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kaum aus dem Urlaub zurück, sitze ich schon wieder auf gepackten Koffern. Am Dienstagmorgen geht es los nach Berlin - zur IFA. Dabei öffnet die Messe für Besucher erst am Freitag ihre Tore.

Für Journalisten und Blogger beginnt das Programm allerdings schon früher. Die Tage vor Messebeginn sind mit Pressekonferenzen und anderen Vorab-Veranstaltungen ausgefüllt. Deren Themen geben schon vorab einen recht guten Überblick, worum es gehen wird bei der Veranstaltung, die sich früher "Internationale Funkausstellung" nannte.

Natürlich gehört das übliche Kräftemessen der TV-Branche dazu. Sharp etwa will "das größte LCD Display der Welt" und wieder einmal Fernseher mit 8K-Auflösung zeigen, für die es auf Jahre gesehen hierzulande keine sinnvolle Anwendung gibt. LG kündigt seit Wochen scheibchenweise sein neues Top-Smartphone V30 an, das in Berlin Premiere feiern soll - genau wie neue Modelle von Sony, Fairphone und anderen Herstellern.

Vernetzter Kühlschrank
DPA

Vernetzter Kühlschrank

Besonders spannend dürfte es in diesem Jahr aber bei der sogenannten "Weißen Ware" werden, den Waschmaschinen, Kühlschränken und Backöfen also. Die nämlich werden immer häufiger vernetzt, sind mit Apps steuerbar, von künstlicher Intelligenz unterstützt und sind damit Teil des sogenannten Internets der Dinge.

Genau das aber ist es, was vielen Experten Sorgen bereitet: Viel zu oft schauen die Entwickler solcher Geräte darauf, was technisch möglich ist - aber nicht unbedingt darauf, was sinnvoll ist. Zudem bleibt dabei oft die Sicherheit auf der Strecke und macht per App steuerbare Lampen und Kühlschränke zu unfreiwilligen Helfern der kriminellen Betreiber von Botnetzen. Ich bin gespannt, ob die Hersteller solcher Geräte dieses Jahr auf der IFA neben neuen Produkten auch neue Ideen zeigen werden, wie ihre Produkte sicherer werden können.

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Mein Gadget der Woche: Samsungs superschnelle Mini-SSD

SPIEGEL ONLINE

Ein Notebook mit herkömmlicher Festplatte kommt mir nicht mehr ins Haus. Die SSD-Speicher, die mittlerweile in sehr vielen Laptops stecken, sind einfach viel schneller, robuster und verbrauchen auch noch weniger Strom als rotierende Festplatten. Leider sind SSDs auch viel teurer. In den Notebooks unserer Familie stecken deshalb meist kleine, günstige Modelle mit 128 oder 256 Gigabyte. Zu wenig für all die Fotos, Filme und Musik, die wir längst angesammelt haben.

Bisher haben wir uns deshalb mit unserer Netzwerk-Festplatte und externen Laufwerken beholfen. Das funktioniert auch gut, aber verglichen mit einer SSD sind die eben schnarchlangsam.

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Netgear ReadyNas RN214: My Cloud is my Castle

Die Lösung könnte eine neue externe SSD sein, die ich jetzt testen konnte, die Samsung Portable SSD T5. Kaum größer oder schwerer als eine Streichholzschachtel gibt es sie mit bis zu zwei Terabyte (TB) Kapazität. Ich habe das Modell mit einem TB ausprobiert. Über den USB-C-Anschluss meines MacBooks konnte ich einen 38 GB großen Ordner mit 45.000 Dateien in 23 Minuten auf die SSD kopieren. Das ist rasend schnell. So schnell, dass man bei kleineren Datenmengen kaum merkt, dass die SSD nicht eingebaut ist.

Für unterwegs ist sie damit der perfekte Zusatzspeicher. Nur ganz umsonst gibt es sie leider nicht. Die Preise liegen zwischen 139 Euro für das Modell mit 250 GB und 849 Euro für die 2-TB-Version. Geschenkt ist das nicht, aber gegenüber den Aufpreisen für große interne SSDs bei Apple und Co. spart man damit lässig 50 Prozent.

Instagram-Plattitüden: "Möpse an Avocado und Kaffee"

YouTube

"Influencer", also Menschen mit großem Einfluss, so nennen Werbeleute gerne jene Instagram-Nutzer, deren Selfies von Millionen Menschen gesehen und geteilt werden. Doch was genau macht sie eigentlich so beliebt? Das Mode-Blog "Dandy Diary" hat sich einige der reichweitenstärksten Instagram-Accounts näher angesehen und einige auffällige Gemeinsamkeiten entdeckt. Der flippige Zusammenschnitt zu dem wohl eher ironisch gemeinten Song "Children of the Revolution" zeigt vor allem eins: Die vermeintlichen Meinungsmacher auf Instagram sind oft keine kreativen Individualisten, sondern sich selbst zitierender Mainstream.


Seltsame Digitalwelt: Im Urlaub kann das WLAN knapp werden

Matthias Kremp

Mit einem kleinen Extra machte mir der Vermieter eines kleinen Ferienhäuschens in Italien deutlich, wie lässig Smartphone und Tablet ein paar Gigabyte aus dem Netz ziehen, selbst wenn man sie gar nicht aktiv benutzt.

