Neue Gadgets: Graffitti-Kopfhörer und feinfühlige Stifte

Ein amerikanischer Künstler will Kopfhörer bauen, die gut klingen und auch noch gut aussehen. Ein 3-D-Drucker gehört dabei zu seinen wichtigsten Werkzeugen. Das und mehr in der wöchentlichen Gadget-Schau von neuerdings.com.

Resonant Sound Gear Graffiti Kopfhörer: Lautsprechergehäuse aus dem Drucker Zur Großansicht
Resonant Sound Gear

Resonant Sound Gear Graffiti Kopfhörer: Lautsprechergehäuse aus dem Drucker

Stylische Kopfhörer überzeugen selten durch ihren Klang oder technische Besonderheiten. Umgekehrt sind Kopfhörer, die gut klingen, oft eher sachlich und zurückhaltend gestaltet. Die Resonant Kopfhörer dagegen sollen einen ungewöhnlichen Look mit überzeugenden Klangeigenschaften und raffinierten Details kombinieren, verspricht der Künstler Joel Hornsby. Mit seinen Kopfhörern will er etwas schaffen, das seine Interessen für Graffiti, Musik und Digitale Kunst verbindet.

Das beginnt mit dem Firmennamen, der als Graffiti-Schriftzug aus Silikon sehr auffällig den Metall-Kopfbügel. Zukünftige Modelle sollen in Zusammenarbeit mit bekannten Graffiti-Künstlern entstehen. Die Lautsprecher-Gehäuse entstanden am Rechner und wurden per 3-D-Drucker hergestellt.

Interessant sind die Kopfhörer auch aufgrund der magnetischen Verbindung zwischen Bügel und Lautsprecherschalen. So können die Lautsprecher zum Transport leicht abgenommen werden, was sinnvoll ist, denn sie sind ja nicht gerade klein. Das Anschlusskabel ist nicht fest mit dem Kopfhörer verbunden, sondern wird per Klinkenstecker eingestöpselt.

Klangeindruck geht vor Datenblatt

Die technischen Daten sind durchschnittlich. Allerdings reicht der Frequenzbereich nur von 20 Hz - 10.000 Hz, endet also etwas unterhalb der höchsten hörbaren Frequenzen. Die meisten Kopfhörer liegen eher im Bereich bis 20.000 Hz.

Joel Hornsby schreibt, dass er bei der Auswahl der Lautsprecher nicht nach den Werten auf dem Papier gegangen ist, sondern nach dem Klangeindruck. Zusammen mit anderen Testern hat er verschiedene Lautsprecher mit unterschiedlicher Musik gehört und war am Ende selbst erstaunt, dass nicht der Lautsprecher am besten klang, von dem er es vermutet hätte, sondern eben der, den er jetzt für die Resonant Sound Gear Graffiti ausgewählt hat.

Prototypen, Serienmodelle und Einzelstücke

Mehr Infos gibt es in diesem Tumblr-Blog und auf der Kickstarter-Seite der Resonant Sound Gear Graffiti Kopfhörer. Die Finanzierungsrunde geht noch bis zum 6. Juni 2013, bis dahin will Joel Hornsby 20.000 US-Dollar eingesammelt haben.

Für umgerechnet rund 190 Euro gibt es einen der ersten 50 Kopfhörer, wahrscheinlich ab November 2013, für 230 Euro erhält man ein Modell der normalen Produktionsreihe, muss aber voraussichtlich bis Februar 2014 warten.

Und wer 955 Euro übrig hat, darf sich sein persönliches Graffiti-Modell von einem Künstler gestalten lassen. (Frank Müller)

Mehr dazu und ein Video auf neuerdings.com


Earl E-Ink Outdoor Tablet: Das macht was mit

Earl: Tablet mit Outdoor-Ambition Zur Großansicht
Earl

Earl: Tablet mit Outdoor-Ambition

Outdoor: Menschen vereint mit der Natur, im Wettstreit mit den Elementen, fernab von Luftverschmutzung und dem Lärm der Großstadt. Passt zu diesem Bild ein Tablet? Sicherlich kein iPad, aber vielleicht ja Earl. Denn Earl hält was aus. Der Blick auf die technischen Daten hilft aber nur wenig weiter. Es kommt mehr auf die Ideen im Detail und die Funktionen der Software an.

