Neue iPad-Konkurrenz Das sind die ersten Honigwaben-Tablets

Motorola

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2. Teil: Wann kommen die Honigwaben-Handys?


Im Rahmen der Honeycomb-Präsentation am vergangenen Mittwoch wurde die naheliegende Frage gestellt, ob es die neue Android-Version denn auch für Handys geben werde. Googles Antwort war halbherzig: "Einige Funktionen (von Android) wird es mit der Zeit auch auf Handys geben", sagte Firmensprecher Andrew Kovacs dem " PC Magazine" zufolge. Eine Aussage, die mehr Fragen aufwarf als beantwortete.

Das wurde wohl auch Kovacs klar, wenn auch etwas spät. Per E-Mail stellte er klar: "Die am Mittwoch gezeigte Version von Honeycomb ist für den Formfaktor von Tablets optimiert. Sämtliche Änderungen an der Benutzeroberfläche werden in Zukunft in Android übernommen. Die Veranstaltung am Mittwoch war auf Tablets fokussiert, auf denen Honeycomb zuerst erscheinen wird.

Wirklich klar hat Kovac sich damit zwar immer noch nicht ausgedrückt, aber wenn man seine Aussage in den Zusammenhang setzt, wird klar: Smartphones mit Android 3.0 wird es vorerst nicht geben. Wann und ob solche Geräte überhaupt erscheinen werden, ist fraglich. Wahrscheinlicher ist es, dass Google zum Mobile World Congress, der am 14. Februar in Barcelona beginnt, eine neue Version von Android für Handys vorstellen wird.

Die dürfte dann einige Honeycomb-Funktionen beinhalten, beispielsweise die verbesserte Videochat-Software, Anpassungen an den neuen Android Market, die neue Kamera-App und vielleicht auch das neue YouTube-Interface. Wobei letzteres auf Smartphone-Displays weniger sinnvoll sein dürfte, als auf den viel größeren Tablet-Bildschirmen. In dieser Art wird Google die Smartphone-Variante von Android stückweise an Honeycomb annähern, bis es irgendwann hoffentlich eine vereinheitlichte Version 3.1 oder 3.2 gibt. Vorerst aber werden neue Smartphones mit einem Android 2.4 ausgestattet werden, einer Art abgespeckter Variante von Honeycomb also. Das wäre jedenfalls ein logischer Schritt, um das Update von der Version 2.3 abzuheben, die es bisher nur auf Googles Nexus S gibt.

Und dann war da ja noch Palm...

So richtig viel Klarheit gibt es also noch nicht, wie es mit Android 3.0, alias Honeycomb, losgehen wird. Zumindest nicht für uns hier in Deutschland. Während in den USA schon Liefertermine feststehen, halten sich die einzigen Hersteller, die bereits Honeycomb-Tablets vorgestellt haben, Motorola und LG, mit Aussagen zum hiesigen Markt noch zurück. Auf dem Mobile World Congress Mitte Februar in Barcelona dürfte sich das ändern, wenn vermutlich dutzende Firmen zeigen, mit welchen Geräten, zu welchen Preisen und wann sie sich dem Thema Honeycomb widmen wollen.

Dann wird es spannend. Aber nicht nur der vielen zu erwartenden Android-3.0-Tablets wegen. Auch, weil Computerhersteller HP wenige Tage zuvor seine längst überfälligen Tablet-Rechner in Kalifornien präsentieren wird. Die hätten eigentlich schon letztes Jahr mit Windows 7 auf den Markt kommen sollen. Überraschend machte HP jedoch einen Rückzieher, verschob die Tablets und übernahm den angeschlagenen Smartphone-Hersteller Palm. Die neuen Tablets, die es auf dem MWC erstmals in Europa zu sehen geben wird, dürften nun nicht nur mit einer neuen, für Tablets optimierten Version von Palms webOS kommen. Sie werden ganz offensichtlich auch kräftige Anleihen beim typischen Palm-Design gemacht haben, wie die ersten Teaser-Videos erkennen lassen, die ansonsten leider sehr wenig verraten.

Nutzt der Marktführer die Gelegenheit?

Noch viel weniger verrät bekanntermaßen Apple. Über dessen iPad 2, den Nachfolger des aktuellen Tablet-Marktführers, wird längst eifrig spekuliert, während Apple stoisch schweigt. Zuletzt gab es Berichte, ein Reporter habe während der Präsentation der iPad-Zeitung " The Daily" einen Prototyp des neuen Modells erspäht. Ob das stimmt sei ebenso dahingestellt wie die Frage, ob das angebliche iPad-2-Display, von dem Fotos in diversen Blogs zu sehen waren, echt ist.

Sicher ist zumindest, dass es bald ein neues iPad geben wird. Der Zeitpunkt würde zu Apples Zyklen passen. Es ist nicht einmal unwahrscheinlich, dass der US-Konzern die Präsentation des iPad direkt in die Laufzeit des MWC legt, an dem Apple nicht teilnimmt. Es wäre nicht das erste Mal, dass Apple mitten während einer wichtigen Messe ein neues Produkt vorstellt, ohne selbst vor Ort zu sein. Das spricht für das Selbstbewusstsein des Unternehmens, das vor einigen Jahren sämtlichen Branchentreffen mit der Begründung abgeschworen hat, man wolle sich von solchen Ereignissen keine Termine diktieren lassen.

Jetzt aber würde die zu erwartende Tablet-Schwemme des MWC Apple eine gute Gelegenheit geben, der endlich ernsthaft aufkeimenden Konkurrenz gleich wieder den Wind aus den Segeln zu nehmen. Denn so viel ist sicher: Egal wie viele Honeycomb-Tablets in Barcelona gezeigt werden, ein iPad 2 würde das Medieninteresse sofort an sich ziehen, alles andere überschatten. Es wäre nicht das erste Mal, dass Apple auf diese Weise verfährt.



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