Fujifilm, Nikon, Sigma: Die wichtigsten Kamera-Neuheiten aus Las Vegas

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Fuji beschleunigt seinen Retro-Fotoapparat, Nikon schrumpft die Systemkamera: Auf der Tech-Messe CES versprechen die Hersteller schnelleren Autofokus, kleinere Gehäuse und rauscharme Sensoren. Die Neuheiten im Überblick.

Fujifilm X100s, Sigma DP3 Merrill: Neue Kameras im Überblick Fotos
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Schnelle Edel-Fujifilm X100s

Fujifilm X100s: Viele manuelle Einstellmöglichkeiten, neuer Sensor, fest verbautes Objektiv Zur Großansicht
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Fujifilm X100s: Viele manuelle Einstellmöglichkeiten, neuer Sensor, fest verbautes Objektiv

Die Digitalkamera Fujifilm X100 hat 2011 einen Trend geprägt: Seitdem sind einige moderne Fotoapparate erschienen, die alten analogen Kameras so ähnlich sehen wie die X100. Die vereinte einen großen Bildsensor mit vielen manuellen Einstellmöglichkeiten, einem herausragenden Sucher und schnellen Verschlusszeiten.

Die Bildqualität und die durchdachte Bedienung machten die X100 zu einer außergewöhnlichen Kamera - trotz Schwächen wie der manchmal zu niedrigen Autofokus-Geschwindigkeit und einem durchschnittlichen Tempo beim Einschalten. Aktualisierungen der Software haben die X100 seither beschleunigt, eine schnelle Kamera ist sie allerdings immer noch nicht. Das soll mit dem Nachfolgemodell X100s anders werden, verspricht Fujifilm.

Bedienung: Die neue Kamera sieht fast genauso aus wie die alte, das Objektiv ist dasselbe, an der Bedienung hat Fujifilm nur Details verändert - was an der X100 großartig war, bleibt gleich. Neu ist der Prozessor der X100s, die Kamera soll wesentlich schneller betriebsbereit sein. Die überarbeitete Autofokustechnik klingt vielversprechend: Neben dem Kontrastverfahren nutzt die X100s nun auch den Phasenvergleich. Diese Methode sorgt in Spiegelreflexkameras und spiegellosen Systemkameras wie den Nikon-1-Modellen für einen sehr schnellen Autofokus. Diese Kombination beider Autofokusverfahren hat Fujifilm auch bei der neuen Kompaktkamera X20 eingebaut, die nun noch schneller als der Vorgänger X10 fokussieren soll.

Sensor: Der neue Bildsensor des X100s nutzt dieselbe Technik wie die Elektronik in den Fujifilm-Kameras X-Pro1 und X-E1: Durch eine besondere Anordnung kann Fujifilm auf einen Tiefpassfilter verzichten, der sonst bei vielen Digitalkameras störende Muster auf feinen Strukturen verhindert, aber auch Schärfe nimmt. Es spricht einiges dafür, dass mit der X100s so beeindruckende Aufnahmen gelingen.

Erster Eindruck: Die X100 ist nicht die ideale Erstkamera - für Motive wie Sportwettkämpfe oder Konzerte ist sie nicht schnell genug, so gut Bedienung und Bildqualität auch sind. Wenn die X100s hält, was Fujifilm verspricht, könnte das Nachfolgemodell der Universalkamera für alle Gelegenheiten etwas näher kommen.

Die Fujifilm X100s soll 1199 Euro, die X20 549 Euro kosten, beide Modelle sollen ab Februar 2013 in Deutschland lieferbar sein.

