Nexus 5 und "Kitkat" Das neue Google-Smartphone und -Betriebssystem

Kaum vorgestellt, ist Googles Nexus 5 teilweise schon wieder ausverkauft. Für Android-Fans ist es derzeit die einzige Möglichkeit, Googles neues Betriebssystem auszuprobieren. Als Vorlage diente offenbar ein bekanntes Highend-Handy.

Google

Das war keine Überraschung mehr: Als Google und LG Electronics am Donnerstagabend das Nexus 5 vorstellten, waren längst alle relevanten Details durchgesickert. Technische Daten, Design, sogar die Preise waren längst bekannt. Und doch ist das neue Google-Handy für beide Unternehmen wichtig. Für Google, weil es als erstes Mobiltelefon mit der neuen Android-Version 4.4, Codename "Kitkat", ausgeliefert wird und deren neue Funktionen vorführen soll. Für LG, weil der südkoreanische Konzern jetzt zum zweiten Mal in Folge das aktuelle Vorzeige-Handy des US-Unternehmens bauen darf.

Als Vorlage für das Nexus 5 scheint LGs aktuelles Top-Modell, das G2, gedient zu haben, mit dem es einige Eigenschaften teilt. Beide werden von einem 2,3 GHz schnellen Quadcore-Prozessor angetrieben, haben 2 GB Arbeitsspeicher und werden wahlweise mit 16 oder 32 GB Speicher ausgeliefert. Sie beherrschen die mobilen Datenfunkstandards HSPA+ und LTE, sowie die W-Lan-Standards 802.11 a/b/g/n/ac. Außerdem ist Hardware für die Kommunikation via Bluetooth 4.0 und NFC eingebaut. Die Acht-Megapixel-Kamera auf der Rückseite wird von dem gleichen optischen Bildstabilisator zur Ruhe gebracht wie ihr Gegenstück im G2.

Neu ist der Bildschirm des Nexus 5. Zwar hat er, ebenso wie im G2, eine Full-HD-Auflösung, zeigt also 1920 x 1080 Bildpunkte an, ist aber minimal kleiner. Statt 5,2 Zoll misst das Display nur 4,95 Zoll, ein Unterschied, den man kaum bemerken wird. Bemerkenswert ist dagegen das immer aktive Mikrofon, das, wie beim Motorola Moto X, ständig lauscht, ob man das Handy anspricht. Sagt man die Codewörter "Okay Google", wird das Telefon entsperrt.

Außerdem lässt sich das neue Nexus - wie schon sein Vorgänger - nach dem Qi-Standard drahtlos aufladen. Eine entsprechende neue Ladestation, auf der das Handy magnetisch festgehalten werden soll, hat Google ebenfalls vorgestellt, aber noch keinen Preis genannt.

Ein Modell ist bereits ausverkauft

Das Nexus 5 hingegen ist seit Donnerstagabend im Google Play Store erhältlich. In der 16-GB-Version kostet es 349 Euro, mit 32 GB Speicher 399 Euro. Offizielle Angaben darüber, wann das Telefon in den Geschäften verfügbar sein wird, gibt es nicht. Caschys Blog hatte am Donnerstag berichtet, einige Elektronik-Supermärkte würden bereits mit den Geräten beliefert.

Die erste Charge ist bei Google allerdings bereits ausverkauft. Kunden, die schon am Donnerstagabend ihre Bestellung aufgegeben haben, erhielten per E-Mail eine Bestätigung, dass Ihr Gerät am 8. November ausgelieferte werde. Am Freitagmorgen wurde von Google eine Lieferzeit von zwei bis drei Wochen für das weiße Modell mit 16 GB angegeben, die schwarze Variante ist derzeit nicht lieferbar. Das größere Modell soll, je nach Farbe, entweder am 8. oder 15. November verschickt werden. Ob die langen Lieferzeiten durch enorme Nachfrage oder doch eher durch Produktionsprobleme entstehen, ist unklar.

Als Zubehör zum Nexus 5 bietet Google aktuell nur verschiedene Schutzhüllen an. Für 30 Euro gibt es sogenannte Quick Cover, Kunststoffschalen mit einer harten Außenhülle und einer weichen Gummiinnenseite, die das Handy gegen Stöße schützen sollen. Für zehn Euro mehr werden Quick Cover angeboten, die das Handy mittels eines Deckels ganz umhüllen.

