Knirpskamera Nikon S01: So gut ist die kleinste Nikon
96 Gramm, Touchscreen und ein optischer Zoom: Die Nikon S01 ist die bislang kleinste Kompaktkamera mit dieser Ausstattung. Wie gut die Aufnahmen der Knirpskamera aussehen, verrät der Test.
Für eine 130-Euro-Kamera sieht die Nikon S01 außergewöhnlich gut aus: Die Lackierung glänzt edel, das Gehäuse ist angenehm abgerundet und sehr, sehr klein. Diese Kamera ist kleiner als die Ladegeräte kompakter Fotoapparate, in etwa so groß wie zwei Zündholzschachteln nebeneinander. Und die Nikon S01 ist leichter als ein iPhone 5, die Kamera wiegt gerade einmal 96 Gramm.
Aber sehen die Fotos der S01 so gut aus wie ihr Gehäuse (gibt es in Pink, Schwarz, Silber, Rot oder Weiß)?
Das gefällt: Bedienung, Bildqualität, Zoom
Trotz des winzigen Gehäuses lässt sich die kleine Kamera erstaunlich gut bedienen, besser als die Fotofunktion vieler teurer Smartphones. Die Nikon S01 hat einen Auslöseknopf an der Oberseite, kombiniert mit einer Zoom-Wippe. Außerdem gibt es noch einen Einschaltknopf und eine Taste zum Anzeigen der Fotos im Speicher.
Alle anderen Funktionen der Kamera (es sind nicht viele) muss man über den Touchscreen aufrufen. Der reagiert langsamer und weniger präzise als bei allen gängigen Smartphones. Ab und zu muss man eine Schaltfläche ein zweites Mal etwas länger berühren, damit die Kamera reagiert.
Der Autofokus reagiert schnell und recht zuverlässig, man kann sogar auf dem Touchscreen einen Fokuspunkt auswählen. Viel mehr manuelle Einstellmöglichkeiten gibt es nicht: Man kann die Belichtungskorrektur einstellen, den Blitz ein- oder ausschalten, einen Selbstauslöser aktivieren, aber Belichtungszeit, ISO-Empfindlichkeit und Blendenöffnung steuert immer die Kameraautomatik.
Die Aufnahmen der Nikon S01 sind bei vergleichbaren Motiven durchweg so gut wie die des iPhone 4, manchmal sogar besser. Das kann am geringfügig größeren Bildsensor liegen, dürfte aber auch mit der Software für Belichtungsmessung und automatischen Einstellung zusammenhängen. Bei Gegenlicht am Morgen belichtete das iPhone 4 die gesamte Aufnahme über, die Software der Nikon S01 belichtete ausgewogener.
Das kleine, optische Dreifach-Zoomobjektiv hebt die Nikon S01 von Smartphone-Kameras ab. Zoomt man mit der iPhone-4-Kamera, errechnet die Software die Vergrößerung eines Bildausschnitts, es werden weniger tatsächlich belichtete Bildpunkte genutzt. Deshalb wirken Aufnahmen mit Digitalzoom verschwommen, unscharf und aufgeblasen. Bei optischen Zoomobjektiven wie dem der kleinen Nikon S01 werden alle auf dem Sensor belichteten Bildpunkte genutzt, der Bildausschnitt ist ein anderer, weil Linsenelemente verschoben wurden.
Nicht so gut: Serienbilder, Funkverbindung
Auch wenn die Aufnahmen der S01 in vielen Situationen etwas besser aussehen als die eines Smartphones, jede aktuelle Kompaktkamera liefert bessere Bildqualität. Selbst bei strahlendem Sonnenschein und einer geringen ISO-Empfindlichkeit von 80 sind in den Aufnahmen der Nikon S01 störende Artefakte zu sehen - wenn man genau hinsieht.
Das ist für eine derart winzige Kamera akzeptabel, man muss eben Kompromisse machen. Es stört allerdings umso mehr, dass die Nikon S01 keine Serienbildfunktion bietet, anders als einige Foto-Apps für Smartphones. Der S01 fehlt auch ein Gewinde für ein Mini-Stativ. Das ist ärgerlich, weil die Kamera wegen des auch unten leicht gewölbten Gehäuses etwas wackelig auf ebenen Flächen steht.