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Fujifilm X-E1: Retro-Systemkamera mit neuester Sensortechnik
Scharf, detailreich : Sigma DP3 Merrill mit Teleobjektiv

Sigma DP3 Merrill: Das neue Objektiv (75 mm Kleinbild-äquivalent) holt Motive nah heran Zur Großansicht
SIGMA

Sigma DP3 Merrill: Das neue Objektiv (75 mm Kleinbild-äquivalent) holt Motive nah heran

Sigmas Digitalkameras sind nicht so einfach mit Konkurrenzmodellen zu vergleichen: Der Foveon-Bildsensor ist anders aufgebaut, er zeichnet das Licht in drei übereinander liegenden Schichten auf. Die Folge: Man kann die Megapixel-Angaben zur Auflösung nur schwer mit denen anderer Hersteller vergleichen und die Aufnahmen der Sigma-Kameras wirken ungeheuer detailreich, klar und scharf, solange man bei guter Beleuchtung fotografiert.

Die günstigsten Digitalkameras mit dieser Sensortechnik sind Sigmas Kompaktkameras mit fest eingebauten Objektiven: Zu den bereits verfügbaren Modellen DP1 Merrill (Weitwinkel, 28 mm kleinbild-äquivalent), DP2 Merrill (Normalbrennweite von 50 mm) kommt nun eine Kompaktkamera mit demselben Sensor und einem Teleobjektiv (75 mm). Sigma verspricht "hochwertige Makroaufnahmen".

Erster Eindruck: Diese neue Kombination aus Objektiv und Sensor ist nicht so breit nutzbar wie das leichte Weitwinkel und das Objektiv mit Normalbrennweite. Die neue 75-mm-Brennweite könnte gut für Porträts geeignet sein. Wie gut Makroaufnahmen mit der DP3 gelingen, müssen Tests zeigen. Zumindest wird der Abbildungsmaßstab von 1 zu 3 (das abgebildete Objekt ist dreimal so groß wie die Abbildung) von (größeren und schwereren) 1:1-Makro-Objektiven übertroffen, wie man sie für viele Kameras kaufen kann.

Die Sigma DP3 Merrill soll ab Februar in Deutschland lieferbar sein, einen Verkaufspreis nennt der Hersteller nicht, die Modelle DP1M und DP2M kosten im Online-Handel um die 800 Euro

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Sigma DP2 Merrill: So fotografiert der Kamera-Exot

Nikon schrumpft die Systemkamera

Nikon 1 J3: Diese Kamera ist 10 Zentimeter breit und 6 Zentimeter hoch Zur Großansicht
Nikon

Nikon 1 J3: Diese Kamera ist 10 Zentimeter breit und 6 Zentimeter hoch

Nikons Systemkameras weisen eine interessante Mischung technischer Eigenschaften auf: Die Fläche des Bildsensors ist mit 1,16 Quadratzentimetern mehr als doppelt so groß wie bei den meisten Kompaktkameras, aber deutlich kleiner als bei der Konkurrenz der Spiegellosen. Dafür ist der Autofokus der kleinen Nikons sehr schnell, auch die Serienbild-Geschwindigkeit ist beeindruckend. Als Kompaktkamera-Ersatz für Gelegenheitsfotografen waren die 1-er-Kameras bislang aber etwas zu groß.

Bei den neuen Modellen fallen die Gehäuse kleiner aus. Das der Nikon 1 J3 ist gerade mal 10 Zentimeter breit, 6 Zentimeter hoch und weniger als 3 Zentimeter tief - weniger als bei mancher Kompaktkamera. Nikon verzichtet auf manuelle Bedienelemente wie Einstellräder für Belichtungskorrektur, Verschlusszeit oder Blendenöffnung. Es gibt ein Moduswahlrad und einen Multifunktionsschalter an der Rückseite. Diese Kameras sind für Freizeitfotografen, als Konkurrenz zur Kompaktkamera gebaut - und sie sollen noch etwas schneller sein als die Vorgängermodelle.

