Neue Gadgets: Die Zeit wird Schal

Sehen wie die Zeit vergeht, das soll eine neue Wanduhr ermöglichen, die strickt statt die Uhrzeit anzuzeigen. Außerdem im Gadget-Überblick von neuerdings.com: Ein drahtloses Sounddock und ein ganz besonderer Schaukelstuhl.

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Siren Elise Wilhelmsen

In der Regel hat ein Jahr 365 Tage beziehungsweise 8760 Stunden. Die "365 Knitting Clock" der in Norwegen geborenen Designerin Siren Elise Wilhelmsen nutzt diese Zeit, um in Strickliesl-Manier einen Schlauchschal zu stricken, so dass man, wie es auf der Website so schön heißt, "die Vergangenheit in die Zukunft tragen kann".

Neigt sich der Zeitfaden dem Ende zu, muss man ein neues Garnknäuel auf die Spule der Strickuhr stecken, damit sie ihr Werk fortführen kann. Die Garnknäuel tragen sinnigerweise den Titel "Mehr Zeit". Durch die Wahl entsprechenden Garns kann man jedem Jahr eine eigene Farbe geben. Das ergibt ganz neue Konversationsmöglichkeiten: "Weißt du noch? Unser grünes Jahr, bevor die Kinder kamen?".

Die 365 Knitting Clock ist eine schöne Art, sich bewusst zu machen, dass auch der eigene Lebensfaden endlich ist. Dass man nicht rund um die Uhr funktionieren kann, sondern ab und zu neues Garn nachlegen muss. Doch bevor wir uns noch mehr in fragwürdige Metaphern und lebensphilosophische Betrachtungen verstricken, wenden wir uns lieber wieder den Fakten zu.

Die 365 Knitting Clock ist leider kein Produkt, das sich im Laden erwerben lässt, sondern lediglich ein Prototyp. Sie besteht aus Holz, Wolle und Acryl, ihre Abmessungen betragen 36 x 15 x 50 cm. Allerdings ist die Grandfather Knitting Clock, eine Standuhrvariante der Strickuhr, laut Website verkäuflich. Es gibt eine limitierte und signierte Edition von acht Exemplaren der 190 cm hohen Strickuhr. Der Preis? Auf Anfrage. (Frank Müller)

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Universelles Sound-Dock

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Boston Acoustics

Auch wenn Boston Acoustics beim MC200Air mit der Buchstaben-Kombination "MC" einen kurze Hoffnungsschimmer auf ein Revival der Musiccassette aufblitzen lässt, stehen diese beiden Buchstaben doch nur für das, was das MC200Air darstellen soll: ein Musik Center. Es soll laut Hersteller mit exzellenter Klangqualität, hochwertigen Materialien und einem "in Europa entwickelten" Design die Käufer von sich überzeugen.

Anschluss finden

Das MC200Air bietet sowohl integriertes Wifi (inklusive WPS für die besonders einfache Einrichtung) als auch den kabelgebunden Netzzugang per Ethernet. Der Kontakt zum lokalen Musik-Archiv sollte also schnell gefunden sein. Steht die Verbindung, spielt das MC200Air jegliche digitalen Musikdateien ab und dank integrierter DLNA-Unterstützung tut es dies von allen DLNA-kompatiblen Geräten. Dies können nicht nur PC und Netzwerkspeicher, sondern auch Smartphones mit Android OS sein.

Durch die Unterstützung von Apples "AirPlay" lässt sich das MC200Air ebenso via iPhone, iPad oder iPod touch mit Musik beliefern. Wer vom PC oder Mac per iTunes seine Musik verteilt, kann auf diese Weise zudem mehrere Exemplare des MC200Air synchron mit Audio-Inhalten versorgen.

Im Notfall, wenn tatsächlich kein Netzwerk-Gerät mehr verfügbar sein sollte, lässt sich das MC200Air auch per USB- oder analogem AUX-Eingang mit Musik-Quellen verbinden. Auf einen Apple-Dock-Connector verzichtet Boston Acoustics hingegen bei diesem Gerät - was wiederum den Vorteil hat, dass man sich nicht zwischen alter und neuer Version dieses Anschlusses entscheiden muss.

Fetter Sound durch elektronische Tricks

Boston Acoustics will dem MC200Air einen besonders raumfüllenden Klang mit auf den Weg gegeben haben. Bässe sollen durch einen "BassTrac" genannten Klangfilter kraftvoll und verzerrungsfrei abgebildet werden. Hochwertige Materialien, schlichtes Design und ein einfaches Bedienkonzept anhand weniger Bedientasten hebt der Hersteller ebenfalls hervor.

Das MC200Air ist ab sofort im Handel erhältlich und wird in Schwarz und Weiß angeboten. Ab 349 Euro kostet das im Online-Versandhandel. (Frank Busch)

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Gemütlich schaukelnde Ladestation fürs iPad

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Micasa Lab

Der Schaukelstuhl als gemütliche Ladestation: Laut Micasa Lab befindet sich der iRock zwar noch in der Entwicklung, soll aber demnächst wirklich verkauft werden. Leider ist der angepeilte Preis nicht ganz so entspannt wie das Aussehen des Sitz-Gadgets. Die Entwickler hätten gerne rund 1300 Dollar (etwa 1000 Euro) für den Schaukelstuhl mit Ladestation. Das ist nicht wenig, aber immerhin ist der iRock aus schwedischer Pinie handgefertigt und in fünf Schichten lackiert. Zunächst soll es ihn nur in weiß geben, später auch in schwarz, rot, gelb und gestreift.

Der iRock ist 120 Zentimeter lang, 115 Zentimeter hoch und wiegt 18 Kilogramm. Das hohe Gewicht liegt natürlich auch an der verbauten Technik. In die Lehne sind Lautsprecher eingelassen, die je 25 Watt liefern sollen. Die Halterung mit dem 30-Pin-Dock (ein Lightning-Adapter soll mitgeliefert werden) soll eine entspannte Lesehaltung ermöglichen.

So nett sich das alles (bis auf den Preis) anhört, so unwahrscheinlich scheint es doch, dass dieses Produkt wirklich auf den Markt kommt. Der iRock und die Einrichtung des Micasa Lab, sind wohl eher Bestandteile einer aufwendigen Strategie, die man sich ausgedacht hat, um für das Schweizer Möbelhaus Micasa Migros zu werben.

Das wird spätestens dann augenscheinlich, wenn man sich die anderen Produkte ansieht, die neben dem iRock im Micasa Lab zu finden sind. Schade eigentlich. (Frank Müller)

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