Neue iPad-Konkurrenz: Das sind die ersten Honigwaben-Tablets

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War 2010 das Jahr der Tablets? Von wegen! Erst 2011 wird es mit den Flach-Rechnern richtig losgehen. SPIEGEL ONLINE erklärt, was die neue Geräte-Generation kann, ob das neue Betriebssystem bald auch auf Handys läuft, welche Alternativen kommen - und wie Apple reagieren könnte.

Die neuen Tablets: Hier läuft Android 3.0 Fotos
Motorola

Motorola wird den Anfang machen, das steht fest. Auf der CES (Consumer Electronics Show), Anfang Januar in Las Vegas, hat das bloße Gerücht, der US-Konzern werde ein Honeycomb-Tablet zeigen, ausgereicht, um Hunderte Journalisten zur Motorola-Pressekonferenz zu locken. Enttäuscht wurden sie nicht. Tatsächlich zeigte Motorola das Xoom, ein 10-Zoll-Tablet mit Honeycomb darauf - theoretisch zumindest. Denn was die Top-Manager der jetzt Motorola Mobility genannten Mobilfunkfirma da auf ihrem schicken Flunder-PC zeigten, waren Videos. Android 3.0 war zu diesem Zeitpunkt offensichtlich noch nicht vorzeigbar, noch nicht stabil genug für einen großen Auftritt vor Publikum.

Aber der wurde ja nun am 2. Februar erfolgreich von Google selbst nachgeholt und brachte Funktionen und Fähigkeiten zutage, die Tablets mit Google-Betriebssystem zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für Apples iPad werden lassen. Offen blieb bislang nur die Frage, wann das erste der Honigwaben-Tablets denn in den Handel kommen wird. Die scheint nun ein Mitarbeiter der US-Einzelhandelskette Best Buy beantwortet zu haben.

Auf der Facebook-Seite einer Best-Buy-Filiale im US-Bundesstaat Michigan veröffentlichte er die Termine für die Verkaufsstarts von vier neuen Geräten, darunter auch Motorolas Xoom. Demnach wird die Motorola-Flunder ab dem 24. Februar im Handel sein.

Diejenigen, die sich gleich morgens um 7 Uhr zur Ladenöffnung aufmachen, werden nicht nur damit protzen können, die ersten zu sein, sie werden auch ein Tablet in Händen halten, das die Konkurrenz in mancherlei Hinsicht hinter sich lässt. Mit Dualcore-Prozessor, HDMI-TV-Ausgang und einem HD-Touchscreen mit 1280 x 800 Bildpunkten steht es jedenfalls ganz oben in der Hackordnung. Ob man es mit seiner 5-Megapixel-Kamera tatsächlich als Fotoapparat verwenden möchte, ist eine Frage, die auch damit zusammenhängt, ob man eine ausreichend gut trainierte Unterarmmuskulatur hat. Die Frontkamera für Videochats ist dagegen ein sinnvolles Goodie. Noch sinnvoller ist aber, dass Motorola verspricht, man werde das Xoom auf den Mobilfunkstandard LTE aufrüsten können, der künftig in Mobilnetzen Datenraten von mehr als 100 Megabit pro Sekunde ermöglichen soll.

Ein Doppelauge von LG

Aber das alles kann der ärgste Konkurrent des Xoom auch - und mehr. Dieser Konkurrent ist das G-Slate von LG Electronics. In den USA wird das Gerät, dessen Bildschirm mit 8,9 Zoll etwas kleiner ist, exklusiv von T-Mobile angeboten. Hier soll schon vom Start weg die Mobilfunktechnik LTE, gemeinsam mit zwei Kameras und einem HD-Videoausgang für den Fernseher an Bord sein.

Vor allem aber wird das G-Slate mit einer Stereokamera bestückt sein, es kann also Fotos und Videos in 3D aufnehmen. Darüber, in welcher Weise man diese Bilder und Videos auch dreidimensional am Bildschirm betrachten kann, gibt es unterschiedliche Gerüchte. Demnach gehen einige Bogger davon aus, dass das Display auch ohne Brille 3-D-Bilder erzeugen kann. Derartige Technik gibt es in klein bereits bei Nintendos neuer Mobilkonsole 3DS und in etwas größer bei ein paar Toshiba-TVs, die ausschließlich in Japan und auch dort nur zu exorbitant hohen Preisen verkauft werden.

Wahrscheinlicher als die Integration eines solchen, sehr teuren, Displays ist daher die Annahme, dass dem auch Optimus Pad genannten Gerät eine 3-D-Brille beiliegt. Aber - Achtung - LG nutzt hier offenbar nicht moderne (teure) Shutter-Technik, sondern Rot-Blau-Brillen, wie man sie von den 3-D-Filmen der fünfziger und siebziger Jahre kennt. Man kann also 3D sehen, das aber nur in Schwarzweiß. Zumindest, wenn man das Slate an einen 3-D-TV anschließt, sollte man seine Filme aber in Farbe sehen können.

Damit dabei nichts ruckelt, hat LG nVidias Tegra-2-Chips eingebaut, also einen Dualcore-Prozessor, der auf hohe Grafikleistung optimiert ist. Da außerdem ab Werk bereits 32 Gigabyte-Speicher eingebaut sind, dürfte sich das Thema Speichererweiterung für viele Slate-Käufer erst einmal erledigt haben.

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