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Neue Einschränkungen: Google kritisiert Apples Werbevorschriften

Zur Einführung der eigenen Werbeplattform iAd ändert Apple seine Vorschriften für die Nutzung von User-Daten auf iPhone, iPad und iPod - und erntet Protest von Google, die sich durch das neue System benachteiligt fühlen. Jetzt sollen US-Behörden Apples Vorgehen prüfen.

iPhone 4: Google protestiert gegen Apples neue Entwicklervorschriften Zur Großansicht
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iPhone 4: Google protestiert gegen Apples neue Entwicklervorschriften

Washington - Der Internetkonzern Google fühlt sich von Apple benachteiligt. Das Unternehmen kritisiert neue Regeln für die Auswertung von Nutzerdaten, die Apple am Montag in seine Entwicklervereinbarungen für das iPhone-Betriebssystem iOS eingeführt hat. Die Regeln "gefährden Unternehmen, die wettbewerbsfähige mobile Technologien (wie Google) anbieten, genauso wie Firmen, bei denen Werbung nicht das Hauptgeschäft ist", schrieb der Gründer des von Google aufgekauften Handy-Werbespezialisten AdMob, Omar Hamoui, am Mittwoch in einem Unternehmensblog.

Apple schreibt seit neuestem vor, dass nur noch reine Werbeunternehmen gezielte Reklame etwa in die Miniprogramme für das iPhone, die sogenannten Apps, integrieren dürften. Wörtlich heißt es in der neuen Vereinbarung, die für alle App-Entwickler zwingend ist, dass Nutzerdaten nur noch dann zur Auslieferung von Werbung genutzt werden dürfen, wenn die Daten an einen "unabhängigen Advertising-Service-Provider" übermittelt werden, der nicht "Entwickler oder Vertreiber mobiler Geräte, mobiler Betriebssysteme oder Entwicklungsumgebungen mit Ausnahme von Apple" ist. Anbieter wie Google oder Microsoft, die nicht reine Werbevermarkter sind, sondern auch eigene Handy-Betriebssysteme entwickeln, würden dadurch effektiv ausgeschlossen.

"Diese Änderung ist nicht im Interesse der Entwickler und der Nutzer", kritisierte Hamoui. "Wir werden mit Apple sprechen, um ihnen unsere Bedenken mitzuteilen." Apple selbst führt zum 1. Juli seinen Dienst iAd ein - mit dem der Computerbauer selbst Werbung anbieten will. Einige lukrative Werbeverträge hat das Unternehmen bereits unter Dach und Fach. Etwa mit dem Telekommunikationsriesen AT&T, dem Autobauer Nissan und dem Unterhaltungskonzern Disney.

Ermittlungen sind geplant

Einem Bericht der "Financial Times" zufolge planen US-Aufsichtsbehörden nun eine eingehende Prüfung Apples wegen der angeblichen Wettbewerbsbehinderungen. Die Behörden hätten bereits damit begonnen, Apples Aktivitäten zu untersuchen, berichtete das Blatt unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Derzeit sei aber noch nicht entschieden, ob das Justizministerium oder die Bundeshandelskommission mit den weiteren Ermittlungen betraut werde.

Google und Apple sind in jüngster Zeit immer wieder aneinandergeraten. Seit Apple mit dem iPhone den Siegeszug der Smartphones in Gang gesetzt hatte, versucht derzeit Google auf dem boomenden Mobilmarkt Fuß zu fassen - wovon auch der Kauf von AdMob zeugt. Google entwickelte zudem das freie Handy-Betriebssystem Android, das Handy-Hersteller für ihre Smartphones kostenlos einsetzen und weiterentwickeln können. Zudem hat Google auch ein eigenes Multimedia-Handy, das Nexus One, auf den Markt gebracht. Im vergangenen August hatte sich Google-Chef Eric Schmidt aus dem Verwaltungsrat von Apple zurückgezogen und dabei auf zunehmende Interessenkonflikte verwiesen.

mak/AFP/Reuters

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