Neue Gadgets Wozu die Ferngläser unserer Großeltern noch gut sind

Ein Adapter soll Smartphones und Ferngläser vermählen, eine Docking-Station aus Telefonen ganze Laptops machen und ambitionierte Schwimmer bekommen ein Display für ihre Goggles: die wöchentliche Gadget-Schau von neuerdings.com.


Snapzoom-Fernglasadapter: Fette Optik für schmale Telefone
Snapzoom

Snapzoom-Fernglasadapter: Fette Optik für schmale Telefone

Dan Chung, ein Fotojournalist des "Guardian", hat es vorgemacht: Er hat die Olympischen Spiele 2012 in London mit einem iPhone 4S und einem Canon-Fernglas fotografiert. Seine Fotos kann man auf seinem "Guardian"-Blog bewundern. Wenn man allerdings, davon inspiriert, selbst versucht, ein Fernglas als Tele-Vorsatz zu verwenden, merkt man schnell, wie schwierig das ist. Der Snapzoom-Fernglasadapter soll jetzt beliebige Smartphones und Ferngläser zu einer handhabbaren Tele-Foto-Einheit verbinden.

Digibinning (von Digital und Binoculars) nennt sich das Ganze auf Englisch, und für das iPhone in der Version 4 und 4S gibt es bereits Halterungen, die ein Andocken an bestimmte Ferngläser und Spektive ermöglichen. Das Snapzoom soll sich an beliebige Telefone und Ferngläser anpassen lassen. Die Ferngläser, die uns unsere Großeltern vererben, sind also doch noch zu etwas gut.

Mehr Infos über den Fernglasadapter Snapzoom bei Kickstarter und auf der Website der Entwickler. Das Projekt hat sein Finanzierungsziel längst erreicht und endet erst am 26. Mai. Rund 72 Euro inklusive Versand kostet ein Snapzoom-Fernglasadapter. Wer sparen möchte und handwerklich halbwegs begabt ist, bastelt sich einen Adapter nach den Angaben auf diesem Blog selbst. Das sieht zwar nicht sehr elegant aus und ist nicht so vielseitig, scheint aber für den Einstieg ins "Digibinning" auch zu funktionieren. (Frank Müller)

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Casetop: Docking-Station für Smartphones
Livi Design

Casetop: Docking-Station für Smartphones

Mach dein Smartphone zum Laptop

Mit dem Kickstarter-Projekt Casetop wird das eigene Smartphone zu einem einfachen Laptop. Das soll sowohl mit iPhones, als auch mit zahlreichen Android-Handys und BlackBerry-10-Geräten funktionieren.

Dass Smartphones "Computer in der Hosentasche" sind, ist inzwischen mehr als nur ein Spruch: Mehrkern-Prozessoren im Gigahertz-Bereich und teils erstaunlich leistungsfähige Grafik heben die kleinen Alleskönner auf ein Niveau, das vor einigen Jahren noch dem klassischen PC vorbehalten war. Warum sollte man aber diese Rechenkraft eigentlich in der Hosentasche verkümmern lassen? John Andrus stellt deshalb das Casetop vor: Man steckt sein Smartphone ein und erweitert es so zu einem simplen Laptop.

John Andrus betont dabei vor allem, dass das Casetop unabhängig von Hersteller oder Betriebssystem funktioniere. Das Smartphone muss nur Video-out und Bluetooth beherrschen. Da Rechenpower und Speicher vom eingesteckten Smartphone kommen, können die Macher des Casetop die Zahl der Elemente im Gehäuse reduzieren. Dafür liefern sie einen 11,6-Zoll-LED-Bildschirm, eine normalgroße Tastatur sowie einen zusätzlichen Akku, der das eingesteckte Handy wieder auflädt. Über 30 Stunden Laufzeit werden versprochen.

Sollte die Kickstarter-Kampagne mehr als 500.000 Dollar einbringen, soll die Display-Auflösung auf 1920 x 1080 Pixel verbessert werden, aktuell sind 1280 x 720 Pixel versprochen. Noch sinnvoller wäre ein Touchscreen, aber der ist erst ab drei Millionen Dollar in Aussicht gestellt. Für umgerechnet rund 205 Euro kann man ein Anrecht auf ein Casetop inklusive internationalem Versand erwerben - muss allerdings Geduld mitbringen: Erst im Dezember 2013 soll geliefert werden. (Jan Tißler)

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Instabeat: Streckencomputer für Schwimmer
Instabeat

Instabeat: Streckencomputer für Schwimmer

Fitness-Tracker für Schwimmer mit einem Hauch Google Glass

Hind Hobeika hat über 15 Jahre lang Schwimmtraining auf Wettbewerbsniveau absolviert und dabei festgestellt, dass es zwar praktische und funktionale Fitness-Tracker für Läufer und Radsportler gibt, aber nicht für Schwimmer. Deswegen sucht sie jetzt auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo nach Unterstützern für ihr Projekt Instabeat.

