Neues PC-Betriebssystem: Das kann Googles Chrome OS

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Es soll schnell sein, einfach und sicher: Google hat einen ersten Blick auf das PC-Betriebssystem Chrome OS erlaubt. Die Software lässt erahnen, dass die Suchmaschinisten einiges anders machen, als man es von Windows, Mac OS X und Linux gewöhnt ist. Ein Überblick.

Das neue Betriebssystem: Google Chrome OS Fotos

Der erste Blick auf das, was Google am Donnerstagabend als Chrome OS vorgestellt hat, dürfte für viele ernüchternd sein. Denn viel ist da noch nicht zu sehen - und das was zu sehen ist, sieht so gar nicht nach einem Betriebssystem aus, wie man es kennt. Aber genau das könnte der Faktor sein, der Googles Software auszeichnet. Eben weil es mit Traditionen bricht, hebt es sich wohltuend von der Masse ab, könnte neue Wege weisen, mit Computern umzugehen.

Dass Chrome OS von Googles Chrome-Browser abstammt, ist nicht zu übersehen. Wo bei Windows, Linux oder Mac OS X ein Desktop als zentrale Anlaufstelle fungiert, ist es bei Chrome OS eine Art Browser-Fenster, komplett mit Reitern und Lesezeichen. Software und Daten lädt und speichert das System via Internet, in der sogenannten Datenwolke. Chrome OS ist Cloud Computing konsequent zu Ende gedacht.

Dass Google sein System allerdings schon jetzt, gut ein Jahr vor der geplanten Fertigstellung, der Öffentlichkeit zeigt, hat ganz pragmatische Gründe: Google will sich der Unterstützung und des Ideenreichtums freier Programmierer versichern, um das System zu vervollständigen. Denn die Veranstaltung am Donnerstagabend war keine Markteinführung, sondern diente in erster Linie dazu, den Quellcode der Software freizugeben. Dazu war Google offenbar auch verpflichtet, da Chrome OS auf Linux und Open-Source-Techniken basiert.

Trotzdem lassen sich aus Googles Ankündigungen vom Donnerstag etliche Erkenntnisse darüber ableiten, wie, wo und wann man das neue Betriebssystem tatsächlich wird nutzen können, welche Hardware dafür notwendig sein wird und welche Vorteile und Einschränkungen mit der Software verbunden sein werden.

Chrome OS: Das Betriebssystem der Zukunft? Lesen sie alles, was Sie über Googles Gegenstück zu Windows und Co. wissen müssen, auf der folgenden Seite:

