ThemaWindows 7RSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
 

Neues PC-Betriebssystem Das kann Googles Chrome OS

Das neue Betriebssystem: Google Chrome OS
Fotos

2. Teil: Alles, was Sie über Chrome OS wissen müssen

Im ersten Schritt soll Googles Betriebssystem ausschließlich auf kleinen, leichten und billigen Mobilcomputern der Netbook-Klasse laufen. Eine Unterstützung von Standard-PC ist - zumindest vorerst - nicht geplant. Das heißt aber nicht, dass es das überhaupt nicht geben wird. Google schließt zumindest nicht aus, dass es ein solches Desktop-Chrome-OS später geben könne. Vorerst will man aber alle Kräfte auf Netbooks konzentrieren.

Wirklich nur für Netbooks?

Indem Google den Chrome-Quellcode für jedermann freigibt, öffnet es auch Enthusiasten die Tür, welche das System an andere Hardware als die von Google geplante anpassen könnten. Beobachter gehen davon aus, dass sich um das Chrome OS herum eine Hackerszene bilden wird, die das System an offiziell nicht unterstützte Hardware anpasst. Der Vergleich zur Hackintosh-Szene, die Apples Mac OS X auf Standard-PC zum Laufen bringt, ist denkbar. Wer weiß, vielleicht gibt es dann auch Chrome-OS-Fans, die das Google-System auf Mac-Notebooks übertragen.

Die Hardware wird billiger

Chrome-Netbooks brauchen keine Festplatte, zumindest keine gewöhnliche. Das bisschen Software, das auf dem Rechner installiert sein muss, soll auf sogenannten Flash-Festplatten, also Massenspeichern ähnlich USB-Sticks, abgelegt werden. Grundsätzlich sind solche Speicher zwar teurer als herkömmliche Festplatten, da aber nur ein kleiner Speicher benötigt wird, könnte der Verzicht auf eine Festplatte trotzdem Einsparungen mit sich bringen, die sich in Form eines günstigen Preises des Gesamtgeräts niederschlagen.

Die Laptops werden leichter

Der Verzicht auf eine Festplatte bringt außer dem Preis noch einige weitere Vorteile mit sich: Ein solches Netbook wird leichter, schlanker und muss weniger gekühlt werden als aktuelle Modelle. Zudem sinkt der Stromverbrauch, da die als Festplattenersatz genutzten Flash-Speicher weniger Energie benötigen als die Motoren einer rotierenden Festplatte.

Millionen Programme

Eine Besonderheit von Chrome OS wird es sein, dass man auf dem Betriebssystem keine Programme installieren kann. Alle Software muss aus dem Netz geladen werden. Angebote wie Googles "Text und Tabellen" sind hier natürlich - welch Zufall - perfekt geeignet. Außerdem aber wird man auch so ziemlich jede andere Online-Software nutzen können, die von alternativen Anbietern offeriert wird. Chromes Unterstützung von Adobes Flash-Technologie ist hier eine Kernkomponente, die sicherstellen wird, dass wirklich viele Angebote zu Chrome OS kompatibel sein werden. Ob das System auch Microsofts Silverlight unterstützen wird, ist noch lange nicht sicher. Trotzdem haben Googles Manager bei der Vorstellung von Chrome OS selbstbewusst kundgetan, dass es für ihr System vom Start weg Millionen Anwendungen geben wird, eben weil es kompatibel zu etablierten Netzstandards sein soll.

Alles in die Wolke?

Grundsätzlich setzt Google bei Chrome OS darauf, sämtliche Anwendungen und Daten in einer Datenwolke zu speichern. Ebenso grundsätzlich soll der lokale Speicher von Chrome-Netbooks eigentlich nur dazu dienen, kleinere Datenmengen zwischenzuspeichern, bevor sie ins Netz hochgeladen werden. Trotzdem sollte es für die Hersteller solcher Laptops möglich sein, den integrierten Speicher so groß zu wählen, dass man darin beispielsweise auch seine Musiksammlung unterbringen, also Musik hören kann, ohne mit dem Netz verbunden zu sein. Außerdem könnten per USB externe Speichersticks oder über einen Kartenleser beispielsweise SD-Speicherkarten als Massenspeicher genutzt werden.