Erster Eindruck: Auch wenn die Gehäuse schrumpfen - die Objektive der kleinen Nikon-Systemkameras sind so groß wie bei der Einführung 2011. Sony hat in seiner Kompaktkamera RX100 bei selber Sensorgröße ein nahezu völlig im Gehäuse versenkbares Zoom-Objektiv verbaut - das ist nach wie vor handlicher als die kleinen Nikons, zudem hat Sony RX100 die höhere Bildqualität bei gleicher Sensorgröße. Nur, wenn sich daran etwas geändert hat, ist Nikons Systemkamera eine Konkurrenz für die Spiegellosen der anderen Hersteller.

Die Nikon 1 J3 und 1 S1 sollen in Deutschland Anfang Februar 2013 erhältlich sein. Im jeweils günstigsten Objektiv-Paket mit einem Dreifach-Zoom (1 Nikkor VR 10-30 mm) sollen die Kameras 649 Euro (Nikon 1 J3), beziehungsweise 519 Euro (Nikon 1 S1) kosten.

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Nikon J1 und V1: So fotografieren Nikons Systemkameras

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1. Nikon wohl eher eine Fehlentwicklung
inderhehn 08.01.2013
Die Nikon V1 hat zwar gegenüber den Kompakten einen größeren Sensor, das Normalobjektiv mit der maximalen Offenblende von 3,5 reduziert die Lichtausbeute für ein Pixel unter die einer Lumix LX7 oder Olympus XZ-2. Ausserdem ist sie gegenüber diesen etwa 25% schwerer. Ein Klotz im Täschchen.
2. Fata Morgana
rhenanusius 08.01.2013
Optische (Kunden-)Täuschung darf man wohl mit Fug und Recht die Termini der kameraherstellenden Firmen nennen. Was großspurig als "Vollformat" daher kommt ist nichts anderes als das übliche "Kleinformat", dass selbst der billigsten Ritsch-Ratsch-Poketkamera aus dem analogen Zeitalter zu eigen war. Damals gab es dann noch die Begriffe "Mittel-" und "Großformat". Diese Kameras gibts auch noch im digitalen Zeitalter. Was aber wirklich der Witz bei der ganzen Sache ist, sind die kleinen Sensoren jenseits des sogenannten "Vollformats". Da werden in sündhaft teuren Spiegelreflexkameras sogenannte APS-C Sensoren verbaut, die eine Größe aufweisen, die schlichtweg eine Zumutung im Vergleich zu dem früheren "Kleinbildformat" (heute "Vollformat") sind. Von den mikroskopisch kleinen Sensoren, die in fast allen Kompakt- und Bridgekameras verbaut werden, ganz zu schweigen. Solange nicht JEDE(!) Digitalkamera über Sensoren mit der Größe des normalen Kleinbildformates verfügt, solange ist und bleibt die Digitalkamera-Ära -jenseits der "Vollformatkameras"- das was sie ist: nichts weiter als unausgegorene Spielerei!
3. Für Facebook-Bilder
cirkular 08.01.2013
Zitat von rhenanusiusOptische (Kunden-)Täuschung darf man wohl mit Fug und Recht die Termini der kameraherstellenden Firmen nennen. Was großspurig als "Vollformat" daher kommt ist nichts anderes als das übliche "Kleinformat", dass selbst der billigsten Ritsch-Ratsch-Poketkamera aus dem analogen Zeitalter zu eigen war. Damals gab es dann noch die Begriffe "Mittel-" und "Großformat". Diese Kameras gibts auch noch im digitalen Zeitalter. Was aber wirklich der Witz bei der ganzen Sache ist, sind die kleinen Sensoren jenseits des sogenannten "Vollformats". Da werden in sündhaft teuren Spiegelreflexkameras sogenannte APS-C Sensoren verbaut, die eine Größe aufweisen, die schlichtweg eine Zumutung im Vergleich zu dem früheren "Kleinbildformat" (heute "Vollformat") sind. Von den mikroskopisch kleinen Sensoren, die in fast allen Kompakt- und Bridgekameras verbaut werden, ganz zu schweigen. Solange nicht JEDE(!) Digitalkamera über Sensoren mit der Größe des normalen Kleinbildformates verfügt, solange ist und bleibt die Digitalkamera-Ära -jenseits der "Vollformatkameras"- das was sie ist: nichts weiter als unausgegorene Spielerei!