"Kitkat" ist das neue Android

Wie bei Nexus-Smartphones üblich, dient das neue Modell in erster Linie dazu, das aktuelle Android-Update zu bewerben und zu demonstrieren. Die Android-Version 4.4, "Kitkat", ist derzeit nur mit dem sehr gut ausgestatteten Nexus 5 zu bekommen. Dabei betont das Unternehmen seine Genügsamkeit als eine herausragende Eigenschaft von "Kitkat" und verspricht, die Software werde auch auf Handys mit nur 512 MB Arbeitsspeicher rundlaufen. Ein klarer Vorstoß in Richtung der boomenden Smartphone-Märkte in Asien und Afrika.

Im Übrigen hat Google das System einer grundlegenden optischen Überholung unterzogen. Viele Anwendungen laufen jetzt im Vollbildmodus, so dass nichts anderes mehr ablenkt. Außerdem soll das Multitasking verbessert worden sein. Deutlich überarbeitet wurde auch die Telefon-App, die jetzt automatisch jene Kontakte in einer Kurzwahlliste bereit hält, mit denen man regelmäßig telefoniert. Neu ist auch eine Nachrichten-App, in der künftig SMS, MMS und Hangout-Chats gesammelt werden. Zudem wurde in Android 4.4 eine neue Druckfunktion eingebaut, die primär über Cloud-Dienste arbeitet.

Der Konzern verspricht in einem Blogpost, die Software werde in den nächsten Wochen auch für Nexus 4, 7, 10 sowie den sogenannten Google-Versionen von Samsungs Galaxy S4 und HTCs One veröffentlicht. Angaben zu weiteren Smartphones machte Google nicht. Für das Galaxy Nexus erklärte die Firma, werde es kein Update geben. Die Begründung: Neue Software-Versionen biete man nur für Geräte an, die maximal 18 Monate alt sind. Das Galaxy Nexus wurde Ende 2011 eingeführt.

mak



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Seite 1
doobiebrother 01.11.2013
1. ihr habt es nicht kapiert...
das microfon ist nicht immer an und hört mit, der befehl "ok google" funktioniert nur wenn man auf dem homescreen ist oder in google now, nur dann ist das micro an, das funktioniert nicht im standby, weil da das micro aus ist und nicht mithört....anders als beim lg
doobiebrother 01.11.2013
2. ihr habt es nicht kapiert...
das microfon ist nicht immer an und hört mit, der befehl "ok google" funktioniert nur wenn man auf dem homescreen ist oder in google now, nur dann ist das micro an, das funktioniert nicht im standby, weil da das micro aus ist und nicht mithört....anders als beim motorola
lightstorm66 01.11.2013
3. Du hast es nicht kapiert
Zitat von doobiebrotherdas microfon ist nicht immer an und hört mit, der befehl "ok google" funktioniert nur wenn man auf dem homescreen ist oder in google now, nur dann ist das micro an, das funktioniert nicht im standby, weil da das micro aus ist und nicht mithört....anders als beim motorola
Es ist der Snapdragon 800 Chip verbaut, welcher dauerhaftes Zuhören unterstützt. Auch beim Galaxy Note 3 kann man einstellen, dass man es mit dem Befehl "Hallo Galaxy" aus dem Standby wecken kann und dann S-Voice bereit ist, Befehle auszuführen. Dasselbe geht mit dem Nexus 5 auch, sogar geht hier Google noch weiter, dass man auch auf den Homescreen also ausserhalb von Google Now den Befehl "Ok Google" verwenden kann.
Last Ninja 01.11.2013
4. Updates
Eigentlich armselig von Google, dass die extra Werbung machen, dass 4.4 auch auf alten Geräten funktioniert, aber gleichzeitig ihren eigenen Geräten ein Update verweigern, weil sie zu alt sind.
dr.u. 01.11.2013
5. Viel spannender
Zitat von lightstorm66Es ist der Snapdragon 800 Chip verbaut, welcher dauerhaftes Zuhören unterstützt. Auch beim Galaxy Note 3 kann man einstellen, dass man es mit dem Befehl "Hallo Galaxy" aus dem Standby wecken kann und dann S-Voice bereit ist, Befehle auszuführen. Dasselbe geht mit dem Nexus 5 auch, sogar geht hier Google noch weiter, dass man auch auf den Homescreen also ausserhalb von Google Now den Befehl "Ok Google" verwenden kann.
Viel spannender ist doch die Frage, in wie weit sich das Mikrofon durch einen Datenbefehl von außen aktivieren läßt, ohne dass das Talefon sichtbar aus dem Stand-By erwacht...
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