Immer online

Programme kommen aus dem Internet, Daten werden in der Wolke gespeichert: Bei Chrome OS setzt Google voll darauf, dass man immer und überall mit dem Internet verbunden ist. Damit das funktioniert, werden Chrome-OS-Netbooks mit W-Lan, Bluetooth und UMTS-Modems ausgestattet sein müssen. Ob es trotzdem möglich sein wird, damit zu arbeiten, wenn einmal das Netz ausfällt oder wenn man sich außerhalb der Grenzen drahtloser und verdrahteter Netze aufhält, ist unklar. Laut Google wird das System den HTML-5-Standard unterstützen, der einige Offline-Funktionen enthält. Außerdem verfügt Google mit "Gears" über eine Technik, die ebenfalls geeignet ist, Online-Programme ohne Netzanbindung zu nutzen. Genaues hat das Unternehmen hierzu aber noch nicht gesagt.

Fernzugriff per Browser?

Eine Einschränkung, die Googles Fixierung auf Cloud Computing mit sich bringt, ist es, dass man keinen anderen Browser als Google Chrome verwenden kann. Herkömmliche Software, und dazu zählen Browser, lassen sich in Chrome OS ja nicht installieren. Und die Idee, einen Browser in einem Browser-basierten Betriebssystem laufen zu lassen, mutet ein wenig verschroben an. Umgekehrt wäre es allerdings denkbar, via Browser auf Chrome OS zuzugreifen. Da das System ohnehin in der Datenwolke wohnt, dürfte es kein Problem sein, eine Möglichkeit zu schaffen, auf System und Programme via Web-Browser, beispielsweise mit Googles Chrome, zuzugreifen. Das würde die Möglichkeit schaffen, vom PC oder Mac aus mit denselben Daten und Programmen zu arbeiten, die man unterwegs am Chrome-Netbook verwendet hat.

Problem Peripherie

Ein Schwachpunkt von Chrome OS könnte die Unterstützung externer Geräte sein. Ein Computer braucht Treibersoftware, um mit Digitalkameras, MP3-Playern, Smartphones, Druckern und Scannern kommunizieren zu können. Diese Software wird normalerweise von den Herstellern solcher Geräte entwickelt. Google arbeitet nach eigenen Angaben mit einigen Hardware-Firmen zusammen, um deren Chrome-OS-Unterstützung zu sichern. Trotzdem ist davon auszugehen, dass nicht jedes Gerät, das jetzt mit Windows oder Mac zusammenarbeitet, auch unter Chrome OS funktionieren wird, eher im Gegenteil.

Einführung in ferner Zukunft, von wem auch immer

Auch wenn Google sein Chrome OS jetzt schon ankündigt, fertig ist es noch lange nicht. Erst in etwa einem Jahr dürften die ersten Chrome-OS-Netbooks auf den Markt kommen. Angesichts der Tatsache, dass Google ausdrücklich darauf hinweist, dass alle, aber auch wirklich alle Funktionen und Details sich noch ändern können, bis das System in die freie Wildbahn entlassen wird, sollte man nicht auf einen Frühstart spekulieren. Auch bei Googles Handy-Betriebssystem Android hat es weit länger als zunächst angekündigt gedauert, bevor tatsächlich das erste Handy auf den Markt kam.