Die Idee von Instabeat: Infos über Strecke und Zeit werden dem Schwimmer ins Sichtfeld eingeblendet. Damit erinnert Instabeat ein wenig an Google Glass. Aber die Anzeige, die in die Schwimmbrille gespiegelt wird, ist viel simpler gehalten: Drei Farben signalisieren, ob man gerade Fett verbrennt, seine Fitness steigert oder im "Maximum Performance"-Modus unterwegs ist. Jede dieser drei Arten wird in bis zu drei Stufen angezeigt.

Instabeat ist dabei so konstruiert, dass es zu nahezu allen Kopfformen und Brillenmodellen passen soll. Man muss Instabeat nicht einmal einschalten, nur anlegen. Ein Sensor registriert den Puls dann an der Schläfenarterie, so dass für diesen Messwert kein Brustgurt oder anderes Zubehör notwendig sein soll. Das Gadget zeigt aber nicht nur den aktuellen Stand des Trainings an, sondern erfasst beispielsweise auch die Zahl der Wenden. Ebenso wird eine Schätzung über die verbrannten Kalorien abgegeben.

Diese Daten werden via USB mit einem Computer synchronisiert und in einem eigenen Dashboard von Instabeat erfasst. Auf diese Weise bekommt man zugleich einen Überblick über die eigenen Trainingsfortschritte. Sollte das Projekt auf Indiegogo mehr als 100.000 Dollar einsammeln, soll es um Bluetooth erweitert werden, damit sich Instabeat drahtlos mit einem Smartphone abgleichen kann. Umgerechnet rund 105 Euro kostet ein Instabeat in der Vorbestellung. Klappt alles, sollen die Geräte im Oktober 2013 ausgeliefert werden. (Jan Tißler)

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insgesamt 6 Beiträge
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heureka_2001 12.05.2013
1. Casetop auch mit deutscher Tastatur!
Habe mir ein "Casetop" vorbestellt. Es gibt auch die Option, eines mit deutscher Tastatur zu erhalten. kickstarter(PUNKT)com/projects/lividesign/casetop-every-phone-becomes-a-laptop
juri. 12.05.2013
2. Analoger Tipp
Telefon: Telephonieren. Fernglas: Gucken. Kamera, vzgw. SLR: Photographieren. Alles miteinander mischen: Quark.
cassandros 12.05.2013
3. Opi, gehen wir heut wieder ins Museum?
Zitat von sysopSnapzoomEin Adapter soll Smartphones und Ferngläser vermählen, eine Docking-Station aus Telefonen ganze Laptops machen und ambitionierte Schwimmer bekommen ein Display für ihre Goggles: die wöchentliche Gadget-Schau von neuerdings.com. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/neue-gadgets-von-neuerdings-com-iphone-fernglasadapter-casetop-a-899073.html
Ja, sicher. Zum Beispiel als Türstopper im Gartenschuppen. Oder als Ersatzhantel für kleine Kraftübungen. :-) Als optische Geräte haben sie die gleiche Bedeutung wie LKWs mit Holzvergaser.
herbert_schwakowiak 12.05.2013
4.
das konnte ich schon vor Jahren. Die Airforce One, geparkt auf dem Flughafen in Dresden im Mai 2009, durchs Fernglas meines Opas aufgenommen aus 4 km Entfernung: Fotoalbum, Teilen Sie Ihre Fotos mit Freunden kostenlos bei MyAlbum! (http://de.myalbum.com/Album=7UJLRX3L)
der_seher59 13.05.2013
5. Die Ferngläser unserer Großeltern ?
Sorry, liebe SPON-Redaktion, mit solchen bekifften Überschriften katapultiert Ihr euch selbst auf BILD-Niveau runter. Ich alter Mann (53) habe mir doch tatsächlich vor 10 Jahren selbst ein Fernglas gekauft, daß ich - ohne von dessen totaler Veralterung zu wissen - doch tatsächlich noch im Winterurlaub in den Alpen bzw. im Sommer an der See benutze. Gut, daß ich jetzt weiss, daß ich es jetzt entweder umgehend entsorgen oder mir ein Iphone kaufen muss. Denn ohne Iphone-Plastikhalterung ist es ja zu nichts mehr nütze. Boah, echt, wattn Schwachsinn !
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