reichen die kleinen Sensoren allemal. Vollformat ist etwas für Liebhaber der alten Schule. Die überwiegende Mehrheit der Nutzer interessiert sich nur für die Bilder von heute. Morgen ist das alles wieder vergessen. Mit Kameras im Vollformat können die Hersteller auch bei Preisen um die 3000 Euro nicht überleben.
4.
razer 08.01.2013
Zitat von rhenanusiusOptische (Kunden-)Täuschung darf man wohl mit Fug und Recht die Termini der kameraherstellenden Firmen nennen. Was großspurig als "Vollformat" daher kommt ist nichts anderes als das übliche "Kleinformat", dass selbst der billigsten Ritsch-Ratsch-Poketkamera aus dem analogen Zeitalter zu eigen war. Damals gab es dann noch die Begriffe "Mittel-" und "Großformat". Diese Kameras gibts auch noch im digitalen Zeitalter. Was aber wirklich der Witz bei der ganzen Sache ist, sind die kleinen Sensoren jenseits des sogenannten "Vollformats". Da werden in sündhaft teuren Spiegelreflexkameras sogenannte APS-C Sensoren verbaut, die eine Größe aufweisen, die schlichtweg eine Zumutung im Vergleich zu dem früheren "Kleinbildformat" (heute "Vollformat") sind. Von den mikroskopisch kleinen Sensoren, die in fast allen Kompakt- und Bridgekameras verbaut werden, ganz zu schweigen. Solange nicht JEDE(!) Digitalkamera über Sensoren mit der Größe des normalen Kleinbildformates verfügt, solange ist und bleibt die Digitalkamera-Ära -jenseits der "Vollformatkameras"- das was sie ist: nichts weiter als unausgegorene Spielerei!
Entschulding aber ihr Beitrag ist von einer solchen Ahnungslosigkeit geprägt, daß man sich fragen muß ob Sie nur mal ein bischen trollen wollten um eine Reaktion, von Fotografen die wissen wovon sie sprechen, zu provozieren. Die besten Bildsensoren im APS-C-Format, zusammen mit den Bildprozessoren, aufgrund ihrer Größe mit Kleinbildfilmen bzw. Kameras zu vergleichen ist völlig absurd. Sie scheinen die Entwicklung der letzten 12 Jahre im gesamten Digitalkamerabereich überhaupt nicht mitbekommen zu haben. Es gibt mittlerweile jede Menge DSLR und Systemkameras, mit APS-C-Format oder sogar noch kleineren Bildsensoren, die mit den Kleinbild-SLR's der 90er Jahrer locker mithalten können. Selbst meine 2005 gekaufte Nikon D50 konnte in fast allen Diziplinen der Fotografie, schon damals, mit meiner sehr viel teureren F90X mithalten. Heutige DSLR-Kameras wie die Nikon D7000 z.B. sind da gegenüber der D50 schon um "Lichtjahre" besser. Das gleiche gilt auch für sehr gute Systemkameras.
5.
silberstern 08.01.2013
Zitat von inderhehnDie Nikon V1 hat zwar gegenüber den Kompakten einen größeren Sensor, das Normalobjektiv mit der maximalen Offenblende von 3,5 reduziert die Lichtausbeute für ein Pixel unter die einer Lumix LX7 oder Olympus XZ-2. Ausserdem ist sie gegenüber diesen etwa 25% schwerer. Ein Klotz im Täschchen.
Der Ausgangspunkt für Bildqualität ist immer die Sensorfläche. Objektiv und Bildprozessor können dies dann nur positiv beeinflussen. Bei Kompaktkameras nimmt man die winzige Sensorfläche hin, weil die Teile klein, einfach zu bedienen und billig sind. Darüber hinaus können Kompaktkameras auf das fest eingebaute Objektiv optimiert werden. Warum Nikon annimmt, man könnte eine Kamera mit winzigen Sensor, dazu (vergleichsweise) klobigen, schlechtem Wechselobjektiv zu einem Preis über gutklassigen Kompaktkameras verkaufen, erschließt sich mir nicht. Gute Bildqualität mit kleinformatigen, teils sehr guten Objektiven verkaufen nur Panasonic und Olympus im micro four thirds - Format. Die kleineren Sensoren sind zu schrottig um mit Wechselobjektiven anzufangen. Die größeren APS-C-Spiegellosen bieten aufgrund klobiger Objektive keinen Vorteil gegenüber Spiegelreflexkameras.
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Fototechnik: Neue Digitalkameras auf der CES
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Kompaktkamera: So fotografiert die Sony RX100