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insgesamt 60 Beiträge
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1. Chrome OS Download
nodch 20.11.2009
Wer Interesse hat es sich auch direkt anzuschauen, der kann es heute schon, dank der fleissigen Open Source Gemeinde, die das Chromium OS (wie es in der OSS Variante heisst, analog zum Browser) als VMWare Image veröffentlicht haben. http://nodch.de/chromeos
2. Was ist daran sicher?
larsT64 20.11.2009
"Es soll schnell sein, einfach und sicher ..." Ein Betriebssystem, dass ständig mit dem Internet verbunden ist, dass nur online mit Programmen arbeitet und die Daten in der Datenwolke speichert und all dies bei der Datenkrake Google ... was ist daran sicher?
3. Fixiert
sverris 20.11.2009
ist das Ganze, auf das Cloud-Computing (schon zweifelhaft, seine Daten irgendwelchen unbekannten Servern/Firmen zu überlassen) und den Google-Browser (massive Einschränkung freier Software-Wahl) und überall klingt der Markenname mit und die Datensammlungs- und Auswertungspraktiken dieser Firma sind bekanntlich zweifelhaft. Was soll ein Open-Source-Entwickler damit anfangen, außer dass er vielleicht vom Beinahe-Monopolisten Goo* bezahlt wird? Fazit: Fail an fast allen Fronten. Und es gibt genügend gute OS und ebenso genügend andere Suchmaschinen.
4. @SPON: Zum x-ten Mal: Das ist kein Google-Betriebssystem
hman2 20.11.2009
Haarsträubend, einfach haarsträubend schlecht recherchiert! Liest denn bei SPON niemand aus der Redaktion die Foren? ---Zitat--- Die Software lässt erahnen, dass die Suchmaschinisten einiges anders machen, als man es von Windows, Mac OS X und Linux gewöhnt ist. Ein Überblick. ---Zitatende--- Chrome OS _ist_ Linux. Es ist nicht mehr und nicht weniger als eine von hunderten von Linux-Distributionen. ---Zitat--- Dass Chrome OS von Googles Chrome-Browser abstammt, ist nicht zu übersehen. ---Zitatende--- Ein Betriebssystem stammt nicht von einer Applikation ab. Applikationen laufen auf einem Betriebssystem. Dessen Kern ist Linux. ---Zitat--- Wo bei Windows, Linux oder Mac OS X ein Desktop als zentrale Anlaufstelle fungiert, ist es bei Chrome OS eine Art Browserfenster ---Zitatende--- Lieber Redakteur, auch Windows verwendet den Browser zur Darstellung diverser "normaler" Fensterinhalte. Einfach mal mal Taskmanager iexplore.exe abschießen und staunen... ---Zitat--- Indem Google den Chrome-Quellcode für jedermann freigibt, öffnet es auch Enthusiasten die Tür, welche das System an andere Hardware als die von Google geplante anpassen könnten. ---Zitatende--- Nachdem Chrome OS ein Linux-Derivat ist, ist das längst geschehen. Es müssen nur die Zutaten von Google portiert werden, das Betriebssystem ist es längst. ---Zitat--- Chrome-Netbooks brauchen keine Festplatte, zumindest keine gewöhnliche. Das bisschen Software, das auf dem Rechner installiert sein muss, soll auf sogenannten Flash-Festplatten, also Massenspeichern ähnlich USB-Sticks, abgelegt werden. ---Zitatende--- Das gilt für alle aktuellen Betriebssysteme. Das als Vorteil von Chrome OS zu beschreiben zeigt geringes Verständnis dieser Technik... ---Zitat--- Grundsätzlich sind solche Speicher zwar teurer als herkömmliche Festplatten, da aber nur ein kleiner Speicher benötigt wird, könnte der Verzicht auf eine Festplatte trotzdem Einsparungen mit sich bringen, die sich in Form eines günstigen Preises des Gesamtgeräts niederschlagen. ---Zitatende--- Ein einfaches Googeln nach den Preisen von Flash-Festplatten zeigt dass dem nicht so ist. ---Zitat--- Trotzdem haben Googles Manager bei der Vorstellung von Chrome OS selbstbewusst kundgetan, dass es für ihr System vom Start weg Millionen Anwendungen geben wird, eben weil es kompatibel zu etablierten Netzstandards sein soll. ---Zitatende--- Was für ein entlarvender Blödsinn... Aber gut, das ist US-Marketing, Microsoft redet auch immer so wirr. ---Zitat--- Grundsätzlich setzt Google bei Chrome OS darauf, sämtliche Anwendungen und Daten in einer Datenwolke zu speichern. ---Zitatende--- Wer möchte seine privaten Daten denn der Datenkrake anvertrauen die hinter der Cloud steht, die schließlich ihr Geld damit verdient zielgerichtet Werbung einzublenden? Wer garantiert die Integrität der Daten, werden überhaupt Backups gefertigt, welche Service-Level-Agreeements (SLA) werden hier überhaupt angeboten? ---Zitat--- Und die Idee, einen Browser in einem Browser-basierten Betriebssystem laufen zu lassen, mutet ein wenig verschroben an. ---Zitatende--- Ach, wirklich? Für mich mutet schon die Bezeichung "Browser-basiertes Betriebssystem" verschroben an. Das ist nämlich schlicht Unfug. Browser sind Anwendungsprogramme, und die laufen auf dem Betriebssystem. Nicht umgekehrt. ---Zitat--- Ein Schwachpunkt von Chrome OS könnte die Unterstützung externer Geräte sein. ---Zitatende--- Die es meist nur für Windows gibt. Die Treiberunterstützung für _Linux_ ist leider immer noch mau.
5. Fraglich
cdrb 20.11.2009
"Ob es trotzdem möglich sein wird, damit zu arbeiten, wenn einmal das Netz ausfällt oder wenn man sich außerhalb der Grenzen drahtloser und verdrahteter Netze aufhält, ist unklar." Das erscheint mir als DER Schwachpunkt schlechthin. Netbooks sind gemeinhin für den mobilen Einsatz gedacht. Stationär, also dort, wo man sich halbwegs sicher sein kann, eine funktionierende Inet-Umgebung zu haben, sind Laptops oder Desktops das Mittel der Wahl. Was ist also mit Arbeiten im Zug, oder im Flugzeug? Was ist, wenn ich in Uni oder Betrieb von einem Bereich in den anderen wechsele? Abgesehen davon, dass Google damit einen ziemlich kompletten Überblick über die Nutzertätigkeiten erhält, was aus datenschutzrechtlicher Hinsicht zweifelhaft erscheint.
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Neue Version von Googles Webbrowser: Chrome 3

Stichwort: Cloud Computing
Prinzip
Das Endgerät ist beim Cloud Computing nur ein Fenster auf einen stets aktuellen Datenbestand. Wer am Rechner einen Termin einträgt, sieht ihn später auch beim Blick in den Handy-Kalender, wer mobil einen Kontakt einträgt, kann ihn später am PC abrufen - immer nur online, versteht sich. Das Gleiche gilt für Adressbücher, E-Mails, online abgelegte Fotos, Dokumente und so weiter.
Anbieter
Viele Anbieter versuchen derzeit, sich als erste Adresse für den Zugang zur Datenwolke zu positionieren. Dazu gehören beispielsweise Google, Microsoft, der Hardware-Hersteller Apple mit MobileMe und der Handy-Produzent Nokia mit seinem Dienst Ovi. Auch Vodafone will künftig stärker auf Netzdienste setzen.
Business-Funktionen
Für Unternehmen hat Cloud Computing eine weitere Bedeutung: Sie können rechen- oder datenintensive Aufgaben an Datenzentren auslagern, gewissermaßen Rechner - oder Speicherkapazität in der Wolke nach Bedarf für bestimmte Aufgaben anmieten. Vorreiter ist hier Amazon mit seinen Web Services (AWS), etwa dem Speicherdienst S3. Es gibt aber auch zahlreiche andere Anbieter, etwa die Plattform Force.com von Salesforce.
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