Neue Gadgets: Ein Harley-Roller für reiche Hipster

Von Frank Müller und Jürgen Vielmeier

Das Dresdner Start-up Scrooser Manufactory baut einen Tretroller mit Elektromotor im Harley-Davidson-Stil. Außerdem im Gadget-Überblick von neuerdings.com: eine Selbstbau-Spiegelreflex-Kamera für 35 Euro und eine Mütze mit Kühleffekt.

Zur Großansicht
Scrooser Manufactory

Schick sieht er aus, der Scrooser, optisch irgendwo angesiedelt zwischen einem Tretroller, einer Harley Davidson und dem Batpod aus "The Dark Knight". Dabei ist es ein Roller für den Bürgersteig, angetrieben mit Muskelkraft und als Unterstützung mit einem Elektromotor. Das Prinzip ähnelt also dem eines E-Bikes (Pedelecs), nur dass der Scrooser ein Tretroller und kein Fahrrad ist.

Dahinter steckt ein kleines Unternehmen aus Dresden mit dem international schön klingenden Namen Scrooser Manufactory oder, auf Deutsch, der iFPE GmbH & Co. KG. Finanziert wurde das Projekt bereits mit Investorengeldern in Höhe von 450.000 Euro, im Mai 2014 sollen so oder so die ersten E-Roller ausgeliefert werden. Trotzdem werben die Dresdner nun auf Kickstarter um ein kleines Zubrot in Höhe von mindestens 120.000 Dollar; eine Aktion, die sicherlich auch ein wenig Werbung sein soll.

Würde eine 80 Kilogramm schwere Person mit der Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h fahren, käme der Scrooser 30 bis 32 Kilometer weit. Energiesparender ist der sogenannte Impulse Drive: Der Scrooser erkennt, mit welcher Geschwindigkeit der Fahrer sich abstößt und vervierfacht diesen Impuls. Damit erreicht der Roller eine Geschwindigkeit von 15 bis 17 km/h und kommt mit einer Akku-Ladung etwa 55 Kilometer weit.

Der Preis dafür auf Kickstarter: 4.850 US-Dollar und im Early-Bird-Package 3.950 Dollar. In Deutschland soll der Scooter in der einfachen ("Pure"-) Ausführung 3.970 Euro kosten, in der edleren "Prime"-Version 4.500 Euro. Das sind Preise, für die man auch ein solides E-Bike oder einen halbwegs brauchbaren Motorroller bekommt. Mit denen wird der Scrooser konkurrieren müssen.

Für einen Massenmarkt klingt der Preis viel zu teuer. Dafür ist er allerdings auch nicht gedacht, wie Erfinder Jens Thieme am Telefon überraschend erklärt: "Zielgruppe des Scrooser sind trend- und umweltbewusste, durchaus vermögende Menschen, die täglich nur kurze Strecken zurücklegen und zeigen wollen, was sie haben", so Thieme.

(Jürgen Vielmeier)

Mehr auf neuerdings.com


Günstiger Bausatz für eine analoge Spiegelreflex-Kamera

Zur Großansicht
Lomography.com

Anfang der neunziger Jahre widmete sich die Lomographische Gesellschaft nur der Verbreitung lomographischen Gedankenguts und dem Vertrieb der Lomo LCA, seit einigen Jahren entwickelt man selbst analoge Kameras. Jüngstes Beispiel ist der Spiegelreflex-Bausatz Konstruktor DIY Kit.

Das Konstruktor DIY Kit erinnert stark an ein Plastikmodell von Revell. Allerdings ist die Konstruktor Plastikkamera voll funktionsfähig. Innerhalb von ein bis zwei Stunden soll man die Kamera zusammensetzen können.

Natürlich darf man keine Spiegelreflexkamera mit 1/4000 Belichtungszeit oder automatisch hochklappendem Spiegel erwarten. Beim der Konstruktor wird noch alles schön von Hand erledigt.

Der Verschluss hat genau zwei Einstellungen: B (bleibt so lange offen, wie der Auslöser gerückt wird) und N (= 1/80 Sekunde). Das muss reichen. Und in der Frühzeit der analogen Fotografie hat das auch gereicht.

Alles ganz wie früher - etwas umständlich, aber durchdacht und liebenswert. Und ziemlich preiswert. Wer seinen Kindern beibringen (oder selbst lernen möchte), wie das mit der Fotografie so funktioniert, findet mit dem Konstruktor DIY Kit einen guten Einstieg. Schließlich können nur die wenigsten behaupten, eine Spiegelreflexkamera selbst gebaut zu haben.

Das Lomography Konstruktor DIY Kit gibt es für 35 Euro bei Lomography.com. Hier erfährt man auch alle weiteren Einzelheiten über die analoge Selbstbau-Spiegelreflexkamera.

(Frank Müller)

Mehr auf neuerdings.com


Diese Mütze sorgt für einen kühlen Kopf

Zur Großansicht
AC Gears

Diese Baseballmütze schirmt nicht nur die Sonne ab, ein thermoelektrisches Prinzip sorgt außerdem für einen kühlen Kopf dabei. Der Anbieter der Cool Smile, AC Gears, allerdings versucht gar nicht erst, das Produkt modisch zu verklären: "Ein perfektes Geschenk für die Älteren, genauso wie für Fans von Outdoor-Sportarten", heißt es in der Produktbeschreibung. Sprich: Die Batterie-Mütze ist für solche, die sich weniger darum scheren, wie sie aussehen.