Nüchtern betrachtet ist Earl ein Android-Tablet. Aber schon der E-Ink-Screen unterscheidet es deutlich von seinen Kollegen im Markt. Er soll dafür sorgen, dass man das Display auch im prallen Sonnenschein ablesen kann und zudem spart es Strom: 20 Stunden Akkulaufzeit versprechen die Macher. Bei mäßiger Nutzung und einem externen Akku im Gepäck sollte man damit schon das eine oder andere Abenteuer im "Draußen" bestehen können. Um die Akkulaufzeit zu verlängern, bringt Earl zudem Solarzellen auf der Rückseite mit, die das Tablet im direkten Sonnenschein innerhalb von fünf Stunden wieder aufladen sollen.

Bei der Touchfunktion des E-Ink-Screens haben die Macher zudem an Situationen gedacht, bei denen die Nutzer Handschuhe tragen: Dank Infrarot-Technik ist auch das möglich. In Sachen Klima ist es für Temperaturen zwischen 0 und 50 Grad Celsius ausgelegt und außerdem geschützt gegen Wasser, Staub, Schlamm und generell gegen Stöße.

Besondere Funktionen

Das Earl-Tablet soll nicht etwa der Unterhaltung dienen, sondern will sich nützlich machen. Dazu verfügt es über GPS, die üblichen Lagesensoren und Bluetooth 4.0. Ungewöhnlich für ein Tablet sind Sensoren, die dem Nutzer Informationen über die aktuelle Wetterlage und mögliche Wetterumschwünge liefern sollen.

Ebenfalls besonders: Earl kann man auch als Funksprechgerät nutzen. Zudem ist ein Radio-Empfänger integriert, der nicht nur ein breites Frequenzspektrum abdeckt, sondern Sendungen auch automatisch aufzeichnen kann.

Da Earl auf Android setzt, gäbe es an sich natürlich viel Apps, die man mit ihm nutzen könnte. Der E-Ink-Screen dürfte allerdings nicht mit allen gut harmonieren. Nicht nur deshalb stellen die Earl-Macher Entwicklern eine eigene Programmierschnittstelle zur Verfügung. Die hat den Vorteil, dass Apps auf die zahlreichen Sensoren des Tablets zugreifen können.

Preise und Verfügbarkeit

Wer sich für Earl interessiert, kann sich auf der offiziellen Website per Crowdfunding beteiligen. Die Macher nutzen also keine Plattform wie Kickstarter oder Indiegogo, sondern setzen ihre Pläne in Eigenregie um. Hier muss man also noch ein wenig mehr Vertrauen vorschießen als sonst.

Umgerechnet rund 205 Euro wollen die Macher mindestens für ein Earl-Tablet haben, der internationale Versand ist dann inklusive. Für etwa 38 Euro mehr bekommt man höher aufgelöstes Kartenmaterial. Apropos Karten: Die gibt es zunächst nur für die USA, Kanada und Mexiko. Internationale Versionen u.a. für Europa sollen bis Jahresende folgen. Die nordamerikanische Variante soll bereits im August 2013 ausgeliefert werden. (Jan Tißler)

Mehr auf neuerdings.com


Adonit Jot Touch 4: Feinfühliger Tabletstift

Adonit Jot Touch 4: Neues Schreibgefühl am Tablet Zur Großansicht
Adonit

Adonit Jot Touch 4: Neues Schreibgefühl am Tablet

Einer der Punkte, die das iPhone von seinen Touchscreen-Handy-Vorläufern 2007 abgehoben hat, war die konsequente Fingerbedienung. Andere Systeme wie Windows Mobile setzten damals auf einen Stylus. In der Realität hat man dann doch versucht, so ein Windows-Handy mit dem Fingernagel zu bedienen - entweder weil man keine Lust hatte, den Stylus hervorzukramen, oder weil man den längst verloren hatte.

Und während die Fingerbedienung so erfolgreich war, ist sie an einer Stelle einem Stylus eben doch unterlegen: wenn es um Präzision geht. Hierzu gehören alle Situationen, in denen jemand sein Tablet als digitalen Skizzen-, Zeichen- oder Malblock benutzen will. Hersteller Adonit hat sich dabei auf besonders präzises Arbeiten spezialisiert und der neue Stylus Jot Touch 4 soll hier noch einmal zulegen.

Stifte für iPad & Co. haben normalerweise einen dicken Gummiknubbel an der "Spitze", um gegenüber dem Tablet einen Finger zu simulieren. Das funktioniert zwar, versperrt dem Nutzer aber den Blick. Adonit geht einen anderen Weg: Die Stifte eine Spitze, die diesem Namen auch gerecht wird und der Finger wird durch eine transparente Kunststoffscheibe simuliert.

