NetUSB Sicherheitslücke bedroht Millionen Router

Eine Komfortfunktion vieler Router macht die Geräte anfällig für Angriffe. Millionen Geräte könnten betroffen sein - schneller Schutz ist nicht bei allen Geräten möglich.

Betroffener Router von TP-Link: Komfortfunktion sorgt für Ärger
TP Link

Betroffener Router von TP-Link: Komfortfunktion sorgt für Ärger


In vielen modernen Internetroutern haben die USB-Anschlüsse mittlerweile eine besondere Funktion: Festplatten und Drucker, die daran angeschlossen werden, können von allen Nutzern im Netzwerk gemeinsam verwendet werden. Jetzt stellt sich heraus: Ausgerechnet diese Komfortfunktion macht viele Geräte angreifbar.

Das geht aus einem Bericht der österreichischen Unternehmensberatung SEC Consult hervor. In der Software, die den USB-Komfort auf vielen Routern erst möglich macht, hat die auf Computersicherheit spezialisierte Firma eine Sicherheitslücke gefunden, die Angreifer leicht ausnutzen könnten.

In einem Blog-Eintrag der Firma heißt es, dass sich die Software aushebeln lässt, wenn man einen Computernamen benutzt, der länger als 64 Zeichen ist. Dieser simple Trick führt zu einem sogenannten Speicherüberlauf, einem "Buffer Overflow". Laut SEC Consult könnte ein Angreifer diesen Fehler ausnutzen, um einen eigenen Code auf dem Router auszuführen oder das Gerät schlicht lahmzulegen.

Weil derartige Fehler eigentlich ein Relikt der Vergangenheit sein sollten, sparen die Autoren von SEC Consult nicht mit Häme. Im Blog-Eintrag lästern sie: "Die Neunzigerjahren wollen ihre Sicherheitslücke zurück" - und erklären, dass diese Form des Speicherüberlaufs heutzutage selten geworden sei.

Hersteller reagiert nicht auf Anfragen

Schuld an dem Problem ist eine sogenannte Treibersoftware mit der Bezeichnung NetUSB. Sie stellt die Verbindung zwischen der USB-Buchse und dem Netzwerk her und wurde von dem Experten in Dutzenden Geräten gefunden. Betroffen sind demnach Router von Firmen wie TP-Link, Netgear, Trendnet und Zyxel.

Allerdings vermutet SEC Consult das Problem in vielen weiteren Geräten. Eine Liste von Routern, in denen die Lücke gefunden wurde, sowie eine Liste von Verdachtsfällen hat das Unternehmen bereits veröffentlicht. Viele der Geräte seien gerade erst auf den Markt gekommen, warnt SEC.

Versuche, mit dem Hersteller der NetUSB-Software, der taiwanesischen Firma KCodes, wegen der Sicherheitslücke ins Gespräch zu kommen, sind den Schilderungen von SEC Consult zufolge gescheitert. Zwar habe man der Firma im Februar eine genaue Analyse des Problems übermittelt, darauf aber nur "sinnlose Antworten" bekommen.

Spätere Versuche, Kontakt aufzunehmen, seien ignoriert worden. Die Routerhersteller habe man deshalb mithilfe sogenannter CERTs (Computer Emergency Response Team), das sind sozusagen öffentliche EDV-Eingreiftruppen, informiert.

Schnelle Hilfe ist nicht immer möglich

Laut SEC Consult hat TP-Link bereits Sicherheits-Updates für rund 40 Routermodelle angekündigt. Der in Deutschland populäre Hersteller AVM erklärte gegenüber "Heise Security", Fritzbox-Router seien für den Fehler nicht anfällig, "da der verwundbare Treiber nicht eingesetzt wird". Zyxel gibt ebenfalls an, an entsprechenden Updates zu arbeiten.

In der Zwischenzeit könne man sich behelfen, indem man den NetUSB-Treiber in der Steuerungssoftware des Routers deaktiviere, schreibt SEC Consult. Das sei allerdings nicht immer möglich. In Netgear-Geräten beispielsweise gebe es keine Möglichkeit, den fehlerhaften Treiber abzuschalten.

Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.

mak

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insgesamt 40 Beiträge
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Seite 1
huger56 21.05.2015
1. Problem?
Wer hat schon eine Computerbezeichnung von mehr als 64 Zeichen? Natürlich wurde da offenbar geschlampt, wenn offensichtliche Lücken nicht berücksichtigt werden, aber ein wirkliches Problem scheint das ja wohl nicht zu sein.
mightyschneider 21.05.2015
2.
SEC Consult sollte erst einmal die deutsche Rechtschreibung beherrschen, bevor sie andere an den Pranger stellt.
exil-teutone 21.05.2015
3. Viel einfacherere Lösung
Einfach nichts an die USB ports des Routers stöpseln! Router sollten Router sein, und Netzwerkdrucker sollten Netzwerkdrucker sein. Mittlerweile sind Drucker mit eingebauter Netzwerkschnittstelle üblich, und simple Netzwerkkabel kosten 'nen Appel und Ei.
kein_freiburger 21.05.2015
4. @2
da sind sicher neue, und vom Bitkom usw. seit Jahren sehnlichst geforderte "Fachkräfte" am Werk. Das wird mit den vielen Fachkräften die jetzt zu uns kommen, normal werden daß es mit Deutsch und der Rechtschreibung vielleicht das Eine oder Andere Problem gibt ...
Deep Thought 21.05.2015
5. NICHT eine
die EINGABE einer Routerbezeichnung in der Eingabemaske führt offenbar zum Buffer-overflow. und es ist sicherlich REIN ZUFÄLLIG, daß es praktisch nur US-Hersteller sind, welche diese mittelalterliche Angreifbarkeit aus dem Netz vorweisen…. cui bono?
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