Neue Gadgets Ein Schlagzeug wird zur Tastatur

Trommeln statt Tasten, ein Smartphone aus Bambus und ein Fahrrad aus Pappe: Der wöchentliche Überblick von neuerdings.com zeigt, wie aus drei irrwitzigen Ideen großartige Gadgets entstanden sind.


Gizmag

Der Software-Entwickler und Musiker Alec Smecher ist ein echter Geek. Ein ausgezeichneter Beweis dafür ist seine Midi-Schlagzeugtastatur. Die Impulse, die er auf seinem digitalen Schlagzeug erzeugt, werden über ein Yamaha DTX Drum Trigger Module und einen Midi-to-USB-Adapter an einen Rechner geschickt. Ein selbstgeschriebenes kleines Programm übersetzt die Impulse in Buchstaben.

Für die High-Tech-Nachrichtentrommel entwickelte Alec Smecher ein Alphabet, bei dem jeder Buchstabe durch bestimmte Schlagimpulse repräsentiert wird. Sein Trommel-Alphabet basiert auf mehreren Inspirationsquellen. Eine davon ist das Morsealphabet, das er als Jugendlicher für seine Amateurfunkerlizenz lernen musste. "E" und "T" sind einzelne Schläge, seltenere Buchstaben (im englischen Sprachraum) wie "W", "X" oder "Z" bestehen aus einer Kombination.

Auch das Layout der QWERTY-Tastatur leistet einen Beitrag zum Trommel-Alphabet. Die "Löschtaste" liegt beispielsweise wie gewohnt oben rechts - ein Beckenschlag, kombiniert mit einem Kick auf das Fußpedal, das ansonsten als Leertaste fungiert.

Auch die Bewegungsökonomie spielte eine Rolle bei der Entwicklung des Trommel-Alphabets. Häufig vorkommende Snare-Becken- oder Fußpedal-Becken-Kombinationen werden in häufige Buchstaben umgewandelt.

Letzte Inspirationsquelle waren die Buchstabenformen, zum Beispiel beim "Y" oder "X", "L" oder "U". Um Großbuchstaben zu schreiben, spielt Smecher das Schlagmuster des Buchstabens einfach zweimal schnell hintereinander. Er hofft, durch die Konstruktion seine Schlagzeugfähigkeiten an sein Tippvermögen angleichen zu können. (Frank Müller)

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Ein Fahrrad aus Pappe für zehn Dollar

Izhar Gafni aus Israel hat schon verschiedene Preise gewonnen. Er entwirft Maschinen für die Massenproduktion, die dann Granatäpfel schälen oder Schuhe herstellen. Zugleich aber ist er ein großer Fahrradfan, und als er eines Tages hörte, dass jemand ein Kanu nur aus Pappe hergestellt hat, kam ihm eine ähnlich verrückte Idee: Könnte man ein Fahrrad aus Recycling-Pappe bauen? Vier Jahre und viele Prototypen später hat er die Antwort: Ja, man kann!

"The Alpha" nennt er sein Gefährt, das zu 100 Prozent aus recyceltem Material besteht. Es ist mit rund 9 Kilo nicht nur recht leicht, sondern es soll sogar noch stabiler als ein Carbonrahmen sein. So darf der Fahrer bis zu 220 kg wiegen. Und das Beste: Man könnte es für 10 Dollar pro Stück herstellen. Somit ist es nicht nur ein sehr umweltfreundliches Gefährt, sondern es kann durch seinen niedrigen Preis Menschen in Entwicklungsländern helfen.

Der Weg hin zum funktionierenden Rad war nicht einfach. Verschiedene Ingenieure erklärten Gafni, seine Idee sei schlicht nicht umsetzbar. Er selbst war da optimistischer, denn er wusste, dass Papier und Pappe sehr stabil sein können, wenn man sie richtig verarbeitet. Anderthalb Jahre hat er allein gebraucht, um die Faltung der Pappe zu perfektionieren. Bis der "Pappkarton auf Rädern" zumindest grob nach einem Fahrrad aussah, verging ein weiteres Jahr.

Jetzt hat er es geschafft: Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters sagte er, die Massenproduktion könne in wenigen Monaten beginnen. Es soll drei Fahrradmodelle geben: Das größte Fahrrad wird zusätzlich von einem Elektromotor angetrieben, ein weiteres, kleineres Modell ist für Kinder in Afrika gedacht, und das Kleinste ist ein Lernrad für die Jüngsten.

Die Pappräder sind nicht nur leicht und preisgünstig, sondern auch wartungsarm. Das Rad hat einen Riemen statt einer Kette, die Reifen sind aus recyceltem Vollgummi und sollen 10 Jahre halten - Aufpumpen nicht notwendig. Zudem ist das Papprad sowohl gegen Regen als auch gegen Feuer geschützt.

Mittlerweile ist eine Hilfsorganisation auf das Projekt aufmerksam geworden, also wird es noch ein weiteres Produkt geben: einen Rollstuhl. Auch er soll in Afrika zum Einsatz kommen. (Jan Tißler)

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Android-Smar tphone im Bambus-Gehäuse

Karen Storey

Bei diesem Smartphone kommt es ausnahmsweise nicht so sehr auf die inneren Werte an. Denn das "ADzero" ist das erste Android-Handy im Bambus-Gehäuse. Der 23-jährige Designstudent Kieron-Scott Woodhouse hatte das Bambus-Phone zunächst nur als eine Designstudie ins Netz gestellt. In diesem Fall aber fand sich jemand, der aus der Idee ein kaufbares Produkt machen wollte.

Also haben die Macher jetzt auch die technischen Daten des Geräts bekannt gegeben. Im Innern ein 1,4 GHz Samsung Exynos 4 Prozessor zum Einsatz kommen. Die CPU mit vier Kernen verrichtet unter anderem im Samsung Galaxy S 3 ihren Dienst. Außerdem finden sich 1 GB RAM und 16 GB Festspeicher in der Featureliste.

Die Daten können sich bis zur tatsächlichen Veröffentlichung des Geräts natürlich noch ändern, aber hier ist der aktuelle Stand:

  • Prozessor: 1,4 GHz Samsung Exynos 4 (Quad Core)
  • Display: 4,5 Zoll TFT LCD mit 720 x 1.280 Pixel HD-Auflösung, 326 ppi
  • Abmessungen: 134 x 68 x 11,8 mm
  • Betriebssystem: Angepasstes Android 4.0 Ice Cream Sandwich
  • Netzwerk: GSM 850/900/1.800/1.900 MHz, UMTS/HSPA+ 1.900/2.100 MHz
  • RAM: 1 GB DDR2
  • Festspeicher: 16 GB
  • Akku: 2.050 mAh
  • Kameras: hinten 8 Megapixel, f/2.0, mit Ringblitz. Vorn 0,3 Megapixel.
  • Wi-Fi: 802.11b/g/n

Wie Gizmag berichtet, soll man das ADzero im Rahmen eines Kickstarter-Projekts für umgerechnet 387 Euro vorbestellen können. Der spätere Verkaufspreis soll bei umgerechnet 542 Euro liegen. Weder das Startdatum der Kickstarter-Aktion noch das Veröffentlichungsdatum des fertigen Smartphones sind bislang bekannt. Die Macher hatten zunächst das vierte Quartal 2012 oder spätestens das erste Quartal 2013 in Aussicht gestellt. Eigentlich soll das Handy zunächst nur in Großbritannien auf den Markt kommen. (Jan Tißler)

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