Helpouts Google vermittelt Videochats mit Experten

Google hat ein Beratungsportal gestartet, auf dem Experten per Videochat Fragen zu Alltagsproblemen beantworten sollen. Der Helpouts genannte Dienst übernimmt dabei eine Vermittlerrolle. An den kostenpflichtigen Beratungen verdient das Unternehmen mit.

Google Helpouts: Zehn Dollar für 15 Minuten Beratung zum Thema Pool-Reinigung

Google Helpouts: Zehn Dollar für 15 Minuten Beratung zum Thema Pool-Reinigung


"Bekomme echte Hilfe, von echten Menschen, in Echtzeit" - mit diesem Slogan bewirbt Google seinen neuen Dienst Helpouts. Dabei handelt es sich um einen virtuellen Marktplatz, der von ausgewählten Drittfirmen genutzt werden kann. Auf dem Portal sollen die Unternehmen via Google-Hangout Videochats mit Experten anbieten. Nutzer sollen so die Möglichkeit bekommen, unkompliziert mit Profis in Kontakt zu treten, die ihnen bei konkreten Fragen und Problemen helfen.

Natürlich soll Helpouts nicht nur das Leben erleichtern, sondern auch Umsätze generieren. Die meisten Videochats kosten Geld, abgerechnet wird die persönliche Beratung entweder nach einer Pauschale oder nach einem Minutenpreis. Zahlungen werden über Googles Abrechnungsdienst Wallet abgewickelt. Mit Ausnahme der Gesundheitsangebote verdient Google vom Start weg an jedem kostenpflichtigen Videochat mit - 20 Prozent der Beratereinnahmen gehen an das Unternehmen.

Bislang finden sich bei Helpouts vor allem Ansprechpartner für Alltagsprobleme. Der Besitzer einer Reinigungsfirma beantwortet für zehn Dollar 15 Minuten lang Fragen zum Thema Pool-Sauberkeit, eine Stylistin berät zu denselben Konditionen bei der Klamottenwahl. Ein Gastronomieautor gibt für einen Dollar pro Minute Restauranttipps. Angesichts von Millionen kostenloser Tutorialvideos, die YouTube bietet, soll vor allem die Interaktionsmöglichkeit Nutzer motivieren, für den Experten-Chat zu bezahlen.

Die Angebote ordnet Google in acht Kategorien, von Kunst und Musik übers Kochen bis hin zu Haus und Garten. Bei der Beraterauswahl soll ein Bewertungssystem helfen. Außer nach Bewertung lassen sich die Angebote nach dem nächsten verfügbaren Termin sortieren: Einige Berater sind bei Helpouts jederzeit verfügbar, andere haben vorgegebene Sprechzeiten.

Zum Start ist Helpouts nur auf Englisch verfügbar. Ob es eine deutsche Version des Portals geben wird, ist bislang nicht bekannt. Eigene Beratungen kann derzeit nur anbieten, wer einen speziellen Einladungscode besitzt. Neben einer Webcam und einem Mikrofon brauchen Nutzer des Portals einen Google+-Account.

mbö

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insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
ralf_si 05.11.2013
1. optional
Für 1$/Minute Tipps vom "Experten", der wiederum nur 0,80 Cent verdient? Das kann in meinen Augen kein Experte sein. Ferner ist das wieder einmal ein bestes Beispiel für das schädliche Provisionsgeschachere... der Kunde könnte 20% sparen, wenn er sich ohne Vermittler an den "Experten" wendet.
?denken! 05.11.2013
2. @ optional
Einfach mal multiplizieren: 0,80 $ / Minute macht 48.- $ / Stunde. Nicht so schlecht oder? Und das für eine Restaurantempfehlung!
ralf_si 05.11.2013
3.
Zitat von ?denken!Einfach mal multiplizieren: 0,80 $ / Minute macht 48.- $ / Stunde. Nicht so schlecht oder? Und das für eine Restaurantempfehlung!
Sie sind anscheinend nicht selbständig. 48$ vor Steuern und Sozialabgaben. Während der brave "Experte" seine Steuern zahlen wird, führt Google das in Steueroasen ab. Der "Verdienst" beider Seiten ist ungefähr gleich, nur dass der "Experte" einem wesentlichen höheren Aufwand und einer höheren Haftung als Google ausgesetzt ist. Halten Sie sich bitte nicht an der Restaurantempfehlung fest. Google will, dass alles über seine Dienste läuft! 20% Provision sind eine Frechheit und verbraucherfeindlich!
Textato 05.11.2013
4. Gibt es auch schon in Deutschland
Google Helpouts richtet sich vor allem an Menschen mit Problemen im Alltag und jeder kann sich dort als "Experte“ registrieren. Siehe Zitat: "Google approves every provider". Ich denke, die Menschen für 48$ können in diesen Situationen bestimmt weiterhelfen, wenn sie diese Alltagssituationen eben schon oft durchlebt haben. Ob man in den Fällen allerdings von Experte sprechen sollte, ist die Frage. Anders macht es das deutsche Pendant www.flexperto.com, die auch anbieten, Experten per Videochat zu kontaktieren. Dort finden sich aber nur professionelle Experten und auch die Preise sind höher (vielleicht ein Qualitätsmerkmal?) Auf jeden Fall interessant, dass das gleiche Geschäftsmodell jetzt an verschiedenen Stellen aufkeimt. Muss ja ein interessantes Gebiet sein...
brucewillisdoesit 05.11.2013
5. Free to Choose
Zitat von ralf_siFür 1$/Minute Tipps vom "Experten", der wiederum nur 0,80 Cent verdient? Das kann in meinen Augen kein Experte sein. Ferner ist das wieder einmal ein bestes Beispiel für das schädliche Provisionsgeschachere... der Kunde könnte 20% sparen, wenn er sich ohne Vermittler an den "Experten" wendet.
Sie könnten auch Ihre Lebensmittel und Kleidung auch jeweils direkt vom Hersteller beziehen. Macht aber niemand, da es durchaus Sinn macht diesbezüglich eine logistische Dienstleistung (in diesem Fall Retail) in Anspruch zu nehmen. Dasselbe gilt auch in diesem Fall. Google stellt, ähnlich wie Amazon oder eBay die Infrastruktur (den Marktplatz), bringt Anbieter und Käufer in direkten Kontakt und läßt sich das bezahlen, nur das es sich hier um nicht um Güter sondern Services handelt. Wo ist das Problem ? Wenn sie der Meinung sind, die Transaktionskosten würden sich hierdurch übermäßig erhöhen (ja, Suchen erhöht die Transaktionskosten) und wären den durch Google geleisteten Zusatznutzen nicht wert, ok dann nutzen sie den Dienst nicht. Glücklicherweise könnnen in den USA die Menschen noch selbst entscheiden was sie tun wollen, und was nicht ohne sie vorher um Erlaubnis zu fragen.
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