Fujifilm, Nikon, Sigma Die wichtigsten Kamera-Neuheiten aus Las Vegas

Fuji beschleunigt seinen Retro-Fotoapparat, Nikon schrumpft die Systemkamera: Auf der Tech-Messe CES versprechen die Hersteller schnelleren Autofokus, kleinere Gehäuse und rauscharme Sensoren. Die Neuheiten im Überblick.

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Schnelle Edel-Fujifilm X100s

Fujifilm X100s: Viele manuelle Einstellmöglichkeiten, neuer Sensor, fest verbautes Objektiv
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Fujifilm X100s: Viele manuelle Einstellmöglichkeiten, neuer Sensor, fest verbautes Objektiv

Die Digitalkamera Fujifilm X100 hat 2011 einen Trend geprägt: Seitdem sind einige moderne Fotoapparate erschienen, die alten analogen Kameras so ähnlich sehen wie die X100. Die vereinte einen großen Bildsensor mit vielen manuellen Einstellmöglichkeiten, einem herausragenden Sucher und schnellen Verschlusszeiten.

Die Bildqualität und die durchdachte Bedienung machten die X100 zu einer außergewöhnlichen Kamera - trotz Schwächen wie der manchmal zu niedrigen Autofokus-Geschwindigkeit und einem durchschnittlichen Tempo beim Einschalten. Aktualisierungen der Software haben die X100 seither beschleunigt, eine schnelle Kamera ist sie allerdings immer noch nicht. Das soll mit dem Nachfolgemodell X100s anders werden, verspricht Fujifilm.

Bedienung: Die neue Kamera sieht fast genauso aus wie die alte, das Objektiv ist dasselbe, an der Bedienung hat Fujifilm nur Details verändert - was an der X100 großartig war, bleibt gleich. Neu ist der Prozessor der X100s, die Kamera soll wesentlich schneller betriebsbereit sein. Die überarbeitete Autofokustechnik klingt vielversprechend: Neben dem Kontrastverfahren nutzt die X100s nun auch den Phasenvergleich. Diese Methode sorgt in Spiegelreflexkameras und spiegellosen Systemkameras wie den Nikon-1-Modellen für einen sehr schnellen Autofokus. Diese Kombination beider Autofokusverfahren hat Fujifilm auch bei der neuen Kompaktkamera X20 eingebaut, die nun noch schneller als der Vorgänger X10 fokussieren soll.

Sensor: Der neue Bildsensor des X100s nutzt dieselbe Technik wie die Elektronik in den Fujifilm-Kameras X-Pro1 und X-E1: Durch eine besondere Anordnung kann Fujifilm auf einen Tiefpassfilter verzichten, der sonst bei vielen Digitalkameras störende Muster auf feinen Strukturen verhindert, aber auch Schärfe nimmt. Es spricht einiges dafür, dass mit der X100s so beeindruckende Aufnahmen gelingen.

Erster Eindruck: Die X100 ist nicht die ideale Erstkamera - für Motive wie Sportwettkämpfe oder Konzerte ist sie nicht schnell genug, so gut Bedienung und Bildqualität auch sind. Wenn die X100s hält, was Fujifilm verspricht, könnte das Nachfolgemodell der Universalkamera für alle Gelegenheiten etwas näher kommen.

Die Fujifilm X100s soll 1199 Euro, die X20 549 Euro kosten, beide Modelle sollen ab Februar 2013 in Deutschland lieferbar sein.

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Fujifilm X-E1: Retro-Systemkamera mit neuester Sensortechnik
Scharf, detailreich : Sigma DP3 Merrill mit Teleobjektiv

Sigma DP3 Merrill: Das neue Objektiv (75 mm Kleinbild-äquivalent) holt Motive nah heran
SIGMA

Sigma DP3 Merrill: Das neue Objektiv (75 mm Kleinbild-äquivalent) holt Motive nah heran

Sigmas Digitalkameras sind nicht so einfach mit Konkurrenzmodellen zu vergleichen: Der Foveon-Bildsensor ist anders aufgebaut, er zeichnet das Licht in drei übereinander liegenden Schichten auf. Die Folge: Man kann die Megapixel-Angaben zur Auflösung nur schwer mit denen anderer Hersteller vergleichen und die Aufnahmen der Sigma-Kameras wirken ungeheuer detailreich, klar und scharf, solange man bei guter Beleuchtung fotografiert.