Auf der Vorderseite der einfarbigen Baseballmütze hat AC Gears sehr auffällige Elektronik angebracht. Hierbei handelt es sich um einen thermoelektrischen Motor, der mit einer AA-Batterie betrieben wird und den Peltier-Effekt ausnutzt: Leitet man elektrischen Gleichstrom durch zwei miteinander verbundene Metalle, so kühlt sich die eine Kontaktstelle ab, während sich die andere erwärmt. Mit einer Batterieladung will die Cool Smile 90 Minuten lang an der Kühlstelle eine Temperatur von 60 Grad Fahrenheit (etwa 15,5 Grad Celsius) erzeugen.

Mit Hilfe einer Stellschraube soll man die Temperatur allerdings regulieren können. Die Mütze kostet 55 Dollar plus Lieferkosten. (Jürgen Vielmeier)

Mehr auf neuerdings.com

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Schwarze Kühlmütze?
Hugh 22.06.2013
Zitat von sysop(...) eine Mütze mit Kühleffekt. Neurdings-Gadgets: Scrooser, Konstruktor DIY Kit, Kühlmütze - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/neurdings-gadgets-scrooser-konstruktor-diy-kit-kuehlmuetze-a-907164.html)
Für eine schwarze Mütze ist so ein Kühler wohl auch notwendig. Man müsste ja wohl nicht ganz bei sich sein, dann, wenn Kühlung notwendig erscheint, eine schwarze Mütze zu tragen. Man nimmt eine weiße Mütze, befeuchtet sie und hat einen besseren Kühleffekt.
2. Ist die Kammera echt?
martin2011ac 22.06.2013
Die Kamera sieht aus wie eins meiner Icons wenn ich es um 800% vergrößere um mit jb-web.com webseiten mache, den tret roller finde ich aber cool, stellt sich nur die Frage wie altagsttauglich ist dass? Ich mein wenn ich das blech einer Harly per Muskelkraft wegtretten soll ist dass ja irgendwie umständlich ... ahc ja, dass Teil hat nen e-motor, aber den muss ich dann ja auch noch mitschleppen .... :-)
3.
no-panic 22.06.2013
Der Roller taugt für die Fahrt zur Eisdiele, hat nen hohen Poserfaktor, aber sonst eher nicht. Der ziemlich robuste Stahlrohrrahmen wird ein ordentlich Gewicht ergeben und die breiten Reifen haben einen furchtbaren Rollwiderstand. Beides kostet Kraft, entweder den Fahrer (Treter) oder den Akku. Sieht cool aus, aber für den Alltagsbetrieb eher suboptimal. Die Zielgruppe wird ja auch genannt, ob sich ein Produkt so allerdings wirtschaftlich herstellen und vertreiben läßt, wage ich zu bezweifeln. Schade eigentlich, die Idee (Roller mit E-Antrieb) hat Charme. Dann aber lieber mit schmaleren Reifen, einem leichten Carbonrahmen und der Möglichkeit, kleinere Lasten (Einkäufe zB) zu transportieren. Sollte mit der genannten Summe doch umzusetzen sein.
4. Scrooser
usedom1 22.06.2013
@no panic - ich finde den Scrooser sehr cool. Mal was anderes als das was man auf Straßen so sieht. Und einen Stahlrahmen hat das Ding nicht. Das scheint nur eine Vermutung zu sein. ich lese was von Alu Rahmen, Leichtbau und um die 30 Kilo. Ich werde mir so einen kaufen
5.
no-panic 22.06.2013
Zitat von usedom1@no panic - ich finde den Scrooser sehr cool. Mal was anderes als das was man auf Straßen so sieht. Und einen Stahlrahmen hat das Ding nicht. Das scheint nur eine Vermutung zu sein. ich lese was von Alu Rahmen, Leichtbau und um die 30 Kilo. Ich werde mir so einen kaufen
Ja, stimmt. Den Alu-Rahmen hatte ich überlesen. Bleiben die breiten Reifen, die sehr viel Kraft kosten und nur der Optik dienen. Ein paar Nummern schmaler täte es sicher auch und schon reicht der Akku länger, bzw der Treter benötigt weniger Kraft. Ich sehe Fahrzeuge aber nur von ihrer praktischen Funktion her, nicht als Gimmick, Augenschmaus oder Statussymbol, daher ist meine Meinung weniger relevant. ;) Wegen 800 m, die ich in der Mittagspause zum restaurant laufen muss, erfände ich kein Vehikel, die paar Meter laufen tun doch gut. Mit einer gescheiten Kiste hintendrauf als Stauraum wäre das Teil aber für den Wochenendeinkauf hier bei uns auf dem Land sicher interessant.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Gadgets
RSS
alles zum Thema Kuriose Technik
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 8 Kommentare
  • Zur Startseite
  • Das Schweizer Gadget-Blog neuerdings.com stellt die tägliche Dosis Technik vor. Gemeldet wird nicht nur das Erscheinen neuer Gadgets - sie werden auch aus Anwendersicht getestet.


Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher
    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.A.

    Kindle Edition: 1,99 Euro.

  • Einfach und bequem: Direkt bei Amazon kaufen.