Der Akku der Nikon S01 ist fest eingebaut, ebenso der Speicher (7,3 Gigabyte sind frei). Das ist akzeptabel. Der Kamera fehlt aber eine Möglichkeit, unterwegs Fotos auf ein Smartphone zu übertragen - wenn schon nicht ins Netz -, zum Beispiel über ein W-Lan-Modul. Man kann Aufnahmen sofort mit einem Dutzend Softwarefilter bearbeiten, aber nicht direkt veröffentlichen.
Fazit: schön, aber halbherzig
Die Nikon S01 ist nichts für Fotografen, die Wert auf die Bildqualität legen. Diese Menschen dürften ohnehin immer eine Kompaktkamera dabei haben, der Gewichtsvorteil der Nikon S01 steht in keinem Verhältnis zu dem Verlust an Bildqualität gegenüber einer Kompaktkamera.
Wer bislang aber nur mit einem Smartphone fotografiert hat und sich etwas schönere Fotos beim Zoomen wünscht, könnte Gefallen an der kleinen Kamera finden. Sie passt in jede Tasche, ist leicht zu bedienen und mit derzeit 137 Euro ziemlich günstig.
Ein Schnäppchen ist die Nikon S01 aber nur für Menschen, denen eine richtig kleine Kamera wichtig ist. Für 50 Euro mehr gibt es weit besser ausgestattete, aber auch erheblich größere und schwerere Kompaktkameras wie die CanonSX240H.
Könnte man die Fotos sofort über eine W-Lan-Verbindung online veröffentlichen, wäre die S01 die ideale Instagram-Kamera. In der gegenwärtigen Form aber ist sie ein halbherziges Produkt. Man weiß nicht so recht, für wen sie gemacht wurde, so niedlich sie auch aussieht.
| Komapktkameras und Smartphones im Überblick | |||||
| Kamera | Nikon S01 | Nikon S800C | iPhone 4 | Nokia Pureview 808 | Panasonic LX7 |
| günstigster Preis | 137 | 329 | 399 | 439 | 431 |
| Maße (Gehäuse) | 7,7 x 5,1 x 1,7 | 11,1 x 6 x 2,7 | 11,5 x 5,86 x 0,93 | 12,4 x 6 x 1,4 | 11,1 x 6,7 x 4,6 |
| Volumen (Gehäuse-maße), cm³ | 66,759 | 179,82 | 62,6727 | 104,16 | 342,1 |
| Gewicht | 96 | 184 | 137 | 169 | 269 |
| Objektiv | f/3.3 - f/5,9 / 29 - 87mm | f/3,2 - f/ 5,8 / 25-250 mm | f/2,4 | f/2,4 | 24 - 90 mm, f/1,4 - f/2,3 |
| Objektiv (Brennweite kb.-äquivalent, mm) | 29-87 | 25-250 | - | 28 | 24 - 90 mm |
| Mindest-abstand (cm) | 5 | - | - | 15 cm | 1 |
| Auflösung (Megapixel) | 10 | 16 | 5 | 3 / 5 / 8 / 38,4 | 10,1 |
| Sensorgröße (cm²) | 0,173 | 0,28 | 0,155 | 0,85 | 0,45 |
| Megapixel pro cm² | 57,80 | 57,14 | 32,26 | 3,53 / 5,87 / 9,40 / 45,18 | 22,44 |
| Display (Diagonale Zoll / cm) | 2,5 / 6,35 | 3,5 / 8,89 | 3,5 / 8,89 | 4 / 10,16 | 3 / 7,6 |
| Display Auflösung (Pixel / Subpixel) | 76.666 / 230.000 | 273.000 / 819.000 | 614.400 / 1.843.200 | 230400 / 691.200 | 306.666 / 920.000 |
| Dateiformat | JPG | JPG | JPG | JPG | RAW/JPG |
| Besonder-heiten | Touchscreen, fest verbauter Speicher (7,3 Gigabyte), fest verbauter Akku | Touchscreen, Android 2.3, GPS | Touchscreen, iOS, 3G | Touchscreen, Symbian | RAW/JPG |
| * günstigster Preis im deutschen Online-Handel (laut geizhals.at, Stand 7.11.2012 | |||||
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- Mittwoch, 07.11.2012 – 13:49 Uhr
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Die Brennweite verändert auch die Bildwinkel der Aufnahme. Hier spielen aber auch die verschiedenen Aufnahmeformate (sprich: Wie groß ist das auf den Sensor der Kamera einfallende Bild?) eine Rolle. Deshalb geben Hersteller meistens die sogenannte kleinbildäquivalente Brennweite (Equiv.135) an.