Die günstigsten Digitalkameras mit dieser Sensortechnik sind Sigmas Kompaktkameras mit fest eingebauten Objektiven: Zu den bereits verfügbaren Modellen DP1 Merrill (Weitwinkel, 28 mm kleinbild-äquivalent), DP2 Merrill (Normalbrennweite von 50 mm) kommt nun eine Kompaktkamera mit demselben Sensor und einem Teleobjektiv (75 mm). Sigma verspricht "hochwertige Makroaufnahmen".

Erster Eindruck: Diese neue Kombination aus Objektiv und Sensor ist nicht so breit nutzbar wie das leichte Weitwinkel und das Objektiv mit Normalbrennweite. Die neue 75-mm-Brennweite könnte gut für Porträts geeignet sein. Wie gut Makroaufnahmen mit der DP3 gelingen, müssen Tests zeigen. Zumindest wird der Abbildungsmaßstab von 1 zu 3 (das abgebildete Objekt ist dreimal so groß wie die Abbildung) von (größeren und schwereren) 1:1-Makro-Objektiven übertroffen, wie man sie für viele Kameras kaufen kann.

Die Sigma DP3 Merrill soll ab Februar in Deutschland lieferbar sein, einen Verkaufspreis nennt der Hersteller nicht, die Modelle DP1M und DP2M kosten im Online-Handel um die 800 Euro

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Sigma DP2 Merrill: So fotografiert der Kamera-Exot

Nikon schrumpft die Systemkamera

Nikon 1 J3: Diese Kamera ist 10 Zentimeter breit und 6 Zentimeter hoch
Nikon

Nikon 1 J3: Diese Kamera ist 10 Zentimeter breit und 6 Zentimeter hoch

Nikons Systemkameras weisen eine interessante Mischung technischer Eigenschaften auf: Die Fläche des Bildsensors ist mit 1,16 Quadratzentimetern mehr als doppelt so groß wie bei den meisten Kompaktkameras, aber deutlich kleiner als bei der Konkurrenz der Spiegellosen. Dafür ist der Autofokus der kleinen Nikons sehr schnell, auch die Serienbild-Geschwindigkeit ist beeindruckend. Als Kompaktkamera-Ersatz für Gelegenheitsfotografen waren die 1-er-Kameras bislang aber etwas zu groß.

Bei den neuen Modellen fallen die Gehäuse kleiner aus. Das der Nikon 1 J3 ist gerade mal 10 Zentimeter breit, 6 Zentimeter hoch und weniger als 3 Zentimeter tief - weniger als bei mancher Kompaktkamera. Nikon verzichtet auf manuelle Bedienelemente wie Einstellräder für Belichtungskorrektur, Verschlusszeit oder Blendenöffnung. Es gibt ein Moduswahlrad und einen Multifunktionsschalter an der Rückseite. Diese Kameras sind für Freizeitfotografen, als Konkurrenz zur Kompaktkamera gebaut - und sie sollen noch etwas schneller sein als die Vorgängermodelle.

Erster Eindruck: Auch wenn die Gehäuse schrumpfen - die Objektive der kleinen Nikon-Systemkameras sind so groß wie bei der Einführung 2011. Sony hat in seiner Kompaktkamera RX100 bei selber Sensorgröße ein nahezu völlig im Gehäuse versenkbares Zoom-Objektiv verbaut - das ist nach wie vor handlicher als die kleinen Nikons, zudem hat Sony RX100 die höhere Bildqualität bei gleicher Sensorgröße. Nur, wenn sich daran etwas geändert hat, ist Nikons Systemkamera eine Konkurrenz für die Spiegellosen der anderen Hersteller.

