Neue Gadgets: Selbst gebautes Laserschwert bringt Dinge zum Brennen

Von Frank Müller und

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Styropyro

Die Gadget-Schau von Neuerdings.com zeigt diese Woche originelle Basteleien: Ein Designer hat Lampen gebaut, die sich beim ersten Leuchten formen, Lichtkünstler machen Fahrradspeichen zu Displays, und ein Jugendlicher zeigt sein selbstgebautes Laserschwert.

Der amerikanische Laser-Tüftler Drake Anthony hat ein Laserschwert gebaut. Klingt nach einem Traum für jeden Star-Wars-Fan, funktioniert aber in der Praxis dann doch ein wenig anders als im Film.

Wenn Jedis kämpfen, dann mit dem guten alten Lichtschwert. Star-Wars-Fans werden sich etwa an berühmte Duelle Obiwans mit Darth Vader und Darth Maul erinnern. Lichtschwerter in der Kinovorlage können Dinge zerschneiden, Schüsse abwehren und materialisieren eine Angriffsfläche, um andere Lichtschwerthiebe abzuwehren.

So etwas ist hier auf der Erde derzeit noch schwer herzustellen, Laser gibt es hier aber auch. Und so einen hat Anthony in einen Griff eingebaut. Und der bringt mit 3 Watt Leistung praktisch alles zum Brennen, was man ihm vor die Linse hält.

Anthony führt im Video vor, was sich mit dem Werkzeug alles Destruktives anstellen lässt. Er versucht damit, Papier, Pappe, Isolierband oder einen Tischtennisball zu zerschneiden. Jedoch taugt die Laserwaffe weit weniger gut zum Schneiden als zum Feuerzeug.

Erst beim abschließenden Test mit einem Streichholz beweist Anthony, dass sein Schwert auch zum Zerschneiden taugt, auch wenn es dafür etwas länger dauert. Für sein Experiment verwendete der Bastler einen Laser mit einer 450-Nanometer-Diode und 9 Millimeter Stärke und zwei Akkus vom Typ 18650, die für gewöhnlich in sehr starken Taschenlampen ein Zuhause finden. Anthony stammt ist laut seiner Website erst 17 Jahre alt und hantiert demnach mit allerhand Lasern und Pyrotechnik.

Normalerweise experimentiere er nicht gerne mit Lasern dieser Stärke, schreibt er. Aber er habe geahnt, dass seine Abonnenten etwas Derartiges mögen würden. Sehr vernünftig übrigens: Beim Hantieren mit dem Laserschwert habe er eine Schutzbrille getragen. Er rät außerdem dazu, das Experiment weder zu Hause noch sonstwo nachzuahmen. (Jürgen Vielmeier)

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Growing Lampshades: Einmalige Lampen durch Designer Zufall

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Peter Kraft

Die Growing Lampshades, also die wachsenden Lampenschirme, sind Halogen-Leuchtmittel, deren endgültige Form erst nach dem ersten Einschalten entsteht. Designer Peter Kraft entwickelte die Leuchten während eines Auslandssemesters an der Bezalel Academy of Arts and Design in Jerusalem.

Seine Growing Lampshades waren schon auf der Mailänder Möbelmesse 2012 zu sehen, ebenso auf der ersten Santorini Biennale of Arts 2012. Tatsächlich ähnelt das erste Einschalten einer Lichtinstallation, und auch die fertigen, ausgewachsenen Lampenschirme haben etwas Künstlerisches.

Das geheimnisvolle Wachstum lässt sich einfach erklären: Die Schirme der Leuchten bestehen aus PET, dass durch die Wärme des Halogen-Leuchtmittels beim ersten Einschalten verformbar wird. Außerdem ist die Luft im Inneren der Growing Lampshades auf 5 bar verdichtet.

Wenn die Halogenlampe eingeschaltet wird und die Hitze die PET-Hülle erweicht, kann sich die Luft im Inneren ausdehnen und der Lampe ihre endgültige Form geben. Denn dieser Vorgang funktioniert nur einmal. Nach dem ersten Einschalten behält die Lampe ihr Aussehen und verformt sich nicht mehr. (Frank Müller)

Mehr Infos über die Growing Lampshades gibt es auf der Seite von Peter Kraft.

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Monkey Light Pro: Wenn Fahrrad-Speichen zu Displays werden

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MonkeyLectric

Eine kleines Team namens MonkeyLectric will die Räder eines Fahrrads zum Bildschirm machen. Mit dem LED-System Monkey Light Pro kommen Botschaften oder Animationen auf die Speiche. Die Technik, die aus vier Leisten mit insgesamt 256 LEDs besteht, bietet fantastische Möglichkeiten. Billig ist sie aber leider nicht.

Nachts kommen sie mit ihren Rädern heraus, präsentieren Botschaften Schriftzüge, Kaminfeuer oder die NyanCat, oder sie machen das Rad zum Stoppschild, im Falle eines Unfalls. All diese Animationen werden in den Rädern eines fahrenden Fahrrads dargestellt. Nicht möglich? Doch, und eigentlich gar nicht einmal so kompliziert. Eine clevere Technik stattet Räder mit vier Leisten aus. Die Elektronik lässt die insgesamt 256 LEDs in verschiedenen Farben aufblinken - je nachdem, was das System vorgibt. Auf dem Rad lassen sich einfache Bilder darstellen, Texte oder sogar ganze Filme.

