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Nokia N900: Linux-Attacke gegen das iPhone

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Nokia kann auch anders: Mit dem N900 legt der Konzern sein erstes Linux-Handy vor - und könnte damit ein Erfolgsmodell parat haben. Das neue Mobiltelefon hat nicht nur technisch alles, um ein Hit zu werden, es sieht auch noch gut aus und ist billiger als die hauseigene Konkurrenz.

Mit Linux gegen das iPhone: Nokia N900 Fotos

Nokia macht diese Woche richtig Druck: Nach der Ankündigung eines Netbooks am Montag folgte am Mittwoch ein mobiler Bankdienst und nun auch noch ein Highend-Handy mit Linux-Betriebssystem, das Nokia N900. Und das macht Appetit auf mehr: Es hat einen höher auflösenden Touchscreen als Apples iPhone, eine komplette Tastatur, sieht besser aus als Nokias Highend-Modell N97 und kann sich mittels aller heute gängigen Mobilfunkstandards ins Netz einklinken.

Und genau das ist das besondere am N900, das die Finnen zurückhaltend als Handset und als Weiterentwicklung von Nokias Internet Tablets bezeichnen. Denn Vorgänger des N900 gab es schon einige. Angefangen hat alles Ende 2005, als Nokia das N770 vorstellte, ein Gerät, das sich nach Sicht der Firma zu PCs in etwa so verhalten sollte wie ein Handy zu stationären Telefonen. Es sollte das Internet mobil machen, die Nutzung vieler Computerfunktionen unterwegs ermöglichen. Nur Telefonieren sollte man damit nicht.

Das sieht beim N900 ganz anders aus. Im Unterschied zu dessen Vorgängern N770, N800 und N810 verfügt das N900 nämlich nicht nur über Bluetooth-Kurzstreckenfunk und W-Lan für den Internet-Zugang, sondern hat außerdem GSM, UMTS, EDGE und HSPA für die Verbindung mit Mobilfunknetzen eingebaut. Anders ausgedrückt: Es ist ein Handy und eben nicht mehr nur ein Internet Tablet, dem man bestenfalls per VoIP-Software Internet-Telefoniefunktionen entlocken konnte.

Telefonieren geht auch

Genau in dieser Hinsicht ähnelt es dem iPhone auf ganz verblüffende Weise. Denn schließlich dreht sich auch bei Apples Erfolgs-Handy fast alles um Internet, E-Mail, Spiele. Multimedia und Zusatzsoftware. Telefonieren ist da nur ein Nebenaspekt, den man halt mit eingebaut hat, weil das eben zu einem Handy dazu gehört, dass man mit ihm Telefonate führen kann. Und ebenso beiläufig wird auch bei Nokia nur kurz darauf hingewiesen, dass das N900 eigentlich ein Mobiltelefon mit Internetfunktionen sei. In einem Werbeclip für das Handy geht es fast eine Minute lang um Chatten, Spiele, Fotografieren und ähnliches, bevor völlig unvermittelt der Nokia-Klingelton ertönt, einen eingehenden Anruf signalisiert - und die Telefonfunktionen fünf Sekunden später schon wieder aus dem Clip ausgeblendet werden.

Damit dürfte Nokias Stoßrichtung klar definiert sein: Das N900 soll genau dieselbe Zielgruppe ansprechen, die sich auch für das iPhone interessiert. Bemerkenswert ist dabei, dass Nokia sich hier für Linux als Betriebssystem entscheiden hat. Denn bisher gab es da bei Nokia eine klare Trennung: Linux gab es nur auf Internet Tablets, Handys wurden grundsätzlich mit dem Symbian-Betriebssystem ausgestattet. Die nun auch im N900 eingesetzte Linux-Variante Maemo, war von den Finnen nicht fürs Telefonieren gedacht.