Fototechnik-Fachbegriffe
Konrad Lischka
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Brennweite
Konrad Lischka
Die Brennweite gibt eine Entfernung innerhalb des Objektivs einer Kamera an. Genauer: Die Brennweite ist der in Millimetern angegebene Abstand zwischen der Mittelachse der Linse und der Stelle, wo das einfallende Licht auf Sensor oder Film trifft. Relevant ist das für die Bildgestaltung so: Je höher die Brennweite, desto näher wird das abgebildete Objekt herangezoomt.

Die Brennweite verändert auch die Bildwinkel der Aufnahme. Hier spielen aber auch die verschiedenen Aufnahmeformate (sprich: Wie groß ist das auf den Sensor der Kamera einfallende Bild?) eine Rolle. Deshalb geben Hersteller meistens die sogenannte kleinbildäquivalente Brennweite (Equiv.135) an.

Kleinbildbrennweiten werden mit Werten wie zum Beispiel 24-60 mm bei digitalen Kompaktkameras angeben. Wenn ein solches Objekt den Bereich zwischen 17 und 35 mm umfasst (siehe Foto: links 35 mm, rechts 28 mm), sind Weitwinkelaufnahmen möglich (hilfreich, um zum Beispiel Menschengruppen oder Bauwerke aus nicht allzu großer Entfernung aufzunehmen), ab 50 mm ist man schon im leichten Telebereich.
Blendenöffnung
Für eine Kamera ist die Blende, was die Iris für das Auge ist: Diese Öffnung hat eine veränderbare Größe, und je größer sie ist, desto mehr Licht fällt ein. Bei kompakten Digitalkameras kann die Blende manchmal, bei Spiegelreflexkameras meistens auf Wunsch manuell eingestellt werden. Angegeben wird sie dabei mit der sogenannten Blendenzahl (wie um Beispiel 8, 5,6 oder 2,8).

Je größer die Blendenzahl (oft angegeben mit f/Blendenzahl), umso kleiner ist die Blendenöffnung. Konkret: Bei der Blendenzahl 4 ist die Blendenöffnung doppelt so groß wie bei der nächst höheren Blendenzahl 5,6. Die Blendenzahlen beruhen auf einer mathematischen Formel, nach der sich die sogenannte Blendenreihe berechnet. Hier verkleinert sich von Stufe zu Stufe die Blendenöffnung (0,5 / 0,7 / 1 / 1,4 / 2,8 / 4 usw.

Mehr Licht durch eine große Blendenöffnung ermöglicht eine kürzere Verschlusszeit. Eine möglichst kurze Verschlusszeit ist nötig, um sich schnell bewegende Objekte möglichst scharf aufzunehmen. Wer zum Beispiel einzelne Szenen eines Basketballspiels einer nicht allzu hell beleuchteten Sporthalle aufnehmen will, kann eine kleinere Blendenzahl (also eine größere Blendenöffnung) wählen und dafür die Verschlusszeit verkürzen. Als Richtwert gilt dabei: Ein Stufe abwärts in der Blendenreihe erlaubt eine gleichzeitige Halbierung der Belichtungszeit.