Die Nikon 1 J3 und 1 S1 sollen in Deutschland Anfang Februar 2013 erhältlich sein. Im jeweils günstigsten Objektiv-Paket mit einem Dreifach-Zoom (1 Nikkor VR 10-30 mm) sollen die Kameras 649 Euro (Nikon 1 J3), beziehungsweise 519 Euro (Nikon 1 S1) kosten.

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Nikon J1 und V1: So fotografieren Nikons Systemkameras

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inderhehn 08.01.2013
1. Nikon wohl eher eine Fehlentwicklung
Die Nikon V1 hat zwar gegenüber den Kompakten einen größeren Sensor, das Normalobjektiv mit der maximalen Offenblende von 3,5 reduziert die Lichtausbeute für ein Pixel unter die einer Lumix LX7 oder Olympus XZ-2. Ausserdem ist sie gegenüber diesen etwa 25% schwerer. Ein Klotz im Täschchen.
rhenanusius 08.01.2013
2. Fata Morgana
Optische (Kunden-)Täuschung darf man wohl mit Fug und Recht die Termini der kameraherstellenden Firmen nennen. Was großspurig als "Vollformat" daher kommt ist nichts anderes als das übliche "Kleinformat", dass selbst der billigsten Ritsch-Ratsch-Poketkamera aus dem analogen Zeitalter zu eigen war. Damals gab es dann noch die Begriffe "Mittel-" und "Großformat". Diese Kameras gibts auch noch im digitalen Zeitalter. Was aber wirklich der Witz bei der ganzen Sache ist, sind die kleinen Sensoren jenseits des sogenannten "Vollformats". Da werden in sündhaft teuren Spiegelreflexkameras sogenannte APS-C Sensoren verbaut, die eine Größe aufweisen, die schlichtweg eine Zumutung im Vergleich zu dem früheren "Kleinbildformat" (heute "Vollformat") sind. Von den mikroskopisch kleinen Sensoren, die in fast allen Kompakt- und Bridgekameras verbaut werden, ganz zu schweigen. Solange nicht JEDE(!) Digitalkamera über Sensoren mit der Größe des normalen Kleinbildformates verfügt, solange ist und bleibt die Digitalkamera-Ära -jenseits der "Vollformatkameras"- das was sie ist: nichts weiter als unausgegorene Spielerei!
cirkular 08.01.2013
3. Für Facebook-Bilder
Zitat von rhenanusiusOptische (Kunden-)Täuschung darf man wohl mit Fug und Recht die Termini der kameraherstellenden Firmen nennen. Was großspurig als "Vollformat" daher kommt ist nichts anderes als das übliche "Kleinformat", dass selbst der billigsten Ritsch-Ratsch-Poketkamera aus dem analogen Zeitalter zu eigen war. Damals gab es dann noch die Begriffe "Mittel-" und "Großformat". Diese Kameras gibts auch noch im digitalen Zeitalter. Was aber wirklich der Witz bei der ganzen Sache ist, sind die kleinen Sensoren jenseits des sogenannten "Vollformats". Da werden in sündhaft teuren Spiegelreflexkameras sogenannte APS-C Sensoren verbaut, die eine Größe aufweisen, die schlichtweg eine Zumutung im Vergleich zu dem früheren "Kleinbildformat" (heute "Vollformat") sind. Von den mikroskopisch kleinen Sensoren, die in fast allen Kompakt- und Bridgekameras verbaut werden, ganz zu schweigen. Solange nicht JEDE(!) Digitalkamera über Sensoren mit der Größe des normalen Kleinbildformates verfügt, solange ist und bleibt die Digitalkamera-Ära -jenseits der "Vollformatkameras"- das was sie ist: nichts weiter als unausgegorene Spielerei!
reichen die kleinen Sensoren allemal. Vollformat ist etwas für Liebhaber der alten Schule. Die überwiegende Mehrheit der Nutzer interessiert sich nur für die Bilder von heute. Morgen ist das alles wieder vergessen. Mit Kameras im Vollformat können die Hersteller auch bei Preisen um die 3000 Euro nicht überleben.