Stattliche Softwareauswahl

Dass sich das nun ändert, könnte auch daran liegen, dass es für Maemo-Linux bereits ein recht umfangreiches, attraktives Softwareangebot gibt. Mit dem App Store für das iPhone ist das zwar kaum zu vergleichen, kann aber, was die Masse angeht, locker mit dem Ovi-Store für Nokias Symbian-Handys mithalten, ihn vielleicht sogar an Auswahl überbieten. Auf Maemo.org beispielsweise sind Hunderte Programme aufgeführt, die allesamt kostenlos auf Geräte mit Maemo-Betriebssystem geladen werden können. Mag sein, dass nicht jedes davon sofort mit dem N900 klarkommt, aber offensichtlich steht hinter dieser Sammelseite eine große Entwickler-Community, die mit Sicherheit bald ihre Programme anpassen wird.

Und eine Tour durch die Softwarearchive von maemo.org lohnt sich. So findet man in der Kategorie Spiele beispielsweise Perlen wie einen GameBoy Advance Emulator oder Mobil-Versionen bekannter First-Person-Shooter. Und natürlich gibt es etliche Tools, Utilities und Anwendungsprogramme. Beispielsweise eine VNC-Software (Virtual Network Client) zur Fernsteuerung von PCs, etliche Mediaplayer, Geocaching-Software und anderes. Langweilig wird das so schnell nicht.

Mit Firefox und Flash

Dazu könnten auch etliche Fähigkeiten des Geräts beitragen, die das iPhone blass aussehen lassen. Die 5-Megapixel-Kamera beispielsweise oder der per microSD-Karte auf bis zu 48 Gigabyte erweiterbare Speicher. Vor allem aber bringt das Maemo-Betriebssystem einige Funktionen mit, die man am PC lieb gewonnen hat, auf dem iPhone und vielen anderen Smartphones aber vermisst. Multitasking etwa, das es auf dem N900 möglich machen soll, mehrere Programme parallel ablaufen zu lassen, schnell zwischen ihnen umzuschalten.

Vor allem dürfte das aber der auf Mozilla basierende Webbrowser, eine Mini-Ausgabe von Firefox, sein, der dank Flash-Unterstützung viele jener multimedialen Webseiten anzeigen kann, bei denen andere Mobilgeräte versagen. Und es könnten technische Feinheiten wie der integrierte UKW-Sender sein. Mit dessen Unterstützung kann man Musik vom N900 auf jedem gewöhnlichen Radio hören, egal ob zu Hause oder im Auto. So etwas gibt es bei manch anderem Mobiltelefon wenn überhaupt nur gegen Aufpreis.

Doch während man dem N900 bei Apple vermutlich mit gewohnter Gelassenheit entgegensieht, könnte nun bei Nokia ein interner Wettstreit entbrennen. Denn bei genauer Betrachtung gleicht das N900 Nokias Topmodell N97 in technischer Hinsicht fast wie ein Ei dem anderen. Nur, dass das N900 besser aussieht als das N97, dank Linux offener für fremde Software ist und zu allem Überfluss auch noch billiger. Touché.

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Nokia N900
Betriebssystem Maemo 5 (Linux)
Speicher 32 GB
Erweiterungssteckplatz microSDCard
Bildschirmauflösung 800 x 480 Pixel
Bildschirmdiagonale 8,9 Zentimeter
Digitalkamera 5 Megapixel
PC-Anschluss Micro-USB 2.0
Gewicht 181 Gramm
Maße 110 x 60 x 18 Millimeter
Drahtlose Verbindungen EDGE, WCDMA HSPA, W-Lan, Bluetooth 2.1
Standby-Zeit* 2 - 4 Tage
Sprechzeit* bis zu 5 Std.
Besonderheiten: Touchscreen, GPS, FM-Transmitter, TV/Audioausgang, Mozilla-Browser, Flash 9.4, Ajax
Preis: 500 Euro (ohne Vertrag)

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iPhone 3GS: Apples Hightech-Handy