Gleichzeitig beeinflusst die Größe der Blendenöffnung die sogenannte Schärfentiefe. Grundregel: Je kleiner die Blendenzahl (und je größer somit die Blendenöffnung), desto geringer die Schärfentiefe. Geringe Schärfentiefe bedeutet: Das Motiv im Vordergrund ist scharf, der Hintergrund ist unscharf. Große Schärfentiefe bedeutet, dass die Partien im Vorder- und Hintergrund scharf auf dem Bild erscheinen.
Verschluss-/ Belichtungszeit
Wie lange die Blende geöffnet ist, wie lange also Licht auf den Sensor der Kamera fällt, gibt die Belichtungszeit an. Je länger diese Verschlusszeit ist, desto mehr Licht fällt auf den Sensor.

Diese Verschlusszeit wird meistens in Sekundenbruchteilen angegeben. 1/1000 ist zum Beispiel eine tausendstel Sekunde. Bei Kompaktkameras kann die Verschlusszeit manchmal, bei Spiegelreflexkameras immer auch manuell eingestellt werden. Angeben wird sie in Zeitstufen (wie 0,5"; 1/4; 1/8; 1/15; 1/30; 1/60; 1/125 usw.). Je größer die Zeitstufe, umso länger ist der Verschluss geöffnet.

Bei einer kurzen Verschlusszeit erscheinen auf dem Bild sich schnell bewegende Objekte scharf, bei längeren Verschlusszeiten wirken sie verwischt, das ist die sogenannte Bewegungsunschärfe. Verwendet man bei solchen Aufnahmen mit längeren Belichtungszeiten kein Stativ oder zumindest eine feste Unterlage für die Kamera, verwackeln die Aufnahmen oft durch die Bewegung der Hand. Ruht die Kamera auf einer festen Unterlage, kann man mit längeren Belichtungszeiten zum Beispiel Autos auf Fotos verwischt erscheinen lassen, während alle statischen Objekte in der Umgebung scharf erscheinen.

Bei sehr kurzen Belichtungszeiten ist eine starke Beleuchtung oder eine entsprechend große Blendenöffnung nötig, um ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Grundregel: Stellt man eine Zeitstufe größer ein, kann man eine Blendenzahl weniger einstellen.
Schärfentiefe
Konrad Lischka
Schärfentiefe meint den Bereich in einer bestimmten Entfernung der Kamera, der auf dem Foto als scharf erscheint - je größten dieser Entfernungsbereich ist, umso größer ist die Schärfentiefe.

Konkret: Geringe Schärfentiefe bedeutet, dass das Motiv im Vordergrund scharf, der Hintergrund aber unscharf ist. Große Schärfentiefe bedeutet: Die Partien im Vorder- und Hintergrund erscheinen auf dem Bild scharf. Die Schärfentiefe eines Bildes hängt unter anderem von der Größe der Blendenöffnung ab, aber auch von der Brennweite des Objektivs und dem Bildformat beziehungsweise der Sensorgröße.
Sensorgröße
Die Größe des Fotosensors einer Digitalkamera beeinflusst neben anderen Faktoren die Qualität der Fotos. Angegeben wird die Größe oft in Standardgrößen wie 1/2,3 Zoll oder 1/1,7 Zoll. Diese Größen sind von einem Format für TV-Kameras aus den fünfziger Jahren übernommen, haben keinen direkten Zusammenhang mit der Oberfläche des Sensors.