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live
insgesamt 60 Beiträge
nodch 20.11.2009
Wer Interesse hat es sich auch direkt anzuschauen, der kann es heute schon, dank der fleissigen Open Source Gemeinde, die das Chromium OS (wie es in der OSS Variante heisst, analog zum Browser) als VMWare Image veröffentlicht [...]
Wer Interesse hat es sich auch direkt anzuschauen, der kann es heute schon, dank der fleissigen Open Source Gemeinde, die das Chromium OS (wie es in der OSS Variante heisst, analog zum Browser) als VMWare Image veröffentlicht haben. http://nodch.de/chromeos
larsT64 20.11.2009
"Es soll schnell sein, einfach und sicher ..." Ein Betriebssystem, dass ständig mit dem Internet verbunden ist, dass nur online mit Programmen arbeitet und die Daten in der Datenwolke speichert und all dies bei der [...]
"Es soll schnell sein, einfach und sicher ..." Ein Betriebssystem, dass ständig mit dem Internet verbunden ist, dass nur online mit Programmen arbeitet und die Daten in der Datenwolke speichert und all dies bei der Datenkrake Google ... was ist daran sicher?
sverris 20.11.2009
ist das Ganze, auf das Cloud-Computing (schon zweifelhaft, seine Daten irgendwelchen unbekannten Servern/Firmen zu überlassen) und den Google-Browser (massive Einschränkung freier Software-Wahl) und überall klingt der Markenname [...]
ist das Ganze, auf das Cloud-Computing (schon zweifelhaft, seine Daten irgendwelchen unbekannten Servern/Firmen zu überlassen) und den Google-Browser (massive Einschränkung freier Software-Wahl) und überall klingt der Markenname mit und die Datensammlungs- und Auswertungspraktiken dieser Firma sind bekanntlich zweifelhaft. Was soll ein Open-Source-Entwickler damit anfangen, außer dass er vielleicht vom Beinahe-Monopolisten Goo* bezahlt wird? Fazit: Fail an fast allen Fronten. Und es gibt genügend gute OS und ebenso genügend andere Suchmaschinen.
hman2 20.11.2009
Haarsträubend, einfach haarsträubend schlecht recherchiert! Liest denn bei SPON niemand aus der Redaktion die Foren? ---Zitat--- Die Software lässt erahnen, dass die Suchmaschinisten einiges anders machen, als man es von [...]
Haarsträubend, einfach haarsträubend schlecht recherchiert! Liest denn bei SPON niemand aus der Redaktion die Foren? ---Zitat--- Die Software lässt erahnen, dass die Suchmaschinisten einiges anders machen, als man es von Windows, Mac OS X und Linux gewöhnt ist. Ein Überblick. ---Zitatende--- Chrome OS _ist_ Linux. Es ist nicht mehr und nicht weniger als eine von hunderten von Linux-Distributionen. ---Zitat--- Dass Chrome OS von Googles Chrome-Browser abstammt, ist nicht zu übersehen. ---Zitatende--- Ein Betriebssystem stammt nicht von einer Applikation ab. Applikationen laufen auf einem Betriebssystem. Dessen Kern ist Linux. ---Zitat--- Wo bei Windows, Linux oder Mac OS X ein Desktop als zentrale Anlaufstelle fungiert, ist es bei Chrome OS eine Art Browserfenster ---Zitatende--- Lieber Redakteur, auch Windows verwendet den Browser zur Darstellung diverser "normaler" Fensterinhalte. Einfach mal mal Taskmanager iexplore.exe abschießen und staunen... ---Zitat--- Indem Google den Chrome-Quellcode für jedermann freigibt, öffnet es auch Enthusiasten die Tür, welche das System an andere Hardware als die von Google geplante anpassen könnten. ---Zitatende--- Nachdem Chrome OS ein Linux-Derivat ist, ist das längst geschehen. Es müssen nur die Zutaten von Google portiert werden, das Betriebssystem ist es längst. ---Zitat--- Chrome-Netbooks brauchen keine Festplatte, zumindest keine gewöhnliche. Das bisschen Software, das auf dem Rechner installiert sein muss, soll