Mobile Breitbandformate
UMTS
Universal Mobile Telecommunications System - wird oft als Mobilfunkstandard der dritten Generation (3G) bezeichnet, da er deutlich höhere Datenübertragungsraten als sein Vorgänger GSM ermöglicht. Deutsche UMTS-Netze schaffen üblicherweise eine Bandbreite von 384 Kbit/s für die Datenübertragung vom Mobilfunkmast zum Endgerät. Reguläre DSL-Anschlüsse bieten heute üblicherweise 1024 Kbit/s. (mehr ...)
HSDPA
High Speed Downlink Packet Access - setzt auf UMTS auf, erzielt aber deutlich höhere Übertragungsraten bei der Übertragung vom Mobilfunkmast zum Endgerät. Die praktisch erreichbare Datenrate liegt zurzeit bei 1,4 Mbit/s. Durch technologische Verbesserungen soll sie allmählich auf 5,1 Mbit/s steigen. (mehr ...)
GPRS
General Packet Radio Service - dieser Standard zerlegt Daten beim Sender in einzelne Pakete, überträgt sie gestückelt und setzt sie beim Empfänger wieder zusammen. Durch Bündelung mehrerer Übertragungskanäle ist theoretisch eine Übertragungsrate von bis zu 171,2 Kbit/s möglich. Im praktischen Betrieb sind es meist 55,6 Kbit/s - so langsam waren Modems in den Zeiten vor DSL. (mehr ...)
Edge
Enhanced Data Rates for GSM Evolution - Technik zur Erhöhung der Übertragungsrate von Daten in GSM-Mobilfunknetzen. Durch effizientere Modulationsverfahren sollen in der Summe bis zu 384 Kbit/s erreicht werden - das ist UMTS-Geschwindigkeit. Edge wurde bisher in 75 Ländern eingeführt. (mehr ...)
WiMax
Die WiMax-Technologie umfasst mehrere Standards zu Datenübertragung auf verschiedenen Funkfrequenzen. Manche WiMax-Standards brauchen eine Sichtverbindung zwischen Sender und Empfänger, bei anderen können die Signale auch Mauern durchdringen. Bei Tests soll WiMax schon Datentransferraten von mehr als hundert Mbit/s erreicht haben. Hermann Lipfert, Experte für Drahtlosnetze beim Münchner Institut für Rundfunktechnik (IRT), schätzt, dass in einer regulären WiMax-Funkzelle Tranferraten von 50 Mbit/s realistisch sind - unter idealen Bedingungen und bei Anwendung aller derzeit zur Verfügung stehenden technischen Tricks. Diese Bandbreite müssten sich dann wie bei UMTS alle Nutzer teilen, die in der jeweiligen Funkzelle online sind. (mehr ...)
DVB-T
Der DVB-T-Standard regelt die Verbreitung digitaler Fernsehsignale per Funk. Der DVB-Standard ist zwar auch dafür ausgelegt, Internetinhalte zu übertragen - in den Frequenzbereich eines einzigen analogen Fernsehkanals (etwa sieben MHz) passen aber gerade mal 13 Mbit pro Sekunde hinein. Wenn an einer einzigen Sendestation also 20 Nutzer hängen, die gleichzeitig etwa einen Dateidownload versuchen, wird es schon eng - die Datenrate für jeden Nutzer läge unter einem Mbit/s, also niedriger als die der günstigsten DSL-Verbindungen, die derzeit im Angebot sind. "Die größte Gefahr für diese Technik ist, von der Gegenwart überholt zu werden", sagt Sven Hansen von der Computerzeitschrift "c't". Überträgt man die Inhalte über DVB, geht das auch nur in eine Richtung - wie beim Fernsehen eben. Der Rückkanal muss dann auf anderem Wege hergestellt werden, etwa über eine herkömmliche Telefonleitung. Mausklicks im Browser gingen bei dieser Methode über die Telefonleitung zum Provider, die angeforderten Seiten würden dann von der DVB-Sendestation zurück zum Empfänger gefunkt. Das ist umständlich - und langsam. (mehr ...)
LTE
Long Term Evolution ist der Name, den eine Reihe von Mobilfunkunternehmen einem weiteren Standard der vierten Mobilfunkgeneration gegeben haben. LTE ist im Grunde eine Weiterentwicklung von UMTS - braucht aber gänzlich neue Hardware, einschließlich neuer Sendestationen. LTE konkurriert mit dem WiMax-Standard um die Marktführerschaft im mobilen Internet der Zukunft - zwischen den beiden Standards wird möglicherweise ein neuer Formatkrieg ausbrechen. LTE ist nach Einschätzung von Experten gegenüber WiMax allerdings etwa zwei Jahre im Rückstand, was die technologische Entwicklung angeht. (mehr ...)

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