Das System heißt Monkey Light Pro, und so funktioniert es: Die vier LED-Leisten, die miteinander kommunizieren, eine Speicher-Einheit enthalten und die Botschaften in beide Richtungen ausstrahlen, werden an das Rad montiert. Der Nutzer schickt die Botschaften per Bluetooth an die Leisten. Die passende Software steht für Windows, Mac und Linux zu Verfügung. Mehr als zehn Designer haben bereits Apps zur Verfügung gestellt, mit denen sich Botschaften darstellen oder selbst entwerfen lassen. Um sie sehen zu können, muss es dunkel sein. Das Rad muss sich mit einer Geschwindigkeit von mindestens 15 bis maximal 65 km/h bewegen, damit die LEDs für das menschliche Auge einen Bildteppich von 70 Pixeln Breite ergeben.

Um das Projekt zu realisieren, wirbt das Team MonkeyLectric aus Kalifornien um das Geld der Masse: Auf Kickstarter hoffen sie, die Anschubfinanzierung von 180.000 Dollar einzusammeln - was unzweifelhaft gelingen dürfte. Eine Woche nach dem Start der Crowdfunding-Aktion kamen bereits über 100.000 Dollar zusammen, und mehr als 50 Tage bleiben noch, um das Ziel zu erreichen.

Allerdings: Das System ist nicht gerade billig. MonkeyLectric bietet das Vier-Leisten-System im Early-Bird-Paket ab 495 Dollar an - was bereits vergriffen ist. Der spätere Endkundenpreis soll 895 Dollar betragen - für ein Rad, wohlgemerkt. Will man beide Räder mit den "Displays" ausrüsten, werden später stolze 1690 Dollar fällig.

Ausgeliefert werden sollen die ersten Geräte übrigens im Dezember.Alle bisher verfügbaren technischen Details und Beispiel-Designs zeigen die Kalifornier auf ihrer Kickstarter-Seite. (Jürgen Vielmeier)

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insgesamt 31 Beiträge
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1. Gadget=Schwachsinn
donnerfalke 08.06.2013
Es gibt bei Youtube massig Videos wo Leute mit solchen Handhelts hantieren. Und noch mehr als 3W. Dass so ein Ding in der Hand eines 17-Jährigen ist, ist schon großer Schwachsinn. Einmal das Auge erwischt oder durch Refkeltion, das wars mit der Netzhaut. Die Netzhaut geht sofort kaputt schon bei viel kleineren Leistungen als 3W. Auch die Pilotenin Fleugzeugen freuen sich über solchen Laser den sie in die Augen kriegen. Jugendliche kommen nun mal auf bekloppte Ideen, deshalb finde ich nichts tolles an diesem Ding da.
2. Gadget = zukünftige Ingenieure
susuki 08.06.2013
Der spielerische Umgang mit Technik ist grandios! Mein Laserpointer welcher mit Videokamera und auf einem 3-Achsen Fischertechnik - Roboterarm montiert war, und die Katze selbstständig bespassen sollte hat zwar nie richtig funktioniert aber meinen Bruder nicht geblendet... Und was war unser Lebenslauf, was denken Sie?
3.
khaja 08.06.2013
Zitat von donnerfalkeEs gibt bei Youtube massig Videos wo Leute mit solchen Handhelts hantieren. Und noch mehr als 3W. Dass so ein Ding in der Hand eines 17-Jährigen ist, ist schon großer Schwachsinn. Einmal das Auge erwischt oder durch Refkeltion, das wars mit der Netzhaut. Die Netzhaut geht sofort kaputt schon bei viel kleineren Leistungen als 3W. Auch die Pilotenin Fleugzeugen freuen sich über solchen Laser den sie in die Augen kriegen. Jugendliche kommen nun mal auf bekloppte Ideen, deshalb finde ich nichts tolles an diesem Ding da.
Ich stimme ihnen da vollkommen zu: Derartig starke Laser MÜSSEN so eingebaut werden, dass der Strahl auf keinen Fall zu einem Objekt gelangt, wo er nicht hingehört. Das bedeutet auch, dass man auch Reflektionen verhindern muss - wenn man Pech hat, reicht da bei diesen Energiedichten schon die Reflektion an einer _Tapete_ aus.
4. @Donnerlesefalke
mayazi 08.06.2013
Deshalb hat der Jugend.iche auch eine Schutzbrille getragen. Steht im Artikel.
5.
khaja 08.06.2013
Zitat von mayaziDeshalb hat der Jugend.iche auch eine Schutzbrille getragen. Steht im Artikel.
Bei einem 3 Watt-Laser braucht man allerdings schon eine ziemlich teure Schutzbrille (100 Euro aufwärts) - ist nicht so, als ob man da jetzt einfach in die Grabbelkiste greifen kann. Zumal man dann auch noch Kleidung / Handschuhe tragen sollte - ansonsten holt man sich schnell Verbrennungen dritten Grades. Ja, auch durch besagte Reflektionen.
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