Er hatte das Häuschen online als "mit WLAN" angeboten. Vor Ort entpuppte sich das WLAN dann als ein kleiner "WebPocket"-Mobilfunkrouter. Zwei Gigabyte Daten stünden mir damit für die eine Woche zur Verfügung, wurde mir erklärt. Mehr als genug, dachte ich, schließlich wollte ich bloß ab und zu meine E-Mails checken. Keine drei Tage später war ich offline.

Schuld war wohl die Cloud. Sobald eines meiner Smartphones mit dem Hotspot verbunden war, lud es im Hintergrund die Fotos hoch, die ich während des Tages gemacht hatte. Und weil man mit seiner Cloud gerne synchron ist, haben mein Diens thandy und das Tablet das zum Anlass genommen, die neuen Bilder gleich in ihren Speicher zu laden. Ganz nebenbei versorgten sich die Geräte automatisch mit App-Updates.

Im Normalfall wäre das kaum aufgefallen, meine Mobilgeräte sind eben so konfiguriert, dass sie große Datenmengen nur per WLAN übertragen. Ob dieses WLAN aber mit einem Datenlimit begrenzt ist, können sie nicht erkennen.

App der Woche: DLF Audiothek
getestet von Sebastian Meineck

Deutschlandradio

Die neue "DLF Audiothek" ist eine Fundgrube für Radio-Fans. Mit der App lassen sich die Podcasts von Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova durchstöbern und herunterladen. Nutzer können nach einzelnen Sendungen suchen oder sich ein eigenes Programm basteln. Zur Auswahl stehen Themen wie "Politik", "Kultur" oder "Gesundheit". Wer keine Lust hat, sich seine Themen selbst zusammenzusuchen, kann die Sender in der App auch einfach live hören.

Gratis von Deutschlandradio, ohne In-App-Käufe: iOS, Android

Fremdlink: Drei Tipps aus anderen Medien

  • "Als die Bildschirme Farbe bekannten" (Deutsch, zehn Leseminuten): Vor fünfzig Jahren startete Willy Brandt mit einem Druck auf einen roten Knopf das Farbfernsehen in Deutschland. Hier wird erzählt, was dabei schieflief und wie die Farben das Fernsehen veränderten.
  • "Digitale Selbstverteidigung" (viele kleine Häppchen zu je etwa einer Minute): Wie man seine Privatsphäre im Netz bewahrt und schützt, zeigt dieses interaktive Web-Projekt des Hintergrundmagazins "Der Kontext". Das Angebot ist für die Bedienung mit Fingergesten optimiert, macht am Tablet also am meisten Spaß.

Ich wünsche Ihnen eine wunderbare Woche,

Matthias Kremp

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insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
kayakclc 28.08.2017
1. Fortschritte
Früher waren 1TB Platten in Laptops Standard. Jetzt gibt es magere 128GM für den gleichen Preis. Da passt kaum was drauf und die Fotodateien werden auch immer größer. P&S haben 20MP Sensoren, selbst lausige Handybilder ergeben 12MP. Und dann sollen wir anstelle billigen Festplatten externe Samsung SSD mit 1TB für 440€ dazukaufen, also für eine Preis, für denn ich drei exteren Platten mit 3TB erhalten. Der Transfer, schreibt der Netzexperte, erfolgt bei USB-C mit schlappen 27.5Mbyte/s (38GB in 23min) ... es sollten eigentlich 100Mbyte/Sec möglich sein...... Und erlich: interessiert mich wirklich das innere meines Kühlschranks per App auf irgendeinen Bildschirm? Ich weiss doch was da drin ist. Ist das was für Demenzpatienten, die sich an nichts mehr erinnern. Technisch Machbar bedeutet noch lange keinen echten Fortschritt. Das sollte die Generation Bio doch besser wissen.
oschn 28.08.2017
2. 4G-Router
Dass das Handy-WLAN nicht zwischen begrenztem und unbegrenztem AccessPoint unterscheiden kann, ist ja nichts neues. Ist doch beim Tethering oder in Hotel-WLANs das Gleiche.
xyz890 28.08.2017
3.
Na ja, man braucht nicht umbedingt eine SSD bei Apple kaufen. Die gibt es auch auf dem freien Markt viel billiger. Ganz nebenbei ist der Einbau einer SSD auch nicht so schwierig und Anleitungen gibt es genug frei im Internet.
tobiwan 28.08.2017
4. Stimmt die Geschwindigkeitsangabe der SSD?
Ich habe hier den Vorgänger der hier genannten externen SSD, den ich an einer USB3-Schnittstelle betreibe. Ich komme auf ca. 350-400MB/sec, die genannten 38GB würden also hier 1-2 Minuten benötigen. Wobei ich hier nur wenige große Dateien auf der SSD verwende, aber bei gerade mal 45000 Dateien sollte das eigentlich kein Problem sein. Falsch gemessen? Falsches Dateisystem?
tobiwan 28.08.2017
5. Hab mal meine Samsung T3 gegengetestet.
Habe mit einem Skript 45000 Dateien mit insgesamt 38GB erstellen lassen und anschließend von der internen SSD auf meine Samsung T3 1GB kopiert. Hat 151 Sekunden gedauert, also ca. 250MB/sec. Sorry, aber da stimmt doch was an dem Test in dem Artikel nicht.
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