razer 08.01.2013
4.
Zitat von rhenanusiusOptische (Kunden-)Täuschung darf man wohl mit Fug und Recht die Termini der kameraherstellenden Firmen nennen. Was großspurig als "Vollformat" daher kommt ist nichts anderes als das übliche "Kleinformat", dass selbst der billigsten Ritsch-Ratsch-Poketkamera aus dem analogen Zeitalter zu eigen war. Damals gab es dann noch die Begriffe "Mittel-" und "Großformat". Diese Kameras gibts auch noch im digitalen Zeitalter. Was aber wirklich der Witz bei der ganzen Sache ist, sind die kleinen Sensoren jenseits des sogenannten "Vollformats". Da werden in sündhaft teuren Spiegelreflexkameras sogenannte APS-C Sensoren verbaut, die eine Größe aufweisen, die schlichtweg eine Zumutung im Vergleich zu dem früheren "Kleinbildformat" (heute "Vollformat") sind. Von den mikroskopisch kleinen Sensoren, die in fast allen Kompakt- und Bridgekameras verbaut werden, ganz zu schweigen. Solange nicht JEDE(!) Digitalkamera über Sensoren mit der Größe des normalen Kleinbildformates verfügt, solange ist und bleibt die Digitalkamera-Ära -jenseits der "Vollformatkameras"- das was sie ist: nichts weiter als unausgegorene Spielerei!
Entschulding aber ihr Beitrag ist von einer solchen Ahnungslosigkeit geprägt, daß man sich fragen muß ob Sie nur mal ein bischen trollen wollten um eine Reaktion, von Fotografen die wissen wovon sie sprechen, zu provozieren. Die besten Bildsensoren im APS-C-Format, zusammen mit den Bildprozessoren, aufgrund ihrer Größe mit Kleinbildfilmen bzw. Kameras zu vergleichen ist völlig absurd. Sie scheinen die Entwicklung der letzten 12 Jahre im gesamten Digitalkamerabereich überhaupt nicht mitbekommen zu haben. Es gibt mittlerweile jede Menge DSLR und Systemkameras, mit APS-C-Format oder sogar noch kleineren Bildsensoren, die mit den Kleinbild-SLR's der 90er Jahrer locker mithalten können. Selbst meine 2005 gekaufte Nikon D50 konnte in fast allen Diziplinen der Fotografie, schon damals, mit meiner sehr viel teureren F90X mithalten. Heutige DSLR-Kameras wie die Nikon D7000 z.B. sind da gegenüber der D50 schon um "Lichtjahre" besser. Das gleiche gilt auch für sehr gute Systemkameras.
silberstern 08.01.2013
5.
Zitat von inderhehnDie Nikon V1 hat zwar gegenüber den Kompakten einen größeren Sensor, das Normalobjektiv mit der maximalen Offenblende von 3,5 reduziert die Lichtausbeute für ein Pixel unter die einer Lumix LX7 oder Olympus XZ-2. Ausserdem ist sie gegenüber diesen etwa 25% schwerer. Ein Klotz im Täschchen.
Der Ausgangspunkt für Bildqualität ist immer die Sensorfläche. Objektiv und Bildprozessor können dies dann nur positiv beeinflussen. Bei Kompaktkameras nimmt man die winzige Sensorfläche hin, weil die Teile klein, einfach zu bedienen und billig sind. Darüber hinaus können Kompaktkameras auf das fest eingebaute Objektiv optimiert werden. Warum Nikon annimmt, man könnte eine Kamera mit winzigen Sensor, dazu (vergleichsweise) klobigen, schlechtem Wechselobjektiv zu einem Preis über gutklassigen Kompaktkameras verkaufen, erschließt sich mir nicht. Gute Bildqualität mit kleinformatigen, teils sehr guten Objektiven verkaufen nur Panasonic und Olympus im micro four thirds - Format. Die kleineren Sensoren sind zu schrottig um mit Wechselobjektiven anzufangen. Die größeren APS-C-Spiegellosen bieten aufgrund klobiger Objektive keinen Vorteil gegenüber Spiegelreflexkameras.
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