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09. Februar 2013, 08:50 Uhr

Neue Gadgets

Quadrokopter zum Selberbauen

Von Jan Tißler und Sven Wernicke

Gerade mal 19 Gramm wiegt der schwedische Quadrokopter Crazyflie Nano, den Bastler selbst zusammenkleben sollen. Außerdem in der Gadgetschau von neuerdings.com: ein Spieltisch mit USB-Anschlüssen und eine Tastatur mit vielen winzigen E-Ink-Bildschirmen.

Der Crazyflie Nano ist ein Bastelbausatz für alle, die verstehen wollen, wie ein Quadrokopter funktioniert. Der Winzling kann von erfahrenen Handwerkern in jeder Hinsicht verändert werden. Der Crazyflie Nano ist 19 Gramm leicht. Käufer erhalten einen 170 mAh starken Li-Po-Akku, der innerhalb von 20 Minuten aufgeladen wird und rund fünf Minuten Flugzeit verspricht.

Mitgeliefert werden weitere notwendige Komponenten wie fünf 90-mm-Motoren, die entsprechenden Propeller, der Funkempfänger (2,4 GHz) für eine Reichweite von theoretisch bis zu 80 Metern, Prozessoren und Anschlüsse für Erweiterungen.

Die präzisen technischen Angaben verraten die Macher des Crazyflie Nano auf einer extra eingerichteten Wiki-Seite. Auf dieser findet man auch die komplette Bauanleitung sowie sämtliche technischen Hintergründe und Angaben, welche Schritte zu beachten sind. Lötzinn und Kleber werden beispielsweise vorausgesetzt, was auch verdeutlicht: Für Anfänger ist der Crazyflie Nano sicherlich nicht geeignet. Die könnten wohl auch nichts mit den weiteren Möglichkeiten anfangen. Unter anderem darf man die PC-Software anpassen, mit der man den Quadrokopter kontrolliert. Ebenso kann man den Crazyradio genannten USB-Stick mit dem Funksender verändern. Beispielsweise ist man so in der Lage, einen Playstation-3-Controller für die Steuerung des Crazyflie Nano zu benutzen.

Der Crazyflie Nano gibt sich in jedem Bereich offen - von den Komponenten bis hin zur nötigen Software. Wer das alles nicht braucht, wird wohl mit dem Basic Kit für 149 Dollar (etwa 110 Euro) nicht glücklich. Dieses enthält zwar alles für den Start, der Flieger ist jedoch nicht sofort einsatzbereit, sondern wartet darauf, zusammengesetzt zu werden. Eine zusätzliche Herausforderung erhalten diejenigen, die sich für das 10-DOF-Paket für 173 Dollar (127 Euro) entscheiden. Diesem liegen weitere Sensoren für eine präzisiere Kontrolle bei. Die Firmware des Quadrokopter unterstützt diese zwar noch nicht, aber auch hier können Hobbyprogrammierer selbst Hand anlegen - wenn sie dazu in der Lage sind. (Sven Wernicke)

Tippen auf E-Ink-Tasten

Maxim Mezentsew und Aleksander Suhih vom Designbüro Pixel wollen ihre "E-Inkey"-Tastatur mit E-Ink-Displays ausstatten. Das Konzept der beiden Gestalter: Jede einzelne Taste hat einen winzigen E-Ink-Bildschirm, wie man sie von E-Readern vom Schlage eines Kobo oder Kindle kennt.

Der Vorteil der Technik: Die Beschriftung der Tastatur kann sich mit dem genutzten Programm ändern. Tastaturkürzel lassen sich so schneller wiederfinden oder einprägen. Bei komplexer Software wie Photoshop oder auch bei Spielen könnte das sehr nützlich sein.

Das Modell der E-Inkey sieht schick aus und vielleicht ist die Idee sogar umsetzbar. Mit der stromsparenden E-Ink-Display-Technologie könnte womöglich eine drahtlose Version mit Akkus laufen. (Jan Tißler)

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Der Spieltisch mit eingebauten USB-Schnittstellen

Der Kanadier David Wrobel hat einen Schreibtisch für Spieler entworfen. Dieser Gamers Paradise genannte Spieltisch hat sieben USB-2.0-Ports eingebaut, zudem zwei HDMI-1.4b-Anschlüsse und Verbindungen für Mikrofon, Lautsprecher und Kopfhörer (jeweils 3,5 mm). Die nötigen Kabel wurden direkt im Inneren verlegt. Auf Knopfdruck ist es auch möglich, zwischen Headset und Lautsprechern zu wechseln, ein Schalter befindet sich auf der Vorderseite des Tisches.

Sechs Steckdosen sollten für den normalen Gebrauch ebenfalls genügen, diese befinden sich auf der Hinterseite des mehr als 1,5 Meter langen Tisches. Ein wenig Spielerei darf beim Gamers Paradise natürlich nicht fehlen - LED-Beleuchtung bringt auf Knopfdruck Stimmung in die abgedunkelte Zockerbude. David Wrobel und seine Kollegen sammeln bei Kickstarter Geld für die Serienproduktion ihres Spieltischs. 75.000 Dollar brauchen sie. Klappt die Finanzierung, sollen die Spieltische im Jahresverlauf für 589 Dollar in den Handel kommen. Die Macher versprechen, dass der Tisch Ende 2013 in Europa verkauft wird. (Sven Wernicke)

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