist der Verkaufsstopp also durchaus blamabel.

Die Wink-Funktion - auf der Produkt-Website detailliert vorgestellt - ermöglicht es, den Rauchmelder auszuschalten, indem man unmittelbar vor dem Gerät winkt. So sollen sich Fehlalarme vermeiden lassen, zum Beispiel, wenn nur etwas auf dem Herd angebrannt ist. Bei Tests will Nest nun aber festgestellt haben, dass man den Alarm mit solchen Bewegungen auch ungewollt deaktivieren könne. "Das könnte den Alarm bei einem echten Brand verzögern", schrieb Gründer Tony Fadell am Donnerstag in einem Blog-Eintrag.

Nutzern des Nest Protect rät Fadell nun, das Feature abzuschalten. Bei Rauchmeldern, die ans Internet angeschlossen sind, soll die Wink-Funktion per Software-Update automatisch deaktiviert werden. Fehlalarme lassen sich dann nur noch per Tastendruck beenden. Nest legt Wert darauf, dass das Unternehmen die Probleme selbst entdeckt hat. Man habe keine entsprechenden Kundenberichte erhalten. Wer seinen Rauchmelder nun nicht mehr behalten wolle, könne sich den - mit 130 Dollar vergleichsweise hohen - Kaufpreis erstatten lassen.

Bislang gab es die Nest-Rauchmelder nur in den USA, in Kanada und in Großbritannien zu kaufen. Nest hatte allerdings eine schnelle Expansion in Europa angekündigt, als es am Mittwoch auch sein Thermostat in Großbritannien auf den Markt brachte. Nest war im Januar für 3,2 Milliarden Dollar von Google gekauft worden. Firmengründer Fadell hatte für Apple einst den iPod entworfen.

mbö/dpa

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insgesamt 4 Beiträge
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ralf_si 04.04.2014
1. optional
Ein guter Anlass, das Google-Produkt zurückgeben zu können.
berufskonsument 04.04.2014
2.
Ich glaube kaum, dass ein Rauchmelder mit so einer Funktion ein VdS-Siegel bekommt. Brauchbare, zertifizierte, vernetzte Rauchmelder gibt es auch für 100 Euro weniger. Da steht dann auch in der Anleitung, in welchen Räumen Rauchmelder notwendig sind (Fluchtwege), wo sie sinnvoll sind (Wohn- und Schlafräume) und wo man keine installiert (Küche, Bad).
M. Michaelis 04.04.2014
3.
Damit gibt es keinen Grund überhaupt diesen Rauchmelder zu kaufen, denn sonst kann er ja nix was andere nicht auch können.
m.kruegel 04.04.2014
4. Hoffentlich bald wieder verfügbar
Der Melder ist besser als mancher meint: - VdS-Siegel ist schön, aber nicht das non plus ultra. Für einen solchen Melder gibt es noch gar keine Prüfkriterien - 100Euro weniger geht wohl kaum, wenn der Listenpreis 130 Dollar (94€) beträgt - der Melder spricht, man erfährt im Wohnzimmer, dass es im Schlafzimmer brennt - der Alarm wird auch nach außen gesendet (App + Email). Das braucht sonst eine separate teure Alarmanlage o.ä. - Vernetzung funktioniert im Internet - mehrere Objekte können "zusammengeschaltet" werden Die Liste der Alleinstellungsmerkmale ließe sich noch fortsetzen. Hoffentlich bald mit deutscher Sprache verfügbar!
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