auf sogenannten Flash-Festplatten, also Massenspeichern ähnlich USB-Sticks, abgelegt werden. ---Zitatende--- Das gilt für alle aktuellen Betriebssysteme. Das als Vorteil von Chrome OS zu beschreiben zeigt geringes Verständnis dieser Technik... ---Zitat--- Grundsätzlich sind solche Speicher zwar teurer als herkömmliche Festplatten, da aber nur ein kleiner Speicher benötigt wird, könnte der Verzicht auf eine Festplatte trotzdem Einsparungen mit sich bringen, die sich in Form eines günstigen Preises des Gesamtgeräts niederschlagen. ---Zitatende--- Ein einfaches Googeln nach den Preisen von Flash-Festplatten zeigt dass dem nicht so ist. ---Zitat--- Trotzdem haben Googles Manager bei der Vorstellung von Chrome OS selbstbewusst kundgetan, dass es für ihr System vom Start weg Millionen Anwendungen geben wird, eben weil es kompatibel zu etablierten Netzstandards sein soll. ---Zitatende--- Was für ein entlarvender Blödsinn... Aber gut, das ist US-Marketing, Microsoft redet auch immer so wirr. ---Zitat--- Grundsätzlich setzt Google bei Chrome OS darauf, sämtliche Anwendungen und Daten in einer Datenwolke zu speichern. ---Zitatende--- Wer möchte seine privaten Daten denn der Datenkrake anvertrauen die hinter der Cloud steht, die schließlich ihr Geld damit verdient zielgerichtet Werbung einzublenden? Wer garantiert die Integrität der Daten, werden überhaupt Backups gefertigt, welche Service-Level-Agreeements (SLA) werden hier überhaupt angeboten? ---Zitat--- Und die Idee, einen Browser in einem Browser-basierten Betriebssystem laufen zu lassen, mutet ein wenig verschroben an. ---Zitatende--- Ach, wirklich? Für mich mutet schon die Bezeichung "Browser-basiertes Betriebssystem" verschroben an. Das ist nämlich schlicht Unfug. Browser sind Anwendungsprogramme, und die laufen auf dem Betriebssystem. Nicht umgekehrt. ---Zitat--- Ein Schwachpunkt von Chrome OS könnte die Unterstützung externer Geräte sein. ---Zitatende--- Die es meist nur für Windows gibt. Die Treiberunterstützung für _Linux_ ist leider immer noch mau.
cdrb 20.11.2009
"Ob es trotzdem möglich sein wird, damit zu arbeiten, wenn einmal das Netz ausfällt oder wenn man sich außerhalb der Grenzen drahtloser und verdrahteter Netze aufhält, ist unklar." Das erscheint mir als DER Schwachpunkt [...]
"Ob es trotzdem möglich sein wird, damit zu arbeiten, wenn einmal das Netz ausfällt oder wenn man sich außerhalb der Grenzen drahtloser und verdrahteter Netze aufhält, ist unklar." Das erscheint mir als DER Schwachpunkt schlechthin. Netbooks sind gemeinhin für den mobilen Einsatz gedacht. Stationär, also dort, wo man sich halbwegs sicher sein kann, eine funktionierende Inet-Umgebung zu haben, sind Laptops oder Desktops das Mittel der Wahl. Was ist also mit Arbeiten im Zug, oder im Flugzeug? Was ist, wenn ich in Uni oder Betrieb von einem Bereich in den anderen wechsele? Abgesehen davon, dass Google damit einen ziemlich kompletten Überblick über die Nutzertätigkeiten erhält, was aus datenschutzrechtlicher Hinsicht zweifelhaft erscheint.
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
alles aus der Rubrik Gadgets
alles zum Thema Windows 7

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Stichwort: Cloud Computing
Das Endgerät ist beim Cloud Computing nur ein Fenster auf einen stets aktuellen Datenbestand. Wer am Rechner einen Termin einträgt, sieht ihn später auch beim Blick in den Handy-Kalender, wer mobil einen Kontakt einträgt, kann ihn später am PC abrufen - immer nur online, versteht sich. Das Gleiche gilt für Adressbücher, E-Mails, online abgelegte Fotos, Dokumente und so weiter.





TOP



TOP