Kleinbildbrennweiten werden mit Werten wie zum Beispiel 24-60 mm bei digitalen Kompaktkameras angeben. Wenn ein solches Objekt den Bereich zwischen 17 und 35 mm umfasst (siehe Foto: links 35 mm, rechts 28 mm), sind Weitwinkelaufnahmen möglich (hilfreich, um zum Beispiel Menschengruppen oder Bauwerke aus nicht allzu großer Entfernung aufzunehmen), ab 50 mm ist man schon im leichten Telebereich.
Je größer die Blendenzahl (oft angegeben mit f/Blendenzahl), umso kleiner ist die Blendenöffnung. Konkret: Bei der Blendenzahl 4 ist die Blendenöffnung doppelt so groß wie bei der nächst höheren Blendenzahl 5,6. Die Blendenzahlen beruhen auf einer mathematischen Formel, nach der sich die sogenannte Blendenreihe berechnet. Hier verkleinert sich von Stufe zu Stufe die Blendenöffnung (0,5 / 0,7 / 1 / 1,4 / 2,8 / 4 usw.
Mehr Licht durch eine große Blendenöffnung ermöglicht eine kürzere Verschlusszeit. Eine möglichst kurze Verschlusszeit ist nötig, um sich schnell bewegende Objekte möglichst scharf aufzunehmen. Wer zum Beispiel einzelne Szenen eines Basketballspiels einer nicht allzu hell beleuchteten Sporthalle aufnehmen will, kann eine kleinere Blendenzahl (also eine größere Blendenöffnung) wählen und dafür die Verschlusszeit verkürzen. Als Richtwert gilt dabei: Ein Stufe abwärts in der Blendenreihe erlaubt eine gleichzeitige Halbierung der Belichtungszeit.
Gleichzeitig beeinflusst die Größe der Blendenöffnung die sogenannte Schärfentiefe. Grundregel: Je kleiner die Blendenzahl (und je größer somit die Blendenöffnung), desto geringer die Schärfentiefe. Geringe Schärfentiefe bedeutet: Das Motiv im Vordergrund ist scharf, der Hintergrund ist unscharf. Große Schärfentiefe bedeutet, dass die Partien im Vorder- und Hintergrund scharf auf dem Bild erscheinen.
Diese Verschlusszeit wird meistens in Sekundenbruchteilen angegeben. 1/1000 ist zum Beispiel eine tausendstel Sekunde. Bei Kompaktkameras kann die Verschlusszeit manchmal, bei Spiegelreflexkameras immer auch manuell eingestellt werden. Angeben wird sie in Zeitstufen (wie 0,5"; 1/4; 1/8; 1/15; 1/30; 1/60; 1/125 usw.). Je größer die Zeitstufe, umso länger ist der Verschluss geöffnet.
Bei einer kurzen Verschlusszeit erscheinen auf dem Bild sich schnell bewegende Objekte scharf, bei längeren Verschlusszeiten wirken sie verwischt, das ist die sogenannte Bewegungsunschärfe. Verwendet man bei solchen Aufnahmen mit längeren Belichtungszeiten kein Stativ oder zumindest eine feste Unterlage für die Kamera, verwackeln die Aufnahmen oft durch die Bewegung der Hand. Ruht die Kamera auf einer festen Unterlage, kann man mit längeren Belichtungszeiten zum Beispiel Autos auf Fotos verwischt erscheinen lassen, während alle statischen Objekte in der Umgebung scharf erscheinen.