Einige Beispiele für Sensorgrößen:

- 1/2,3", z.B. Pentax Q: 0,28 cm²
- 1/1,7", z.B. Canon G12, Canon S100: 0,43 cm²
- 2/3", z.B. Fujifilm X10:0,58 cm²
- 1", z.B. Nikon J1, Sony RX100: 1,16 cm²
- 4/3", z.B. Panasonic GF3: 2,25 cm²
- Canon G1X: 2,62 cm²
- Canon APS-C, z.B. 7D: 3,32 cm²
- Nikon DX, z.B. Nikon D90: 3,72 cm²
- Sony APS-C, z.B. Nex-5n: 3,81 cm²
- Kleinbild-Vollformat, z.B. Canon 5D Mark II, Nikon D700, Sony A900: 8,64 cm²
- Mittelformat, z.B. Pentax 645D: 17,28 cm²

Ein Problem bei der Sensorgröße entsteht, wenn auf der gleichen Fläche immer mehr Fotodioden untergebracht werden. Sprich: Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung (gemessen in Megapixel) wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Fotodioden auf einer kleineren Oberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jede einzelne der Fotodioden, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen, das sogenannte Bildrauschen, mit sich bringt.
Lichtempfindlichkeit / ISO-Wert
Konrad Lischka
Wie lichtempfindlich Filmmaterial ist, wird unter anderem mit den sogenannten ISO-Werten angegeben. Ein Film mit ISO 200 ist doppelt so lichtempfindlich wie ein ISO-100-Film, bei ISO 400 verdoppelt sich die Lichtempfindlichkeit gegenüber ISO 200 und so weiter.

Bei Digitalkameras haben die Hersteller diese Skala übernommen, um die Empfindlichkeit anzugeben. Wenn in einem dämmrigen Umfeld die Verschlusszeit wegen Verwacklungsgefahr nicht stark genug erhöht werden kann und eine allzu große Blendenöffnung wegen des Verlusts an Schärfentiefe nicht erwünscht ist, kann die Empfindlichkeit erhöht werden, um eine ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Hebt man die ISO-Stufe um einen Schritt an, kann die Verschlusszeit zum Beispiel um einen Schritt vermindert werden.

Bei Digitalkameras verstärkt die Software das auf dem Sensor eingehende Signal. Dabei verstärkt die auch die Störungen, das sogenannte Bildrauschen nimmt zu.
Megapixel
Der Megapixel-Wert gibt die Auflösung einer Digitalkamera an, also wie viele Bildpunkte der Sensor erfasst. Ein Megapixel entspricht einer Million Bildpunkte. Aus der Pixelmenge resultiert die Rasterung beim Druck der Fotos - je höher die Auflösung, desto größer können die Fotos gedruckt werden, ohne dass die Pixel sichtbar werden.

Laut Kodak genügt für einen Ausdruck in A4-Format (20x30 cm) in guter Qualität eine Auflösung von 1920 x 1280 Pixeln (2,4 Megapixel), für optimale Qualität ist eine Auflösung von 2160 x 1440 Pixeln (3,1 Megapixel) nötig.

Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Bildpunkten auf einer kleineren Sensoroberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jeden einzelnen der Bildpunkte, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen durch das sogenannte Bildrauschen mit sich bringt.
Bildrauschen
Konrad Lischka
Die Ursache für das Bildrauschen sind physikalische Effekte auf dem Bildsensor und den dort untergebrachten Fotodioden, vor allem den sogenannten Dunkelstrom. Wie stark diese Effekte im Foto sichtbar (siehe Foto mit 1600 ISO) sind, hängt von mehren Faktoren ab:

- Bei gleicher Auflösung rauschen Sensoren mit kleinerer Oberfläche stärker als größere.

- Je stärker die Lichtempfindlichkeit der Kamera eingestellt ist, umso stärker ist das Rauschen, da das vom Sensor eingehende Signal verstärkt wird - einschließlich der Störungen.

- Je wärmer der Sensor ist, umso stärker ist das Bildrauschen.

Digitalkameras nutzen diverse Software-Routinen, um das Bildrauschen schon beim Abspeichern einer Aufnahme herauszurechnen. Die Hersteller nutzen verschiedene Verfahren mit unterschiedlichen Ergebnissen. Manchmal beeinträchtigt die Rauschunterdrückung wiederum die Schärfe eines Bildes sichtbar.

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