Frank Müller hatte voriges Jahr den Adonit Jot Pro getestet und dabei unter anderem festgestellt: "Durch das Kugelgelenk lässt sich der Stift stufenlos in einem sehr großen Winkelbereich bewegen, so dass flüssiges Schreiben und Zeichnen möglich ist, genau wie auf Papier." Für Menschen, die auf ihrem Tablet zeichnen und handschriftliche Notizen machen wollen, sei ein Stift wie der Adonit Jot Pro unverzichtbar.

Zwei Stylus-Problemstellen behoben

Eine Schwäche war bislang aber meist, dass Menschen beim Schreiben, Zeichnen oder Malen dazu neigen, die Hand mit dem Ballen aufzulegen. Das aber kann den Multitouch-Screen verwirren, der das eventuell als weitere Eingabe interpretiert. Adonit verspricht, dass das mit dem neuen Jot Touch 4 nun kein Problem mehr sein soll.

Ein anderer Punkt ist die sehr wichtige Druckempfindlichkeit. Wer zeichnet und malt ist gewöhnt, über den Druck auf Stift oder Pinsel Einfluss auf das Ergebnis zu nehmen. Mit einfachen Stiften ist das nicht möglich. Sie simulieren das stattdessen oft durch die Geschwindigkeit, mit der man den Stylus über den Bildschirm bewegt. Der Adonit Jot Touch 4 soll nun 2048 Stufen Druckempfindlichkeit messen und per Bluetooth 4.0 ans iPad übertragen können. Laut Hersteller bietet das aktuell kein Konkurrent. Um das nutzen zu können, müssen die Apps aber für den Stift optimiert sein. Dazu gehören beispielsweise Zen Brush, Sketchbook Pro und Inspire Pro. Viele weitere sind für die kommenden Wochen angekündigt. Hier gibt es eine Kompatibilitätsliste.

Der Adonit Jot Touch 4 kostet laut Herstellerwebsite 89,00 Dollar.

Weitere Informationen auf der offiziellen Website. (Jan Tißler)

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insgesamt 3 Beiträge
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1. 190 EUR für nen Stück gebogenes Blech ?!
franz8 18.05.2013
Sorry, aber die Resonant-Kopfhörer machen keinen guten Eindruck, wenn ich mir das Produkt-Video so anschaue. Sieht nach billig gebogenem Blech aus. Und dann lese ich hier auch noch, dass er und seine Kumpels Lautsprecher nach Ihrem Geschmack herausgesucht haben. Überzeugt mich alles nicht, jedenfalls nicht um mal eben so 190 Euro lockern zu machen. Wundert mich überhaupt, dass er es soweit geschafft hat und im SPON erwähnt zu werden. Ich habe da auch noch ein paar verstaubte Ideen im Keller, vielleicht mag SPON ja mal über mich berichten.
2. Qualität
Asturaetus 18.05.2013
Naja gute Kopfhörer können schon einiges Kosten. Wie sagt man in der Audiophilen-Szene? 95% der Soundqualität macht die Schalldämmung? Aber zur Annäherung and die restlichen 5% braucht es dann exorbitant höhere Ausgaben, denn da steckt die Technik drin (vorallem mehr und bessere Treiber - Aufteilung der Frequenzbereiche etc.). Ob im gegebenen Fall die Cans allerdings ihr Geld wert sind? Ich kann eigentlich nur bessere Einflussnahme auf das Design sehen. Portabilität/Formfaktor wird sich durch das Herausnehmen der Cans nicht groß verbessern und austauschbare Kabel gibt es im Hochpreisbereich bei Kopfhöhrern schon lange. (Wäre bei Kabelbruch sonst auch ein Disaster ^^) Bessere Technik als die Konkurenz dürfte hier wohl eher nicht verbaut sein. Muss wohl jeder selbst einschätzen ob einem das bissl' Aussehen mehr wert ist.
3. warum
irierasta 18.05.2013
warum so viel geld für kopfhörer ausgeben? ich verstehe nicht warum leite 200 euro für kopfhörer ausgeben die es anderswo billiger und für ne besser (sound?)qualität gibt? kopfhörer von house of marley kosten vergleichsweise wenig sind aus recycelten rohstoffen und von der klangqualität auch nich schlecht :D und sie sehm gut aus
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