Bei sehr kurzen Belichtungszeiten ist eine starke Beleuchtung oder eine entsprechend große Blendenöffnung nötig, um ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Grundregel: Stellt man eine Zeitstufe größer ein, kann man eine Blendenzahl weniger einstellen.
Konkret: Geringe Schärfentiefe bedeutet, dass das Motiv im Vordergrund scharf, der Hintergrund aber unscharf ist. Große Schärfentiefe bedeutet: Die Partien im Vorder- und Hintergrund erscheinen auf dem Bild scharf. Die Schärfentiefe eines Bildes hängt unter anderem von der Größe der Blendenöffnung ab, aber auch von der Brennweite des Objektivs und dem Bildformat beziehungsweise der Sensorgröße.
Einige Beispiele für Sensorgrößen:
- 1/2,3", z.B. Pentax Q: 0,28 cm²
- 1/1,7", z.B. Canon G12, Canon S100: 0,43 cm²
- 2/3", z.B. Fujifilm X10:0,58 cm²
- 1", z.B. Nikon J1, Sony RX100: 1,16 cm²
- 4/3", z.B. Panasonic GF3: 2,25 cm²
- Canon G1X: 2,62 cm²
- Canon APS-C, z.B. 7D: 3,32 cm²
- Nikon DX, z.B. Nikon D90: 3,72 cm²
- Sony APS-C, z.B. Nex-5n: 3,81 cm²
- Kleinbild-Vollformat, z.B. Canon 5D Mark II, Nikon D700, Sony A900: 8,64 cm²
- Mittelformat, z.B. Pentax 645D: 17,28 cm²
Ein Problem bei der Sensorgröße entsteht, wenn auf der gleichen Fläche immer mehr Fotodioden untergebracht werden. Sprich: Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung (gemessen in Megapixel) wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Fotodioden auf einer kleineren Oberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jede einzelne der Fotodioden, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen, das sogenannte Bildrauschen, mit sich bringt.
Bei Digitalkameras haben die Hersteller diese Skala übernommen, um die Empfindlichkeit anzugeben. Wenn in einem dämmrigen Umfeld die Verschlusszeit wegen Verwacklungsgefahr nicht stark genug erhöht werden kann und eine allzu große Blendenöffnung wegen des Verlusts an Schärfentiefe nicht erwünscht ist, kann die Empfindlichkeit erhöht werden, um eine ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Hebt man die ISO-Stufe um einen Schritt an, kann die Verschlusszeit zum Beispiel um einen Schritt vermindert werden.
Bei Digitalkameras verstärkt die Software das auf dem Sensor eingehende Signal. Dabei verstärkt die auch die Störungen, das sogenannte Bildrauschen nimmt zu.
Laut Kodak genügt für einen Ausdruck in A4-Format (20x30 cm) in guter Qualität eine Auflösung von 1920 x 1280 Pixeln (2,4 Megapixel), für optimale Qualität ist eine Auflösung von 2160 x 1440 Pixeln (3,1 Megapixel) nötig.
Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Bildpunkten auf einer kleineren Sensoroberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jeden einzelnen der Bildpunkte, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen durch das sogenannte Bildrauschen mit sich bringt.
- Bei gleicher Auflösung rauschen Sensoren mit kleinerer Oberfläche stärker als größere.
- Je stärker die Lichtempfindlichkeit der Kamera eingestellt ist, umso stärker ist das Rauschen, da das vom Sensor eingehende Signal verstärkt wird - einschließlich der Störungen.
- Je wärmer der Sensor ist, umso stärker ist das Bildrauschen.
Digitalkameras nutzen diverse Software-Routinen, um das Bildrauschen schon beim Abspeichern einer Aufnahme herauszurechnen. Die Hersteller nutzen verschiedene Verfahren mit unterschiedlichen Ergebnissen. Manchmal beeinträchtigt die Rauschunterdrückung wiederum die Schärfe eines Bildes sichtbar.
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